Mac OS: UNIX/ Systemsteuerung
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Mit dem Programm Terminal aus dem Ordner Ordner /Programme/Dienstprogramme/ hat man Zugang zum UNIX-System von Mac OSX. Per Terminal lassen sich alle Funktionen des Systems ansteuern. Manche Funktionen lassen sich sogar ausschließlich per UNIX-Befehle aktivieren, deaktivieren oder manipulieren.
In diesem Kapitel wird die Systemsteuerung von MAC OSX mit Hilfe von UNIX-Befehlen vorgestellt. Der Abschnitt System behandelt allgemeine Systemeigenschaften. Der Abschnitt Programme erklärt die Steuerung gängiger Programmen wohingegen Hardware die Steuerung der Mac-Hardware betrifft.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] System
[Bearbeiten] Bildschirmfoto
Bildschirmfotos werden standardmäßig im Format .png abgespeichert. Mit einem kleinen Befehl kann man sie beispielsweise auch als .pdf abspeichern lassen.
Erlaubte Formate sind:
- .jpg
- .tif
- .pict
- .gif
- .bmp
- .psd
Befehl:
defaults write com.apple.screencapture type .jpg (bzw. .tif, .pict usw.)
Und wieder auf .png:
defaults write com.apple.screencapture type .png
[Bearbeiten] Audio
[Bearbeiten] Audiofiles abspielen
Audiofiles lassen sich im Terminal mit dem Befehl afplay abspielen. Der Auruf erfolgt per
afplay DATEINAME
wobei DATEINAME durch den Namen des Audiofiles (evtl. mit Pfadangabe) ersetzt wird. Prinzipiell lassen sich alle Audioformate abspielen, die QuickTime versteht.
[Bearbeiten] Netzwerk
[Bearbeiten] lokale Rechnernamen
Wenn man nicht immer die IP-Adressen der Rechner im lokalen Netzwerk eintippen möchte, um auf diese zugreifen zu können, kann man den IP-Adressen entsprechende Rechnernamen zuweisen. Hierzu muss die Datei hosts im Ordner /etc editiert werden. Da dies nur mit Administratorrechten funktioniert lautet der Befehl:
pico /etc/hosts
Es wird nun die Datei hosts mit dem Editor pico geöffnet. Wenn z.B. ein MacBook hinzugefügt werden soll, und dieses Book die IP 192.168.0.23 besitzt lautet der Eintrag:
192.168.0.23 MacBook
Die Datei kann nun mittels Strg o gespeichert werden. pico verlässt man per Strg x. Nun ist das MacBook z.B. über die Finder-Funktion "Mit Server verbinden..." (APFEL k) durch die Eingabe "MacBook" erreichbar.
[Bearbeiten] Ruhezustand
[Bearbeiten] MacBook
Schließt man den Deckel des MacBook, so schaltet es sich in den Ruhezustand. Beim Transport in einer Tasche kann es vorkommen, dass das Book wieder aufwacht, weil sich der Deckel leicht bewegt hat. Abhilfe schafft hier die Deaktivierung der Durch-Deckel-Aufwach-Funktion; um das Macbook aus dem Ruhezustand aufzuwecken, muss man dann nach dem Öffnen des Deckels eine Taste auf der Tastatur drücken.
Die Deaktivierung geschieht durch Eingabe des Befehls
sudo pmset lidwake 0
Aktiviert wird die Funktion wieder durch den Befehl
sudo pmset lidwake 1
[Bearbeiten] Schriften
Defekte Schriften lassen sich am Terminal per Spotlight-Suche aufspüren. Hierzu muss der folgende Befehl eingegeben werden:
mdfind "com_apple_ats_font_invalid == 1"
Diese Eingabe erstellt eine Liste an Schriften, die Spotlight nicht lesen kann. Auch wenn (ein paar) diese(r) Schriften noch von z.B. Photoshop gelesen werden können, sollten sie dennoch ersetzt werden.
[Bearbeiten] Software-Update
Es ist möglich, Software-Updates per Terminal durchzuführen. Das Programm hierfür heißt softwareupdate und liegt im Ordner /usr/sbin.
Folgender Befehl listet alle verfügabren Updates auf:
softwareupdate --list
Folgender Befehl downloadet und installiert alle verfügbaren Updates:
softwareupdate -i -a
Folgender Befehl downloadet und installiert nur erforderliche Updates:
softwareupdate -i -r
Für eine vollständige Übersicht der Funktionen gibt man ein:
man softwareupdate
[Bearbeiten] Systempflege
[Bearbeiten] Permanent Superuser
Um nicht jedesmal "sudo" eingeben zu müssen wenn am System gearbeitet wird, können User mit Administator Rechten permanent zu root switschen:
sudo su
[Bearbeiten] periodisches Aufräumen
Lässt man seinen Mac auch über Nacht an, so werden automatisch Scripte zur Systempflege gestartet. Dieses “Aufräumen” verbessert die Performance von OSX. Wer nun seinen Mac nicht extra anlassen möchte, kann die Scripte auch bewusst aufrufen. Hierzu startet man das Terminal und tippt dann ein:
sudo periodic daily weekly monthly
Anschließend muss noch das Userpasswort eingetippt werden. Die Ausführung des Befehls dauert ein paar Minuten, also nicht wundern, wenn Terminal scheinbar “hängt”.
