Sportmedizin
Zusammenfassung des Projekts [Bearbeiten]
- Zielgruppe:
- Sport- und Medizininteressierte. Grundkenntnisse in Sportwissenschaft, Medizin und Biochemie sind von Vorteil
- Lernziele:
- Grundlegendes Wissen über medizinische Zusammenhänge im Sport
- Buchpatenschaft / Ansprechperson:
- Sind Co-Autoren gegenwärtig erwünscht?
- Unbedingt. Ich kann momentan nur sehr sporadisch hieran weiterarbeiten
- Richtlinien für Co-Autoren:
- Projektumfang und Abgrenzung zu anderen Wikibooks:
- Dieses Buch soll zunächst den medizinischen Einfluß durch Bewegung, Training und Sport erklären, sowie Bewegungsmangel auf gesunde und kranke Menschen untersuchen. Dafür sollen Einführungen in die medizinischen Grundlagen gegeben werden. Das Buch zielt zunächst weniger auf die Erläuterung und Definition verschiedener Sportverletzungen.
- Themenbeschreibung:
- Aufbau des Buches:
Inhaltsverzeichnis [Bearbeiten]
- Einleitung
- Gesundheit
- Zellen, Gewebe, Lymphgefäße, Knochen und Osteoporose
- ZNS - Allgemeine Funktion des Nervensystems
- ZNS - Sensomotorik
- ZNS - Vegetatives Nervensystem
- Stoffwechsel
- Atmung
- Sauerstoffversorgung über Herz und Kreislauf
- Höhenanpassung
- Die anaerobe Lektion
- Ernährung
- Die Körpergewichtsproblematik
- Anpassung, Adaption
- Prävention
- Infektion
- Rehabilitation
- Doping
- Anhang
- Quellenverzeichnis
Einleitung [Bearbeiten]
Gesundheit [Bearbeiten]
Im Griechischen gibt es ein Wort auf das wir hier noch häufiger stoßen werden: λόγος latinisiert lógos. Dieses Wort bedeutet das Wort, die Vernunft, aber insbesondere auch die Lehre. Jedes Fachgebiet, dessen Name mit dem Postfix -logie endet, ist somit die Lehre von ....
Damit können wir auch gleich die erste Wissenschaft herleiten : Die Pathologie.
Die Pathologie ist ein wichtiges Teilgebiet der Medizin. Wir haben gesagt -logos bedeutet die Lehre von. Was bedeutet dann patho... ?
Die Griechen haben mit dem Wort πάθος, latinisiert páthos, die Leidenschaft und das der Leidenschaft innewohnende Wort Leiden bzw. Krankheit besetzt.
Somit ergibt sich für das Wort Pathologie folgende Herkunft: Es bedeutet Lehre von den Krankheiten oder auch die Lehre von den Leiden.
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Genauer gesagt ist die Pathologie die Erforschung und Lehre von Ursachen , der Entstehungsweise, der Verlaufsform und der Auswirkungen von krankhaften bzw. abnormen Einzelphänomenen oder Symptomverbänden sowie von Missbildungen aller Art. |
Pathologisch bedeutet dann die Pathologie betreffend.
Zellen, Gencode, Gewebe, Lymphgefäße, Knochen und Osteoporose [Bearbeiten]
Zellen [Bearbeiten]
Die Zelle (lateinisch cellula = kleine Kammer, Zelle) ist die strukturell sichtbare Einheit aller Lebewesen. Es gibt Einzeller, die aus einer einzigen Zelle bestehen, und Mehrzeller, bei denen mehrere Zellen zu einer funktionellen Einheit verbunden sind.
Es gibt Zellen, die nur einen einfach vorhandenen Chromosomensatz besitzen. Diese Zellen werden haploide Zellen genannt. Haploid deswegen weil es das griechische Wort für "einfach" ist. Also "einfache" Zellen sozusagen.
Nun ja, diese haploide Zellen sind typischerweise in den Spermien zu finden. Und die Spermien wollen ein passende haploide Zielzelle finden, mit der sie ihren Chromosomensatz vereinen können. Diese haploide Zielzelle in der die zwei Chromosomensätze aufeinandertreffen wird Keimzelle genannt. Bei dem Menschen befindet sich diese Keimzelle in Form einer Eizelle im weiblichen Körper.
