Pseudoprimzahlen: Was Pseudoprimzahlen sind
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[Bearbeiten] Was sind Pseudoprimzahlen
Schon seit langer Zeit beschäftigt sich der Mensch mit Primzahlen. Eine Primzahl, das ist eine natürliche Zahl größer eins, die nur durch eins und sich selber teilbar ist. Mit dieser Eigenschaft läßt sich eine Primzahl allerdings schlecht bestimmen. Wie unpraktisch diese Eigenschaft ist, läßt sich daran ermessen, daß um eine Zahl der Größenordnung
auf ihre Primalität zu testen, ihre Teilbarkeit von ungefähr
Zahlen getestet werden müßte.
Aber die Primzahlen haben noch viele andere Eigenschaften. Eigenschaften der Form: "Wenn
eine Primzahl ist, dann hat
die Eigenschaft 
Um aus dem Buch Prime Numbers - A Computational Perspective 1 zu zitieren: "Wenn
eine Primzahl ist, dann ist
gleich 2, oder
ist eine ungerade Zahl". In dieser Richtung funkioniert die Definition. Allerdings läßt sie sich nicht umdrehen: "Wenn
gleich 2 oder eine ungerade Zahl ist, dann ist
eine Primzahl" ist ein ausgemachter Blödsinn. Es gibt weitere solcher "Wenn
eine Primzahl ist, dann hat
die Eigenschaft
", die sinnvoller sind, deren Umdrehung aber ebenfalls falsche Schlüsse wären:
- Wenn
eine Primzahl ist,
- dann hat
die Form
beziehungsweise 
- dann hat
die Form
beziehungsweise 
- dann teilt
jede Zahl der Form
mit 
- dann teilt
den Ausdruck
, wobei
das p.te Glied der Lucas-Folge ist. - dann teilt
das p.te Glied der Perrin-Folge
- dann hat
Falsche Primzahlen, die man aus der Umdrehung solcher "Wenn
eine Primzahl ist, dann hat
die Eigenschaft
"-Regeln bekommt, nennt man Pseudoprimzahlen. Das allerdings mit einer gewissen Einschränkung:
- Zusammengesetze Zahlen, die den Formen
,
,
bzw.
entsprechen, werden deswegen noch lange nicht zwangsläufig als Pseudoprimzahlen bezeichnet. Dazu sind schon striktere Eigenschaften wie Beispielsweise
teilt aq − a oder
teilt
oder
teilt
nötig.
Solche Pseudoprimzahlen, die dem Satz
(kleine fermatsche Satz) genügen nennt man fermatsche Pseudoprimzahlen zur Basis
. Dies ist die bekannte und wichtigste Klasse der Pseudoprimzahlen.
[Bearbeiten] Der umgekehrte Weg
Für eine Primzahl n trifft, daß zu jeder natürlichen Zahl
der Satz
gilt. Das gleiche gilt auch für Carmichael-Zahlen. In sofern gleichen sich Primzahlen und Carmichael-Zahlen. Aber wenn man nicht den Satz
verwendet, sondern statt dessen
, dann gibt es einen Unterschied. Für die Primzahlen gilt
nur für
die teilerfremd zu
sind. Auch das gilt für Carmichael-Zahlen. Allerdings sind Carmichael-Zahlen, im Gegensatz zu Primzahlen, zusammengesetzt. Das bedeutet, das bei Carmichael-Zahlen, im Gegensatz zu Primzahlen, der Bereich, zwischen
und
, an teilerfremden Zahlen
lückenhaft ist.
Es gibt jede Menge Pseudoprimzahlen, die noch lückenhafter sind, als die Carmichael-Zahlen. Die Basis stellt die fermatsche Pseudoprimzahl dar. Jede eulersche Pseudoprimzahl, jede starke Pseudoprimzahl und auch jede Carmichael-Zahl ist eine fermatsche Pseudoprimzahl. Wie findet man alle fermatschen Pseudoprimzahlen in einem vorgegebenen Bereich zwischen
und
? Alle fermatschen Pseudoprimzahlen haben gemeinsam, daß es natürliche Zahlen
gibt, für die
gilt, und gleichzeitig natürliche Zahlen
gibt, für die
nicht gilt. Kann man den Bereich der natürliche Zahlen
einschränken? Es macht Sinn, den Bereich der natürliche Zahlen
auf
bis
einzuschränken, und zwar deswegen, weil sich daß Muster der Basen
wiederholt. Als Beispiel die fermatsche Pseudoprimzahl
:
ist pseudoprim zu den Basen
und
. Aus der Regel: Wenn n pseudoprim zu
ist, dann ist n auch pseudoprim zu allen
, also der Summe von
mit dem vielfachen von n. Für
sind das die Basen
.
Es macht sogar Sinn, den Bereich noch weiter einzuschränken. Für jede natürliche Zahl gilt nämlich folgendes:
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 1: | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| X: | X | X | X | X | X | X |
| X: | X | X | X | X | X | X |
| X: | X | X | X | X | X | X |
| X: | X | X | X | X | X | X |
| A: | A | 1 | A | 1 | A | 1 |
Wie man sehen kann, trifft auf jede natürliche Zahl n folgende zwei Sätze zu:
-
- und
Da diese beiden Sätze auf jede natürliche Zahl
zutreffen, haben sie keine Aussagekraft, ob eine Zahl eine Primzahl oder eine Pseudoprimzahl ist. Demzufolge braucht man nur im Bereich zwischen
und
zu testen. Diese Einschränkung hat zur Folge, das eine Reihe von Zahlen (
) als Kandidaten für fermatsche Pseudoprimzahlen herausfallen.
Diese Einschränkung des Bereiches von
und
zählt zwangsläufig auch für die eulerschen Pseudoprimzahlen, die starken Pseudoprimzahlen und alle anderen Arten von Pseudoprimzahlen, die auf der fermatschen Pseudoprimzahl basieren. Allerdings kann man diese Einschränkung bei den Carmichael-Zahlen ignorieren.

