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Westslawische Sprachen im vergleichenden Überblick

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Dieses Wikibook bietet eine kurzgefasste Übersicht über die wichtigsten westslawischen Sprachen, namentlich: Niedersorbisch, Obersorbisch, Polnisch, Tschechisch. Darüber hinaus wird in diesem Abriss der vergleichenden Grammatik hie und da auch auf andere westslawische Idiome, namentlich Lachisch (sowohl mährischen wie schlesischen Typs) und Kaschubisch, eingegangen, obschon diese oft als Varietäten der tschechischen bzw. polnischen Schriftsprache aufgefasst werden.

Die westslawischen Sprachen werden in Ostmitteleuropa gesprochen. Auf alle hatte aus historischen Gründen die deutsche Sprache über Jahrhunderte hinweg einen großen Einfluss ausgeübt, im letzten Jahrhundert in weitaus kleinerem Ausmaß auch das Russische. Interferenzerscheinungen sind nicht selten.

Es handelt sich um flektierende (synthetische) Sprachen mit einer Tendenz zu periphrastischen (analytischen) Konstruktionen. Neben den kodifizierten Schriftsprachen existieren viele Dialekte, die von der jeweiligen Schriftsprache oft wesentlich abweichen. Auch ist nicht immer eindeutig, welcher Schriftsprache ein Dialekt zuzuordnen ist (z.B. im Übergangsgebiet der beiden sorbischen Sprachen oder in Nordmähren und im Teschener Schlesien östlich Ostraus). Spezifische Mundarten werden in Mähren und Schlesien gesprochen. Dialektkontinua wurden im Lauf der Jahrhunderte durch Staatesgrenzen angelöst.

Zur westslawischen Sprachfamilie zählten auch die im Nordosten Deutschlands gesprochenen Idiome, für die der Oberbegriff Elbslawisch oder Polabisch üblich ist. Die einzigen noch lebendigen Sprachen dieser Gruppe sind die beiden sorbischen Sprachen, wobei die niedersorbischen Varietät (auch Wendisch genannt) akut vom Aussterben bedroht ist.

Einige archaische (altslawische) Formen, wie Dual, Aorist, Imperfekt oder Supinum, sind meist geschwunden und mit Ausnahme des Sorbischen nur mehr relikthaft erhalten. Das Elbslawische diente als Substrat bei der Herausbildung der ostdeutschen Mundarten, andrerseits wurde es auf allen linguistischen Ebenen beeinflusst. Beim Tschechischen springen in die Augen viele Austriazismen. Im Nordosten Polens entstanden polnische Mundarten auf westbaltischem (jatwingischem) Substrat, die ins Weißrussische übergehen.

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