Mathe für Nicht-Freaks: Mächtigkeit von Mengen
| Warnung:
Das folgende Kapitel enthält stark kontraintuitive Aussagen. Beim Lesen kann es zu Erstaunen und Verblüffung kommen. Ihr Körper wird sich mit der Zeit an diese Aussagen gewöhnen. |
In diesem Kapitel werden wir uns mit der Frage beschäftigen, wann zwei Mengen gleich groß sind. Hier werden wir insbesondere unendliche Mengen auf ihre Größe untersuchen. Dabei werden wir auf Ergebnisse stoßen, die scheinbar Paradox sind und unserer Erwartung widersprechen. Dies ist auch der Grund, warum viele Mathematiker die Frage nach der Größe unendlicher Mengen vermieden haben oder ihre erste Beantwortung durch
Georg Cantor (1845-1918) abgelehnt haben. So schrieb
Carl Friedrich Gauß (1777-1855):
- „Ich verabscheue es, wenn ein unendliches Objekt wie ein vollständig gegebenes Objekt verwendet wird. In der Mathematik ist diese Operation verboten; das Unendliche ist eine Redensart“[1]
Wir werden in diesem Kapitel sehr ausführlich das Unendliche untersuchen.
Bevor wir aber der Frage nach der Größe unendlicher Mengen nachgehen, möchte ich, dass du folgende Fragen für dich beantwortest (du kannst auch „aus dem Bauch“ antworten):
- Menge der natürlichen Zahlen
oder die Menge der Quadratzahlen 
- Menge der natürlichen Zahlen
oder die Menge der ganzen Zahlen 
- Menge der natürlichen Zahlen
oder die Menge der rationalen Zahlen 
- Menge der natürlichen Zahlen
oder die Menge der reellen Zahlen 
Diese Fragen werden wir in diesem Kapitel beantworten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Wann sind zwei Mengen gleich groß?
Wann besitzen zwei Mengen
und
gleich viele Elemente? Im Fall, dass
und
endliche Mengen sind, ist diese Frage einfach zu beantworten: Man zählt die Elemente beider Mengen und vergleicht diese Anzahl miteinander. Doch diese Methode kann nicht auf den Fall übertragen werden, dass eine der beiden Mengen unendlich ist.
Nun könnte man annehmen, dass alle unendlichen Mengen gleich groß sind. Schließlich bezeichnen wir die Größe dieser Menge in unserer Alltagssprache mit demselben Wort: „unendlich“. Wir werden aber sehen, dass diese Annahme zu nicht sinnvollen Ergebnissen führen würde und dass es unterschiedliche Arten der Unendlichkeit gibt.
Da das Zählen der Elemente bei unendlichen Mengen fehlschlägt, müssen wir eine andere Methode finden, Mengen miteinander zu vergleichen. Schauen wir uns ein Beispiel aus der endlichen Welt an: Stell dir vor, dass du zwei Kisten mit unterschiedlich großen Steinen hast und wissen willst, in welcher Kiste mehr Steine sind. Leider hast du keinerlei Messgeräte und zählen kannst du auch nicht. Wie kannst du vorgehen?
Eine Möglichkeit ist Folgende: Du kannst die Steine beider Kisten in zwei Reihen so nebeneinander anordnen, dass jeweils ein Stein der einen Kiste neben ein Stein der anderen Kiste liegt. Ist eine Reihe von Steinen länger als die andere, so besitzt sie auch mehr Steine als die andere. Kann jeweils ein Stein der einen Kiste neben ein Stein der anderen Kiste gelegt werden und umgekehrt, so waren in den beiden Kisten dieselbe Anzahl von Steinen.
Was haben wir hier gemacht? Wir haben zwei endliche Mengen
und
, die wir vergleichen wollen. Nun haben wir nacheinander jeweils ein Element
und ein Element
einander zugeordnet. Dabei war diese Zuordnung eineindeutig. „eineindeutig“ bedeutet, dass dem Element
ein eindeutiges
und dem Element
ein eindeutiges Element
zugeordnet wird. Waren wir damit in dem Sinn erfolgreich, dass wir jedem
ein eindeutiges
und jedem
ein eindeutiges
zuordnen konnten, dann sind beide Mengen gleich groß. Ist eine solche eineindeutige Zuordnung zwischen den Mengen
und
unmöglich, sind beide Mengen unterschiedlich groß.