Die weibliche Eizelle dient durch ihre Chromosomenvereinigung zur sexuellen Fortpflanzung und enthält den passenden Gegenpart der genetischen Anlagen des weiblichen Sexualpartners, welche an den Nachkommen weitergegeben werden.
Betrachten wir die Entwicklung einer Eizelle zum erwachsenen Menschen. Wird diese haploide Zielzelle, die Eizelle befruchtet, so startet der Zellteilungsprozess. Es bilden sich neue Zellen und wieder neue Zellen usw... Die Zellen teilen sich und es kommen neue heraus. Diese neuen Zellen können sich von den alten unterscheiden. Aber warum variieren dabei die Zelltypen ? Warum entstehen bei ein und derselben Ursprungszelle im Zellteilungsprozess nicht zweimal die gleichen Zellen?
Dabei spielt der genetische Code eine Rolle, der jeder Zelle innewohnt. Er stellt sozusagen den "Bauplan" dar, welche Zellen neu gebildet werden. Evolutionär sehr geschickt geregelt wurde nämlich die Selbstständigkeit der Zellen des menschlichen Körpers durch Arbeitsteilung aufgegeben. Die gebildeten neuen Zellen sind oft so speziell, daß sie allein oft nicht mehr vollständig lebensfähig sind.
Für diese Entwicklung gibt es in der Biologie einen Fachterminus der Individualentwicklung oder auch Ontogenese genannt. Die Individualentwicklung wird definiert als die Entwicklung einer befruchteten Eizelle zu einem erwachsenen Lebewesen.
In diesem Werdegang spezialisieren sich die Zellen oder ganze Zellverbände in ihrer Struktur und Funktion. Sie differenzieren sich voneinander.
Differenzierte Zellen sind also im Endeffekt die spezialisierten Zellen die entstanden sind, indem jeder differenzierte Zelltyp jeweils unterschiedliche Aufgaben zu erledigen hat.
Genetische Grundlagen [Bearbeiten]
Da die Basis dieser differenzierten Zellen der Gen-Code ist, kann man sich vorstellen, warum den Gen-Code als Bauplan so entscheidend für den Menschen ist. Er entscheidet grundlegend über die "Qualität" eines Lebenwesens. Man bekommt also durch seine Verwandtschaft gewisse Fähigkeiten mitgegeben, aber auch gewisse Mankos. Hat man die Veranlagung besonders schlau oder sportlich zu sein? Ist man eher kommunikativ, kann man gut sehen? Die Basis legt der Gen-Code. Allerdings auch die Basis für eventuelle Einschränkungen. Das heißt, um Gegenteile der gerade genannten Eigenschaften zu nennen. Ist man eher dazu veranlagt, sich Dinge schwieriger merken zu können, unkreativ zu sein, braucht man sehr lange um sportliche Aktivitäten zu erlernen? Ist man eher schüchtern, braucht man schon sehr früh eine Brille? Die Grundlage ist der Gen-Code. Allerdings entscheidet er nicht allein über die Eigenschaften und Fähigkeiten eines Menschen. Durch unsere Lebensweise sind wir in der Lage auf diesem Code aufbauend, eine eigene Identität zu bilden. Wir können auf der genetischen Grundlage Eigenschaften verbessern, aber auch andere Eigenschaften vernachlässigen, wodurch sie degenerieren. Diesen Zusammenhänge sollte man sich durch den Kopf gehen lassen und daraus seine Vorteile ziehen. Also z.B. ich schaue mir meine Verwandtschaft an. Wie sind Verwandte gestorben? Wie ist es eventuell zu diesem Tod gekommen? Gibt es diese Todesursache häufiger in der Verwandtschaft?
