Sexualität/ Verhütung
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Verhütung - Definition
"Verhütung" bezeichnet Methoden beim Geschlechtsverkehr um eine Schwangerschaft zu vermeiden.
Pearl-Index
Der Pearl-Index ist gut geeignet, um verschiedene Verhütungsmittel miteinander zu vergleichen. Er gibt an, wieviele Schwangerschaften eintreten, wenn 100 sexuell aktive Frauen ein Jahr lang eine bestimmte Verhütungsmethode nutzen. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist also die Methode.
Es ist wichtig dabei zwischen Methodensicherheit (Bezeichnet die Sicherheit der Methode wenn keine Anwendungsfehler begangen werden) und Anwendungssicherheit (bezeichnet die Sicherheit im täglichen Gebrauch) zu unterscheiden.
Dabei ist zu beachten, dass nicht festgeschrieben ist, wieviele Frauen an einem entsprechendem Test eines Verhütungsmittels teilgenommen haben müssen und somit ist vor allem bei neu auf dem Markt gekommen Produkten, sowie durch den Hersteller gemachte Angaben Vorsicht geboten ist.
Referenzwert
Bei regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr ohne jegliche Form der Empfängnisverhütung gibt der Pearl-Index die Fruchtbarkeit wieder und beträgt altersabhängig etwa 85 bei 20-jährigen Frauen, 50 bei 35-jährigen Frauen und nur noch 30 bei 40-jährigen Frauen und sinkt dann etwa im Alter von 45-50 mit dem der Menopause auf 0 ab.
Übersicht
Eine Übersicht über den Pearl-Index verschiedener Verhütungsmethoden findet sich im Wikipedia-Artikel Empfängnisverhütung.
Barrieremethoden
Kondom
Das Kondom ist die einfachste (weil sie keiner vorausschauenden Planung bedarf) Methode zur Verhütung von Schwangerschaften und der Übertragund von Geschlechtskrankheiten beim geschlechtlichen Verkehr zweier oder mehreren Menschen, sowohl beim Mann-Frau-Sex als auch beim Mann-Mann-Sex.
Das Kondom/Femidom ist das einzige Verhütungsmittel welches auch vor Geschlechtskrankheiten schützt.
Latex Kondome werden von ölhaltigen Substanzen angeriffen und bieten dann keine Sicherheit mehr. Aus diesem Grund ist nur spezielles Gleitgel zu verwenden und auf Massageöle und ähnliches zu verzichten.
Es ist wichtig, dass das Kondom die richtige Größe hat, es gibt Studien die behaupten, dass bis zu 75% der Männer die falsche Kondomgröße nutzen. Dies ist wichtig, da ein zu kleines Kondom stärker belastet wird und somit schneller reißt, wohingegen ein zu großes Kondom zum abrutschen neigt. In beiden Fällen ist die Sicherheit nicht mehr gegeben.
Dazu gibt es einen Kondomberater im Internet. Desweiteren gibt es einen Hersteller in den USA der sehr viele verschiedene Größen anbietet. Auch Unter- und Übergrößen die im Moment (Mitte 2008) noch nicht auf dem europäischen Markt zu haben sind.
Sicherheit
Der Pearl-Index liegt zwischen 2 und 12.
Femidom
Grundsätzlich ist das Femidom (Kondom für die Frau) dem Kondom recht ähnlich, aus diesem Grund hier vorallem die Unterschiede.
Nachteile
- Das Einsetzen des Femidom benötigt etwas Übung.
- Es ist teurer als Kondome.
- Es knistert Anfangs bis es warm ist.
Vorteile
- Es kann bereits Stunden vor dem Liebesspiel eingesetzt werden - dieses muss somit nicht unterbrochen werden.
- Da es nicht aus Latex besteht gibt es keine Probleme mit ölhaltigen Substanzen (wie Massageöl, Crems, Gleitmittel).
- Es kann auch benutzt werden, wenn der Penis sehr breit ist und es aus diesem Grund keine passenden Kondome gibt.