Eine solche eineindeutige Zuordnung zwischen zwei Mengen ist aber nichts anderes als eine bijektive (umkehrbare) Abbildung zwischen den diesen beiden Mengen. Dementsprechend sind zwei endliche Mengen genau dann gleich groß, wenn es zwischen ihnen eine bijektive Abbildung gibt. Dieses Merkmal gleich großer endlicher Mengen kann auch auf unendliche Mengen übertragen werden.
So haben wir eine Methode gefunden, zwei Mengen miteinander zu vergleichen: Zwei Mengen sind genau dann gleich groß, wenn eine bijektive Abbildung zwischen ihnen möglich ist. An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass in der Mathematik eher von der Mächtigkeit als von der Größe von Mengen die Rede ist. So würde ein Mathematiker anstatt „zwei Mengen sind gleich groß“ eher „zwei Mengen sind gleich mächtig“ sagen. Ich werde in diesem Kapitel auf beide Begriffe zurückgreifen.
| Definition (Mächtigkeit von Mengen):
Zwei Mengen |
[Bearbeiten] Beispiele
Schauen wir uns nun die obigen Beispiele an, bei denen du dich intuitiv entscheiden solltest, welche Menge mehr Elemente enthält.
[Bearbeiten] Menge der natürlichen Zahlen und Menge der Quadratzahlen
Welche Menge ist nun größer: die Menge der natürlichen Zahlen
oder die Menge der Quadratzahlen
? Ist es möglich eine Bijektion zwischen
und
zu finden?
Ja, es gibt eine bijektive Abbildung zwischen
und
, nämlich die Abbildung
. Also die Abbildung
Es gibt also eine Abbildung, die jeder natürlichen Zahl eine eineindeutige Quadratzahl zuordnet. So sieht man, dass es genauso so viele natürliche Zahlen gibt, wie es Quadratzahlen gibt. Dies ist ein erstes überraschendes Ergebnis: Denn aus der Tatsache, dass die Menge der Quadratzahlen eine echte Teilmenge der natürlichen Zahlen ist und dass es in fast jeder endlichen Teilmenge der natürlichen Zahlen mehr natürliche Zahlen als Quadratzahlen gibt, könnte man vermuten, dass die Menge der natürlichen Zahlen mehr Elemente enthält als die Menge der Quadratzahlen. Dies ist aber, wie wir gerade gesehen haben, nicht der Fall.
Du siehst: Für unendliche Mengen ist der in der endlichen Welt gültige Satz „Ist
eine echte Teilmenge der Menge
, dann besitzt
mehr Elemente als
“ nicht mehr anwendbar.
[Bearbeiten] Menge der natürlichen Zahlen und Menge der ganzen Zahlen
Kommen wir zum nächsten Beispiel:
und die Menge der ganzen Zahlen
gleich groß?Auch diese beiden Mengen sind gleich groß. Eine bijektive Abbildung zwischen der Menge der natürlichen Zahlen
und der Menge der ganzen Zahlen
ist die Abbildung
oder in einer Formel
[Bearbeiten] Menge der natürlichen Zahlen und Menge der rationalen Zahlen
Auch die Menge der rationalen Zahlen ist gleich mächtig mit der Menge der natürlichen Zahlen. Hier ist es jedoch nicht so einfach, selbst auf den Beweis zu kommen. Zunächst musst du die rationalen Zahlen in eine geschickte zweidimensionale Anordnung bringen:
Nun kannst du bei 0 beginnend die obige Anordnung der rationalen Zahlen so abzählen, dass jeder rationalen Zahl im Schema genau eine eindeutige natürliche Zahl zugeordnet wird:
So erhältst du folgende Abbildung der natürlichen Zahlen in die Menge der rationalen Zahlen:
Durch diese Abbildung werden zwar alle rationalen Zahlen mindestens einmal getroffen (die Abbildung ist surjektiv), aber es gibt verschiedene natürliche Zahlen, die auf dieselbe rationale Zahl abgebildet werden (die Abbildung ist nicht injektiv). So wird der 5 und der 7 dieselbe rationale Zahl -1 zugeordnet. Um nun auch die Abbildung injektiv (und damit insgesamt bijektiv) zu machen, überspringen wir beim Abzählen diejenigen rationalen Zahlen, die nicht vollständig gekürzt sind:
So erhalten wir folgende bijektive Abbildung zwischen
und
:
Es ist also möglich
bijektiv auf
abzubilden. Dies beweist, dass
und
gleich mächtig sind, also dieselbe Anzahl an Elemente besitzen. Auch dies ist eine stark kontraintuitive Feststellung, denn allein im Intervall
gibt es unendlich viele rationale aber nur zwei natürliche Zahlen.
