Pilzzucht/ Substrat

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verschiedene Substrate

[Bearbeiten] Sittichfutter oder Roggen

Körnersubstrate eignen sich zum Vorziehen für Holzliebhaber. Für Psilocybe Cubensis eignet sich Roggen eventuell unter Zugabe von Gips.

[Bearbeiten] Holz

Für die Holzliebhaber (Lentinula Edodes, Psilocybe Azurescens/Cyanescens/Subaeruginosa) nimmt man am besten Hartholzschnipsel (Chipsi Exotenstreu, Hackschnitzel, Räuchergold). Mit Psilocybe Azurescens lässt sich, solange er mit Holz vermehrt wird, relativ unsteril arbeiten. Die Holzschnipsel werden für einen Tag in Wasser eingelegt, danach abtropfen lassen. Wichtig ist, dass keine Nässe zurück bleibt. Die Holzschnipsel werden schneller durchwachsen, wenn sie mit durchwachsener Körnerbrut (z.B. Roggenbrut) anstatt mit bewachsenem Holzsubstrat geimpft werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Roggen zu 100% durchwachsen sein muß. Unbewachsene Roggenkörner kontaminieren leicht, wenn sie unsteril verarbeitet werden. Es ist von Vorteil, die Roggenbrut zu zerteilen und dann ein paar Tage stehen zu lassen, um auch den letzten Rest bewachsen zu lassen.

Shiitake auf Holzschnipsel/Gipssubstrat
Shiitake auf Holzschnipsel/Gipssubstrat

[Bearbeiten] Holz/Stroh, Holz/Späne im Beutel

Für reines Holzsubstrat eignet sich eine Mischung aus 20 Teile Sägespäne, 10 Teile Holzhackschnitzel und ein Teil Gipspulver. Die Anteile werden im Plastikbeutel gemischt und anschließend gewässert. Überschüssiges Wasser läßt man wieder ablaufen, die Mischung sollte sich feucht anfühlen und keines falls Nass sein. Das Substrat kann dann sofort, am besten mit Körnerbrut, geimpft werden.

Holz-Substrat lässt sich mit Stroh und/oder Holzspänen bereichern. Bei manchen Pilzarten wird das Substrat schneller durchwachsen als bei reinem Holz. Oft entsteht so ein kompakte Menge an Substrat. Das Substrat lässt sich z.B. in Kunststoffbeuteln wässern und auch impfen. Oft reicht es sogar, das Stroh nicht zu pasteurisieren sondern mit dem Holz zusammen zu wässern. Zur Fruchtung wird das Substrat aus dem Beutel entfernt oder an den entsprechenden Stellen Löcher in den Beutel geschnitten.

[Bearbeiten] Reismehl/Vermikulit

PF-Tek-Substrat. Für dieses Subtrat benötigt man 2 Zutaten die auch recht einfach beschaffbar sind. Man benötigt zum einen Vermiculit und Reismehl. Beides ist günstig im Internet erhältlich. Dieses Subtrat eignet sich ideal für die sogenannten Reismehlkuchen. Für die Herstellung des Subtrats wird folgendes Mischverhältnis empfohlen:

4 Teile Vermiculit
1 Teil Reismehl
1 Teil Wasser

Alles gut durchmischen und sofort verwenden, weil dieses Substrat aufgrund der hohen Fruchtbarkeit unheimlich schimmelanfällig ist! Dieses Substrat ist besonders für Psylobe-cubensis-Stämme geeignet, um einen hohen Wirkstoffanteil zu erzielen. Allerdings auf Kosten des Ertrags. Dies kann durch die Zugabe von etwas in Wasser eingeweichten Weizen ausgeglichen werden. Um eine ideale Feuchtigkeitsspeicherung zu gewährleisen wird empfohlen noch etwas Perlite unterzumischen und den Boden der zu beimpfenden Box (falls keine Umtopfung bzw. Stürzung) geplant ist zu gewährleisten. in das Subtrat selbst kann auch ein noch etwa 1/8 Perlite zugegeben werden.

