Traktorenlexikon: Heinrich Lanz HL
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Der ab 1921 gefertigte HL war der erste der legendären Bulldogs der Heinrich Lanz AG in Mannheim. Sein Konstrukteur war Dr. Fritz Huber. Gelegentlich wird der HL als "erster Dieseltraktor der Welt" bezeichnet. (Die Bezeichnung HL stand für Huber/Lanz.) Zwar konnte er mit Dieselkraftstoff betrieben werden, das Arbeitsprinzip seines Motors entsprach aber nicht dem des von Rudolf Diesel entwickelten Selbstzündermotors, sondern im wesentlichen dem des von dem Briten Herbert Akroyd Stuart entwickelten Glühkopfmotors. Hierbei wurde der Kraftstoff in einem heißen, ungekühlten Teil des Zylinderkopfes, dem sogenannten Zündsack, aufgrund des Leidenfrostschen-Phänomens verdampft, dies ermöglichte den Betrieb der Zugmaschine mit schweren Ölen, die einen hohen Zündpunkt haben, wie verschwiedene Pflanzenöle, Ablassöl oder Teeröl. Diese Kraftstoffe waren wesentlich günstiger als Benzin, daher bewarb die Firma Heinrich Lanz den Bulldog als "Schweröl-Selbstfahrer". Aufgrund der Schlitzsteuerung des Motors, waren weder Ventile noch eine Nockenwelle erforderlich, was eine einfache und robuste Bauweise zuließ. Zum Anlassen des Motors musste der Kraftstoff im Zündsack mit einer Lötlampe vorgeheizt werden, abhängig von den Außentemperaturen und dem verwendeten Kraftstoff dauerte dies bis zu 20 Minuten, bevor der Traktor am Schwungrad angeworfen wurde. Da es unmöglich ist den Kolben über den oberen Totpunkt zu bewegen, muss der Motor entgegen der Fahrtrichtung angeworfen werden. Dabei wird der Kolben nach vorne bewegt und das Gemisch aus Luft und Kraftstoffdampf verdichtet und zur Zündung gebracht, infolge des Rückschlages stellt sich die gewünschte Fahrtrichtung ein. Der Name „Bulldog“ leitete sich aus der gedrungenen Form des Fahrzeugs sowie dem Glühkopf ab, der einer Hundeschnauze ähnelte. Die ersten Modelle des HL waren Gespann-Bulldogs, die als Antriebsaggregate für Dreschmaschinen und andere Geräte dienten, aber mit Zugtieren zum Einsatzort bewegt wurden. Der Motor des HL wurde auch als Stationär- oder Bootsmotor angeboten, und in Kleinlokomotiven verwendet. Der auf der DLG-Ausstellung 1921 in Leipzig präsentierte Selbstfahrer war mit Eisenrädern ausgestattet. Die Hinterräder waren stark profiliert um die Traktion zu gewährleisten. Etwas später war auch eine Version mit Hartgummireifen zunächst nur an den Hinterrädern erhältlich. Darüber hinaus gab es für schwieriges Gelände verbreiterte Eisenräder mit sehr hohem Profil. Die Modelle mit breiteren Hinterrädern werden auch als „Balkan-Bulldog“ bezeichnet, während für den Einsatz im Moor überbreite Reifen an beiden Achsen montiert wurden. Für den Straßentransport gab es ab 1923 den "Doppelbulldog" mit doppelten Hartgummireifen an der Hinterachse.
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[Bearbeiten] Bauart
Im schiffsförmigen gußeisernen Rumpf des HL, befand sich das Kühlwasser für den Motor und die Schallkammer des Auspuffs. Bei den späteren Modelle mit nach oben geführten Auspuff befand sich ein Werkzeugkasten an der Stelle der Schallkammer.
[Bearbeiten] Motor
Wie alle Bulldogs mit Motoren aus Eigenfertigung besaß der HL einen liegenden Einzylindermotor. Die Kühlung erfolgte durch Verdampfen des Kühlwassers. Dieser Zwei-Takt-Motor arbeitete mit einer Schlitzsteuerung, so dass keine Ventile erforderlich waren. Die Drehzahl wurde über einen Handhebel reguliert. Die Dauerleistung des Motors wurde mit 9 kW (12 PS) bei 420 U/min angegeben, bei Überlast konnten bis 11 kW (15 PS) erreicht werden. Als Stationärmotor war auch eine Ausführung mit 11 kW (15 PS) Dauerleistung bei 500 U/min lieferbar.