Zur Übung kannst du nun folgende Aufgabe lösen:
oder
, die Menge der positiven rationalen Zahlen?Auch die beiden Mengen
und
sind gleich mächtig. Um dies zu Zeigen, wählen wir folgendes Schema zur Anordnung der positiven rationalen Zahlen:
Um eine bijektive Abbildung von
nach
zu erhalten, zählen wir die rationalen Zahlen im Schema diagonal beginnend bei
ab, wobei wir nicht vollständig gekürzte Brüche überspringen:
So haben wir folgende bijektive Abbildung zwischen
und
gefunden, die beweist, dass beide Mengen gleich mächtig sind:
Das hier vorgestellte Vefahren wird auch
Cantors erstes Diagonalargument genannt.
[Bearbeiten] Menge der natürlichen Zahlen und Menge der reellen Zahlen
Als letztes Beispiel vergleichen wir die Menge
der natürlichen Zahlen mit der Menge
der reellen Zahlen. Hier werden wir sehen, dass es mehr reelle als natürliche Zahlen gibt. Doch wie kann man beweisen, dass
und
nicht gleich mächtig sind?
Wir werden diesen Beweis in zwei Schritten führen: Zunächst zeigen wir, dass die Menge der reellen Zahlen
und das offene Intervall
gleich mächtig sind. Danach zeigen wir, dass
und
nicht gleich mächtig sein können. So haben wir gezeigt, dass auch
und
nicht gleich mächtig sein können (wäre
und
gleich mächtig, so wäre auch
und
gleich mächtig, was wir aber widerlegt haben).
und
gleich mächtig? Wie sieht eine bijektive Abbildung zwischen
und
aus?Wir wissen, dass der
Tangens eine bijektive Abbildung von
nach
ist. Diese Funktion können wir nutzen, um eine bijektive Abbildung
zu basteln. Durch die Zuordnung
wird das Intervall
bijektiv auf
verschoben. Wenn man nun noch den Tangens anwendet, entsteht eine bijektive Abbildung
:
Alternativ können wir mit dem
Arkustangens eine bijektive Abbildung
konstruieren:
Nun müssen wir beweisen, dass
und
nicht gleich mächtig sein können. Dies werden wir durch einen Widerspruchsbeweis beweisen. Dazu nehmen wir an, dass
und
gleich mächtig sind, dass es also eine bijektive Abbildung
gibt. Diese Annahme führen wir dann zu einem Widerspruch.
Sei also
eine beliebige bijektive Abbildung. Wir können nun die einzelnen Funktionswerte dieser Funktion in ihrer Dezimalentwicklung in einer unendlich langen Liste untereinander schreiben:
Dabei steht die Variable
für die Ziffer aus der Menge
, die bei der Dezimalentwicklung der Zahl
an der
-ten Nachkommastelle auftritt. Sollte eine Dezimalentwicklung einer reellen Zahl abbrechen, so füllen wir diese mit Nullen auf. So wird aus der Dezimalentwicklung 0,25 der Zahl
die Dezimalentwicklung
.
Wäre beispielsweise
,
,
und
, so würden die ersten vier Zeilen unserer Liste so aussehen:
Nun konstruieren wir mit Hilfe der Liste eine neue Zahl
, welche im offenen Intervall
liegt und nicht in der Liste enthalten ist. Dabei gehen wir nach folgendem Algorithmus vor:
- Wir setzen
, wenn
und
, wenn
ist. Damit ist
. - Wir setzen
, wenn
und
, wenn
ist. Damit ist
. - Wir setzen
, wenn
und
, wenn
ist. Damit ist
. 
Die allgemeine Regel zur Konstruktion von
lautet dabei:
- Setze
, wenn
ist und setze ansonsten
.
