Pilzzucht/ Outdoor-Kulturen

Aus Wikibooks

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kultur auf Strohballen

Man sollte darauf achten, das der Strohballen aus gesundem Stroh besteht und nicht mit Chemikalien, die Pilze abtöten, behandelt wurde. Zuerst muss der Strohballen etwa zwei Tage komplett unter Wasser getaucht werden, so das er auch innen richtig nass ist. Danach etwa einen Tag das überschüssige Wasser ablaufen lassen damit keine Staunässe entsteht. Anschließend drücken wir mit einem Impfholz (Besenstiel oder ähnliches)in die langen Seiten zehn bis zwölf Löcher (etwa 20 cm tief) ein. Pro Loch reicht die Menge Körnerbrut, die in ein Schnapsglas passt. Die Brut wird mit dem Impfstock in die Löcher eingeschoben. Die Löcher verschliessen sich nach kurzer Zeit von selbst. Natürlich ist auch hier ein schattiger Standort notwendig. Es ist nun darauf zu achten, das der Strohballen nicht austrocknet. Sobald sich das Stroh in vier bis fünf cm Tiefe trocken anfühlt sollte mit einer Gieskanne nachgewässert werden. Beim Aufstellen der Kultur ist auch darauf zu achten, das es Pilze wie z.B. die Braunkappe gibt, die unbedingt Erdbodenkontakt benötigen, also in diesen Fällen die Kultur nicht auf Steinboden oder Folien aufstellen. Die erste Fruchtung sollte nach etwa zwei bis drei Monaten erfolgen. Nach etwa sechs Monaten ist die Kultur erschöpft, der Strohballen fällt in sich zusammen und kann nun hervorragend als Kompost verwendet werden.

[Bearbeiten] Anlegen eines Pilzbeetes

Für Champignons z.B. lässt sich ein Pilzbeet auf diese Art und Weise anlegen:

[Bearbeiten] Grube mit Pferdemist

Man suche sich einen vollschattigen Platz im Garten. Dort gräbt man eine Grube, z.B. 60×60 cm und 40 cm tief. Bis 10 cm unter den Rand füllt man die Grube mit frischem Pferdemist, welcher Lage für Lage festgestampft wird. Die oberste Schicht wird mit etwas Erde abgedeckt. Drüber kommt eine Plane oder ein Brett damit der Mist vom Regen nicht fortgespült wird.

Wenn der Mist frisch genug war, erwärmt er sich und benötigt einige Tage zum abkühlen. Die im Mist enthaltenen Bakterien müssen absterben. Nach etwa drei Wochen (nicht zu lange Warten sonst schnappen sich Fremdkulturen unser Substrat) wird geimpft: Eine ordentliche Menge Brut auf die oberste Schicht legen und mit Torf, Erde und Kalk oder Rindenhumus und Kalk abdecken.

[Bearbeiten] Grube mit Holz/Substrat

Hat man durchwachsenes Holzsubtrat (oder auch Pappe etc.), so lässt sich dieses direkt oder unter Zugabe von unbewachsenem Substrat eingraben und mit etwa zwei cm Erde bedecken. Auch hier ist wichtig, dass es sich um einen schattigen Platz handelt. Gegebenenfalls muss das Beet im Sommer gewässert werden.

Nach einigen Wochen bis Monaten (je nach Jahreszeit) sollten sich die ersten Fruchtkörper zeigen.

[Bearbeiten] Zucht auf Baumstämmen

Die beste Jahreszeit für die Holzbeschaffung sind die Wintermonate wenn die Bäume ihre Ruhephase haben. Ansonsten sollte das verwendete Holz immer ganz frisch sein. Frisch geschlagene Stämme sollte man wenigstens vier bis sechs Wochen trocken lagern um sicherzustellen das Fremdmyzel ausgetrocknet wird. Danach ist die Holzfeuchtigkeit zu überprüfen. Wenn das Sägemehl von den Schnittstellen oder Bohrlöchern beim zusammenpressen in der Hand leicht zusammenklebt ist die Holzfeuchtigkeit genau richtig. Wenn das Sägemehl zu trocken ist, dann muss das Holz etwa 24 Stunden gewässert werden wobei darauf geachtet werden muß, das der Stamm ganz unter Wasser gedrückt wird. Die Stämme selber sollten nicht länger als 40 bis 50 cm sein und maximal 30 cm Durchmesser aufweisen damit sie schnell vom Myzel durchwachsen werden können.

Beim Impfen von Baumstämmen sollte man beachten, dass bei Lagerung im Freien das Myzel nach dem Impfen die ersten sechs bis acht Wochen noch nicht so gut das Holz durchwachsen hat. In dieser Zeit ist das Myzel frostempfindlich.

