Pilzzucht/ Herstellung von Impfspritzen
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[Bearbeiten] Sporenspritze
Eine Sporenspritze enthält Pilzsporen in sterilem Wasser. Sie wird verwendet, um vorbereitetes Substrat oder Substratkuchen zu beimpfen. Da eine Kanüle kein großes Loch reißt (Spawnbeutel/PF-Tek-Deckel) oder keine große Öffnung (Gläser / Petrischalen) braucht, ist die Spritzenmethode besonders kontaminationsvorbeugend.
[Bearbeiten] Herstellung von Sporenspritzen
Die Herstellung von Sporenspritzen findet optimaler weise in einem sterilen Luftstrom statt, wie ihn etwa ein HEPA-Filter oder ähnliches produziert, oder in einer Impfbox herrscht. Ein steriler Sporenabdruck wird mit sterilem Werkzeug in ein steriles Glas gekratzt. Die Sporen im Glas mit sterilem destilliertem Wasser lösen. Nun unter ständigem Rühren alle Spritzen aufziehen.
[Bearbeiten] Verwendung der Sporenspritze
Vor der Verwendung einer Sporenspritze zuerst etwas sterile Abluft einer Flamme in die Spritze saugen und heftig durchschütteln, damit sich die abgelagerten Sporen gleichmäßig im Wasser verteilen. Vor jedem Einstich die Kanüle ausglühen (und geplante Einstichstelle auf dem Substratbeutel desinfizieren) um das Kontaminationsrisiko zu minimieren. Die Kanüle nicht unnötig tief hineinstechen. Die Einstichstelle schnell mit Heißkleber oder Klebeband versiegeln.
[Bearbeiten] Lagerung der Sporenspritze
Die beste Lagerung für vorbereitete Spritzen ist im Kühlschrank. In einem Gefrierbeutel (Im Kühlschrank, nicht unter 5°C!) verpackt hält sich eine gesunde Sporenspritze zirka sechs Monate. Viele Hobbyzüchter, bestellen ganz legal, von Züchtern aus den umliegenden EU-Ländern, Sporenspritzen aller Sorten und Arten, die in steriler Umgebung hergestellt wurden. Das Preis/Leistungsverhältnis stimmt bei den Marktführern. Eins solche Spritze, in der bis zu 100 ml der Lösung enthalten sind, kostet um die zehn Euro.
[Bearbeiten] Myzelspritze
Eine Myzelspritze funktioniert ähnlich wie eine Sporenspritze, wobei die Sporen durch kleine Myzelstücke ersetzt werden. Jedes noch so kleine Stück Myzel kann auf geeignetem Nährboden weiterwachsen und diesen komplett durchwachsen. Myzelspritzen sind im Vergleich zu Sporenspritzen Kontaminationsunanfälliger, da man hier mit stark verdünntem Wasserstoffperoxid (0,03 %) arbeiten kann. Wasserstoffperoxid enthält radikalen Sauerstoff, der Kontaminantensporen oxidiert und dadurch abtötet. Das Myzel überlebt den Kontakt mit dem Wasserstoffperoxid und kann ungestört das Substrat durchwachsen.
[Bearbeiten] Herstellung einer Myzelspritze mit Myzel von der Petrischale
In einer bewachsenen Petrischale solange mit der dicken Kanüle der Spritze im Nährboden stochern, bis eine Art Brei entsteht, der durch die Kanüle passt. Diesen Brei aufziehen und mit 0,03 prozentigem H2O2(Wasserstoffperoxid) auffüllen. Eventuell ein wenig sterile Abluft einer Flamme einsaugen und die Spritze stark schütteln, sodass der mit Myzel durchwachsene Nährboden und die Myzelstücke auseinanderbrechen. Eventuell ersten Schritt wiederholen. Kanüle ausglühen!
[Bearbeiten] Herstellung von Myzelspritzen mit Honigmyzel
Diese Methode erfordert einen Arbeitsschritt mehr als das Aufziehen von Myzel aus einer Petrischale, ist aber effektiver da weitaus mehr Spritzen hergestellt werden können. Honigmyzel nennt man Myzel das in einer flüssigen Nährlösung wächst. Wie der Name schon sagt, besteht die Nährlösung aus Wasser und Honig. Zum Herstellen der Nährlösung wird ein Teelöffel Bienenhonig mit etwa 100 ml Wasser vermischt und in einem Glas sterilisiert. Das Glas kann mit Alufolie abgedeckt oder mit einem Polyfillstopfen verschlossen werden. Nach der Sterilisation wird das Glas mit einem Stück Myzel von einem Agar-Nährboden beimpft. Die Zeit die das Myzel zum Durchwachsen der Nährlösung braucht hängt von der Pilzart und von der Konzentration des Honigs ab. Bei der Zugabe von kleinen Glasscherben kann durch Schütteln das Myzel schnell verteilt werden, es durchwächst somit schneller. Nach einer Durchwachszeit von ein bis vier Wochen können dann aus diesem Glas mehrere Spritzen aufgezogen werden.
[Bearbeiten] Verwendung der Myzelspritze
Sie ist wie eine Sporenspritze zu benutzen: Kleine Mengen Flüssigkeit in oder auf das zu besiedelnde Substrat spritzen. Einstichloch nach Beimpfung versiegeln.
[Bearbeiten] Lagerung einer Myzelspritze
Der beste Ort zur Lagerung für vorbereitete Spritzen ist der Kühlschrank, denn viele Pilzarten stellen bei niedrigeren Temperaturen das Wachstum ein. In einem Gefrierbeutel verpackt hält sich eine gesunde Myzelspritze mindestens acht Wochen.