Mathe für Nicht-Freaks: Folge: Eigenschaften reeller Folgen
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[Bearbeiten] Konstante Folge
Eine Folge heißt konstant, wenn alle ihre Folgenglieder gleich sind. So ist die Folge
, also
eine konstante Folge.
[Bearbeiten] Arithmetische Folgen
Arithmetische Folgen haben die Eigenschaft, dass die Differenz zweier benachbarter Folgenglieder konstant ist. So ist die Folge der ungeraden, natürlichen Zahlen eine arithmetische Folge, da sie eine konstante Differenz zwischen 2 Folgengliedern besitzt (Differenz ist 2):
Ein weiteres Beispiel ist die Folge
mit:
Das erste Folgenglied
ist beliebig (wir fangen jetzt bei
an). Das nächste Folgenglied hat eine konstante Differenz zu
. Nennen wir diese Differenz
. Damit muss
und somit
sein. Analog ist wegen
das Folgenglied
und so weiter. Damit haben wir die rekursive Definition:
beliebig
Den Beweis dieses Bildungsgesetzes kannst du gut über vollständige Induktion führen. Versuche es mal!
Die rekursive Formel für die arithmetische Formel lautet
. Das heißt
und
. Also ist
. Analog ist
. Damit erhält man die explizite Formel (die du auch mit vollständiger Induktion beweisen kannst):
[Bearbeiten] Geometrische Folge
Bei der geometrischen Folge ist das Verhältnis zweier, aufeinander folgender Folgenglieder konstant. Dabei darf kein Folgenglied 0 sein, da man sonst kein Verhältnis zum nächsten Folgenglied bilden könnte. Ein Beispiel hierfür ist die Zahlenfolge
mit dem konstantem Verhältnis 2:
Das erste Folgenglied
ist beliebig. Das nächste Folgenglied steht im konstanten Verhältnis zu
. Nennen wir diese Verhältnis
. Damit muss
und somit
. Analog ist wegen
das Folgenglied
und so weiter. Damit haben wir die rekursive Definition:
beliebig, aber ungleich 0
Die rekursive Formel für die arithmetische Formel lautet
. Das heißt
und
. Also ist
. Analog ist
. Damit lautet die explizite Formel einer geometrischen Folge:
Auch die obigen beiden Formeln, kann man über vollständige Induktion beweisen.
[Bearbeiten] Alternierende Folgen
Bei einer alternierenden Folge ändert sich das Vorzeichen zwischen zwei Folgenglieder (Alternierend
Vorzeichenwechsel). So wechselt bei der Folge
der Wert immer zwischen 1 und -1, so dass diese Folge eine alternierende Folge ist. Ein weiteres Beispiel ist die Folge
mit
. Allgemein lässt sich jede alternierende Folge in eine der folgenden Formen bringen:
wobei
eine Folge nicht-negativer Zahlen ist.
Dies kommt darauf an, welches Vorzeichen das erste Folgenglied hat und bei welchem Index die Folge startet. Ist das erste Folgenglied positiv und der erste Index die 0 lautet die Form,
. Ist das erste Folgenglied negativ, lautet die Form
. Wenn der erste Index die 1 ist, ist es genau umgekehrt. Wenn das erste Folgenglied die 0 ist, muss man die nachfolgenden Glieder betrachten.
[Bearbeiten] Beschränkte Folge
Wenn du dir die obigen Beispiele für Folgen anschaust, gibt es Folgen deren Glieder unendlich groß (oder klein) werden und Folgen, die nach oben und/oder nach unten beschränkt sind. Eine Folge nennt man in der Mathematik nach oben beschränkt, wenn es eine Zahl gibt, die die Folgenglieder nie überschreiten ). Eine solche reelle Zahl wird obere Schranke der Folge genannt (diese Zahl schränkt die Folge nach oben hin ab).
Damit ergibt sich folgende Definition einer nach oben beschränkten Folge:
oder kommentiert:
Analog ist eine Folge nach unten beschränkt, wenn sie eine untere Schranke besitzt, wenn es also eine reelle Zahl gibt, die die Folgenglieder nicht unterschreiten. Dementsprechend ist die untere Beschränktheit definiert mit:
Hier helfen dir die obigen Definitionen, die du schrittweise negierst (Siehe den Artikel „Aussagen negieren“). Du erhälst:
Dies heißt übersetzt: Für alle reellen Zahlen
gibt es mindestens ein Folgenglied, das größer als diese Zahl
ist. Analog ist:
Und damit: Für alle reellen Zahlen
gibt es mindestens ein Folgenglied, das kleiner als diese Zahl
ist.
