Survival/ Grundwissen
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Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Wichtige Gegenstände und Fertigkeiten
[Bearbeiten] Ausrüstung
Werkzeuge und Helferlein
[Bearbeiten] Fortbewegung
[Bearbeiten] Feuermachen
Sicherheitshinweise: Feuer nicht unbeaufsichtigt lassen. Den Boden und das Umfeld einer Feuerstelle von brennbaren Materialien befreien. Die Feuerstelle mit nicht brennbaren Material ( Steine, Sand) umzäunen. Auf den Funkenflug achten. Keine Brandbeschleuniger ( Spiritus, Benzin) zum Anzünden verwenden. Vor dem Verlassen der Lagerstelle das Feuer richtig löschen.
Feuer ist eine der wichtigsten Säulen des Überlebens. Stellen wir uns nur einmal unsere Zivilisation ohne Feuer vor. Wir hätten keinen Strom, kein Licht, keine Heizung und auch keine warmen Speisen mehr. Genau diese Aufgaben hat das Feuer in der Wildnis auch. Es gibt uns Wärme und Licht und damit Hoffnung und Zuversicht. Es trocknet nasse Kleidung und macht manche Nahrungsmittel erst genießbar.
[Bearbeiten] Feuerstarten:
Zum Starten eines Feuers benötigt man einen trockenen brennbaren Stoff mit einer möglichst großen Oberfläche. Dies sind zum Beispiel: Heu, Stroh, Laub, Späne, Reisig, Watte, Zunder. Diese werden zu einem lockerem Bündel oder Häufchen geschichtet und dann gezündet. Durch leichtes pusten kann aus der Glut ein Feuer entfacht werden. Zur Erzeugung der Start Energie benutzt man am besten ein Feuerzeug oder Zündhölzer. Sind diese nicht vorhanden wird es komplizierter. Es gibt zwei Methoden die erfolgsversprechend sein könnten, der Feuerbogen und der Flintstein. Beim Feuerbogen wird ein Rundholz auf einer Holzplatte gerieben. Um das Rundholz zu beschleunigen wird ein Flitzebogen verwendet. Damit das Rindholz nicht auf der Platte „ tanzt“ muss die Holzplatten mit einer Bohrung versehen werden die das Rundholz führt. Es ist darauf zu achten das die Härte des Rundholzes höher ist als die der Platte. Zur übernahmen der Glut wird am besten Zunder vom Echten- Zunderpilz, einem Baumpilz, genommen. Bei der Verwendung eines Flintsteins ( Feuerstein) werden mit einem Stück Stahl Funken vom Stein auf Zunder oder Watte geschlagen. Die Watte entzündet sich schneller wenn sie mit Benzin getränkt ist.
Das Holz für ein Feuer muss möglichst trocken sein. Wenn kein trockenes Holz zu finden ist nimmt man am besten Birkenholz , besonders die Rinde, oder harzreiche Hölzer. Wenn man trockenes Holz braucht, und alles nass ist einfach einen fauligen Stamm suchen. Die ersten Lagen des Holzes wegschlagen und unter dem nassen fauligen kommt trockenes Holz, welches relativ gut brennt.
[Bearbeiten] Feuerstellen:
[Bearbeiten] Gitterfeuer:
Holzscheite oder Äste werden nebeneinander in einem Abstand von ca. 10 cm ausgelegt. Danach werden weiter Schichten jeweils um 90 Grad versetzt, sich nach oben verjüngend, zu einer Pyramide mit quadratischer Grundfläche auf geschichtet. Diese Art des Feuers dient in erster Linie als Wärmefeuer. ( Zeichnung)
[Bearbeiten] Köhlerfeuer:
Man stellt etwa daumendicke Äste, wie auf dem Bild zu erkennen ist, auf. Von außen werden dann in mehreren Schichten dicker werdende Äste angelegt. Der Hohlraum in der Mitte wird mit Reisig, Stroh, Heu, Zunder, Spänen usw. gefüllt. Ein Köhlerfeuer kann auch in einer Grube entfacht werden. So dient es als Kochfeuer und ist vor Wind geschützt.
(Skizze)
[Bearbeiten] Jägerfeuer:
Zuerst wird ein Haufen aus Reisig, Stroh, Heu, Zunder und/oder Späne geformt. Darauf werden dünne Äste sternförmig über dem Haufen gelegt. Nach dem das Feuer brennt können stärkere Äste aufgelegt werden.
