Ratgeber für Hobbyfilmer: Licht

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[Bearbeiten] Das dreipunkt Beleuchtungssystem

Bei Film und Fernsehaufnahmen, bei denen künstliches Licht erforderlich ist, wird allgemein ein Dreipunktsystem für die Beleuchtung angewendet. Dies besteht aus einem großen Hauptlicht, welches die Szene beleuchtet und bei Außenaufnahmen das Sonnenlicht oder das Mondlicht simuliert, einem oder mehreren Nebenlichtern, die die Schatten in den Gesichtern vermindern sollen und es ermöglichen, das der Film auch an den dunklen Stellen des Gesichts noch belichtet wird. Das Hinterlicht sorgt bei Personen dafür, das die Kontur des Haares sichtbar wird.

Weitere etablierte Beleuchtungspositionen, die aber nicht immer zur Verwendung kommen, sind das Eyelight, das die Augen, Dekolte, Halsketten zum glänzen bringt und weitere Lampen, die allzu kräftige Schatten vom Hauptlicht auf Wänden vermindern sollen.

Das Hauptlicht ist für gewöhnlich ein sehr starker Scheinwerfer mit mehreren Tausend Watt Leistung und er steht normalerweise rechts oder links oberhalb der Kamera. Auf der anderen Seite der Kamera ist das Nebenlicht auf der selben Höhe des Hauptlichtes angeordnet. Das Hinterlicht steht genau auf der Linie hinter Kamera und Schauspieler/Ansager.

Bei Aussenaufnahmen, bei denen es genügend Sonnenlicht gibt, wird auch häufig nur ein oder mehrere Reflektoren als Zusatzbeleuchtung verwendet, um die Gesichter der Schauspieler aufzuhellen. Solche Reflektoren gibt es in Weiß und Goldbeschichtet. Die Goldbeschichtung sorgt für ein sehr warmes Licht. Sie werden von einer Person in den Händen gehalten und permanent den Schauspielern nachgeführt. Bei stärkerem Wind funktioniert das allerdings nicht besonders gut.

Achtung! Starke Videoleuchten mit 1000 bis 2000 Watt Leistung ohne eigenen Lüfter, dürfen meist nur für 5 Minuten eingeschalten werden. Sie brauchen dann eine kurze Weile um wieder abzukühlen, bevor sie wieder eingeschaltet werden dürfen.

Die Lichtdichte nimmt bei ungebündelten Lichtquellen mit der Entfernung zur beleuchteten Person Quadratisch ab. Das Bedeutet, das ein Strahler mit 2000 Watt in 8 Metern Entfernung weniger Licht hergibt als ein 500 Watt Strahler in einem halben Meter Abstand. Zu hohe Lichtdichten können die Augen permanent schädigen. Deshalb sollen die Schauspieler nicht direkt in starke Strahler sehen.

[Bearbeiten] Lichttemperatur

Diese wird in Kelvin angegeben und sagt etwas über die Farbzusammensetzung des Lichtes aus. Das Auge des Menschen macht keinen großen Unterschied zwischen kalter und warmer Beleuchtung, doch Filmmaterial und CCD-Sensoren der Kameras registrieren unterschiedliche Lichtfarbe. Deshalb ist es wichtig die Beleuchtungskörper so zu wählen, das diese die gleiche Lichtfarbe aussenden. Notfalls müssen Farbfilter in vorhandene Lampen eingebaut werden, um die Farbe geringfügig anzupassen oder gar der Leuchtkörper gegen einen anderen ausgetauscht werden. Lichtfarben, die die Lichtquelle nicht aussendet, kann auch nicht durch Farbfilter herausbekommen werden. Es sollte das Spektrum der eingesetzten Leuchten bekannt sein. Eine Glühlampe hat zum Beispiel nur einen sehr geringen Blauanteil.

  • Glühlampen / Warmer Farbton
  • Halogenlampen / Etwas kältere Lichtfarbe als Glühlampen
  • HMI/Quecksilberdampflampen / Tageslichtfarbe
  • Floureszenzröhren / Grünliche Lichtfarbe
  • LED-Lampen / Jede Lichtfarbe einstellbar. Geringe Helligkeit im Vergleich zu den anderen Lichtquellen. Wird häufig nur für leichte Aufhellung eingesetzt.

Leuchtstoffröhren werden normalerweise nicht als Beleuchtung beim Film verwendet, da sie einen Grünstich haben und mit der Netzfrequenz flackern. Mittlerweile gibt es jedoch schon Leuchtstoffröhrenbeluchtung, bei der die Lichtfarbe auf Tageslicht angepasst wurde und mit einer speziellen Ansteuerung betrieben wird, so das es nicht mehr flackern kann. Es erzeugt ein sehr weiches Licht.

Glühlampen und Halogenlampen, die elektronisch gedimmt werden, ändern ihre Lichtfarbe sehr stark in Richtung roter Lichtfarbe. Die Farbbalance mit ungedimmten Lampen ist damit gefährdet.

Bei Digitalen Kameras kann der Sensor auf die Lichtfarbe angepasst werden, so das selbst bei Glühlampen das Bild so erscheint, als wäre es im Tageslicht aufgenommen worden. Dies wird Weißabgleich genannt.

[Bearbeiten] Hartes und weiches Licht

Gerichtetes Licht eines Strahlers, erzeugt harte Kanten zwischen Licht und Schatten. Dies ist für die Ausleuchtung von Gesichtern häufig nicht erwünscht. Deshalb gibt es einmal Lichtquellen, die von sich aus ein weiches Licht erzeugen, oder mittels einer Softbox, die vor den Scheinwerfer gestellt wird, erzeugt werden kann. Die Art des Schattens ist ein wichtiges Gestaltungsmittel beim Film.

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