[Bearbeiten] Grassamen oder Hirsemischungen

Sklerotienbildende Psilocybe bilden selbige gut auf diesen Substraten.

[Bearbeiten] Stroh (optional mit Dung)

Durchwachsene Roggenbrut kann mit Stroh vermischt ('gebulkt') werden. Das Stroh wird zuvor nur pasteurisiert, d.h. mit kochend heißem Wasser übergossen. In kurzer Zeit ist das Stroh durchwachsen.

Düngerlinge wachsen zuverlässig auf Stroh/Dung.

[Bearbeiten] Strohpellets

Diese eigen sich für alle Strohbewohner. Man muss lediglich die Pellets wässern und etwa 10 bis 14 Tage in einem Eimer oder ähnlichem mit Deckel bis zur Fermentation stehen lassen.

Wikipedia
Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Sollte sich in dieser Zeit Schimmelpilz an der Oberfläche zeigen, wird dieser einfach untergegraben und dem Fermentationsprozess überlassen. Wenn die Pellets leicht jauchig riechen sind Schimmelpilze abgetötet und der richtige Moment ist gekommen sie zu beimpfen. Achtung: Die Strohpellets dehnen sich um das vier- bis fünffache aus, deshalb das Fermentationsgefäß nur zu einem Viertel mit Pellets füllen. Auf 3 kg Pellets zehn bis elf Liter Wasser geben. Die Pellets sollten obenauf nicht zu trocken sein. Am besten kontrolliert man alle zwei bis drei Tage die Feuchtigkeit. Mit fermentierten Strohpellets kann man das ganze Jahr über Pilze in Kunstoffblumentöpfen, Plastikstapelboxen, Foliensäcken usw. züchten. Zum Impfen benutzt man hierbei am besten Körnerbrut. Man benötigt für 3 kg trockene unfermentierte Pellets etwa ein Liter Körnerbrut. Das Pelletsubstrat wird mit Körnerbrut vermischt in ein Gefäß s.o. gefüllt. Überschüssiges Wasser sollte dabei ablaufen können so das keine Staunässe entsteht. Man darf jetzt sogar, wenn es das Gefäß aushält, starken Pressdruck ausüben, so dass möglichst viel Substrat in das Behältnis passt und überschüssiges Wasser abgepresst wird. Achtung! Das überschüssige Wasser ist braun gefärbt, deshalb sollte man diese Arbeit draußen im Garten verrichten. Plastiktöpfe oder andere offene Kulturbehälter müssen mit einer Plastikfolie bedeckt werden. Die Folie darf das beimpfte Substrat nicht berühren. Am besten fixiert man die Folie am Topfrand mit einem Draht oder einer Kordel. Anschließend muss die Folie perforiert werden. Nun stellt man das ganze z.B. in einen Kellerraum. Es reicht wenn dämmriges Licht vorhanden ist. Nach dreieinhalb bis vier Wochen kann die Folie entfernt werden. Jetzt sollte das Substrat komplett vom Myzel durchwachsen sein meist sind schon die ersten Fruchtkörper sichtbar. Die Kultur kann nun im Garten oder im Zimmer in einer schattigen Ecke aufgestellt werden. Ab und zu (nur wenn sich die Kultur trocken anfühlt) sollte mit einer Blumenspritze dafür gesorgt werden, das die Kultur nicht austrocknet. Im Schnitt kann man nun alle vier bis sechs Wochen mit einer Ernte rechnen.

[Bearbeiten] Kaffee

Wer viel Kaffee trinkt sollte mal versuchen, das ausgekochte Kaffepulver aus den Filtern als Substrat zu nehmen. Es ist ein sehr guter Nährboden zumindest für Schimmelpilze denn diese wachsen schon nach sehr kurzer Zeit in großen Mengen darauf. In wie weit es sich als Substrat für Speisepilze eignet muss man im Einzelfall vorher ausprobieren. Wichtig ist jedoch auch hier eine gründliche Sterilisation des Pulvers damit keine Fremdsporen darauf wachsen.