Diaphragma
Hormonelle Methoden
Für die hormonelle Verhütung der Frau werden Östrogene, Gestagene und Progesteron eingesetzt. Heutzutage werden meist synthetische Derivate der natürlichen Hormone verwendet, da diese effektiver sind und bereits in geringerer Konzentration und mit weniger Nebenwirkungen die kontrazeptive Wirkung erreichen.
Kombinationspräparate aus Östrogenen und Gestagenen wie die klassische Antibabypille (heute meist Mikropille) wirken durch hauptsächlich zwei Mechanismen:
- 1. Ovulationshemmung, d.h. Unterdrückung des Eisprungs
- 2. Veränderung der Konsistenz des Schleimpfropfes des Muttermunds (Passage von Spermien wird erschwert)
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen der hormonellen Verhütungsmethoden sind ähnlich. Daher werden diese hier allgemein behandelt.
Verschiedende Krankheitsrisiken werden erhöht, aus diesem Grund ist es auch nicht ratsam während der Benutzung eines hormonellen Verhütungsmittels zu rauchen. Informationen über das erhöhte Krebsrisiko sind hier zu finden.
Es wird von Libidoverlust, Stimmungsschwankungen und depresiven Verstimmungen berichtet. In so einem Fall kann entweder zwischen verschiedenen hormonellen Verhütungsmitteln gewechselt werden (auch z.B. zwischen verschiedenen Pillen), es scheint jedoch ratsammer gänzlich auf hormonelle Verhütung zu verzichten. Als sichere alternative sei hier auf Kupferbasierte Methoden sowie die Symptothermale Methode verwiesen. Nebenwirkungen können auch auftreten, nachdem eine hormonelle Methode lange ohne Nebenwirkungen benutzt wurde.
Es ist zu beachten, dass vereinzelt Experten auftreten, auch Frauenärzte, die sehr von der hormonellen Methode überzeugt sind und daher keine objektiven Rat geben.
Antibabypille
Die Antibabypille ist eine sehr sichere Verhütungsmethode (die Kastration ausgeschlossen) was eine ungewollte Schwangerschaft angeht. Hierzu muss jedoch regelmäßig - täglich die "Pille" eingenommen werden und diese darf auch nicht versteckt, z.B. bei einer Grippe vom Körper abgestoßen werden.
Jedoch schützt die Antibabypille weder vor Geschlechtskrankheiten, noch ist sie besonders gesund. Eine Teenagerin die zu früh die Pille nimmt, kann im Nachhinein Probleme mit ihrem Hormonhaushalt bekommen und kann unter Umständen unfruchtbar werden. Auch wird ein erhöhtes Krebs-Risiko diskutiert.
Minipille
Die Minipille enthält nur Gestagene und wirkt aufgrund ihres Einflusses auf den Zervikalschleim, während der Eisprung weiterhin stattfindet.
3-Monatsspritze
Hormonimplantate / Depots
Hormon-Spirale
Vaginalring
Beim Vaginalring oder auch Verhütungsring handelt es sich um einen Ring aus medizinischem Kunststoff, der in die Vagina eingeführt und nach drei Wochen wieder entfernt wird. Darauf folgen sieben Tage ohne Ring, in denen eine menstruationsähnliche Blutung einsetzt. Der momentan einzige Vaginalring in Deutschland ist der NuvaRing, der Etonogestrel und Ethinylestradiol enthält.
Die vom Ring kontinuierlich abgegebenen Hormone gehören wie bei der Antibabypille zu den Estrogenen und Gestagenen. Sie werden lokal von der Vaginalschleimhaut aufgenommen, so dass die Hormone niedriger dosiert werden können. Da keine orale Einnahme notwendig ist, entfallen viele Anwendungsfehler. Die Wirksamkeit bleibt auch bei Durchfall oder Erbrechen erhalten, solange diese nicht auf eine Störung der Darmflora zurückzuführen sind, wie z. B. bei Einnahme von Antibiotika. In diesem Fall kann die Wirksamkeit der freigesetzten Hormone verringert sein, ein Empfängnisschutz ist möglicherweise nicht mehr gegeben. Der Vaginalring ist mit einem Pearl-Index von 0,25 bis 1,18 fast so sicher wie die Pille oder die Symptothermale Methode. Er ist in Deutschland rezeptpflichtig.