Diese Regel garantiert, dass
sich von jedem
für
unterscheidet, da sich
in seiner Dezimalbruchentwicklung an der
-ten Nachkommastelle von
unterscheidet.
| Hinweis:
Es gibt eine Möglichkeit, bei der zwei unterschiedliche Dezimalbruchentwicklungen dieselbe Zahl bezeichnen. Dies kann nämlich dann und nur dann auftreten, wenn eine der beiden Dezimalbruchentwicklungen mit lauter 9er endet. So ist beispielsweise: Da wir aber die Unterscheidung in |
In unserem obigen Beispiel würden die ersten 4 Nachkommastellen von
lauten:
Außerdem ist
eine reelle Zahl im Intervall
, da als Nachkommastellen nur 4er und 5er auftreten und da
keine Vorkommastellen ungleich Null besitzt.
ist auch nicht in unserer Liste enthalten, was bedeutet, dass sie nicht durch die Funktion
getroffen wird. Dies bedeutet aber, dass
nicht surjektiv ist, was im Widerspruch zu unserer Annahme steht, dass
bijektiv sein soll ↯.
Wir haben gerade bewiesen, dass es keine bijektive Abbildung zwischen der Menge der natürlichen Zahlen und der Menge der reellen Zahlen geben kann. Dies beweist, dass beide Mengen nicht gleich mächtig sind, dass es also unterschiedliche Arten der Unendlichkeit gibt.
Der obige Beweis wurde im Übrigen von
Georg Cantor 1877 entdeckt und wird nach ihm
Cantors zweites Diagonalargument genannt.
[Bearbeiten] Abzählbarkeit und Überabzählbarkeit
Es gibt zwei wichtige Begriffe der Mathematik, die eng mit dem Begriff der Mächtigkeit von Mengen verknüpft sind: Abzählbarkeit und Überabzählbarkeit.
Wir nennen eine Menge abzählbar unendlich, wenn sie gleich mächtig mit der Menge
ist. Dies bedeutet, dass alle Elemente diese Menge in einer unendlichen Liste aufgeschrieben werden können. Dies ist gleichwertig damit, dass man alle Elemente dieser Menge abzählen kann (ihr also eine eineindeutige Indexnummer zuordnen kann).
Eine höchstens abzählbare ist eine Menge, die entweder endlich oder abzählbar unendlich ist. Eine überabzählbare Menge ist eine Menge, die nicht höchstens abzählbar, also mächtiger als die Menge der natürlichen Zahlen ist. Eine solche Menge kann nicht in einer unendlichen Liste aufgeschrieben werden. Dafür ist sie einfach zu groß.
| Hinweis:
In der Literatur wird der Begriff „abzählbar“ nicht eindeutig verwendet. Manchmal bedeutet dieser Begriff „abzählbar unendlich“ und manchmal „höchstens abzählbar“. In diesem Buch wird deshalb auf den Begriff „abzählbar“ weitestgehend verzichtet. |
Die Begriffe dieses Abschnitts treten in der Mathematik oft und an verschiedenen Stellen auf. Deshalb ist es wichtig, dass du lernst, mit diesen Begriffen umzugehen.
Beispiel (abzählbar unendliche und überabzählbar unendliche Mengen):
|
[Bearbeiten] Vertiefung zum Thema Mächtigkeit
| Vertiefung:
Der Inhalt des folgenden Abschnitts ist eine Vertiefung des Stoffes. Für die nächsten Kapitel ist es nicht notwendig, dass du dieses Kapitel gelesen hast. |
Wir haben definiert, dass zwei Mengen
und
genau dann gleich mächtig sind, wenn es möglich ist, zwischen ihnen eine bijektive Abbildung zu definieren. Nun ist es möglich auf einer beliebigen Menge von Mengen eine Relation zu definieren, die besagt: „zwei Mengen
und
stehen genau dann in Relation zueinander, wenn es eine bijektive Abbildung
gibt“ Diese Relation ist eine Äquivalenzrelation.
