MB-Technik/ Mtrlauf

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung [Bearbeiten]

Speziell bei älteren Automobilen gibt es immer wieder Probleme mit dem Motor: Sägen, unruhiger Leerlauf, Startschwierigkeiten, etc. Jedes Problem hat dabei unzählige, mögliche Ursachen, was den Spaß an der Fehlerbehebung oft stark einschränkt.


Fehlereingrenzung [Bearbeiten]

Wegen der meist vielen Möglichkeiten sollte immer strukturiert vorgegangen werden, um möglichst viele Ursachen mit einem Schritt auszuschließen.

  • Grundgemisch (im Leerlauf): Vor allem anderen sollte das Grundgemisch geprüft und ggf. korrigieret werden. Dies ist in den folgenden Anleitungen erklärt:
  • KE-Jetronic
    • Stecker des eletrohydr. Stellglieds abziehen (siehe Strommessung am Stellglied). Liegt der Fehler nicht mehr vor, ist es ein Problem mit der KE-Jetronic, besteht er weiterhin, kann es an Zündung, Benzinzufuhr, Luftzufuhr oder der Motormechanik liegen.

Symptome [Bearbeiten]

Unruhiger Leerlauf [Bearbeiten]

  • Zündkabel
  • Zündspule
  • Zündkerze (auch Elektrodenabstand): Am Zündkerzenbild lassen sich Defekte der Zündkerzen identifizieren, es zeigt auch einige Dinge zum Gemisch, dem Zündzeitpunkt und der Fahrweise. Der Elektrodenabstand sollte i.A. 0,8mm betragen, wobei manch alter Meister sagt, dass 1mm den Leerlauf besänftigen würde (die 0,8mm-Vorgabe wird aber bestimmt nicht grundlos gewählt sein)
  • Einspritzdüsen: Die Eispritzdüsen haben 3 Versagensarten: Sie tropfen nach, d.h. sie schließen unter dem Öffnungsdruck nicht sauber, sie lassen nicht den Sollwert an Kraftstoff durch oder sie vernebeln den Kraftstoff nicht mehr richtig. Hierfür müssen alle Einspritzdüsen demontiert werden.
  • Mengenteiler: Beim Mengenteiler können die Membranen reißen oder er liefert wegen Verschmutzungen ungleichmäßig viel Kraftstoff an die Zylinder. Offiziell kann der Mengenteiler nicht gewartet werden. Auf einer russischen Seite wurde eine Überholung beschrieben, so dass sich vielleicht auch hier einmal jemand daran macht, die Möglichkeiten auszuloten.
  • Nebenluft: Besonders regelmäßiges Sägen deuten auf eine Nebenluftquelle hin. Das Besprühen verdächtiger Stellen mit Bremsreiniger kann Lecks im Ansaugtrakt aufzeigen (muss aber nicht).
  • Warmlaufreger (nur bei KA-Jet): Bei älteren Fahrzeugen kann es durch die Alterung des im Warmlaufregler eingebauten Bimetalls zu einem falschen (d.h. zu hohem/tiefen) Steuerdruck kommen. Dann stimmt das Gemisch in der Warmlaufphase nicht mehr richtig. Auch kann es vorkommen, dass die Heizung des Bimetalls defekt ist (oder nur der Anschluss korrodiert ist). Dann überfettet der Motor mit zunehmender Temperatur, bis er schlussendlich ganz abstirbt (Symptom: schwarzer Auspuffrauch).
  • Zusatzluftschieber (nur KA-Jet mit Leerlaufeinstellschraube): Dieser verkockt sehr gerne, z.B. durch die Motorgehäuseentlüftung. Abhilfe: Ausbauen, eine Nacht in Bremsenreiniger oder ATF einlegen (auch ein Ultraschallbad wirkt Wunder), mit Ohrenstäbchen rausputzen (vorher den Schieber in eine Tiefkühltruhe legen, damit er sich ganz öffnet). Kontrolle: Mit dem Dehnstoffelement nach unten auf eine heisse Herdplatte (Stufe 1) stellen, er schliesst sich dann nach etwa 1 Minute vollständig.
  • Lambdasonde: Die Lambdasonde kann auf 4 Arten versagen, Kabelbruch, Durchbrennen einer inneren Leiterbahn, Trägewerden, kleinere Spannungsamplituden. Die Prüfung ist hier beschrieben
  • Überspannungsschutzrelais (nur bei KE-Jetronic): Hier müsste ein Wackelkontakt vorliegen, z.B. durch eine "kalte" Lötstelle. Eine flackernde ABS-Leuchte würde diesen Verdacht erhärten.
  • Luftmengenmesser-Potentiometer (nur bei KE-Jetronic): Wenn der Motor nach dem Schiebebetrieb öfters ausgeht, ist diese Urache besonders wahrscheinlich. Die Leiterbahnen sind besonders in der Leerlaufposition spätestens nach 100.000km abgenutzt, was leicht nach Abschrauben des LMM-Potis visuell geprüft werden kann. Doch vorsicht, die Justierung nach der Montage ist problematisch.

Das Potentiometer ist vom Werk sehr genau eingestellt. Deshalb sind auch die Befestigungsschrauben mit Vergußmasse gesichert. Die Prüfung des Potentiometers erfolgt durch eine Widerstandsmessung. Die Sollwerte sind nur Richtwerte. Wird das Potentiometer ersetzt, ist die Einstellung mit besonderer Sorgfalt durchzuführen. 1. Stauscheibe bis zur unteren Kegelkante -Mengenteilerseite- des Luftmengenmessers anheben. 2. Potentiometer so anschrauben, daß es gerade noch verstellbar ist. 3. Multimeter zwischen Motorleitungsstrang und Potentiomenter anschließen. 4. Zündung einschalten. 5. Potentiometer so einstellen, daß 0,02...0,2 V angezeigt werden und Schrauben festziehen. 6. Stauscheibe bis Anschlag anheben. Es müssen ca. 7 V angezeigt werden. 8. Schrauben mit Sicherungslack sichern.

  • Steuergerät (nur bei KE-Jetronic): Wenn es an der Lambdaregelung liegt und sich sonst keine Ursache finden ließ, kann natürlich auch das Steuergerät der Übeltäter sein. Am besten, man sucht sich dann jemanden mit einem intakten Steuergerät und überredet diesen, es für einen Test herauszurücken.

Erhöhter Leerlauf [Bearbeiten]

Startprobleme [Bearbeiten]

kalter Motor [Bearbeiten]

  • Temperatursensor des Kühlwassers: Die Anlage "denkt", es sei nicht so kalt und stellt falsche Gemischanreicherung bereit.
  • Überspannungsschutzrelais, Sicherung oder Kabelbruch/loser Stecker (nur bei KE-Jetronic): Die Jetronic läuft im Notprogramm und führt keine Startanreicherung durch. Der Motor würde dann kalt generell sehr schlecht laufen, die Drehzahl wäre ungefähr bei der normalen Leerlaufdrehzahl, bei warmem Motor etwas darüber.

warmer Motor [Bearbeiten]

  • Absterben, schlechte Gasannahme bei warmem Motor:
    • später Zündzeitpunkt, schwacher Zündfunke, z.B. wegen defekter Verteilerkappe
  • Absterben des Motors bei der Schubabschaltung
    • defektes Luftmengenmesser-Potentiometer (nur bei KE-Jetronic)
  • Motor startet immer erst beim 2. Startversuch (speziell M103 mit KE-Jetronic): Eine Reinigung des Ansaugtrakts und des Klappenstutzens (an der Drosselklappe) hat bei einigen Fahrern das Problem behoben. Dies ist hier beschrieben.