Pharmakologie und Toxikologie: Zytostatika
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Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Antimetabolite
[Bearbeiten] Purinanaloga
[Bearbeiten] 6-Mercaptopurin
[Bearbeiten] Azathioprin
[Bearbeiten] Pentostatin
[Bearbeiten] Acyclovir
[Bearbeiten] Pyrimidinanaloga
[Bearbeiten] 5-Fluorouracil (5-FU)
W.: Die Metaboliten des fluorierte Pyrimidins 5-FU blockieren die DNA- und RNA-Synthese.
UAW.: Häufig Mucositis, Photosensibilisierung, Haarausfall, Hautreaktionen, u.U. gefährliche Knochenmarkdepression (nach ca. 2 Wo), möglich sind auch Koronar-Syndrom, ophthalmologische und zentralnervöse Störungen. Erhöhte Toxizität bei DPD-Defizienz!
PK: hepatisch, Abbau durch die Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD)
WW.: Metronidazol und Brivudin (DPD-Hemmung) steigern die 5-FU-Spiegel!
Anw.: Adjuvante und palliative Chemotherapie bei kolorektalen Karzinomen (häufig + Folsäure = Leucovorin, evtl. + weiteres Chemotherapeutikum), adjuvante Chemotherapie bei Mammakarzinom, palliative Chemotherapie bei anderen gastrointestinalen Malignomen und bei Kopf-Hals-Tumoren. Behandlung oberflächlicher Hautkarzinome (Basaliom). Lokales Einbringen bei Trabekulotomie (Glaukom-OP).
KI.: SS + SZ, Zytopenie, schwere Leberinsuffizienz, Behandlung mit Brivudin u.ä. Virostatika.
Anmerkung: Capecitabin ist ein oral veabreichbares Prodrug von 5-FU und derzeit nur für metastasierende Darm- und Brustkarzinome zugelassen.
[Bearbeiten] Cytarabin
[Bearbeiten] Azidothymidin (Zidovudin)
[Bearbeiten] Cytosin-Arabinosid
[Bearbeiten] Folsäureantagonisten
[Bearbeiten] Methotrexat (MTX)
Wirkung: Folsäureantagonist, proliferationshemmend, antientzündlich
Ind.: Dermatologie: schwere Psoriasis vulgaris, Ps. papulo-pustulosa, Ps.-Erythrodermie, Psoriasis-Arthritis, Lupus Pernio
Dosierung: (unverbindlich!) 2 bis 20mg pro Woche als wöchentliche Einmaldosis p.o., i.m., i.v. Diese Dosierung ist nur bei einer antiphlogistischen Therapie indiziert. Um einen zytostatischen Effekt zu erreichen, muss die Dosis um ein vielfaches erhöht werden. Zum Schutz der gesunden Zellen wird nach MTX-Gabe Leucovorin gegeben (s.g. Leucovorin-Rescue).
Antidot: Leucovorin initial 20mg i.v. dann alle 6h je nach Spiegel
Unerwünschte Wirkungen: akut: Übelkeit, Krankheitsgefühl, Fieber, Kopfschmerz; längerfristig: Knochenmarksdepression (Panzytopenie, Kontrolle Blutbild!), hepatotoxisch (Kontrolle Leberenzyme!), Lungenfibrose, Nierenschädigung (Kontrolle Retentionswerte!), Schleimhautulzeration des Verdauungstraktes, Photosensibilisierung,
Wechselwirkungen: erhöhte Toxizität bei gleichzeitiger Anwendung von verschiedenen Schmerzmitteln, verschiedenen Antibiotika, Phenytoin, Aminobenzoesäure, Aminohippursäure
regelmäßige Verlaufskontrollen der o.g. Parameter unabdingbar!
[Bearbeiten] Platinkomplexverbindungen
[Bearbeiten] Cisplatin
[Bearbeiten] Carboplatin
[Bearbeiten] Alkylantien
[Bearbeiten] Stickstofflostverbindungen
[Bearbeiten] Cyclophosphamid
[Bearbeiten] Ifosfamid
[Bearbeiten] Chlorambucil
[Bearbeiten] Melphalan
[Bearbeiten] Nitrosoharnstoffverbindungen
[Bearbeiten] Carmustin
[Bearbeiten] Lomustin
[Bearbeiten] Triazene
[Bearbeiten] Dacarbazin
[Bearbeiten] Alkylsulfonate
[Bearbeiten] Busulfan
[Bearbeiten] Naturstoffe
[Bearbeiten] Anthrazykline
Wirkstoffe: Dactinomycin, Daunorubicin, Doxorubicin
UAW: Kardiomyopathie
[Bearbeiten] Bleomycin
Antibiotikum aus Streptomyces verticillus
UAW: Lungenfibrose
[Bearbeiten] Mitomycin
[Bearbeiten] Taxane
[Bearbeiten] Paclitaxel
[Bearbeiten] Pflanzliche Alkaloide (Vinca-Alkaloide)
Wirkstoffe: Vinblastin, Vincristin, Vindesin, Vinorelbin
W.: Spindelgift
UAW.: Polyneuropathie
[Bearbeiten] Topoisomerasehemmer
[Bearbeiten] Etoposid
[Bearbeiten] Topotecan
[Bearbeiten] Immunmodulatoren
[Bearbeiten] Interferon-α
[Bearbeiten] Methylhydrazinderivate
[Bearbeiten] Procarbazin
[Bearbeiten] Hormonell aktive Wirkstoffe
[Bearbeiten] Glukokortikosteroide
- Prednisolon
[Bearbeiten] GnRH-Analoga
- Leuprorelin
[Bearbeiten] Antiöstrogene
- Tamoxifen
[Bearbeiten] Antiandrogene
- Flutamid
[Bearbeiten] Sonstiges
[Bearbeiten] Tyrosinkinasehemmer
Wirkstoffe: Imatinib
W.: Hemmung der Tyrosinkinase
UAW.: Übelkeit, Diarrhö, Schwellungen
Anw.: Gastrointestinale Stromatumoren (GIST), chronische myeloische Leukämie (CML)
[Bearbeiten] Imiquimod
W.: Immunmodulator, induziert eine lokale Entzündungsreaktion durch Bindung an die toll-like receptors TLR7 und TLR8 z.B. auf Makrophagen. Dies führt im Idealfall zur Zerstörung des veränderten Gewebes.
UAW.: Entzündliche Hautreaktionen
Anw.: Basaliom, Aktinische Keratose, Condylomata acuminata (Feigwarzen)
[Bearbeiten] Thalidomid, Lenalidomid
W.: ?
UAW.: teratogen (-> Contergan®-Skandal)
Anw.: Multiples Myelom