Am besten gelingt es, wenn man die Stämme nach dem beimpfen im Keller in eine Folie oder Plastiksäcke einpackt und sie mittels einer Pflanzenspritze feucht hält. Die Folie beziehungsweise die Säcke müssen perforiert werden und es darf auf gar keinen Fall Staunässe entstehen.

[Bearbeiten] Verwendbares Holz:

  • Birke: hier wachsen fast alle Pilze gut ein.
  • Rotbuche: auch hierauf wachsen fast alle Arten gut (außer dem Lackporling)
  • Eichenholz nur für Shiitake.
  • Pappel
  • alle Obstbaumarten (besonders geeignet für Austernpilz)
  • Hanfbäume

[Bearbeiten] Nicht geeignetes Holz:

  • Wegen des hohen Harzanteils sind alle Nadelhölzer nicht geeignet.
  • Pappel
  • Elefantenbaum

[Bearbeiten] Impfen des Baumstamms

[Bearbeiten] Schnittflächenimpfmethode

Dies ist die simpelste Art einen Holzstamm mit Körnerbrut zu impfen. Der Stamm muss dabei während der gesamten Durchwachsphase hingestellt werden. Auf die obere Schnittfläche wird ein bis zwei cm dick die Körnerbrut gelegt. Darüber kommt dann eine Plastikfolie, die mit einem Draht rundherum festgebunden wird. Man kann die Plastikfolie natürlich auch festtackern. Von Klebebändern ist abzuraten, diese könnten beim entfernen die Rinde beschädigen. Die Folie sollte so dicht abschließen, das kleine Schnecken keine Möglichkeit finden an die Körnerbrut heranzukommen.

[Bearbeiten] Keilschnittmethode

Typischerweise sägt man einen Keil aus dem Baumstamm und füllt diesen Einschnitt mit Körnerbrut soweit auf, das der Keil wieder eingesetzt werden kann. Der Keil wird mit einem Nagel auf der Impfstelle festgenagelt. Danach wird die Impfstelle mit einem Stück Plastikfolie abdeckt und diese mit Heftzwecken oder einem Tacker fixiert. Auch hier gilt es den Schnecken keine Chance zu geben an die Impfstellen zu gelangen.

[Bearbeiten] Scheibenimpfmethode

Für diese Methode eignen sich Stämme mit einem Durchmesser von 25 bis 35 cm am besten. Man sägt am Ende des Stammes eine vier bis fünf cm dicke Scheibe ab. Danach wird der Stamm hingestellt wobei die Schnittfläche nach oben zeigen muss. Nun legt man etwa ein bis zwei cm hoch Körnerbrut auf die Schnittstelle, legt die zuvor abgeschnittene Holzscheibe wieder auf und nagelt oder schraubt diese an dem Stamm fest. Die Schnittstelle wird nun mit einem Plastikfolienstreifen abgedichtet, der Folienstreifen wird am besten festgetackert oder mit Heftzwecken fixiert. An die Schnecken denken!

[Bearbeiten] Körnerbrut/Bohrlochmethode

Bei dieser Methode werden nur über die Rindenfläche gleichmäßig verteilt Löcher gebohrt. Die Löcher sollten möglichst gleichmäßig verteilt sein. Die Bohrtiefe ist abhängig von der Holzstammdicke, sollte aber schon fünf bis sechs cm betragen. Die Bohrlöcher werden im Abstand von zehn bis zwölf cm horizontal und vertikal gebohrt. Die Löcher werden nun mit Körnerbrut aufgefüllt und mit einem sauberen Holzstäbchen (Holzdübel) angedrückt. Anschließend werden die Impflöcher mit Folie, Wachs (kalt) oder Pappeknübbelchen verschlossen.

[Bearbeiten] Holzdübel/Bohrlochmethode

Sommerausternpilz erste Fruchtung auf Buchenholz

Alternativ können auch Myzeldurchwachsene Holzdübel zum impfen der Stämme verwendet werden. Dazu bohrt man mit einem 9-mm-Bohrer in gleichem Abstand rundherum acht bis zehn Löcher in das Holz. Die Bohrtiefe sollte der Dübellänge entsprechen. Ab jetzt ist auf Sauberkeit zu achten! Nun sollten die Holzdübel ein bis zwei Minuten gewässert werden. Falls sich dabei Myzel ablöst, so ist das nicht schlimm, weil wir das Myzel benötigen das den Dübel von innen durchwachsen hat. Nun schlägt man die Dübel mit einem Hammer soweit in das Holz hinein, das sie glatt mit dem Stamm abschließen. Sollte das Bohrloch zu tief sein kann man es natürlich auch mit Wachs verschließen.

Auch hier gilt: schattig lagern


Go-previous.svg Zurück zu Substrat | Go-up.svg Hoch zum Inhaltsverzeichnis | Go-next.svg Vor zu Fruchtung


Persönliche Werkzeuge