Aus diesen Schlußfolgerungen kann man dann auf erbliche Krankheiten schließen, die mich eventuell durch meine Verbindung über den Gen-Code selbst betreffen. Wenn sie mich betreffen dann kann ich dagegen durch meine Fähigkeit meine Lebensweise zu ändern etwas tun. Ich kann eventuell frühzeitig vorbeugen, um mein Leben auf diese Art und Weise bezüglich diesem Risikofaktor zu verlängern. Beispiel: Seien mehrere Verwandte durch Herzinfarkt gestorben, insbesondere ein oder beide Elternteile. Dann ist es sinnvoll frühzeitig sein Herzkreislauf-System auf Trapp zu bringen, beispielsweise durch Ausdauersport und eine gesunde Lebensweise, mit fettarmer Ernährung und wenig Alkoholkonsum.
Jeder Patient besitzt eine Vorgeschichte auf aktuelle Beschwerden. Diese Vorgeschichte wird als Anamnese griechisch anamnesis für Erinnerung bezeichnet. Bei der Familienanamnese werden bezüglich einer Krankheit die Informationen von Krankheiten aus der Verwandtschaft eingeholt.
Gewebe, Lymphgefäße [Bearbeiten]
Nachdem wir uns nun mit dem Gencode der Lebewesen, der Individualentwicklung und der Differenzierung der Zellen beschäftigt haben kennen wir die Geburt und das Werden von Menschen und der Zellen. Nun wollen wir uns über den Niedergang von Zellen unterhalten.
In mehrzelligen Organismen töten sich Zellen absichtlich. Dies dient in der Regel dazu für die Entwicklung und den Fortbestand des Organismuses unnötige oder hinderliche Zellen gezielt zu entfernen. Man spricht dabei dann vom programmierten Zelltod.
Es gibt zwei Arten des programmierten Zelltods. Wir gehen hier nur auf die sogenannte Apoptose ein. Das ist das generelle "Selbstmordprogramm" der Zellen.
Weil Zellen sich nicht ewig halten, müssen sie zeitlebens ersetzt werden. Dabei dient die Apoptose dem ständigen Ersatz. Das heißt es muß ständig neue Nahrung hinzugefügt werden um das passende Maß an neuen Zellen produzieren zu können. Der Körper braucht dafür z.B. immer ein gewißes Eiweißminimum.
Wir haben also einen Kreislauf aus ständigem Tod und Geburt von neuen Zellen. Zudem eine Arbeitsteilung von verschiedenen Typen von Zellen die jeweils für unterschiedliche Aufgaben im Körper zuständig sind. Nun wollen wir uns den Zusammenhalt, die "Gemeinschaft" der Zellen anschauen:
Ein Gewebe ist eine Ansammlung gleichartig oder unterschiedlich differenzierter Zellen einschließlich des Anteils von Gewebe der zwischen den Zellen liegt.
Die Wissenschaft die sich mit Gewebe befaßt wird als Histologie (griechisch histos=Gewebe) bezeichnet. Histologisch bedeutet: die Histologie betreffend.
Im Gewebe befinden sich oft Flüssigkeiten, die der Körper nicht braucht, nicht mehr braucht oder loswerden will (z.B. Krankheiten). Das Gefäß das diese Aufgabe erledigt wird Lymphgefäß genannt.
Ein Lymphgefäß ist ein Gefäß, dem Blutgefäß vergleichbar. Allerdings dient es nicht dem Transport von Blut, sondern ist für den Abtransport der sich im Gewebe befindenden Flüssigkeit (Lymphe) einschließlich geringer Mengen von Eiweißen verantwortlich.
Bei der Betrachtung der Gewebearten werden vier Grundtypen unterschieden:
- Epithel = Zellschichten, die alle inneren und äußeren Oberflächen bedecken (zB Haut, Schweiß- und Speicheldrüsen)
- Binde- und Stützgewebe = Gewebe, daß für strukturellen Zusammenhalt sorgt und Zwischenräume füllt (zB Knorpel oder Fettgewebe) und im weitesten Sinne weitere spezialisierte Gewebe hervorbringt
- Muskelgewebe = Zellen, die für aktive Bewegung spezialisiert sind
- Nervengewebe = Zellen, aus denen Gehirn, Rückenmark und periphere Nerven aufgebaut sind
Allerdings ist dies nur eine grundlegende Einteilung: der menschliche Körper besteht aus rund 220 verschiedenen Zell- und Gewebetypen.
Gehen wir doch mal ein bisschen genauer auf einige Grundgewebearten ein.
Da haben wir zunächst das Epithel bestehend aus Epithelzellen.