(Skizze)
[Bearbeiten] Dosenfeuer:
Als Feuerstelle in einer Unterkunft oder zum Transport von Feuer von Lager zu Lager, um Streichhölzer zu sparen, eignet sich das Dosenfeuer. Dazu wird eine Dose im unteren Bereich mit kleinen Löchern versehen ( dazu eignet sich die Ahle am Offiziermesser). Mit dem Deckel kann die Intensität des Feuers geregelt werden. Zum Transport wird der Deckel geschlossen um so Glut zu Transportieren die dann am neuen Lagerplatz neu entfacht werden kann. Achtung: Bei Feuerstellen in einer Unterkunft besteht die Gefahr einer CO-Vergiftung.
(Skizze)
[Bearbeiten] Kochstellen:
Aus einer Feuerstelle kann mit wenigen Maßnamen auch eine Kochstelle machen. Dies kann ein einfacher Stock sein der einen Topf über dem Feuer hält bis hin zu einem kunstvoll geformten Lehmofen.
(Skizzen)
[Bearbeiten] Nahrungsbeschaffung:
Der Mensch kann etwa 3 Minuten ohne Luft, 3 Tage ohne Wasser und 3 Wochen ohne Nahrung auskommen. Hier nach entscheidet sich die Wichtigkeit der Beschaffung. Das bedeutet in Situationen in der die Luft knapp werden kann ( Tauchen, Feuer) versucht man zuerst an frische Luft zu kommen. Da Luft meistens ausreichend zu Verfügung steht ist Trinkwasser unser Problem Nummer eins.
[Bearbeiten] Wasser
Es gibt verschiedene Methoden an Wasser zu kommen. Am einfachsten ist es wenn ausreichend Oberflächenwasser zur Verfügung steht. Das Wasser muss aber gereinigt werden. Als erstes muss des Wasser gefiltert werden. Ein Filter baut man in dem man eine Dose ( unten mit einem Ablaufloch), Ärmel oder Hosenbein ( Bitte nicht abschneiden um die Kleidung weiter benutzen zukönnen) nimmt. Das Hosenbein oder der Ärmel werden unten zugebunden und dann schichtweise abwechselnd mit feinem Sand und Holzkohle gefüllt. Das Wasser wird oben in das Filter eingeschüttet und nach dem Filterdurchgang aufgefangen. Das gefilterte Wasser muss jetzt noch abgekocht werden um Bakterien abzutöten. Schwieriger wird es wenn nicht genügend Oberflächenwasser zur Verfügung steht. Eine Methode ist es nach Wasser zugraben. Erfolgsversprechende Stellen sind feuchte Wiesen, alte Fluss oder Bachläufe, Senken oder am Fuß von Hügeln. Stehen eine Folie, ein Tarp oder Ähnliches zur Verfügung kann man versuchen Regenwasser aufzufangen. Zur Wassergewinnung aus Pflanzen sammelt man grüne Pflanzen und steckt sie in einen Plastiksack. Den Sack legt man dann in die Sonne und wartet bis sich Kondenswasser im Beutel sammelt. Um an einen Schluck Wasser zu kommen kann man sich Tücher um die Sprunggelenke wickeln und dann damit über eine mit Morgentau bedeckte Wiese laufen. Durch auswringen der Tücher kann man an eine Tasse Wasser kommen. Um seinen Durst zu löschen kann man Früchte, auch unreife, ausdrücken oder aussaugen.
[Bearbeiten] Wasserentsalzen
Steht nur Salz oder Brackwasser zu Verfügung muss dieses entsalzen werden. Dazu gräbt man eine Grube an einer sonnigen Stelle. In die Grube stellt man eine Schale mit Salzwasser und eine leere Schale in die Mitte. Nun bedeckt man die Grube mit einer Folie. Oberhalb der leeren Schale legt man einen Stein auf die Folie so das hier der tiefste Punkt der Folie ist. So läuft das Kondenswasser an diese Stelle und tropft in die leere Schale. Auf diese Weise kann auch Wasser aus Urin gewonnen werden. Das Wasser ist jedoch komplett entsalzen (Destilliert). Wenn dieses Wasser über viele Tage das einzig trinkbare ist, empfiehlt es sich, das Wasser mit einer geringen (!!!!) Menge Salz zu versehen so das der Mineralgehalt aufrecht erhalten werden kann.