Bei trüffelbildenden Pilzen soll sich Kaffee im Substrat auch positiv auf die Trüffelbildung auswirken.

(Ein positiver Effekt auf Myzelien ist nicht unbedingt gegeben. Es gibt Berichte von mutierten Fruchtkörpern.)

[Bearbeiten] Mohn als Hilfsmittel zur Wachstumsbeschleunigung

Backmohn (Samen der Schlafmohnkapsel) eignet sich hervorragend als Zusatz zum Hauptsubstrat. Durch die kleine Korngröße werden diese rapide schnell bewachsen und verteilen sich nach Schütteln sehr effizient im ganzen Substrat. Von dort wächst aus jedem beimpften Korn in alle Richtungen Myzel. Aber Vorsicht: Durch den hohen Fettgehalt sind die Samen sehr anfällig gegenüber Kontaminationen.

[Bearbeiten] Kulturgläser

Gut geeignet sind alle Gläser mit Metalldeckel, die im Haushalt anfallen. Z.B. von Kirschen/Schattenmorellen im Glas, etwa 700 ml Inhalt, eignen sich bestens.

Für PF-Tek benötigt man schulterlose Sturz-Gläser.

[Bearbeiten] Herstellen / Zubereiten des Substrats

[Bearbeiten] Füllmengenverhältnis für Roggen

Das Glas mit trockenem Roggen auf etwa ein Drittel der Füllhöhe auffüllen. Unter schwenken langsam Leitungswasser dazugeben, bis das Wasser etwa einen Zentimeter über dem Roggen steht. Bei alkalischem Leitungswasser empfiehlt sich die Absenkung des pH-Wertes mit ein paar Tropfen Zitronensäure.

Alternativ lässt sich ein Glas mit z.B. 100 Gramm und 130 ml Wasser füllen. Je nach Roggen kann das Mischungverhältnis von 1:1,3 angepasst werden.

[Bearbeiten] Pasteurisieren

Bei Stroh reicht es aus, mit kochend heißem Wasser zu übergießen und dann abtropfen zu lassen.

[Bearbeiten] Sterilisieren im Dampfdruckkochtopf

Damit das Substrat steril ist, wird es in Gläser mit Schraubverschluss aus Metall gefüllt und im Dampfdruckkochtopf für 45 Minuten gekocht. Dabei muss ein Druckausgleich (in das Kulturglas) möglich sein, also den Deckel nicht fest zuschrauben, sondern locker auflegen. (Der Dampfdruckkochtopf muss natürlich bis auf das Überdruckventil dicht verschlossen sein.) Wenn sich beim Abkühlen ein Unterdruck im Glas bildet und das Glas zum beimpfen geöffnet wird, saugt es viel Luft ein und kontaminiert wahrscheinlich.

Eine beliebte Technik ist auch das Bedecken der Öffnung mit Aluminiumfolie bevor der Deckel locker aufgeschraubt wird.

Man kann in die Deckel der Gläser Löcher machen, in die man Polifillwatte als Filter einbringt. Durch diese Öffnung kann nun ein Druckausgleich erfolgen und die Deckel können fest zugeschraubt werden.

Tyvek ist auch sehr gut geeignet Luftaustausch zu ermöglichen und Kontamination zu verhindern. Tyvek verfügt über so feine Poren/Öffnungen, dass nur Gasmoleküle hindurchpassen. Einfach mit Tyvek die ganze Glasöffnung abdecken und den mit einem Loch versehenen Metalldeckel fest aufschrauben.

Wird der Deckel fest aufgeschraubt, kann beim Öffnen des Deckels mit Einströmen von Luft das Substrat kontaminiert werden.

