Umgangsformen: Trauerfälle

Aus Wikibooks

Wechseln zu: Navigation, Suche
Umgangsformen

Vorwort
Warum überhaupt?
Grundkonzepte
Arbeitsplatz
Ball

Begrüßen
Kleidung
Sitzordnung
Tanzen

Behinderung
Bildung
Essen
Familie
Familienfeste
Gottesdienst
Grüßen und Vorstellen
Internet
Kleidung
Korrespondenz

Dankeskarten
Einladungen
Geschäftsbriefe
Glückwunschkarten
Kondolenzkarten
Privatbriefe
Urlaubskarten
Weihnachtskarten

Körperpflege
Öffentliche Verkehrsmittel
Pünktlichkeit
Rauchen
Rendezvous
Schmuck
Schule
Siezen und Duzen
Sport
Straße
Straßenverkehr
Taufe
Toilette
Trauerfälle
Universität
Unterhaltung
Urlaub
Vom Umgang der Geschlechter

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Eines der obersten Gebote ist: "Heule, aber jaule nicht!" Soll heißen, die Trauer sollte in „Zimmerlautstärke“ erfolgen. Laute Trauer ist eher im südlichen Europa und im orientalischen Raum verbreitet, nicht in Mittel- und Nordeuropa.

Der Tod wird in unserer Kultur von den meisten Menschen als etwas Trauriges betrachtet, also: Nicht lachen! Sollte man es dennoch nicht vermeiden, weil man „scherzhafte Erlebnisse“ mit dem/der Verstorbenen gehabt hat, so soll das leise geschehen und sofort durch tiefes Ein- und Ausatmen unterbrochen werden.

[Bearbeiten] Kondolenz

„Herzliches Beileid“ ist die Standardformulierung bei Trauerfällen. Da diese Formulierung aber oft als sehr ritualisiert wahrgenommen wird, können Sie auch persönlichere Worte sagen, die Ihr Mitgefühl ausdrücken. "Es tut mir sehr leid, dass Ihr Vater gestorben ist" ist eine persönlicherer Ausdruck und drückt Ihr Mitgefühl besser aus.

Bei Kondolenzbriefen gilt: Antworten Sie noch am selben Tag mit einer handschriftlichen Karte oder einem Brief. Getipptes oder gar E-Mails bzw. SMS sind tabu!

Auch wenn der/die Verstorbene nicht bei jedem beliebt war, so sollten ausschließlich positive Aspekte in den Kondolenzkarten bzw. bei der Trauerrede berücksichtigt werden. Denn die „Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“ ist nicht nur eine Unverschämtheit, sondern auch bei uns durch das Gesetz verboten!

[Bearbeiten] Beerdigungen

Sowohl bei den Juden und den Christen aller Konfessionen ist die Trauerfarbe schwarz. Bei den Muslimen ist sie weiß.

Wenn Sie zu einem jüdischen Begräbnis gebeten sind, denken Sie als Herr daran, dass eine Kopfbedeckung auf dem jüdischen Friedhof Pflicht ist. Blumen oder Kränze ziemen bei den meisten jüdischen Begräbnissen nicht. Im Zweifelsfall fragen Sie vorher bei den Hinterbliebenen.

Als Besucher eines Friedhofes dreht man sich zu einem Trauerzug um und lässt ihn an sich vorbei ziehen. Dabei wird natürlich jegliches Gespräch unterbrochen. Die Herren nehmen ihre Kopfbedeckung ab.

Der sogenannte „Leichenschmaus“ ist ein Symbol dafür, dass es dem Verstorbenen in seinem „Neuen Leben“ besser gehen soll. Er soll aber bitte nicht als „Erbenschlacht“ dienen. Denn unmittelbar nach der Beerdigung ist die Trauer natürlich noch zu groß.

[Bearbeiten] Die Zeit danach

Viele Angehörige möchten nicht alleine gelassen werden in der Zeit ihrer Trauer. Fragen Sie telefonisch oder per Postkarte, ob Sie sie besuchen können, ohne sich aufzudrängen. Signalisieren Sie, dass Sie da sind für ein Gespräch oder eine Ablenkung, wenn dies gewünscht wird! Sprechen Sie mit Ihnen über den Verstorbenen und die gemeinsamen Erinnerungen, unterstützen Sie die Trauernden auf dem Weg durch die Trauer. Sätze wie „Das Leben muss weitergehen!“ oder „Nun raff Dich mal auf...“ sind nutzlos. Trauer ist ein Weg, für den jeder und jede seine Zeit braucht. Sie kann nicht forciert oder vorangetrieben werden.


Inhalt

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen
  • Artikel hinzufügen
  • Hilfe zu Sammlungen