Epithelzellen sind flach bis kubisch und decken dicht aneinander liegend lückenlos Oberflächen ab. Stellen sie sich einfach eine dünnen Haut vor. In mehreren Schichten liegen diese Hautschichten aufeinander und können dabei verhornen. Das kennen wir dann als Schuppung.
Dabei finden sich Epithelzellen an verschiedensten Orten im Körper. Da haben wir zum einen die Epithelzellen als Endothelzellen in der inneren Wandschicht von Lymph- und Blutgefäßen. Das ist eine dünne Schicht. Für Endothelzellen der Blutgefäße wiederum haben wir ein Spezialbegriff: die Intima.
Daneben finden sich Epithelzellen als Schleimhaut in inneren Hohlorganen, z.B. im Verdauungstrakt, aber auch in den Atemwegen, wobei in den Atemwegen eine spezielle Form der Schleimhaut, das Flimmerepithel vorherrscht. Diese Flimmerepithel befinden sich in den Atemwegen z.B. in den Bronchien, aber auch in anderen inneren Hohlorganen wie z.B. in den Eileitern. Zuletzt sei erwähnt, daß mit Epithelzellen auch die Felle gebildet werden. z.B. das Pleura, oder auch Brustfell genannt, welches die Lungen überzieht und die Körperhöhle im Bereich der Brust, die sogenannte Brusthöhle, auskleidet. Ein Teil des Brustfells liegt nur den Rippen an und wird als Rippenfell bezeichnet.
Als nächstes kommen wir zu dem Bindegewebe. Können Sie sich vorstellen für was dieses Gewebe gebaut wurde?
Bindegewebe hat eine andere Struktur als Epithel. Es soll halten, stützen, verbinden und ausfüllen. Bindegewebe besteht zum einem großen Teil aus dem Protein Kollagen. Im menschlichen Körper ist Kollagen mit über 30% am Gesamtgewicht aller Eiweiße, das am meisten verbreitete Eiweiß. Verändert man die Struktur von Kollagen ein wenig kommt man zur handelsüblichen Gelatine.
Ein Teil des Bindegewebes macht die extrazelluläre Matrix aus. Diese sitzt zwischen Zellen, wie eine Art Leim. Die Komponenten der Extrazellulären Matrix, kurz EZM werden von den Zellen hergestellt. Die Zellen scheiden diese Komponenten aus und umgeben sich damit. Fast jedes Gewebe wird durch EZM zusammengehalten. Das Epithel jeder Körperoberfläche sitzt auf einer Proteinschicht, die auch Teil der EZM ist.
Die EZM besteht zu einem großen Teil aus Fasern. Es gibt zwei vorherrschende Fasern. Zum einen die kollagenen Fasern, die den Großteil der Fasern des EZM ausmachen. Daneben gibt es noch sogenannte elastische Fasern, welche zum Teil aus dem Protein Fibrillin, was sich vornehmlich im Bindegewebe befindet und Elastin, welches für Formgebung und Halt verantwortlich ist, aufgebaut sind. Neben den elastischen Fasern und den kollagenen Fasern scheiden Zellen zur Bildung der EZM insbesondere lockere und feste Materialien (z.B. Knorpelsubstanz) aus.
Da die Zellen diese Ausscheidungen für ihre Stabilität erledigen und Zellen das Grundgerüst des Menschen sind, erkennen wir auch warum die EZM über unseren gesamten Körper verstreut liegen muss und warum Kollagen als Hauptbestandteil der EZM ein so großen Gesamtanteil an unseren Proteinen und am menschlichen Bindegewebe hat.
Das Bindegewebe wird in lockeres und straffes Bindegewebe unterschieden.
Lockeres Bindegewebe dient der Strukturverschieblichkeit, bildet Polster oder verbindet Organe. Zum Beispiel werden die Adern verschieblich im Umfeld damit fixiert. Straffes Bindegewebe findet sich in den Sehnen, in sogenannten Gelenkkapseln (Hüllen um Gelenke) und in den Gelenkbändern (welche meistens bei Gelenken die Freiheitsgrade bestimmen).
