Ruby-Programmierung: Beispielprogramme

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[Bearbeiten] Erste Schritte

In diesem Kapitel wollen wir die ersten Schritte in die Rubywelt unternehmen. Wir lernen, wie man ein Rubyprogramm und die grundlegenden Strukturen für die Programmierung erstellt.

[Bearbeiten] Hallo-Welt-Programm

Das erste Programm in einer neuen Programmiersprache gibt üblicherweise die Wörter "Hallo Welt" aus und beendet sich anschließend wieder. In Ruby sieht der Quelltext unter Windows folgendermaßen aus:

puts "Hallo Welt"
gets

Unter Linux etwas mehr:

#!/usr/bin/env ruby
puts "Hallo Welt"

Öffne den Editor deiner Wahl, tippe diese Zeile ein und speichere das Programm als hallo.rb.

Unter Linux/UNIX musst du es nun mit dem folgenden Befehl in der Konsole ausführbar machen, worauf du es ausführen kannst:

$ chmod u+x hello.rb
$ ./hello.rb

Eine andere Art, die allerdings zum Üben kleiner Skripte schneller gehen mag, oder eingesetzt werden kann, falls die obige Variante nicht funktioniert, ist es, Ruby selbst aufzurufen, um das Skript zu starten. So kann man sich das chmod u+x xxx.rb sparen.

Diese Art würde für die Datei hello.rb dann so aussehen:

$ ruby hello.rb

Nun speichere die Datei und führe sie mit einem Doppelklick auf ihren Namen aus. Ein Textfenster öffnet sich und die Worte werden ausgegeben. Mittels der [Eingabe]-Taste kannst du das Programm beenden.

Nun möchtest du wahrscheinlich wissen, was diese Zeile bedeutet, daher gehen wir sie einzeln durch:

#!/usr/bin/env ruby

Dies ist eigentlich kein Rubybefehl, sondern sagt nur, mit welchem Interpreter das Programm unter Linux/UNIX ausgeführt werden soll. Rubyskripte werden vom Rubyinterpreter verstanden, daher rufen wir ihn auf. Alle Zeichen nach einer Raute (#) bis zum Zeilenende sind Kommentare und werden vom Rubyinterpreter ignoriert.

Gratulation! Du hast gerade das erste und überaus wichtige Sprachelement von Ruby kennengelernt: Den Kommentar. Kommentare haben auf das Verhalten des Rubyskriptes keinen Einfluss. Sie dienen dazu, den Quelltext zu kommentieren, um das Verständnis für sich und andere zu erleichtern oder in diesem Fall, der Linuxshell den Interpreter mitzuteilen.

# Gibt Hallo Welt! auf dem Bildschirm aus

Auch hierbei handelt es sich um einen Kommentar, da auch er mit einer Raute beginnt. Er erklärt dem Leser des Programms, was die folgende Zeile tut. Auf die Wirkung des Programms hat er keine Auswirkung, wenn du ihn weglässt, wirst du keinen Unterschied in der Funktionsweise feststellen können.

puts "Hallo Welt"

Damit sind wir endlich am interessanten Teil des Scriptes angekommen. Hier rufen wir die Methode puts auf, die dazu dient, Zeichen auf dem Bildschirm auszugeben. Wir wollen die Worte Hallo Welt! ausgeben, also einen Text. Texte werden in Ruby als Zeichenkette (auch String genannt) bezeichnet, genaugenommen handelt es sich um ein Objekt der Klasse String. Um Objekte und Klassen brauchst du dir jetzt noch keine Gedanken machen, darauf kommen wir später zurück. Zeichenketten werden durch einfache oder doppelte Anführungszeichen begrenzt. Alles, was zwischen zwei Anführungszeichen steht, gehört zu dem String.

Nun wollen wir die Zeichenkette mit dem Inhalt Hallo Welt ausgeben, dazu schreiben wir hinter den puts-Befehl "Hallo Welt".

Bleibt noch das gets, welches die Windowsbenutzer unter uns hinzugefügt haben. Unter Windows wirst du das Programm wahrscheinlich durch einen Doppelklick auf die Datei geöffnet haben. Dabei öffnet sich dann ein Textfenster, in dem das Script ausgeführt wird. Leider würde Windows das Fenster sofort nach dem Ende des Programms schliessen, wir könnten also gar nicht das Ergebnis bestaunen.

Hier kommt gets ins Spiel: Diese Methode dient dazu, Eingaben von der Tastatur einzulesen. An dieser Stelle wird das Skript angehalten und erst dann fortgesetzt, wenn der Benutzer die [Eingabe]-Taste gedrückt hat, um seine Eingabe abzuschliessen. Was der Benutzer tatsächlich eingegeben hat, interessiert uns gar nicht, wir wollen ja nur das Fenster so lange offen halten, bis wir die Ausgabe gelesen haben.


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