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Mathematik: Numerik: Numerik partieller Differentialgleichungen: Die Finite Elemente Methode

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die Finite-Elemente-Methode

[Bearbeiten] Problemstellung

Dieser Abschnitt beschreibt am Beispiel der stationären Reaktions-Diffusionsgleichung

\alpha \triangle u+u = f \quad in\ \Omega
 u = 0, \quad u\in\ \Gamma,

wie elliptische Randwertprobleme mit der Finite-Elemente-Methode gelöst werden.

[Bearbeiten] Variationsformulierung

Nach Multiplikation dieser Gleichung mit einer Testfunktion v\in C_{0}^{\infty}(\Omega) und Integration über Ω erhält man

\alpha \int_{\Omega} \triangle u\  v\  dx + \int_{\Omega} u \  v \  dx = \int_{\Omega}f\  v\  dx


Anwendung partieller Integration und des Gauß'schen Integralsatzes auf den ersten Term resultiert in


\alpha\int_{\Gamma}div(v\nabla u)\  dx-\alpha\int_{\Omega}\nabla u\cdot\nabla v\  dx+\int_{\Omega}u\  v\  dx = \int_{\Omega}f\  v\  dx


Das Randintegral verschwindet, weil für jede Testfunktion v | Γ = 0 ist. Für die Lösung u gilt also:

a(u,v) = l(v) \ \ \ \forall v\in V

mit


 a:V\times V\rightarrow\mathbb{R}
 l:V\rightarrow R
a(u,v)=\int_{\Omega}-\alpha(\nabla u\cdot\nabla v+uv) d x\ bzw.\ l(v)=\int_{\Omega}f\  v\  d x,


Dies wird auch als schwache Formulierung bezeichnet, weil u nur einmal, und nicht zweimal differenzierbar sein muss. V ist hier eine Untermenge des Sobolevraums H1.


V=\{ v\in H^{1}(\Omega):v=0\  auf\ \Gamma\}


Die Bilinearform ist symmetrisch, stetig und koerziv.  H_{0}^{1}(\Omega) induziert die Energienorm


\| u\|_{E}=\sqrt{a(u,u)}

[Bearbeiten] Ritz-Galerkin-Verfahren

Aus der Variationsformulierung lassen sich Finite-Elemente-Verfahren ableiten. Bei dem Ritz-Galerkin-Verfahren wird zur Bestimmung einer Approximation uh V auf einen endlichdimensionalen Teilraum Vh mit Basis ψ1,...,ψN wird dann zu

finde \  u_{h}\in V_{h}, so dass a(u_{h},v)=l(v)\quad\forall\  v\in V_{h}


Das Problem ist äquivalent zur Lösung eines linearen Gleichungssystems. Setzt man die Reihenentwicklung

u_{h}=\sum_{i=1}^{n}c_{i}\psi_{i}

in die vorige Gleichung ein, wobei man v = ψj wählt, dann erhält man

\sum_{j=1}^{n}c_{i}a(\psi_{i},\psi_{j})=l(\psi_{i}),\qquad i=1,...,n.


Das lineare Gleichungssystem für die Koeffizienten ci lautet abgekürzt

A\  c=l


mit der sog. Steifigkeitsmatrix \tilde{A} und dem Ladevektor l, wobei

A_{i,j}=a(\psi_{i},\psi_{j}),\qquad l_{i}=l(\psi_{i})\qquad i=1,...,n


Ist a koerziv auf V, dann auch auf Vh, und das Gleichungssystem ist eindeutig lösbar.

Das Céa-Lemma zeigt die Optimalität von vh: Die Bilinearform a(\cdot,\cdot) erfülle

a(u,u)\geq\alpha\| u\|_{V}^{2}\  und\ |a(u,v)|\leq C\| u\|_{V}\| v\|_{V}\quad\forall u,v\in V


u und uh seien Lösungen der Variationsaufgaben. Dann gilt:

\| u-u_{h}\|_{V}\leq\frac{C}{\alpha}\inf_{v\in V_{h}}\| u-v\|_{V}

[Bearbeiten] Finite-Elemente-Methode

Ein spezielles Ritz-Galerkin-Verfahren ist die Finite-Elemente-Methode (FEM). Dabei wird das Gebiet Ω in einfache Teilgebiete Ki,i = 1,...,n aufgeteilt. Häufig wählt man Dreiecke (im Fall d=2) oder Tetraeder (d=3). Die Triangulierung \mathcal{T}_{h} muss zulässig sein, das heißt zwei Elemente T und T sind entweder disjunkt oder sie schneiden sich an einer Ecke oder einem Knoten. 
\Omega=\cup_{i=1}^{m}K_{i},\quad K_{i}\cap K_{j}=\varnothing\  (i\neq j) Die Finite-Elemente-Methode wählt die Basis ψ1,...,ψn und den Raum Vh so, dass möglichst viele Einträge in A verschwinden, denn dann kann das Gleichungssystem effizient gelöst werden. Wenn die Basisfunktionen einen kleinen Träger haben, überschneiden sich die Träger nur weniger Basisfunktionen, und die Matrix A ist dünn besetzt.


Von der Wahl des Raumes Vh hängt die Approximationsgüte ab. Meistens werden stückweise definierte Polynome vom Grad k genommen, also


V_{h}=\bigcup_{i=1}^{m}\mathbf{P}_{k}(T_{i}),


wobei


\mathcal{P}_{k}(T_{i}):=\{ v\in W^{1,2}(\Omega)\  \mbox{mit}\  v|_{T_{i}}\in P_{k}(T_{i})\  \mbox{und}\  v(x)=0\  \mbox{fuer}\  x\in\Omega\backslash T_{i}\}


Die einfachsten Ansatzfunktionen sind Hutfunktionen, die erstmals 1943 von Courant verwendet wurden. Diese stückweise linearen Funktionen erfüllen die Lagrange-Eigenschaft

\psi_{i}(x_{j})=\delta_{ij}\,
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