Knochen [Bearbeiten]
In den Bereich von Bindegewebe wird auch das sogenannte Stützgewebe gezählt. Mit Stützgewebe sind die Knochen und Knorpel gemeint. Stützgewebe heißt es deshalb, da dieses Gewebe eine Trage- und Haltefunktion inne hat. Stütz- und Bindegewebe sind zwar in Struktur und Funktion stark verschieden, fallen aber in eine Gruppe, da sie in Entwicklung und Aufbau entscheidende Gemeinsamkeiten haben.
Knochen sind ein besonders hartes Stützgewebe. Es gibt die verschiensten Arten von Knochen. Hier ein paar wichtige:
- Röhrenknchen sind lange Knochen, z.B. Oberschenkelknochen, die Elle oder das Schienbein
- platte Knochen z.B. am Schädel oder Becken
- Sesambeine sind kleine rundliche Knochen z.B. Kniescheibe
Um spätere Begrifflichkeiten leichter zu verstehen halten wir fest: Das lateinische Wort für Knochen ist Os. Das griechische Wort ist οστούν, was meist mit Ost, Oste oder Osteo übersetzt wird. Und nebenbei: das alte germanische Wort für Knochen ist Bein. Das sieht man heute z.B. noch in den Wörtern Brustbein oder Steißbein, nicht zu vergessen im englischen bone. Dazu zum Beispiel einer der Zaubersprüche aus Merseburg aus dem 9./10. Jh. (der der Pferdeheilung dienen sollte):
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ben zi bena, |
Knochen zu Knochen |
Knochen haben die Aufgaben den Körper zu stützen, sowie innere Organe zu schützen. Außerdem bilden sie rote Blutkörperchen, Blutplättchen und weiße Blutkörperchen.
Grundlage für Knochen sind die Knochenzellen.
Für Aufbau von Knochen sind insbesondere die Osteoblasten wichtig. Sie lagern sich an Knochen als Ausläufer hautschichtartig an und bilden die Grundlage für neue Knochensubstanz indem sie für diese notwendige Komponenten ausscheiden. Bei diesem Ausscheidungsprozess verändern sie sich zu einem Gerüst aus nicht mehr teilungsfähigen Osteozyten. Diese Osteozyten sind in diesem Stadium vollständig von Knochenmatrix umgeben. Das Grundgerüst mineralisiert dann langsam und wird mit Calcium aufgefüllt. Aus Osteoblasten werden also Osteozyten und aus diesen wird der Knochen gebildet. Die Knochensubstanz die dabei zunächst von den Osteoblasten und dann Osteozyten ausgeschieden wird besteht aus den folgenden Komponenten:
- Kalksalze in Form von Sulfaten oder Karbonaten
- Fluor
- das sogenannte Ostein.
Fluor schützt als Fluorid z.B in den Zähnen vor Zahnkaries und härtet den Zahnschmelz.
Ostein ist eine organische Substanz die für die Elastizität des Knochens verantwortlich ist.
Fluor wie auch andere chemische Stoffe wie Chrom, Eisen, Iod, Kupfer, Selen und Zink z.B. sind Spurenelemente. Spurenelemente sind chemische Stoffe von denen dem Körper weniger als 50 mg pro Tag zugeführt werden müssen, damit dieser seine lebenswichtigen Stoffwechsel-Funktionen fortführen kann. Ein gutes Beispiel für Zuführung von Spurenelementen ist ein Glas Weizen-Bier. Man wirds nicht glauben, aber ein Glas Weizen deckt fast alle Spurenelemente für den Tag.
Osteozyten bzw. die Vorstufe die Osteoblasten sind durch Blutadern mit dem Stoffwechsel verbunden. Dieser erledigt die Aufnahme, den Transport und die chemische Umwandlung von Stoffen , sowie die Abgabe von Stoffwechselendprodukten. So liegen die Osteoblasten im Wechselspiel mit den Blutadern für den Stoffwechsel in Höhlen und Kanälen.
Für den Abbau des Knochens sind die Gegenspieler der Osteoblasten die Osteoklasten verantwortlich. Diese zwingen den Knochen zum Abbau.
