Wikijunior Europa/ EG, EU
Aus Wikibooks
Die Europäische Union (EU) ist eine Vereinigung von 27 Ländern in Europa. Diese Länder setzen sich aus der Europäischen Wirtschafts-Gemeinschaft (EWG), später Europäische Gemeinschaft (EG), der Montanunion (EGKS), der Atomunion (EURATOM) und der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) zusammen. Durch die EU nehmen die Länder teil an einem gemeinsamen Markt. Dies bedeutet, dass etwa Waren frei und ohne Zölle über die Ländergrenzen hinweg verkauft und gekauft werden können. Außerdem können alle Menschen in der EG mit ein paar Einschränkungen in jedem anderen Staat der EG arbeiten und leben. Die Mitgliedstaaten der EG haben außerdem manche gemeinsame Gesetze. Auch wählen die Bürger Politiker ihres Landes in das europäische Parlament. Außerdem haben fünfzehn Staaten der EG auch eine gemeinsame Währung – nämlich den Euro. Dabei ist es aber den Mitgliedstaaten der EU freigestellt, ob sie den Euro einführen wollen oder nicht.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Wie und wann entstand die Europäische Union?
Die Europäsiche Union hat eine lange Entstehungsgeschichte. Zunächst einmal gab es nach dem Ende des 2. Weltkriegs die Feststellung, dass man gemeinsam besser miteinander arbeiten wolle als Gegeneinander, vorallem in Fragen der Energieversorgung mit Kohle und Stahl. Darum wurde am 9. Juni 1950 durch den französichen Aussenminister Robert Schumann die sogennannte Montanunion vorgeschlagen, eine Vereinigung des Freien Handels mit Kohle und Stahl. Diese bestand zunächst mit Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden, welche später in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) aufging.
Am 7. Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht zur Gründung der Europäischen Union (EU) unterschrieben. Darin wurde zum einen die Gründung einer Wirtschafts- und Währungsunion beschlossen, die später zur Einführung des Euro führte; zum anderen beschlossen die Mitgliedstaaten eine engere Koordinierung in der Aussen- und Sicherheitspolitik und im Bereich Inneres und Justiz. Zugleich wurde die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt, da sie nun auch Zuständigkeiten in anderen Politikbereiche als der Wirtschaft erhielt (etwa in der Umweltpolitik).
Im Oktober 2004 wurde ein Vertrag über eine Verfassung für Europa in Rom unterzeichnet. Um in Kraft treten zu können, hätte er von allen 25 damaligen Mitgliedstaaten ratifiziert, das bedeutet vom Parlament des jeweiligen Landes anerkannt, werden müssen. Im Mai und Juni 2005 lehnten ihn jedoch die Franzosen und die Niederländer in Volksabstimmungen jeweils ab. Als Ersatz für die gescheiterte Verfassung erarbeitete daher eine Regierungskonferenz im Jahr 2007 den Vertrag von Lissabon, der die wesentlichen Inhalte des Verfassungsvertrages übernahm. Geplant war nun eine Ratifizierung bis zur Europawahl 2009. Am 12. Juni 2008 wurde allerdings auch der Vertrag von Lissabon von den Iren durch ein Volksreferendum abgelehnt. Dennoch wurde der Ratifikationsprozess in den übrigen Staaten fortgesetzt.
[Bearbeiten] Welche Staaten sind in der EU?
Insgesamt sind es 27 Länder, welche zusammen ungefähr auf eine Bevölkerungszahl von 500 Millionen Menschen kommen und die stärkste Wirtschaft weltweit haben.
Die Mitgliedstaaten sind (in der Reihenfolge, in der sie beigetreten sind): Frankreich, Italien, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, Belgien, Dänemark, das vereinigte Königreich, Irland, Griechenland, Spanien, Portugal, Finnland, Schweden, Österreich, Polen, Litauen, Lettland, Estland, die tschechische Republik, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta, Zypern, Rumänien und Bulgarien.
Mazedonien, Kroatien und die Türkei sind Staaten, die der EU in der Zukunft gerne beitreten würden.
[Bearbeiten] In welchen Ländern zahlt man mit dem Euro?
In fünfzehn Ländern ist der Euro die Währung. Alle anderen Länder (mit Ausnahme vom vereinigten Königreich und Dänemark) wollen den Euro in der Zukunft einführen.
Die folgenden Staaten zahlen mit dem Euro (in der Reihenfolge, in der sie den Euro eingeführt haben): Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Irland, Griechenland, Spanien, Portugal, Österreich, Finnland, sowie später auch Slowenien, Zypern und Malta.
[Bearbeiten] Was ist der Europäische Wirtschaftsraum?
Durch die Ausdehnung der Europäischen Union auf Fürstentum Liechtenstein, Norwegen und Island ging dieselbe in den sogenannten Europäischen Wirtschaftsraum auf. Sie ist gewissermaßen eine Erweiterung der Europäischen Union unter Einbezug der Europäischen Freihandelszone (EFTA). Staaten, die ursprünglich der EFTA angehörten, müssen beim Wechsel in die Europäische Union aus der EFTA austreten. Der Grund ist in den unterschiedlichen Inhalten der Organisationen zu finden.
[Bearbeiten] Welche Auswirkungen hat die Europäische Union auf die Mitgliedsstaaten?
Die Europäische Union erläßt Gesetzesvorlagen in Form von EU-Richtlinien bzw. EU-Verordnungen. Diese haben den Stellenwert von zukünftigen Gesetzen, die von den beteiligten Ländern innerhalb einer festgesetzten Frist von EU-Recht in Nationales Recht umgesetzt werden müssen. Diese Umsetzung und dessen Einhaltung überwacht der Europäische Gerichtshof. Er ist auch für völkerrechtliche Fragen zuständig. Vor kurzem hat sogar die Europäische Union eine eigene Verfassung bekommen, die ihre Kompetenzen manifestiert.

