Websiteentwicklung: Grafikdesign: Geschichte der Gestaltung von Webseiten
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In seiner ursprünglichen Idee war Hypertext (heute HTML) nichts weiter als eine Beschreibungssprache für Text: es gruppierte lediglich Überschriften, Absätze und strukturierte den Text. Aber dazu hätte man nicht HTML entwickeln müssen. Vielmehr ist es die Fähigkeit von HTML, Informationen mithilfe von Hyperlinks zu verknüpfen und so für Universitäten eine Möglichkeit zu schaffen, ihre Forschungsergebnisse und -berichte untereinander zu referenzieren.
Mit anderen Worten: Webseiten waren damals Textwüsten. Keine Bilder, keine Farben (es sei denn, der Browser färbte die Textstruktur ein).
Tim Berners-Lee schuf die Grundlagen unserer heutigen Webseiten, Browser und dem Internet, wie wir es kennen. Sein Browser "Nexus" konnte nur Text anzeigen. Spätere Browser interpretierten auch erste Bilder, wobei die Auflösung und Farbanzahl sehr gering war. Das Binärformat RLE unterstützte lediglich Schwarzweiß-Bilder, PCX war unkomprimiert.
Der Empfang von E-Mails kostete damals noch etwas, und der Provider CompuServe brachte das GIF-Bildformat ein, mit dem erste kleine Animationen möglich waren. Die Übertragungsgeschwindigkeiten zu dieser Zeit erlaubten keine mit Grafiken überladenen Webseiten; die meisten enthielten lediglich ein Hintergrundbild als Kachel und eventuell ein paar blinkende GIFs, die z.B. auf Sonderangebote hinwiesen. Zusätzliche Grafiken, die heute etwa das Layout unterstützen, waren damals überflüssiger Ballast. Man verzichtete außerdem auf die Möglichkeit der "blinden Tabellen" und benutzte Framesets. Freilich waren die meisten Websites damals nicht gerade barrierefrei.
Heute, in Zeiten von DSL, wo das Internet immer schneller wird und die Grafikformate immer kleiner, basieren komplette Layouts auf Grafiken, Menüpunkte werden mit Grafiken illustriert, Anzeigen werden seit ungefähr 2002 mit Flash realisiert. Wo früher aus Gründen der Übertragungszeit an CSS gespart wurde, bekommen Fans schöner Webseiten nicht mehr genug davon. Dementsprechend sind auch die Anforderungen an das Webdesign gestiegen. Wo früher ein Unterkapitel in einem Buch über Webseiten ausgereicht hat, widmet man heute dem Thema Webdesign einen ganzen Band.
Einen Band wie diesen hier.

