Praktikum Organische Chemie/ Säurerestanionen

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Inhaltsverzeichnis

Acetat-Anionen [Bearbeiten]

als Essigsäure [Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg Acetat-Ionen (CH3COO) lassen sich mit Wikipedia-logo-v2.svg Kaliumhydrogensulfat nachweisen, indem man das Salz, von dem man annimmt, dass es ein Acetat ist, mit Wikipedia-logo-v2.svg Kaliumhydrogensulfat im Wikipedia-logo-v2.svg Mörser zerreibt. Dabei wird das Wikipedia-logo-v2.svg Proton (H+) des Wikipedia-logo-v2.svg Hydrogensulfat-Ions auf das Acetation übertragen. Dabei entsteht Essigsäure, die leicht an ihrem typischen Geruch identifiziert werden kann.

\mathrm{CH_3COO^- + HSO_4^- \ \longrightarrow \ CH_3COOH + SO_4^{2-}}
Acetat wird durch Hydrogensulfat protoniert. Es entsteht Essigsäure und Wikipedia-logo-v2.svg Sulfat.

als Fruchtester [Bearbeiten]

Essigsäure lässt sich auch als Fruchtester nachweisen. Hierfür 100 mg Urprobe in ein 5 ml Becherglas mit drei bis vier Tropfen Schwefelsäure bedecken. Dann setzt man zwei Tropfen Wikipedia-logo-v2.svg Amylalkohol hinzugeben zu. Ein fruchtartiger Geruch zeigt Acetat an.

\mathrm{CH_3COOH \ + \ R \! - \! OH \longrightarrow CH_3COOR \ + \ H_2O}
Essigsäure und Alkohol reagieren in einer Wikipedia-logo-v2.svg Kondensationsreaktion zu einem Essigsäureester und Wasser.

Wikipedia-logo-v2.svg Ethylacetat riecht nach Klebstoff (durch Ethanol)
Wikipedia-logo-v2.svg Butylacetat riecht nach saurem Apfel (durch Wikipedia-logo-v2.svg n-Butanol)

als Silberacetat [Bearbeiten]

Für den Nachweis als Wikipedia-logo-v2.svg Silberacetat werden einige Tropfen Wikipedia-logo-v2.svg Silbernitrat-Lösung dazu gegeben:

\mathrm{CH_3COO^- + AgNO_3 \longrightarrow Ag(CH_3COO) + NO_3^-}

Es entsteht ein flockiger, weißer Niederschlag von Ag(CH3COO), der sich allerdings leicht in verdünnter Salpetersäure wieder löst. Der Nachweis gelingt deshalb nur in pH-Wert-neutraler Lösung und ist nicht eindeutig.

Butyrat-Anionen [Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg Butyrat-Ionen, also die Wikipedia-logo-v2.svg Anionen der Wikipedia-logo-v2.svg Buttersäure, lassen sich über ihren Methylester Buttersäuremethylester, oder kurz Wikipedia-logo-v2.svg Methylbutyrat nachweisen. Dieser besitzt einen intensiven Geruch nach Wikipedia-logo-v2.svg Apfel. Er ist einer von zwei Stoffen, die einen apfelähnlichen Geruch verbreiten. Der zweite wäre Wikipedia-logo-v2.svg Pentylpentanoat, der sich jedoch nicht aus Methanol herstellen lässt, sodass dieses Nachweisverfahren sehr sicher für Butyrat-Ionen ist.

\mathrm{C_3H_7COO^- + CH_3OH \longrightarrow \ C_3H_7COOCH_3 + OH^-}
Butyrat-Ionen und Methanol reagieren zu Methylbutyrat, der sich anhand seines Geruchs schnell identifizieren lässt, und Hydroxid-Ionen.

Eine weitere Möglichkeit, Butyrat-Ionen zu untersuchen, ist es, der Probe eine mittelstarke bis starke Säure zuzugeben. Entsteht ein ranziger Geruch nach verdorbener Butter, so waren Butyrat-Ionen in der Probe.

\mathrm{2 \ C_3H_7COO^- + H_2SO_4 \longrightarrow \ 2 \ C_3H_7COOH + SO_4^{2-}}
Butyrat-Ionen und Wikipedia-logo-v2.svg Schwefelsäure reagieren zur widerlich ranzig riechenden Buttersäure, und Sulfat-Ionen.

Tartrat-Anionen [Bearbeiten]

Tartratlösung (links), Tartratlösung nach Zugabe von Kupfer-II-hydroxid-Niederschlag (Mitte, blau, trübe) und nach weiterer Zugabe von Natronlauge (blau, klar, rechts)

Wikipedia-logo-v2.svg Tartrat-Ionen sind die Säurerest-Ionen der Wikipedia-logo-v2.svg Weinsäure. Sie lassen sich durch eine farbliche Wikipedia-logo-v2.svg Komplexbildungsreaktion nachweisen. Der zu untersuchende Stoff wird, sofern dies noch nicht der Fall ist, in Wasser gelöst (siehe Bild, linkes Reagenzglas). Zu dieser wässrigen Lösung wird etwas frisch gefälltes Wikipedia-logo-v2.svg Kupfer(II)-hydroxid gegeben, welches in neutraler Probelösung ausfällt (mittiges Reagenzglas). Anschließend wird mit Natronlauge die Lösung alkalisiert. Entsteht eine schwach dunkelblaue Lösung, so sind Tartrat-Ionen nachgewiesen. (rechtes Reagenzglas)

\mathrm{2 \ C_4H_4O_6^{2-} + Cu^{2+} + 2 \ OH^- \longrightarrow \ [Cu(C_4H_3O_6)_2]^{4-} + 2 \ H_2O}
Tartrat-Ionen, Kupfer(II)-Ionen und Hydroxid-Ionen reagieren zum Ditartratocuprat(II)-Komplexion, welcher tiefblau erscheint und Wasser