Wenn eine Folge sowohl nach oben als auch nach unten beschränkt ist, nennt man diese Folge beschränkt. Damit haben wir die Definitionen:
| Definition (Beschränkte Folge):
Eine Folge Eine reelle Folge Eine reelle Folge heißt beschränkt, wenn sie nach oben und nach unten beschränkt ist. |
| Warnung:
Eine obere Schranke muss nicht zwangsläufig die kleinstmögliche, obere Schranke sein und eine untere Schranke nicht unbedingt die größtmögliche! Wenn zum Beispiel eine Folge nach oben durch 1 beschränkt ist, ist sie auch durch 2; 502 und 44,123 nach oben beschränkt. Um zu zeigen, dass eine Folge nach oben beschränkt ist, reicht es irgendeine beliebige obere Schranke anzugeben (auch wenn sie noch so groß sein sollte). |
Es gibt aber auch eine alternative Definition für Beschränktheit:
| Definition (Alternative Definition der Beschränktheit):
Eine Folge ist beschränkt, wenn es eine reelle Zahl |
Zu zeigen ist folgende Äquivalenz:
oder in der kommentierten Version:
Wir müssen also eine Äquivalenz beweisen, was bedeutet, dass wir beide Richtungen des obigen Äquivalenzpfeils beweisen müssen. Nehmen wir zunächst die erste Richtung: Sei die erste Definition erfüllt; es gibt also reelle Zahlen
, so dass für alle Folgenglieder
gilt. Dann ist für alle Folgenglieder
. Damit ist die Existenz von
für die alternative Definition bewiesen (
kann jede positive, reelle Zahl größer gleich
sein).
Und wie sieht es mit der anderen Richtung aus? Sei nun ein
gegeben, mit
für alle Folgenglieder. Dann gilt für alle Folgenglieder die Ungleichung
. Damit stellt
eine untere Schranke und
eine obere Schranke für die Folge
dar, so dass die Folge auch unter der ersten Definition beschränkt ist.
Konstante Folge: beschränkt.
Arithmetische Folge: Für
ist die Folge nach unten durch
beschränkt und nach oben unbeschränkt. Für
ist die Folge nach oben durch
und nach unten unbeschränkt. Für
ist die Folge konstant und damit beschränkt.
Geometrische Folge: Für
ist die Folge beschränkt. Für
und
ist die Folge nach unten beschränkt und nach oben unbeschränkt (für
ist es umgekehrt). Für
ist die Folge weder nach oben, noch nach unten beschränkt.
Harmonische und alternierende harmonische Folge: beschränkt.
Fibonacci-Folge: nach unten beschränkt und nach oben unbeschränkt.
[Bearbeiten] Monotone Folgen
Folgen werden auch nach ihrem Wachstumsverhalten unterschieden: Wenn eine Folge mit jedem Folgenglied wächst (also jedes nachfolgende Folgenglied
größer als
ist), nennt man diese Folge eine streng monoton wachsende Folge. Analog heißt eine immer kleiner werdende Folge streng monoton fallende Folge. Wenn man bei diesen Begriffen auch zulassen möchte, dass eine Folge zwischen 2 Folgengliedern konstant sein darf, nennt man die Folge monoton wachsende Folge oder monoton fallende Folge (Merke dir: streng monoton bedeutet soviel, wie immer größer oder kleiner werdend und nur monoton, ohne das streng, bedeutet soviel, wie immer größer werdend oder konstant bleibend oder immer kleiner werdend oder konstant bleibend). Wir erhalten folgende Definition:
| Definition (Monotone Folgen):
Für eine reelle Folge |
Konstante Folge: gleichzeitig monoton fallend und steigend, aber kein strenges Monotonieverhalten.
Arithmetische Folge: Für
ist die Folge streng monoton steigend. Für
ist die Folge streng monoton fallend. Für
ist die Folge konstant (siehe obige Antwort).
Geometrische Folge: Für
und
streng monoton steigend und für
streng monoton fallend. Für
und
streng monoton fallend und für
streng monoton steigend. Für
ist die Folge weder monoton steigend noch fallend. Für
ist die Folge konstant (siehe obige Antwort).
Harmonische Folge: streng monoton fallend.
Alternierende harmonische Folge: nichts.
Fibonacci-Folge: streng monoton wachsend.
[Bearbeiten] Konvergente Folgen
Folgen werden auch dahingehend unterschieden, ob sie einen Grenzwert besitzen oder nicht. Man nennt sie dann konvergent beziehungsweise divergent. Diese Eigenschaft wird jedoch erst später im Abschnitt „Der Grenzwert“ behandelt. Diese Eigenschaft wurde hier nur zur Vollständigkeit genannt.









) mit einigen eingezeichneten Schranken.




gibt, so dass alle Folgenglieder der Folge kleiner oder gleich
gibt, so dass alle Folgenglieder der Folge größer oder gleich
gibt, so dass für alle Folgenglieder
gilt.