Osteoklasten wie Osteoblasten bestimmen darüber ob Osteozyten gebildet oder abgebaut werden. Es geht um ein Gleichgewicht beider, aber auch um Dominanzen des einen oder anderen. Überwiegen die Osteoblasten so haben wir ein Knochenwachstum, z.B. für Bruchheilung oder für einen Umbau bei veränderter Belastung des Knochens.
Mit dem Alter werden die Knochenzellen der Osteozyten knapper. Das Verhältnis von Knochenaufbau zu Knochenabbau verändert sich in Richtung Knochenabbau.
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Ab ci. dem 30 Lebensjahr haben wir einen Verlust von ci. 1% Knochenmasse pro Jahr. |
Die Knochen werden poröser und wir besitzen im zunehmenden Alter immer weniger davon.
Wir halten fest:
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Eine medikamentöse Verhinderung des krankhaften, also pathologischen Abbaus von Knochen hat immer das Ziel, Osteoblasten zu fördern und Osteoklasten zu hemmen. |
Wir erinnern uns:
Wegen der Apoptose, einem programmierten Zelltod, muss ständig neue Nahrung hinzugefügt werden, um genügend neue Zellen bilden zu können. Dafür ist z.B. immer ein gewisses Eiweißminimum immer Körper zu halten.
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Auf die Knochen bezogen bedarf der Körper eines Miminums an Calcium. Dieser Calciumbedarf liegt bei ci. 1g pro Tag |
Fehlt in der Nahrung Calcium so kann kein Knochen aufgebaut werden. Für die regulierte Versorgung des Knochens mit Calcium ist Vitamin D verantwortlich. Dieses wird vom Körper mit Hilfe des Sonnenlichts aufgebaut, findet sich aber auch z.B. in Lebertran. Als letzte Variante ist es auch als Vitamin-D Arznei zu beziehen.
In einem gesunden Körper sitzen konstant ci. 1000 mg Calcium, davon sind 99% in den Knochen. Der Rest ist im Blutspiegel und in den Weichteilen , wie zum Beispiel in den Muskeln.
Damit das Blut aus den Knochen in den Blutspiegel und von dort z.B. in die Muskeln kommen kann besitzt der Körper ein eigenes Hormon, das sogenannte Parathormon. Es erhöht also den Calciumspiegel im Blut. Dieses Hormon wird in den Nebenschilddrüsen gebildet, die beim Menschen in der Nähe der Schilddrüsen liegen. Die Schilddrüsen wiederum sind Haupthormondrüsen, die beim Menschen schildartig unterhalb des Kehlkopfes liegen. Also: Das Parathormon entzieht dem Knochen Calcium und führt dieses dem Blut zu, welches dieses zum Beispiel den Muskeln zukommen lassen kann.
Der Gegenspieler zum Parathormon ist das Calcitonin. Dieses wird nicht wie das Parathormon in den Nebenschilddrüsen gebildet, sondern in der Hauptfabrik für Hormone, in den Schilddrüsen selber. Es senkt den Blutcalciumspiegel und hemmt die Calciumfreisetzung aus den Knochen.
Der Knochen hat also neben seiner Stützfunktion die Aufgabe als ein Speicherorgan für Calcium den Bedarf des Blutes und der Weichteile zu decken.
Es gibt zwei Arten von Ausprägungen der Knochensubstanz
- die substantia comptacta
- die substantia spongiosa
Die substantia compacta bildet die äußere Schicht der Knochen.
Die substantia spongiosa liegt im Innern der Knochen und wird nach Außen hin von der substantia compacta umhüllt. Es handelt sich um ein schwammartig aufgebautes System von feinen Knochenbälkchen auch Trabekel genannt. Die Spongiosa bildet ein engmaschiges Netz, wobei die meisten Bälkchen entlang der wichtigsten Belastungslinien angeordnet sind.