Um zu überprüfen, ob die Relation „zwei Mengen
und
stehen genau dann in Relation zueinander, wenn es eine bijektive Abbildung
gibt“ eine Äquivalenzrelation ist, müssen wir überprüfen, ob sie reflexiv, symmetrisch und transitiv ist.
reflexiv: Zur Überprüfung der Reflexivität müssen wir zeigen, dass jede Menge
in Relation zu sich selbst steht, dass es also für jede Menge
eine bijektive Abbildung
gibt. Eine solche bijektive Abbildung ist beispielsweise die Identitätsabbildung
.
symmetrisch: Sei
und
zwei Mengen, so dass
mit
in Relation steht. Somit gibt es eine bijektive Abbildung
. Wir müssen nun zeigen, dass dann auch
mit
in Relation steht, dass es also eine bijektive Abbildung
gibt. Eine solche bijektive Abbildung ist die Umkehrabbildung von
, also
.
transitiv: Seien
,
und
Mengen, so dass
mit
und
mit
in Relation steht. Es gibt also bijektive Abbildungen
und
. Wir müssen nun zeigen, dass unter diesen Voraussetzungen auch
mit
in Relation zueinander stehen, dass es also eine bijektive Abbildung
gibt. Eine solche Abbildung ist die Komposition der beiden Funktionen
mit
, also
. Diese Funktionskomposition ist bijektiv, weil die Komposition zweier bijektiver Abbildungen bijektiv ist.
Da die obige Relation eine Äquivalenzrelation ist, zerfällt jede Menge von Mengen unter dieser Relation in Äquivalenzklassen. Man kann also jede Menge von Mengen so in disjunkte, nicht-leere Teilmengen zerlegen, dass alle Mengen der gleichen Mächtigkeit in einer diese Teilmengen zusammengefasst sind.
Diese Teilmengen werden in der Mathematik durch Kardinalzahlen beschrieben. Kardinalzahlen sind verallgemeinerte natürliche Zahlen, die die Mächtigkeit einer Menge beschreiben. Im Fall einer endlichen Menge ist ihre Kardinalzahl nichts anderes als die Anzahl ihrer Elemente. Im unendlichen sieht es anders aus: Allen abzählbar unendlichen Mengen, also Mengen mit Mächtigkeit gleich der Mächtigkeit der natürlichen Zahlen, wird die Kardinalzahl
zugeordnet (Der Buchstabe
Aleph
ist der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets). Allgemein werden unendlichen Mengen Kardinalzahlen der Form
zugeordnet.
Die Schreibweise für die Kardinalzahl einer Menge
ist
(nicht verwechseln mit den Betragsstrichen oder der Determinantenfunktion aus der Linearen Algebra!). So ist
,
und
.
Durch folgende Definition kann man auch entscheiden, wann eine Menge mächtiger ist als eine andere ist:
| Definition (Vergleich der Mächtigkeit):
Eine Menge |
Die Relation
definiert eine totale Ordnungsrelation auf jeder Menge von Mengen. Man kann demnach jede Menge von Mengen nach ihrer Mächtigkeit sortieren.
ist die kleinste Mächtigkeit, die eine unendliche Menge haben kann (Man kann zeigen, dass jede unendliche Menge eine Mächtigkeit größer gleich
besitzt). Außerdem hat Cantor im
Satz von Cantor gezeigt, dass jede Potenzmenge
mächtiger ist ihre zugrunde liegende Menge
ist. Da im Fall, dass
eine endliche Menge mit
Elementen ist, die Potenzmenge
genau
Elemente besitzt (Beweis siehe Abschnitt „Folgerung des binomischen Lehrsatz“), schreibt man für die Mächtigkeit der Potenzmenge
.