[Bearbeiten] Nahrung
Die Natur stellt uns eine Vielzahl von essbaren Dingen bereit. Für uns stellt sich nun die Frage was ist essbar und was nicht. Am günstigsten ist es wenn wir wissen was Essbar ist und was nicht. Wenn wir die Pflanzen nicht kennen gibt es zwei Methoden um herauszufinden was essbar ist und was nicht. Die erste ist es den Tieren nach zumachen. Am besten den Vögeln. Hier bei beobachtet man die Vögel und schaut was sie Essen diese Dinge sind dann meistens auch für Menschen genießbar.
Bei einer sichereren Methode tastet man sich schrittweise an die unbekannte Pflanze heran. Zuerst probiert man die kleinste Menge außerhalb des Körpers und wartet dann einige Stunden ab ob sich negative Anzeichen (Übelkeit, Ausschlag, Durchfall, Kopfschmerzen ect.) einstellen. Danach erhöht man die Menge schrittweise bis man sicher ist das es Genießbar ist. Das funktioniert nicht bei Pilzen – Lebensgefahr!
[Bearbeiten] Genießbarkeitstest für unbekannte Pflanzen
Dieser Test ist nur in Notfällen ratsam und wenn Sie einigermaßen über giftige Pflanzen Bescheid wissen. Versuchen Sie nur Pflanzen, die Sie zumindest grob einordnen können. Bestimmte Gewächse können bereits bei den ersten Tests zum Tode führen!
Sollte sich bei den einzelnen Schritten eine Reaktion zeigen, ist der Test sofort zu beenden.
- Bringen Sie die Innenseite Ihres Unterarms mit einem kleinen Stück der Pflanze in Kontakt und warten Sie eine Stunde lang auf eine Reaktion.
- Reiben Sie ein kleines Stück der Pflanze auf die Innenseite Ihres Unterarms und warten Sie eine Stunde lang auf eine Reaktion.
- Bringen Sie Ihre Lippen und Zunge mit einem kleinen Stück der Pflanze in Kontakt und spucken Sie anschließend aus. Warten Sie eine Stunde lang auf eine Reaktion.
- Nehmen Sie ein dünnes winziges Stück, etwa 1/2 cm x 1/2 cm der Pflanze in den Mund, kauen Sie es und spucken es anschließend aus. Warten Sie eine Stunde lang auf eine Reaktion.
- Schlucken Sie ein eben so dünnes winziges Stück, etwa 1/2 cm x 1/2 cm der Pflanze. Warten Sie volle 24 Stunden lang auf eine Reaktion.
- Schlucken Sie ein etwas größeres Stück, etwa 1/2 cm x 1/2 cm x 1/2 cm von der Pflanze. Warten Sie weitere 24 Stunden lang auf eine körperliche Reaktion.
- Schlucken Sie ein etwa 2 cm x 2 cm x 2 cm großes Stück von der Pflanze. Warten Sie weitere 24 Stunden lang auf eine Reaktion.
- Wiederholen Sie den letzten Schritt.
- Wenn sich bis jetzt keine negativen Reaktionen gezeigt haben, ist die Pflanze wahrscheinlich genießbar.
[Bearbeiten] Früchte und Samen
Neben den Kulturpflanzen sollte man noch eine Reihe in der Wildnis vorkommende Pflanzen kennen. Die hier aufgelisteten Pflanzen stellen nur einen kleinen Auszug aus den essbaren Pflanzen dar. Tipp: Beschafft euch einen Naturführer und macht euch mit den Pflanzen der Wildnis vertraut.
Grassamen, Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern, Beeren, Heidelbeere, Brombeeren, Heckenrose Hagebutten, Himbeeren, Schlehe, Sanddorn, und Andere. Für Salate oder in Suppen : Gänseblümchen, Löwenzahnblätter, Huflattich, Sauerampfer, Brunnenkresse, Feldsalat, weiße Taubnessel, Klee, Schilf u.a..
[Bearbeiten] Tierische Nahrungsmittel
Tierische Nahrung dient dem Menschen als Eiweißquelle und hat einen hohen Energiegehalt. Als relativ einfach zu beschaffende tierische Nahrung gelten Insekten und Vogeleier. Die Insekten werden am besten geröstet. Raupen sind nicht essbar. Vogeleier müssen hart gekocht werden (mind. 10 Minuten).
Kleine Tiere können mit einer Drahtschlinge gefangen werden. Das es sich hierbei um eine nicht sehr waidmännische Fangmethode handelt muss im Notfall zurücktreten. Die Schlinge legt man am besten in einem Wildwechsel aus. Man erkennt sie an Trampelfaden in Wiesen und im Unterholz. Die Fallen müssen häufig kontrolliert werden um das Leiden eines gefangenen Tieres kurz zuhalten. Kein Fleisch von verendeten oder kranken Tieren essen: Infektionsgefahr!
