Schlaganfall: Medikamente
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[Bearbeiten] In der Therapie des Schlaganfalles nicht mehr empfohlen
Folgende Medikamente haben sich in großen Studien bei der Behandlung des akuten Schlaganfalles als unwirksam erwiesen und werden nicht mehr empfohlen:
- Kortikosteroide
- Glyzerin
- Hämodilution
- Kalziumantagonisten (einschließlich Nimodipin)
- Ganglioside.
- Streptokinase
[Bearbeiten] Streptokinase gefährlich !!
[Bearbeiten] Literatur
- Gerinnselauflösenden Behandlung mit Streptokinase beim Akuten Hirninfarkt
- Die Multizentrische Europäische Studie des Akuten Hinrinfaktes
- New England Journal of Medicine , 18 Juli , 1996 , -- Band 335 , Nr 3
Kurzzusammenfassung:
Hintergrund: Bei Patienten mit akutem Hirninfarkt wird diskutiert ob die frühzeitige Behandlung mit gerinnselauflösenden Substanzen zum Wiedereinstrom von Blut an die minderversorgten Nervenzellen führt und damit eine Erholung der Nervenzellfunktion ermöglicht. Die Multizentrische Europäische Studie des Akuten Hinrinfaktes ( MAST-E) wurde so angelegt , daß sich mit ihren Ergebnissen die Wirksamkeit und Sicherheit der Streptokinasetherapie bei Patienten mit akutem Hirninfarkt überprüfen lies.
Methoden: Patienten mit einer mittelgradigen bis schweren akuten Durchblutungsstörung im Gefäßgebiet der mittleren Hirnarterie ( Art.cerebri media) wurden per Zufall entweder einer Therapie mit Streptokinase ( 1,5 Mio Einheiten über 1 Stunde ) oder einer unwirksamen Plazebotherapie zugeordnet , wenn der Beginn der Symptome nicht länger als 6 Stunden zurücklag. Das entscheidende Kriterium zur Beurteilung der Wirksamkeit wurde nach 6 Monaten erhoben und setzte sich zusammen aus der Höhe der Sterbefälle und einer Bewertung des Behinderungsgrades. Eine hochgradige Behinderung lag dann vor , wenn auf der Rankin Scala 3 Behinderungspunkte oder mehr attestiert werden mußten.Das vorrangige Sicherheitskriterium war die Sterblichkeit nach 10 Tagen und die Zahl der Hirnblutungen.
Ergebnisse:Alle randomisierten Patienten ( 156 in der Streptokinase und 154 in der Plazebo Gruppe ) wurden nach 6 Monaten untersucht und bewertet. Die Erfolgsrate war ähnlich in beiden Gruppen . ( 124 Patienten waren in der Streptokinase Gruppe gestorben oder lagen in ihrem Behinderungsgrad über dem Wert 3 auf der Rankinskala , demgegenüber standen 126 Patienten in der Plazebogruppe). Die Sterblichkeitsrate nach 10 Tagen lag allerdings in der Streptokinase Gruppe signifikant höher in der Stretokinasegruppe nämlich bei 34 % , als die Sterblichkeit in der Plazebovergleichsgruppe. Die Kontrollgruppe hatte nach 10 Tagen nur eine Sterblichkeit von 18,2 % , was einem Signifikanzniveau von p = 0,002 entspricht. Die höhere Sterblichkeitsrate in der Streptokinasegruppe war hauptsächlich auf Einblutungen in das Infarktgebiet zurückzuführen.
Schlußfolgerung:
Bei Patienten mit akutem Hirninfarkt erbrachte die Behandlung mit Streptokinase einen Anstieg der frühen Sterblichkeit. Der Routine Einsatz von Streptokinase beim akuten Schlaganfall kann nicht empfohlen werden.