Mathe für Nicht-Freaks: Abbildung
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Definition [Bearbeiten]
Ein zentrales Konzept der Mathematik ist die Abbildung, die auch Funktion genannt wird. Abbildungen sind eindeutige Zuordnungen zwischen zwei Mengen
und
. Dies bedeutet, dass jedem Element
durch die Abbildung
genau ein Element
zugeordnet wird. Ein Beispiel hierfür ist die Quadratfunktion zwischen der Menge
in die Menge
, die jeder reellen Zahl
ihre Quadratzahl
zuordnet.
Die Schreibweise für Abbildungen von
nach
ist
mit der Sprechweise
Dabei ist
die Definitionsmenge und
die Zielmenge der Abbildung. Jedes Element
der Definitionsmenge wird Argument und jedes durch die Abbildung getroffene Element
wird Funktionswert zum Argument
genannt:
Definition (Abbildung):
Eine Abbildung
ist eine eindeutige Zuordnung der Definitionsmenge
in die Zielmenge
, also eine Zuordnung, die jedem Argument
einen eindeutigen Funktionswert
zuordnet.
in die Menge
dar?
- Pfeildiagramm 1: Abbildung
- Pfeildiagramm 2: keine Abbildung (dem Objekt
wird kein Element aus
zugeordnet) - Pfeildiagramm 3: keine Abbildung (dem Objekt
wird kein Element aus
zugeordnet; dem Element
werden mehrere Elemente aus
zugeordnet) - Pfeildiagramm 4: Abbildung
Bild und Urbild [Bearbeiten]
Zwei wesentliche Begriffe im Zusammenhang mit Abbildungen ist der Begriff des Bildes und der Begriff des Urbilds:
Definition (Bild):
Das Bild
einer Abbildung
und einer Menge
ist die Menge aller Funktionswerte
mit
:
Definition (Urbild):
Das Urbild
einer Abbildung
und einer Menge
ist die Menge aller Argumente
, die durch
in die Menge
abgebildet werden:
Beachte, dass
auch Elemente enthalten kann, die durch
nicht getroffen werden. Betrachte dazu die Abbildung auf der rechten Skizze. Die Zahl 3 wird nicht getroffen und die Zahl 4 besitzt als Funktionswert nur das Argument 6. Dementsprechend ist das Urbild von
gleich der einelementigen Menge
.
Warnung:
Es besteht Verwechslungsgefahr zwischen dem Urbild
, der Umkehrfunktion
und dem multiplikativen Inversen
.
Bestimme folgende Bilder und Urbilder (beachte die unterschiedlichen Definitions- und Zielmengen der Abbildungen!):
Definition durch Relationen [Bearbeiten]
Eine Abbildung
kann auch als Relation zwischen der Definitionsmenge
und der Zielmenge
aufgefasst werden. Dabei fasst man eine Zuordnung zwischen einem Argument
und dem dazugehörigen Funktionswert
als Relation zwischen
und
auf. Nach der Definition der Relation ist dann
eine Teilmenge des kartesischen Produkts
.
Jedoch erfüllt nicht jede Relation zwischen
und
die Eigenschaft der Abbildung, dass jedem Argument
genau ein Funktionswert
zugeordnet wird. Dementsprechend muss eine Relation
folgende zusätzliche Eigenschaften erfüllen, um eine Abbildung zu sein:
- Jedes Element
des Definitionsbereichs
muss in mindestens einer Relation zu einem Element
der Zielmenge stehen. - Für jedes Element
des Definitionsbereiches
gibt es höchstens ein Element
der Zielmenge, mit dem
in Relation steht.
Definition (Definition von Abbildungen durch Relationen):
Eine Abbildung
ist eine Relation
zwischen den Mengen
und
, welche folgende Eigenschaften erfüllt:
- Jedes Element
des Definitionsbereichs
muss in mindestens einer Relation zu einem Element
der Zielmenge stehen. - Für jedes Element
des Definitionsbereiches
gibt es höchstens ein Element
der Zielmenge, mit dem
in Relation steht.
Eigenschaften von Abbildungen [Bearbeiten]
| Eigenschaft | Definition | Definition in formaler Schreibweise | Beispiel |