Das Bauprinzip der Spongiosa ermöglicht:
- die Einsparung an Knochensubstanz bei ausreichend hoher Stabilität
- ein geringes Gewicht
- die Möglichkeit zur Anpassung an dynamische Belastungssituationen durch aktive Modellierung
- die Unterbringung des Knochenmarks
Die Trabekel der Spongiosa richten und ändern sich nach Belastung. Überhaupt:
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Knochen werden durch Belastung stark, durch Untätigkeit schwächer |
In den Hohlräumen der Spongiosa findet sich das sogenannte Knochenmark. Knochenmark ist ab Ende des vierten Embryonalmonats das wichtigste blutbildende Organ des Menschen. Hier werden fast alle Blutzellarten gebildet. Man unterscheidet:
- rotes Knochenmark
- gelbes Knochenmark (Fettmark)
- weißes Knochenmark (Gallertiges Knochenmark)
Nur im roten Knochenmark finden sich blutbildende Zellen.
Im gelben Knochenmark sind besonders große Mengen Fett in die Zellen eingelagert, wodurch das Mark gelb wirkt. Gelbes Knochenmark kann keine Blutzellen produzieren, kann vom Körper aber bei starkem Blutverlust wieder zu rotem Knochenmark umgewandelt werden.
Im weißen Knochenmark sind die Fetteinlagerungen durch Wasser ersetzt, daher das gallertige Aussehen. Weißes Knochenmark kann nicht mehr zu rotem Knochenmark umgewandelt werden, es ist also eine irreversibel degenerierte Form des Marks. Diese Variante des Knochenmarks findet sich meist bei Greisen oder Schwerkranken.
Osteoporose [Bearbeiten]
Vorhin hatten wir erwähnt, das ab dem 30. Lebensjahr ein Knochenverlust von ci. 1% Knochenmasse seiner Knochenmasse pro Jahr stattfindet. Es gibt nun die Erscheinung, daß deutlich mehr als 1% abgebaut werden. Dies ist eine häufig auftretende Alters-Erkrankung des Knochens, die ihn für Brüche anfälliger macht. Der Fachbegriff dafür heißt Osteoporose. Eine Zusammensetzung aus den beiden griechischen Wörtern osteo="Knochen" und poros="hart".
Osteoporose hat dabei zahlreiche Ursachen. Folgende seien hier genannt:
- Bewegungsmangel
- erbliche Komponente
- Mangel an Sexualhormonen
- bösartige Erkrankungen des Knochenmarks
- Schilddrüsenüberfunktion
- Störung der Nebenschilddrüse
- Ernährungsfehler
- Untergewicht
- Tabakrauch
- übermäßiger Alkoholkonsum
Bewegungsmangel [Bearbeiten]
Durch Bewegung auftretende Maximalkräfte wird die Knochenmasse und die Knochenfestigkeit vergrößert. Bleibt dies aus, verringert sich Knochenmasse und Knochenfestigkeit. Der Knochen benötigt also Belastung.
Erbliche Komponente [Bearbeiten]
Familiäre Veranlagungen spielen eine Rolle. Wenn in der Familie Osteoporose vorliegt, ist die Gefahr deutlich erhöht.
Mangel an Sexualhormonen [Bearbeiten]
Hierbei handelt es sich um eine Störung zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau. Hierzu zählt die postmenopausale Osteoporose, auf die wir gleich eingehen werden.
Osteoporose kann früh beginnen, entwickelt sich schleichend und tritt dann in der Regel in höheren Lebensjahren auf, häufig mit einem spürbaren Stadium ab 60 und einer einige Jahre darauf folgenden schwerpunkthaften Belastung. Was dann folgt, ist der Knochenbruch als trauriger Höhepunkt. Das kann dann z.B. ein sogenannter Schenkelhalsbruch sein, eine der häufigsten Osteoporosebrüche.
Die Schenkelhalsbruch tritt in Nähe des Hüftgelenks auf, wobei der Oberschenkelknochen bricht. In der Abbildung rechts ist der Bereich wo dieser Bruch auftritt mit Hals, englisch "neck" bezeichnet. Meistens passiert der Bruch, indem die Person auf die Seite stürzt.
In Deutschland geht man von 6-7 Millionen Osteoporosen aus. Das ist eine Dimension, die der Zuckerkrankheit Diabetes nicht nachsteht.
Der Knochenbruch kann bei Osteoporose ohne großes Unfallereignis passieren. Man hustet z.B. und der Brustwirbel bricht. Das kann soweit führen, daß die Wirbel sich derart verändern, daß der Rücken eine immer rundere Form bekommt. Es entsteht ein sogenannter Rundrücken oder auch Kyphose genannt. Wir kennen ihn im Volksmund als Witwenbuckel bei älteren Frauen.