[Bearbeiten] Kupplung
Zur Unterbrechung des Kraftflusses diente die selbe Backenkupplung, die auch zur Betätigung der Riemenscheibe verwendet wurde. Die Kupplungbremse konnte auch zum Abbremsen des Buldogs verwendet werden. Für den Stationärbetrieb ließ man die Antriebskette ablaufen. Dazu befanden sich auf der Kette zwei Schlösser um diese zu lösen.
[Bearbeiten] Getriebe
Der HL hatte kein Getriebe. Zur Änderung der Fahrtrichtung wurde der Motor umgesteuert. Ab 1923 konnte der Bulldog mit einem Zwei-Gang-Getriebe ohne Rückwärtsgang ausgestattet werden. Es war jedoch nicht möglich, während der Fahrt zu schalten.
[Bearbeiten] Geschwindigkeiten vor- und rückwärts
4,2 km/h vor- und rückwärts, ab 1923 5,5 km/h mit Eisen- bzw. 6 km/h mit Gummireifen. Das ab 1923 erhältliche Zwei-Gang-Getriebe wurde in zwei Ausführungen mit unterschidlicher Übersetzung angeboten. Die Geschwindigkeiten betrugen je nach Ausführung 3,7 km/h oder 6 km/h im ersten und 7 km/h oder 12 km/h im zweiten Gang. Durch Umsteuern des Motors standen die geschwindigkeiten auch für die Rückwärtsfahrt zu Verfügung.
[Bearbeiten] Antrieb
Der Antrieb erfolgte über eine Kette von der Kurbelwelle auf ein Vorgelege an der Hinterachse umd von dort auf einen Zahnkranz in der Hintersachse, in der sich auch das Differenzial befand.
[Bearbeiten] Zapfwelle
Keine, der Antrieb von Geräten erfolgte über die Riemenscheibe.
[Bearbeiten] Bremsen
Der HL hatte eine Kupplungsbremse und Holzbackenbremse, die mittels einer Kurbel über eine Spindel betätigt wurde und auf die Laufflächen der Hinterräder wirkte. Ab 1923 war für den Verkehrs- und den Doppelbulldog eine Fußbremse erhältlich, die als Hinterradinnenbremse ausgeführt war.
[Bearbeiten] Achsen
Der HL hat zwei Achsen, von denen die hintere Angetrieben ist, während die Vorderachse als Spurachse dient.
[Bearbeiten] Lenkung
Die Lenkung erfolgte über eine Vorderachse ohne Achsschenkel, die vorn am Rumpf angebracht und auf einem Drehschemel gelagert war. Sie wurde mitttels eines Schneckkengetriebes über das Lenkrad verstellt.
[Bearbeiten] Hydrauliksystem und Kraftheber
Keine
[Bearbeiten] Steuergeräte
Keine
[Bearbeiten] Elektrische Ausrüstung
Keine, für den Verkehrsbulldog war eine Karbidbeleuchtung erhältlich.
[Bearbeiten] Maße und Abmessungen
Länge .................. 2.250 mm
Breite: ................ 1.370 mm
Höhe: .................. 2.195 mm
Spurweite: ............. 1.160 mm
Radstand: .............. 1.390 mm
Bodenfreiheit: ......... ca. mm
Kleinster Wenderadius:
mit Lenkbremse .. mm
ohne Lenkbremse . mm
[Bearbeiten] Eigengewicht
1.850 kg, bei der Verkehrsausführung 2.000 kg bzw. 2.360 mit Doppelbereifung.
[Bearbeiten] Bereifung
[Bearbeiten] Füllmengen
[Bearbeiten] Verbrauch
[Bearbeiten] Kabine
Ab 1923 konnte der Verkehrsbulldog mit Stoffverdeck geliefert werden.
[Bearbeiten] Sonstiges
[Bearbeiten] Sonderausrüstung
Zwei-Gang-Getriebe, Hartgummibereifung hinten und vorn, Eisenräder mit Überbreite.
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks
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