|---|---|---|---|
| injektiv |
|
oder äquivalent:
|
|
| surjektiv |
|
|
|
| bijektiv bzw. umkehrbar |
|
Wieso sind Abbildungen mit obigen Eigenschaften cool? [Bearbeiten]
injektiv: Injektive Abbildungen
haben die schöne Eigenschaft, dass aus der Gleichung
automatisch
folgt. Dies ist insbesondere bei der Umformung von Gleichungen hilfreich.
bijektiv: Bijektive Abbildungen
sind umkehrbar. Dies bedeutet, dass man eine neue Abbildung
von der ursprünglichen Zielmenge in die ursprüngliche Definitionsmenge definieren kann, so dass
für alle
ist.
Identität von Abbildungen [Bearbeiten]
Wann sind zwei Abbildungen identisch? Intuitiv könnte man antworten, dass zwei Abbildungen genau dann identisch sind, wenn sie dieselbe Zuordnungsvorschrift besitzen. Die Identität der Zuordnungsvorschrift ist aber nicht ausreichend. Dies werde ich dir an folgendem Beispiel zeigen:
- weder injektiv noch surjektiv
- injektiv aber nicht surjektiv
- nicht injektiv aber surjektiv
- injektiv und surjektiv
Am obigen Beispiel erkennst du, dass die Abbildungen
bis
zwar dieselbe Zuordnungsvorschrift
, aber dennoch unterschiedliche Eigenschaften besitzen, da sie unterschiedliche Definitions- und Zielmengen haben. Dementsprechend können
bis
nicht identisch sein, da identische Abbildungen auch identische Eigenschaften haben sollten.
Die Zuordnungsvorschrift ist für die Identität zweier Abbildungen ein zu schwaches Kriterium. Es zeigt sich, dass für die Identität zweier Abbildungen neben der Zuordnungsvorschrift auch die Definitions- und die Zielmenge beider Abbildungen gleich sein müssen:
Definition (Identität von Abbildungen):
Zwei Abbildungen
und
sind genau dann identisch, wenn
,
und
für alle
ist.
Funktionskomposition [Bearbeiten]
Seien zwei Abbildungen
und
gegeben. Die Komposition
dieser beiden Abbildungen ist diejenige Abbildung von
, die jedes
auf
abbildet:
Definition (Komposition von Abbildungen):
Die Komposition zweier Abbildungen
und
ist definiert durch
Hinweis:
Beachte dass in der Schreibweise für die Funktionskomposition
diejenige Funktion, die zuerst angewandt wird, rechts steht (Hier musst du also „von rechts nach links“ lesen)
Ich möchte dir gerne noch den Unterschied in der Schreibweise
und
erklären. In der Schreibweise
wird zunächst die Abbildung
mit der Abbildung
verknüpft. Es entsteht eine neue Abbildung
. Diese Abbildung
wird dann beim Argument
ausgewertet und man erhält den Funktionswert
.
Beim Ausdruck
wird zunächst die Funktion
an der Stelle
ausgewertet und man erhält den Funktionswert
. Dieser Funktionswert
wird dann als Argument in der Abbildung
verwendet und man erhält den Funktionswert
.
Die Gleichung
der obigen Definition in kommentierter Version lautet dann:
und
. Berechne
und
zwei Abbildungen von
nach
. Gilt dann
? Wieso?Nein, dies ist nicht der Fall. Sei zum Beispiel
und
. Dann ist nämlich
und
Hier sieht man, dass
ist. Beispielsweise ist
.




wird kein Element aus
wird kein Element aus
werden mehrere Elemente aus 















![g^{-1}\left([0,5]\right)](http://upload.wikimedia.org/math/4/5/0/4500a0f5e47ddcede3ff5fbb3721de9f.png)
![h^{-1}\left([0,5]\right)](http://upload.wikimedia.org/math/b/9/2/b92a4fc3d6aa83ccde5aa04033a510c3.png)






![g^{-1}\left([0,5]\right)=\{ -1,\, 0,\, 1 \}](http://upload.wikimedia.org/math/2/c/f/2cfba8b1a1ec39706e4820ac5c8a1580.png)
![h^{-1}\left([0,5]\right)=[-5,5]](http://upload.wikimedia.org/math/2/c/c/2cc5e20ffc34f7375e1c3973fbfe0e8b.png)

der Zielmenge stehen.

, dann ist 


