[Bearbeiten] Einweichmethode / Aufquellen des Substrats

Alternativ kann man den Roggen auch 24 Stunden lang wässern und dann sterilisieren. Beim Füllen des Glases füllt man das Wasser dann 0,5 cm unter die Roggen-Füllhöhe. Nach den 24 Stunden sollte der Wasserpegel nur 0,5 bis 1 cm über dem Boden stehen. Auch wenn diese Methode länger dauert und eventuell zu matschigem Substrat führt, bietet sie den Vorteil, dass viele Kontaminantensporen (vor allem auch Endosporen, welche zu kurze Sterilisation teilweise überleben können) während des Aufquellens zu keimen beginnen und durch den anschließenden Sterilisationsvorgang zuverlässiger abgetötet werden.

Holzschnipsel werden etwa 24 Stunden lang eingeweicht und dann gründlich abtropfen gelassen.

[Bearbeiten] Schütteln der Gläser

Nach dem Sterilisieren wartet man, bis der Topf angenehm handwarm ist, entnimmt einzeln die Gläser und schüttelt sie (mit fest verschraubtem Deckel) so, dass sich zu feuchte und zu trockene Bereiche vermischen.

[Bearbeiten] Myzel übertragen

[Bearbeiten] Sterile Arbeitsumgebung

Auch hier ist auf eine sterile Umgebung zu achten. Der gesamte Vorgang wird am besten in einer Impfbox oder im strerilen Luftstrom eines HEPA-Filters verrichtet.

[Bearbeiten] Wasserstoffperoxid / H2O2

Wikipedia
Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Wenn man keine sterile Arbeitsumgebung zur Verfügung hat, oder die Myzelschale kontaminiert ist, wird empfohlen, die Myzelstücke auf dem Weg in das Substratglas in Wasserstoffperoxid zu baden (in 0,3 % H2O2 für drei Minuten), damit alle möglichen Kontaminanten (Sporen, Bakterien, Hefen), die beim Transfer an das Myzel gelangen konnten, durch Oxidation unschädlich gemacht werden. Eine Kontamination würde sonst das Substratglas unbrauchbar machen. Wasserstoffperoxid tötet allerdings nur bedingt Fremdkeime. So sind alle Organismen die über das Enzym Katalase verfügen relativ immun gegen das Zellgift Wasserstoffperoxid. Vorallem anaeroben Organismen fehlt dieses Enzym.

[Bearbeiten] Impfen der Substratgläser

Mit einem sterilen Schneidewerkzeug (am besten eine lanzettförmige Präpariernadel oder Skalpell) wird ein kleines Stück Myzel auf Agarmedium aus einer sauber bewachsenen Petrischale herausgetrennt und in die vorbereiteten Substratgläser übertragen. Nach dem Übertragen die Substratgläser fest verschließen und für die Durchwachsphase ( Inkubation) an einen warmen Ort stellen.

[Bearbeiten] Durchwachsen des Substrats

[Bearbeiten] Auf Fremdkeime prüfen

Während der Durchwachsphase müssen die Substratbehälter (Gläser) auf Kontamination geprüft werden. Bunte Wucherungen (Schimmelpilze) und Bakterien machen das Substrat (und den Kulturpilz der das Substrat durchwachsen sollte) unbrauchbar. Kontaminierte Substratbehälter müssen so früh wie möglich entfernt werden. Am besten wäre es, das kontaminierte Substrat vor der Entsorgung erneut zu Autoklavieren, um eine weitere Sporenverbreitung zu verhindern.

Durch die pilzfreundlichen Umweltbedingungen in der Indoor-Zucht verbreiten sich Schimmel schnell und sind bald in allen versteckten Ecken, die ein wenig Nahrung bieten (Fingerabdrücke reichen oft). Kontainer, in denen hohe Luftfeuchtigkeit herrscht (Fruchtkammer) regelmäßig gründlich auswaschen und desinfizieren.

[Bearbeiten] Schütteln der Gläser

Nach ein paar Tagen Wachstum kann das Substrat geschüttelt werden, wodurch die Myzelfäden gleichmäßig verteilt werden. Dadurch wächst an vielen Stellen Myzel heran, welches sich später zu einem Pilzgewebe vereinigt (sofern man einen homogenen Stamm ausgewählt hat).


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