[Bearbeiten] Zugriffsrechte der Festplatte überprüfen
Nicht nur mit dem Festplattendienstprogramm lassen sich die Zugriffsrechte der Festplatte reparieren. Mit UNIX führt man einfach folgenden Befehl aus:
sudo diskutil repairPermissions /
Anschließend muss noch das Userpasswort eingetippt werden.
[Bearbeiten] Prebindings erneuern
Auch die Prebindings lassen sich auf der Kommandozeile updaten:
sudo update_prebinding -root / -force
Anschließend muss noch das Userpasswort eingetippt werden.
[Bearbeiten] Alles in einem Script
Einfacher geht es dann noch, wenn man die oben aufgeführten Befehle in Form eines Scripts abspeichert. Hierzu öffnet man Terminal und gibt dann ein:
pico carescript.command
Das Script bekommt dann folgenden Inhalt:
#!/bin/sh echo Fuehre periodic-scripts aus... bitte Passwort eingeben und warten... sudo periodic daily weekly monthly echo fertig! echo . echo . echo Repariere Zugriffsrechte... echo evtl. muss das Passwort erneut eingegeben werden... echo bitte warten... sudo diskutil repairPermissions / echo fertig! echo . echo . echo Update die Prebindings... echo evtl. muss das Passwort erneut eingegeben werden... sudo update_prebinding -root / -force echo . echo Fertig! echo Schoenen Tag noch... exit 0
Mit CTRL O wird das Script gespeichert, CTRL X beendet pico.
Jetzt muss das Script noch ausführbar gemacht werden per:
chmod +x carescript.command
Fertig. Das Script wird nun aufgerufen per
./carescript.command
Man kann das Script auch aus dem Finder starten. Hierzu öffnet man ein Finderfenster, wechselt in den Benutzerordner und markiert die Scriptdatei. Dann drückt man Apfel i und trägt unter dem Reiter "Öffnen mit..." Terminal ein. Jetzt lässt sich das Script per Doppelklick starten.
[Bearbeiten] Programme
[Bearbeiten] iTunes
[Bearbeiten] Pfeile und Sterne
[Bearbeiten] Pfeile
Diese Pfeile, die in den Apple-Music-Store verweisen können manchmal nervend sein, vor allem wenn man ausversehen auf einen klickt. Es ist zumindest ein perfectes geschäftsmodell. Früher ließen sich diese Pfeile abschalten, das geht heute nicht mehr. Naja das stimmt auch nur teilweise, da man das mit dem Terminal bewältigen kann.
defaults write com.apple.iTunes show-store-arrow-links -bool False
Eingeschaltet werden sie dann wieder mit ...
defaults write com.apple.iTunes show-store-arrow-links -bool True
Tipp:
Wer nicht an seinem System per Terminaleingabe herumschauben will, der kann auch eine andere nützliche eigenschaft dieser Pfeile nutzen, wenn man nämlich die Pfeile mit gedrückter "alt" Taste anklickt, dann gelangt man in das dazugehörige Album (sofern vorhanden), in seiner eigenen Mediathek.
Wer wiederum diesen oben gennanten "alt + Klick" Effekt nur mit dem Mausklick verwenden will, der gibt ein:
defaults write com.apple.iTunes invertStoreLinks -bool YES
Der Effekt wird dann ausgeschaltet, indem man die bolean variable wieder auf NO setzt:
defaults write com.apple.iTunes invertStoreLinks -bool NO
[Bearbeiten] Sterne
Die Bewertungssterne in iTunes sind sehr nützlich, wenn man eine intelligente Wiedergabeliste betreibt, aber auch ohne eine solche sind ist dieses Feature einfach gelungen. Mit einer kleinen Terminaleingabe kann man anstatt in ganzen "Stern-Schritten" zu bewerten sogar halbe Sterne vergeben. Die Eingabe sieht so aus:
defaults write com.apple.iTunes allow-half-stars -bool TRUE
Wie gewohnt muss man die Boolean-Variable wieder umkehren um die Einstellung rückgängig zu machen
defaults write com.apple.iTunes allow-half-stars -bool FALSE
[Bearbeiten] Dock
[Bearbeiten] Spiegeleffekt
Der Spiegeleffekt des Docks unter OSX 10.5.x lässt sich per Terminal an- und ausschalten. Die Eingabe zum Ausschalten lautet:
defaults write com.apple.dock no-glass -boolean YES; killall Dock
Eingeschaltet wird der Spiegeleffekt dann wieder per:
defaults write com.apple.dock no-glass -boolean NO; killall Dock
[Bearbeiten] Finder
[Bearbeiten] Dateien unsichtbar machen
Man kann Dateien so einstellen, dass sie im Finder nicht mehr angezeigt werden. OSX nutzt dies z.B für wichtige Systemordner wie /etc. Dieser wird im Terminal, nicht aber im Finder angezeigt. Der Befehl zum Verstecken und wieder sichtbar machen lautet SetFile. Zum Verstecken tippt man ins Terminal
SetFile -a V DATEINAME
wobei DATEINAME entsprechend geändert werden muss.