Man kann zeigen, dass
ist. Es stellt sich nun die Frage, ob es eine Menge gibt, die mächtiger als
, aber weniger mächtig als
ist. Cantor vermutete, dass dies nicht der Fall ist, konnte seine Vermutung aber nicht beweisen. Diese Vermutung wird
Kontinuumshypothese genannt. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Hypothese in der Mengenlehre (so wie sie bis heute erklärt ist) unbeweisbar ist.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Spektrum der Wissenschaft Spezial: Das Unendliche (Mai 2001). Seite 14. ISSN 0943-7096
![\begin{array}{ccccccccc}
1 & 2 & 3 & 4 & 5 & 6 & 7 & 8 & \cdots\\[3px]
\updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \cdots \\[3px]
1 & 4 & 9 & 16 & 25 & 36 & 49 & 64 & \cdots\\
\end{array}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/a/f/2/af2ce397e94f1005d9538c89f211fa2e.png)
![\begin{array}{ccccccccc}
1 & 2 & 3 & 4 & 5 & 6 & 7 & 8 & \cdots\\[3px]
\updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \updownarrow & \cdots \\[3px]
0 & -1 & 1 & -2 & 2 & -3 & 3 & -4 & \cdots\\
\end{array}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/0/6/f/06fec59a05c186694c485055a9ccb430.png)


![\begin{array}{clclclccclclclc}
\cdots & -\tfrac 13 & & -\tfrac 12\ _{\color{Blue} (6)} & {\color{MidnightBlue}\leftarrow} & -\tfrac 11\ _{\color{Blue} (5)} & & 0\ _{\color{Blue} (1)} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & \tfrac 11\ _{\color{Blue} (2)} & & \tfrac 12\ _{\color{Blue} (13)} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & \tfrac 13\ _{\color{Blue} (14)} & \cdots \\[3px]
& & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & & {\color{MidnightBlue}\uparrow} & & & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & & {\color{MidnightBlue}\uparrow} & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & \\[3px]
\cdots & -\tfrac 23 & & -\tfrac 22\ _{\color{Blue} (7)} & & -\tfrac 21\ _{\color{Blue} (4)} & {\color{MidnightBlue}\leftarrow} & {\color{MidnightBlue}-} & {\color{MidnightBlue}-} & \tfrac 21\ _{\color{Blue} (3)} & & \tfrac 22\ _{\color{Blue} (12)} & & \tfrac 23\ _{\color{Blue} (15)} & \cdots \\[3px]
& & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & & & & & & & & {\color{MidnightBlue}\uparrow} & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & \\[3px]
\cdots & -\tfrac 33 & & -\tfrac 32\ _{\color{Blue} (8)} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & -\tfrac 31\ _{\color{Blue} (9)} & {\color{MidnightBlue}-} & {\color{MidnightBlue}-} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & \tfrac 31\ _{\color{Blue} (10)} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & \tfrac 32\ _{\color{Blue} (11)} & & \tfrac 33\ _{\color{Blue} \cdots} & \cdots \\[3px]
& \vdots & & \vdots & & \vdots & & & & \vdots & & \vdots & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & \\
\end{array}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/9/7/5/97549d820207c1227733efe0b90ac3d1.png)
![\begin{array}{ccccccccccc}
{\color{Blue}1} & {\color{Blue}2} & {\color{Blue}3} & {\color{Blue}4} & {\color{Blue}5} & {\color{Blue}6} & {\color{Blue}7} & {\color{Blue}8} & {\color{Blue}9} & {\color{Blue}10} & {\color{Blue}\dotsb} \\[3px]
{\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} \\[3px]
0 & \tfrac 11 & \tfrac 21 & -\tfrac 21 & -\tfrac 11 & -\tfrac 12 & -\tfrac 22 & -\tfrac 32 & -\tfrac 31 & \tfrac 31 & \dotsb \\
\end{array}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/9/8/a/98ab20185ce35122eeefa5938e3f26ef.png)
![\begin{array}{clclclccclclclc}
\cdots & -\tfrac 13 & & -\tfrac 12\ _{\color{Blue} (6)} & {\color{MidnightBlue}\leftarrow} & -\tfrac 11\ _{\color{Blue} (5)} & & 0\ _{\color{Blue} (1)} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & \tfrac 11\ _{\color{Blue} (2)} & & \tfrac 12\ _{\color{Blue} (11)} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & \tfrac 13\ _{\color{Blue} (12)} & \cdots \\[3px]
& & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & & {\color{MidnightBlue}\uparrow} & & & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & & {\color{MidnightBlue}\uparrow} & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & \\[3px]
\cdots & -\tfrac 23 & & -\tfrac 22\ _{\color{Blue} (\cdot)} & & -\tfrac 21\ _{\color{Blue} (4)} & {\color{MidnightBlue}\leftarrow} & {\color{MidnightBlue}-} & {\color{MidnightBlue}-} & \tfrac 21\ _{\color{Blue} (3)} & & \tfrac 22\ _{\color{Blue} (\cdot)} & & \tfrac 23\ _{\color{Blue} (13)} & \cdots \\[3px]
& & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & & & & & & & & {\color{MidnightBlue}\uparrow} & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & \\[3px]
\cdots & -\tfrac 33 & & -\tfrac 32\ _{\color{Blue} (7)} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & -\tfrac 31\ _{\color{Blue} (8)} & {\color{MidnightBlue}-} & {\color{MidnightBlue}-} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & \tfrac 31\ _{\color{Blue} (9)} & {\color{MidnightBlue}\rightarrow} & \tfrac 32\ _{\color{Blue} (10)} & & \tfrac 33\ _{\color{Blue} \cdots} & \cdots \\[3px]
& \vdots & & \vdots & & \vdots & & & & \vdots & & \vdots & & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & \\
\end{array}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/c/b/7/cb7b1b211b1eac2bff3fc654f2d4fe98.png)
![\begin{array}{cccccccccccc}
{\color{Blue}1} & {\color{Blue}2} & {\color{Blue}3} & {\color{Blue}4} & {\color{Blue}5} & {\color{Blue}6} & {\color{Blue}7} & {\color{Blue}8} & {\color{Blue}9} & {\color{Blue}10} & {\color{Blue}11} & {\color{Blue}\cdots} \\[3px]
{\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} \\[3px]
0 & \tfrac 11 & \tfrac 21 & -\tfrac 21 & -\tfrac 11 & -\tfrac 12 & -\tfrac 32 & -\tfrac 31 & \tfrac 31 & \tfrac 32 & \tfrac 12 & \cdots \\
\end{array}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/a/8/a/a8aae7bd4273c23dd4d2508b3d727d63.png)


![\begin{array}{cccccccccccccccc}
{\color{Blue} 1} & {\color{Blue} 2} & {\color{Blue} 3} & {\color{Blue} 4} & {\color{Blue} 5} & {\color{Blue} 6} & {\color{Blue} 7} & {\color{Blue} 8} & {\color{Blue} 9} & {\color{Blue} 10} & {\color{Blue} 11} & {\color{Blue} \cdots} \\[3px]
{\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} & {\color{MidnightBlue}\downarrow} \\[3px]
1 & \tfrac 12 & 2 & 3 & \tfrac 13 & \tfrac 14 & \tfrac 23 & \tfrac 32 & 4 & 5 & \tfrac 15 & \cdots \\
\end{array}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/0/e/1/0e141447686e12bc58aeefeaccb977ff.png)


![\begin{align}
f(1) & = 0,\ a_{11}\ a_{12}\ a_{13}\ a_{14} \dots \\[3px]
f(2) & = 0,\ a_{21}\ a_{22}\ a_{23}\ a_{24} \dots \\[3px]
f(3) & = 0,\ a_{31}\ a_{32}\ a_{33}\ a_{34} \dots \\[3px]
f(4) & = 0,\ a_{41}\ a_{42}\ a_{43}\ a_{44} \dots \\[3px]
& \ \,\vdots
\end{align}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/a/a/8/aa811c847211813e42977121874830ac.png)
![\begin{align}
f(1) & = 0,\ 5\ 0\ 0\ 0 \dots \\[3px]
f(2) & = 0,\ 7\ 5\ 0\ 0 \dots \\[3px]
f(3) & = 0,\ 3\ 3\ 3\ 3 \dots \\[3px]
f(4) & = 0,\ 1\ 4\ 1\ 5 \dots \\[3px]
& \ \,\vdots
\end{align}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/c/7/4/c74b2d7292f64b53975b3135cdb22d95.png)
, wenn
und
, wenn
ist. Damit ist
.
, wenn
und
, wenn
ist. Damit ist
.
, wenn
und
, wenn
ist. Damit ist
.
, wenn
ist und setze ansonsten
.
und ![\begin{align}
f(1) & = 0,\ {\color{Red}5}\ 0\ 0\ 0 \dots \\[3px]
f(2) & = 0,\ 7\ {\color{Blue}5}\ 0\ 0 \dots \\[3px]
f(3) & = 0,\ 3\ 3\ {\color{OliveGreen}3}\ 3 \dots \\[3px]
f(4) & = 0,\ 1\ 4\ 1\ {\color{RedOrange}5} \dots \\[3px]
& \ \,\vdots \\
\\
x &= 0,\ {\color{Red}4}\ {\color{Blue}4}\ {\color{OliveGreen}5}\ {\color{RedOrange}4} \dots \\
\end{align}](http://upload.wikimedia.org/wikibooks/de/math/6/5/9/659830174d7d808d8ecd96e3f48d0f9c.png)
sind überabzählbar unendlich.
.