Windows-Kompendium: Ordnerverknüpfungen

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Unter Windows besteht die undokumentierte Möglichkeit, neben "normalen" Verknüpfungen (siehe hier) auch Ordnerverknüpfungen anzulegen. Diese haben ein wenig mehr Dynamik und verhalten sich so wie der "Programme"-Eintrag im Startmenü: Er klappt auf und ermöglicht eine Navigation durch die Programmeinträge.

Dieses kann man nun auch ausnutzen, um sich z.B. komfortabel durch seine Verzeichnisstruktur zu bewegen, was sich am besten an einem Beispiel erklären lässt:

Inhaltsverzeichnis

Anleitung [Bearbeiten]

Einfach [Bearbeiten]

  1. Mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle im Ordner klicken
  2. Auf Neu/Ordner klicken
  3. Ordner benennen:
[Name] . [CLSID]

Für die CLSID siehe hier.

Kompliziert [Bearbeiten]

Zieht man aus dem Explorer ein Laufwerk (z.B. Laufwerk D) oder einen Ordner auf den Start-Knopf der Taskleiste, wird dort eine so genannte Ordnerverknüpfung erstellt (bei Windows XP sollte das klassische Startmenü aktiviert sein). Diese ist an einem Pfeil rechts neben der Bezeichnung zu erkennen, genauso wie der "Programme >"-Eintrag. Fährt man mit dem Mauszeiger über diese neu angelegte Ordnerverknüpfung, klappt wie im Startmenü üblich ein Fenster mit dem Ordnerinhalt auf. Man hat dort die gewohnte Funktionalität des Explorers zur Verfügung: Rechtsklick öffnet das Kontextmenü, einfacher Klick öffnet eine Datei bzw. startet ein Programm und mit einem Doppelklick auf einen Ordner wird dieser im Explorer geöffnet.

Manch einer kennt sowas sicherlich von Linux.

Für dieses Beispiel sollen nun noch weitere Ordnerverknüpfungen angelegt, insgesamt sind es folgende:

  • der Arbeitsplatz,
  • Laufwerk C,
  • Laufwerk D
  • und die Systemsteuerung.

Diese Verknüpfungen kann man nun auf einer Symbolleiste ablegen, was schöner aussieht und die abgelegten Orte schneller zugänglich macht. Dieses hat u.a. unter Windows XP Sinn, wenn man nicht das klassische Startmenü verwenden möchte, da das neuere nicht so gut mit Ordnerverknüpfungen klar kommt (zumindest war das bei mir der Fall).

(Alternative kann man Windows XP aber auch austricksen. Man wechselt zunächst zum "Klassischen Startmenü" (Rechtsklick auf Startsymbol > Eigenschaften > Klassisches Startmenü auswählen). Dann zieht man die gewünschten Ordner auf das Startsymbol und Windows erstellt dann die entsprechenden Einträge. Diese kann man, wenn gewünscht in die entsprechenden Startmenü-Ordner veschieben. Wenn man jetzt wieder zum neuen Startmenü wechselt, bleiben die aufklappbaren Ordnerverknüpfungen bestehen.)

Zunächst wird dazu eine leere Symbolleiste erstellt. Dazu: „Rechtsklick auf die Startleiste > Symbolleisten > Neue Symbolleiste..." und dann den Ordner, der die Verknüpfungen enthalten soll auswählen (dieser muss vorher erstellt werden), z.B. wird der Ordner "Laufwerke" erstellt, der die neuen Ordnerverknüpfungen enthalten soll.

Die neue Symbolleiste zieht man nun zunächst auf den Desktop, indem man sie mit der Maus am Schieber zur Veränderung der Größe "anfasst" (dabei verändert sich der Mauszeiger zu einem Doppelpfeil; "Symbolleiste fixieren" unter Windows XP muss deaktiviert sein!) und auf dem Desktop "fallen lässt". Von dort wird die Symbolleiste an den gewünschten Bildschirmrand gezogen. Am sinnvollsten ist der linke Rand, da die Leiste hier am wenigsten stört.

In diese Leiste werden nun die Ordnerverknüpfungen aus dem Startmenü per drag'n'drop verschoben.

Es ist noch sinnvoll an oberster Stelle eine ganz normale Verknüpfung auf den Arbeitsplatz anzulegen. Sie dient sozusagen als "Beschriftung" der Symbolleiste (dazu später mehr).

Im momentanen Zustand besitzt die Symbolleiste mit den Ordnerverknüpfungen noch nicht viel Dynamik: Bei einem Klick auf die Verknüpfung öffnet sich wie gewohnt der Explorer mit dem angegebenen Pfad. Um die gewünschte Funktionalität zu erhalten wird eine zweite Symbolleiste benötigt. Hier bietet sich die Schnellstartleiste an. Dazu: "Rechtsklick auf die neue Symbolleiste > Symbolleisten > Schnellstart". Die Schnellstartleiste enthält hier noch keine Verknüpfungen. Selbstverständlich kann man auch eine neue Leiste erzeugen.

Verschiebt man nun die neue untere Leiste nach oben (nicht zu weit, sonst werden die beiden Leisten vertauscht), erhält man die gewünschte Funktionalität. Die obere Leiste lässt sich bis auf ein Icon (hier die normale Verknüpfung zum Arbeitsplatz) zusammenstauchen und anstelle der überdeckten Ordnerverknüpfungen erscheint ein Pfeil: "»". Bei einem Klick auf diesen Pfeil-Button öffnet sich ein Fenster mit den Ordnerverknüpfungen. Fährt man über eine solche, klappt wie schon oben beschrieben ein Fenster auf, das den Inhalt des verknüpften Ordners anzeigt. Fährt man dort über einen Unterordner klappt wiederum ein Fenster auf usw.