Wir halten fest: Der Knochenbruch ist das markante Merkmal der Osteoporose.
Als solches ist im Zusammenhang mit Krankenkassen zu beachten: Krankenkassen bezahlen erst eine bestehende Osteoporose, wenn der erste Bruch auftritt!
Bei Frauen bezeichnet man das physiologische Aufhören der Menstruation als Menopause, das die Fruchtbarkeit der Frau beendet. Sie ist verursacht durch eine nach und nach abnehmende Funktion der Eierstöcke.Die natürliche Menopause tritt gewöhnlich zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein, durchschnittlich im Alter von 50 bis 51 Jahren. Die Umstellung vor und nach der Menopause wird als Klimakterium, trivial auch als Wechseljahre bezeichnet. Das Defizit der Östrogenproduktion aus den Eierstöcken kann Osteoporose bewirken. In zurückliegendere Zeit war die arzneiliche Gabe von Östrogen Goldstandard. Heute ist man da zurückhaltender,weil Östrogen die Bildung von Brustkrebs fördert.
Es ist heutzutage möglich vor dem Bruch Osteoporose zu diagnostizieren, indem man die Knochendichte mißt. Dieses Verfahren ist aber ungenau, denn es gibt eine Breite Überlappung der Knochendichte des unteren Bereichs der Norm mit dem oberen Bereich der krankhaften Brüchigkeit.
Wird eine abnormal geringere Knochendichte diagnostiziert, wird Prävention verordnet. Die kann auf die oben genannten Ursachen bezogen, folgendermaßen aussehen:
Bewegungsmangel: Es gibt sportliche Bewegungsprogramme, die den Knochen stärken. Robuste Bewegung mag wirksamer sein als Spaziergänge.
Calcium und Vitamin-D Mangel Hier wird entsprechende Ernährung verordnet. Also z.B. 1l Milch pro Tag,Käse und Fischöl, dazu Calcium und Vitamin-Medikamente, sowie Sonnenlicht. Letzteres, da der Mensch ein Großteil seines Vitamin D Bedarfs durch Sonnenbestrahlung über die Haut gewinnt.
Erbliche Komponenten: Hier gilt es die familiäre Vorgeschichte zu beachten, also Familienanamnese zu betreiben.
Mangel an Sexualhormonen:
In der Therapie werden heutzutage vor allen Dingen sogenannte Biophosphonate eingesetzt. Da die Einnahmeprozedur sehr viel Aufwand erfordert, hat man Präparate geschaffen, die nur einmal in der Woche genommen werden müssen bzw. inzwischen gibt es auch die Möglichkeit sie einmal im Monat nur einzunehmen.
Bei weiterer fortschreitender Osteoporose wird zuletzt die Sturzprophylaxe immer wichtiger. Wie wir gesehen haben führt der Sturz älterer Menschen schnell zum Bruch (z.B. Schenkelhals). Also schützt man die Hüftregion durch Polsterung. Wichtig ist ein Training der Fitness: Kraft, Koordination und Reaktion, aber auch weitere Kondition. Hierbei gibt es eigene Programme im Sport.
ZNS : Allgemeine Funktion des Nervensystems [Bearbeiten]
ZNS : Sensomotorik [Bearbeiten]
ZNS : vegetatives Nervensystem [Bearbeiten]
Stoffwechsel [Bearbeiten]
Atmung [Bearbeiten]
Sauerstoffversorgung über Herz und Kreislauf [Bearbeiten]
Höhenanpassung [Bearbeiten]
Die anaerobe Lektion [Bearbeiten]
Ernährung [Bearbeiten]
Die Körpergewichtsproblematik [Bearbeiten]
Anpassung, Adaption [Bearbeiten]
Prävention [Bearbeiten]
Infektion [Bearbeiten]
Rehabilitation [Bearbeiten]
Doping [Bearbeiten]
Anhang [Bearbeiten]
Kalorienvergleich im Sport [Bearbeiten]
Typische Sportverletzungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten [Bearbeiten]
Ernährungstabellen [Bearbeiten]
- Calcium
- Vitamin D
