Praxisorientiertes Handbuch der Mal- und Zeichentechniken/ Acrylmalen
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[Bearbeiten] Acrylmalerei
Die Acrylmalerei gewinnt bei den Hobbymalern immer mehr an Interesse, da sie im Vergleich zu Ölfarben sehr schnell trocknet und das Haus beim Malen nicht nach Tankstelle riecht. Zum Verdünnen wird nur Wasser benötigt, und nach dem Trocknen ist das Kunstwerk Wasserfest. Die Farben sind wie Ölfarben vermal- und mischbar, können lasierend mit dem Pinsel oder Pastös mit dem Malmesser verarbeitet werden und können qualitativ mit den Ölfarben konkurieren.
Acrylfarbe hält auf allen glatten, fettfreien Flächen wie zum Beispiel auf Papier, Holz, Leinwand, Stein, Glas und weiteren Materialien. Die bemalte Fläche ist nach etwa einer halben Stunde Handtrocken und nach zwei bis drei Tagen komplett durchtrocknet und Abriebfest. Wem das zu schnell geht, der kann die Trocknungszeit künstlich mit einem Verzögerer der den Farben beigegeben wird etwas verlängern. Es gibt Farben die Lasierend sind (durchscheinend) und welche die Opaque sind (deckend). Das ist auf den Farbtuben durch spezielle Zeichen markiert.
Als Palette verwendete der Maler Bob Ross eine durchsichtige Plexiglasscheibe in Palettform. Eine Malerpalette aus Holz oder sogar ein Einwegteller aus Pappe tun es aber auch. Der Teller sollte weiß sein, damit die Farbe besser beurteilt werden kann.
Acrylfarben bieten ausreichend Raum für Experimente. Die Farbe kann nicht nur mit dem Pinsel verteilt werden sondern lässt sich auch mit verschiedenen Schwämmen, Kämmen oder alten Kreditkarten verteilen. Mit einer Zahnbürste und einem Gitter lassen sich Sprüheffekte erzielen. In der feuchten Farbe halten –gerade wenn sie dick aufgetragen wurde– Fremdkörper wie zum Beispiel farbige Glaskügelchen oder Sand, welche sich dadurch in die Bildgestaltung integrieren lassen sehr gut.
Wenn sie Pastös arbeiten wollen, dann können sie –um nicht die teure Farbe zu verschwenden– erstmal die Struktur mit einer Strukturpaste erzeugen, diese trocknen lassen und anschließend mit Farben übermalen. Durch die Oberflächenstruktur können faszinierende Effekte erziehlt, und dem Bild eine gewisse Plastizität verliehen werden.
Die Farbe wird in der Regel auf der Palette gemischt und dann erst auf die Leinwand aufgetragen. Wahre (geübte) Künstler können den gewünschten Farbton aber auch direkt auf der Leinwand mischen. Da die Farbe so schnell trocknet, muss sie immer erst kurz vor der Verwendung aus der Tube gedrückt werden. Die Leinwände auf den Keilrahmen können, um sie zu bemalen, ruhig flach auf einen Tisch gelegt werden, aber zum Trocknen sollten sie möglichst senkrecht stehen.
[Bearbeiten] Verwendung der Pinsel
Jeder Pinsel hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Große Pinsel werden verwendet, um den Hintergrund und große Flächen auszumalen oder wenn sie kräftige Borsten haben auch zum Tupfen mit sehr wenig Farbe auf den Borstenspitzen (So können zum Beispiel Blätter an entfernt stehenden Bäumen und Büschen getupft werden).
- Ein Flachpinsel wird benutzt, um quadratische Objekte mit scharfer Kante zu malen.
- Der Katzenzungenpinsel mit seiner rundlichen Spitze, ist zum malen von scharfkantigen, runden Objekten gut geeignet.
- Der Fächerpinsel wird für Gräser, Wimpern, Haare und mit der Seite gezogen für gerade Linien verwendet.
- Der Spitzpinsel mit seinen feinen Haaren ist für feine Details gut zu gebrauchen.
- Schwämme unterschiedlicher Art können benutzt werden, um die Leinwand anzufeuchten und um Farbe sehr dünn und sparsam auf der Leinwand zu verteilen.
[Bearbeiten] In die Praxis
Zu Beginn sollten Sie erstmal ein einfaches Motiv malen, um die Handhabung der Farben und Pinsel auszuprobieren. Bei diesem einfachen Motiv ist es nicht notwendig auf der Leinwand vorzuzeichnen. Wie gesagt, geht es erstmal hauptsächlich darum, das Material spielerisch kennenzulernen.
Als Motiv zum Üben schlage ich einen Sonnenuntergang mit einem Strand und Palme vor. Einfach aber Effektvoll.
Für Anfänger ist es ratsam, nicht mit zu kleinen oder zu großen Formaten anzufangen, da bei kleinen Leinwänden die Details viel zu fein gemalt werden müssen. Kleine Formate können vom Betrachter genauer begutachtet werden. Das ist deshalb so, weil der Betrachter nicht mit der Nase vor einem Bild steht, dass einen Meter mal einen Meter als Abmessungen hat. Bei kleinen Bildern im DIN A4 Format geht der Betrachter automatisch näher an das Bild heran. Der Autor empfiehlt deshalb ein Format von 30×45 cm. Dies lässt sich noch recht gut handhaben und ist auch nicht zu teuer. Solche Riesenformate mit über 80 cm Kantenlänge sollten nur benutzt werden, wenn auch der Raum, in dem das Bild einmal hängen soll, entsprechend groß ist.
[Bearbeiten] Der Farbkreis
Um zu sehen, wie ihre Farben ungemischt und gemischt aussehen, nachdem sie getrocknet sind, sollten sie sich ein Blatt anfertigen, auf dem alle Farben Ihrer Palette jeweils einmal zu sehen sind. Als praktische Zugabe ist es eine gute Idee, die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau in einem Farbkreis miteinander zu mischen. Dieses Blatt sollten Sie sich gut aufheben, um immer die Farbwirkung sehen zu können.
Infos aus Wikipedia: Acrylfarbe, Impasto, Monotypie