Versteckte Dateien werden dann wieder sichtbar gemacht per
SetFile -a v DATEINAME
(kleines v bedeutet sichtbar machen, großes V bedeutet verstecken)
Unter OSX 10.5.x kann man Ordner auch verstecken, indem eine Liste mit den zu versteckenden Ordnern in der Datei .hidden im Hauptverzeichnis angelegt wird. Alle Ordner, die in dieser Datei angegeben sind, werden beim Booten versteckt. Dies kann hilfreich sein, wenn die Installation von 10.5.x nicht richtig verlaufen ist, so dass Ordner wie Volumes, etc, bin oder dev angezeigt werden. Man öffnet das Terminal und gibt dort ein
cd / pico .hidden
Mit dem Editor pico kann man nun die zu versteckenden Ordner eintragen - jeweils ein Ordner pro Zeile. Mit Strg o wird die Datei gespeichert und mit Strg x wird pico beendet. Wenn man sich nun beim System ab- und wieder anmeldet, werden die Ordner der Liste unsichtbar.
[Bearbeiten] Dateipfad in der Titelleiste
Man kann das System so ändern, dass der jeweilige Dateipfad in der Titelleiste des Finders angezeigt wird. Dies funktioniert allerdings erst ab OSX 10.5. Im Terminal gibt man ein:
defaults write com.apple.finder _FXShowPosixPathInTitle -bool YES && killall Finder
Zur Herstellung des Standards lautet der Befehl
defaults write com.apple.finder _FXShowPosixPathInTitle -bool NO && killall Finder
[Bearbeiten] Streifen entfernen
Die Streifen der Listenansicht unter OSX 10.5 lassen sich wie folgt abschalten:
defaults write com.apple.finder FXListViewStripes -bool FALSE
...und wieder einschalten per:
defaults write com.apple.finder FXListViewStripes -bool FALSE
[Bearbeiten] Mail
[Bearbeiten] Beschleunigung
Mit einer kleinen UNIX-Zeile lässt sich Mail.app unter umständen erheblich beschleunigen. Der nachfolgende Befehl reorganisiert die Datenbank von Mail und legt so einen neuen Index an:
- beende Mail
- öffne Terminal
- gebe dort ein:
sqlite3 ~/Library/Mail/Envelope\ Index vacuum - starte Mail wieder
Auf der Seite von HawkWings wird ein AppleScript zum Download angeboten, welches automatisch Mail beendet, den sqlite3-Befehl ausführt und Mail wieder öffnet. Dieses AppleScript kann sogar per iCal automatisch gestartet werden. Hierzu wird ein neues Ereignis in iCal erstellt, welches sich z.B. monatlich wiederholt. Unter dem Reiter "Erinnerung" kann man "Script ausführen" wählen, und dort auf Hawkwings Script verweisen.
[Bearbeiten] Spotlight
[Bearbeiten] Index erneuern
Der Index von Spotlight lässt sich erneuern durch die Eingabe:
sudo mdutil -E -i on /Volumes/PLATTE
...wobei PLATTE duch den Namen der Festplatte ersetzt wird, welche erneut indiziert werden soll.
[Bearbeiten] Hardware
[Bearbeiten] CD-Laufwerk
Es kann vorkommen, dass der Druck auf die Auswerftaste nicht reicht. Wie auch immer, der Befehl zum Auswerfen von CDs lautet unter UNIX:
drutil tray eject
Das CD-Fach kann (sofern vorhanden) geöffnet werden per
drutil tray open
Geschlossen wird das CD-Fach per
drutil tray close
[Bearbeiten] Maus und Trackpad
Die Geschwindigkeit von Maus und Trackpad können wie folgt im Terminal verändert werden:
defaults write -g com.apple.mouse.scaling 3.0
3.0 ist hier der Standardwert. Ein höherer Wert entspricht einer höheren Geschwindigkeit.
Für das Trackpad lautet der Befehl:
defaults write -g com.apple.trackpad.scaling 1.5
Auch hier gilt, dass ein höherer Wert einer höheren Geschwindigkeit entspricht. Die Änderungen werden erst nach einem erneuten Systemstart (Login) übernommen.