Praktikum Anorganische Chemie/ Bismut
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[Bearbeiten] Bismut
[Bearbeiten] Nachweis als Bismutiodid
| Nachweisreaktion | |
|---|---|
| Reaktionstyp: | Fällungsreaktion, Komplexbildung |
| pH | <7 HNO3 oder H2SO4 |
| Indikation | schwarzer Niederschlag, orange Lösung |
[Bearbeiten] Durchführung
Nach Zugabe von Iodidlösung fällt schwarzes Bismutiodid aus, welches sich im Iodidüberschuss als orangener Komplex löst.
[Bearbeiten] Erklärung
Zunächst eine Fällungsreaktion zu schwarzem Bismutiodid:

- Bismut(III)-Ionen und Iodid-Ionen reagieren zu Bismut(III)-iodid.
Im Überschuss von Iodidlösung kommt es zur Bildung eines orangenen Komplexes:
![\mathrm{BiI_3 + I^- \longrightarrow [Bi(I)_4]^-}](http://upload.wikimedia.org/math/1/a/3/1a3efd8bbf1b7df1cec2e38fdd7c10d8.png)
- Bismut(III)-iodid und Iodid-Ionen reagieren zum Tetraiodobismutat(III)-Komplex.
[Bearbeiten] Nachweis als Bismut
| Nachweisreaktion | |
|---|---|
| Reaktionstyp: | Redoxreaktion |
| pH | 6,5-8 |
| Indikation | schwarzer Niederschlag |
[Bearbeiten] Durchführung
Zum Nachweis von Bismut(III)-Kationen sollte die zu untersuchende Lösung erst einmal neutralisiert werden (pH 6,5-8). Anschließend wird alkalische Zinn(II)-Lösung hinzugegeben. Die Zinn(II)-Ionen wirken dabei als Reduktionsmittel, sie reduzieren also Bismut(III)-Ionen zu elementarem, schwarzem Bismut, welches in wässriger Lösung ausfällt.
[Bearbeiten] Erklärung

- Bismut(III)-Ionen und Zinn(II)-Ionen reagieren zu elementarem Bismut und Zinn(IV)-Ionen.
[Bearbeiten] Nachweis mittels Bismutrutsche
| Nachweisreaktion | |
|---|---|
| Reaktionstyp: | |
| pH | <7 HNO3 |
| Indikation | zitronengelber Komplex |
[Bearbeiten] Durchführung
Zum Nachweis aus der Ursubstanz kann man die "Bismutrutsche" mit
Thioharnstoff verwenden. Dieser Nachweis gilt als ziemlich sicher da eventuell störende Ionen vorher ausfallen. Ein angefeuchtetes Filterpapier wird in der Mitte geknickt und in folgender Reihenfolge mit der Ursubstanz und den Fällungsmitteln beschichtet. Zunächst legt man die Ursubstanz auf das Filterpapier, dann
Natriumfluorid, welches mit Aluminium und Eisen ein Komplex bildet, nun
Natriumchlorid, welches Silber und Quecksilber fällt , es folgt
Kaliumnatriumtartrat, das mit Antimon und Zinn ein Komplex bildet und schließlich Thioharnstoff als eigentliche Nachweisreagenz. Nun hält man das Filterpapier schräg und tropft verdünnte
Salpetersäure darauf und lässt diese auf dem Filterpapier "rutschen". Bei Anwesenheit von Bismut entsteht ein zitronengelber Thioharnstoff-Komplex.
![\mathrm{ Bi^{3+} + 3\ SC(NH_2)_2 \longrightarrow [Bi(SC(NH_2)_2)_3]^{3+} }](http://upload.wikimedia.org/math/8/1/d/81d36f55ed4e3f94c17aa7274c2e515e.png)