Zubereitung: Die Tiere werden vom After her über Bauch und Brust bis zum Kopf aufgeschnitten. Dann werden die Eingeweide herausgenommen. Das Häuten der Tiere ist nicht unbedingt nötig. Das Tier wird dann mit Lehm eingestrichen und in die Glut des Feuers gelegt bis das Fleisch durch ist. Gehäutete Tier oder Fleischstücke werden erst in Blätter gewickelt und dann mit Lehm bestrichen. Die Lehmschicht verhindert, dass der Fleischsaft und das Fett aus dem Fleisch fließen.
Um Fleisch haltbar zumachen kann man es räuchern. Dazu schneidet man es in schmale Streifen und hängt sie in den Rauch eines schwelenden Feuers. Am besten verwendet man zum Räuchern Buchen- oder Wacholder-Holz.
Vorsicht ist bei Fleisch von fleischfressenden Tieren (Schweine, Füchse, Dachse, Hunde, Katzen etc.) geboten. Diese Tiere können Trichinen enthalten. Das Fleisch muss mindestens eine Stunde gekocht werden.
Fische werden am besten mit Reusen gefangen. Siehe dazu Kap. Improvisierte Ausrüstung Zubereitet werden sie wie oben beschrieben in einer Lehmhülle.
Die Bauchhöhle von Fischen und kleinen Tieren kann zur Geschmacksverbesserung mit Wildkräutern gefüllt werden. Das sind zum Beispiel: Wilder Kümmel, Meerrettich, Sauerampfer, Brunnenkresse, Wacholderbeeren, junge Tannenspitzen.
[Bearbeiten] Camps bauen
Ein Lager dient als Schutz vor den Elementen. Das heißt, es soll uns vor Kälte, Wind, und Regen schützen. Gegen Wind und Regen schützen uns Unterstände einfachster Bauart. Dabei ist die Beschaffenheit des Lagerplatzes mit einzubeziehen. Das Lager sollte beispielsweise nicht in einer Kuhle liegen, da sich hier Regenwasser sammeln kann. Vor Wind schützen Büsche oder Erdwälle an der Wetterseite des Lagers, Bäume mit dichter Krone Schützen vor Regen und Schnee; ebenso gilt es bei längeren Aufenthalt zu beachten, dass es nach dem Regen unter Bäumen noch lange nachtropft, gleiches gilt bei Tauwetter. Eine Lager auf einer Lichtung wäre hier vorteilhafter.
Als Baumaterial für Unterstände dienen Stöcke und Nadelholzäste, wasserdichte Planen (Tarpaulin o. Persenning), der Poncho, Bindematerial wie Schnürsenkel o. junge Wurzeln. Die Schlafstelle muss mit Laub, Gräsern oder Nadelholzzweigen ca. 20 cm dick ausgelegt sein, damit man die Körperwärme nicht an den Boden verliert. Mit etwas Moos kann man sich das ganze auch noch etwas kuschelig auspolstern, damit man nicht direkt auf den Tannennadeln schlafen muss.
In der Nähe des Lagers sollten Wasser und Nahrung zu finden sein.
[Bearbeiten] Klimate
Unter Klima versteht man den Durchschnitt aller Wetterereignisse, die die Witterung an einem bestimmten Ort der Erde prägen. An jedem Punkt der Erde herrscht ein anderes Klima. Von sehr kalt bis brütend heiß ist das gesamte Spektrum auf unserem Planeten zu finden. Das Klima prägt die Flora und Fauna (einschließlich der Menschen), die Kultur und das alltägliche Leben. Jedes Klima der Erde stellt spezielle Anforderungen an Mensch und Ausrüstung. Aus "survivaltechnischer" Sicht ist es günstig, die verschiedenen Klimate unter Beachtung der Schwere des Überlebens zu betrachten. Es gibt Klimazonen, in denen es einfach ist, zu überleben (an der See) und welche, die ein Überleben ohne spezielle Ausrüstung fast unmöglich machen (jenseits des Polarkreises, Wüsten).
[Bearbeiten] Klimazonen und Eigenschaften
Es folgt eine kleine Exkursion in die Theorie der verschiedenen Klimate der Erde. Wer Aktionen in seinem näheren Umfeld (Mitteleuropa) plant, kann diesen Teil überblättern. Das vermittelte Wissen ist zum Überleben nicht essentiell, aber durchaus von Nutzen.