Kupferbasierte Methoden
Die Wirkung der Kupferspirale wie auch der Kupferkette beruht primär auf der toxischen und inhibierenden Wirkung von Kupferionen auf Spermien und Eizellen, so dass eine Befruchtung effektiv verhindert wird. Kupferionen setzen dabei sowohl Beweglichkeit als auch Lebensdauer der Keimzellen herab. Darüber hinaus verursacht die Spirale als Fremdkörper eine sterile Entzündungsreaktion der Gebärmutterschleimhaut, so dass deren veränderte Beschaffenheit und die von ihr produzierten cytotoxischen Enzyme eine Nidation verhindern.
Die Kupferkette ist auch für Frauen, die noch kein Kind gebohren Haben geeignet.
Da nicht in den Hormonhaushalt der Frau eingegriffen wird ist mit wesentlich weniger Nebenwirkungen zu rechnen. Einige stören sich daran, das der Befestigungsfaden erspürt werden kann, oder sogar den Mann beim Sex "piekt". Desweiteren ist es möglich, dass die Spirale nach dem legen verlohren wird. Nachdem sie einige Zyklen getragen wurde sinkt die Wahrscheinlichkeit die Spirale zu verliehren jedoch rapide.
Die Sicherheit ist im Bereich von hormonellen Verhütungsmitteln.
Für das legen einer Kupferkette ist es wichtig, einen erfahrenen Arzt aufzusuchen. Dafür kann eine Ärzteliste entsprechend Auskunft geben.
Detailierte Informationen finden sich in den Wikipediaartikeln zu Kupferkette und Spirale, desweiteren ist ein Erfahrungsbericht einer Frau verfügbar.
Natürliche Methoden
Bei den natürlichen Methoden der Empfängnisverhütung, auch natürliche Familienplanung genannt, werden die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus der Frau bestimmt, um so ungeschützten Geschlechtsverkehr während der unfruchtbaren Tage ausüben zu können. Während der fruchtbaren Tage wird Enthaltsamkeit (Abstinenz) geübt oder die natürliche Verhütungsmethode durch andere Methoden ersetzt, deren Sicherheit dann separat zu betrachten ist.
Die natürlichen Methoden müssen durch die Frau angewendet werden, da ein gesunder, zeugungsfähiger Mann prinzipiell immer fruchtbar ist.
Hier sei nochmal darauf hingewiesen, dass es wichtig ist während der fruchtbar Zeit anderweitig zu verhüten. Denn die Frau ist darauf ausgelegt, sich möglichst zu vermehren, hat also einen entsprechend stärkeren Libido während der fruchtbaren Zeit.
Laut Stiftung Warentest ist die Symptothermale Methode mit Papier und Bleistift sicherer als jeder Computer. Nachzulesen ist des in dem Test vom 27.07.2000.
Persona
Persona ist ein Verhütungscomputer der die Hormonkonzentration im Morgenurin misst. Oft wird als Vorteil angegeben, dass er durch einfache Symbole anzeigt, ob sicherer Sex ohne zusätzliche Verhütung möglich ist.
Sicherheit
Diese Methode ist mit einem [[1]] von bis zu 10 zu unsicher um zu Verhüten. Sie kann aber genutzt werden, um die fruchtbare Zeit bei Kinderwusch zu bestimmen.
Alternativen
Die Messung des Luteinisierenden Hormons kann auch mit einfachen Teststäbchen geschehen. Diese sind preiswert in Apoteken erhältlich. Diese Teststäbchen funktionieren ähnlich einem Schwangerschaftstest.
Nachteile
- Diese Methode ist unsicher mit einem Pearl Index von 10 (sehr unsicher)
- Das Gerät ist teuer
- Persona eignet sich nicht für Zyklen länger als 36 Tage
Symptothermale Methode
Chirurgische Methoden
Sterilisation beim Mann
Die Unterbrechung der Samenleiter beim Mann; die Operation ist unkompliziert muss aber selbst bezahlt werden und ist meist nicht rückgängig zu machen. Der Libido bleibt erhalten.
Sterilisation bei der Frau
Die Unterbrechung, bzw. Entfernung der Eileiter, die Operation kann nur zum Teil rückgängig gemacht werden.