Es ist noch sinnvoll bei den Symbolleisten „Immer im Vordergrund" zu aktivieren (Rechtsklick auf die Leiste > "Immer im Vordergrund"), dann werden sie nicht von Programmfenstern überdeckt und stehen immer zur Verfügung. Weiterhin können auch die Beschriftungen deaktiviert ("Text anzeigen", "Titel anzeigen") und die Icongröße (Ansicht > "Große Symbole"/"Kleine Symbole") angepasst werden.

Die Symbolleisten können immer nur bis auf ein Icon zusammengestaucht werden. Aus diesem Grund wurde in diesem Beispiel wie oben erwähnt zusätzlich zu den Ordnerverknüpfungen eine ganz normale Verknüpfung zum Arbeitsplatz angelegt (vgl. Abb.3) und nach ganz oben auf die Leiste geschoben. Diese dient als Beschriftung der Leiste. Als Verknüpfungs-Ziel wurde:

%windir%\explorer.exe /n,/e,::{20D04FE0-3AEA-1069-A2D8-08002B30309D}

gewählt. Dadurch wird bei einem Klick darauf wie gewohnt der Arbeitsplatz im Explorer geöffnet.

Die Symbole können durch Ziehen mit der Maus in ihrer Reihenfolge organisiert werden.

Alternative Anleitung [Bearbeiten]

Im obigen Beispiel wurde der Umweg über den Startknopf genommen, da Windows die Ordnerverknüpfungen dann automatisch anlegt. Diese können aber auch per Windows Skript, oder manuell erstellt werden, was nur etwas komplizierter ist:

manuell [Bearbeiten]

Wechseln Sie im Windows Explorer in das Verzeichnis, in dem die Ordnerverknüpfung angelegt werden soll (im Vergleich zu obigen Weg wäre das das Verzeichnis "Laufwerke"). Dort wird nun ein neuer Ordner erstellt, indem mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle im Explorerfenster geklickt und aus dem Kontextmenü "Neu > Ordner" ausgewählt wird. Aus diesem Ordner wird nun die Ordnerverknüpfung "gemacht", doch zunächst geben Sie dem Ordner einen Namen, z.B. "F-CDRom".

Um aus dem Ordner eine Ordnerverknüpfung zu machen sind 3 Schritte notwendig:

  1. In dem Ordner eine spezielle Verknüpfung zum gewünschten Ziel erstellen
  2. In dem Ordner eine spezielle Desktop.ini ablegen
  3. Den Ordner schreibgeschützt machen
1. Eine neue Verknüpfung anlegen. [Bearbeiten]

Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle und wählen aus dem Kontextmenu "Neu > Verknüpfung" aus. Geben Sie als Ziel den Ordner an, auf den die Ordnerverknüpfung verweisen soll (z.B.: "F:\" oder mit "Durchsuchen..." einfach auswählen). Als Name für die Verknüpfung muss "target" angegeben werden!

2. Spezielle Desktop.ini ablegen. [Bearbeiten]

Erstellen Sie dazu eine Textdatei in dem neu angelegten Ordner mit folgendem Inhalt:

[.ShellClassInfo]
CLSID2={0AFACED1-E828-11D1-9187-B532F1E9575D}
Flags=2
ConfirmFileOp=0

und speichern diese dann unter dem Namen "Desktop.ini" ab (muss groß geschrieben werden). Diese Datei kann für alle anderen Ordnerverknüpfungen verwendet werden, so dass sie nur noch entsprechend kopiert werden muss.

3. Ordner schreibgeschützt machen [Bearbeiten]

Als Letztes muss der eben erstellte Ordner "F-CDRom" mit dem Attribut "schreibgeschützt" versehen werden. Dazu gehen Sie im Windows Explorer eine Ebene höher ("Aufwärts"-Symbol in der Symbolleiste)und klicken mit der rechten Maustaste auf den Ordner. Unter Eigenschaften dann ein Häkchen vor Schreibgeschützt setzen. Leider setzt dieses Häkchen nur den Schreibschutz der Objekte im Ordner, nicht für den Ordner selbst! --> Besser ist es auf der Kommandozeile mit "ATTRIB +R ordnername"

Mit einem Klick auf OK ist die Ordnerverknüpfung eingerichtet und kann wie oben beschrieben eingesetzt werden (z.B.: "Symbolleisten > Neue Symbolleiste..." und dann den Ordner "Laufwerke" auswählen).

per VBS-Skript [Bearbeiten]

Die oben beschriebene manuelle Vorgehensweise kann per VBS-Skript automatisiert werden.

Hier der Inhalt des Visual Basic Skripts (kopieren und z.B. in eine Datei namens OrdnerVerkn.vbs einfügen):

Set Fso=WScript.CreateObject ("Scripting.FileSystemObject") 
Set ws = CreateObject("WScript.Shell")
ov_ziel = Inputbox("Zielordner angeben, auf den die neue Ordnerverknüpfung zeigen soll.")
ov_name = Inputbox("Wie soll die neue Ordnerverknüpfung heißen?")
ov_ablage = Inputbox("Wo soll die neue Ordnerverknüpfung abgelegt werden?")
'Verzeichnis im Ablageordner anlegen, der den Namen der neuen Verknüpfung hat. 
if Fso.FolderExists(ov_ablage & "\" & ov_name) then
  Msgbox("Es existiert schon ein Ordner mit dem Namen " & ov_name & " Abbruch!")
  WScript.Quit
else
  ' Ordner anlegen
  Set Ordner = Fso.CreateFolder(ov_ablage & "\" & ov_name)
end if
'in diesem Verzeichnis die Verknüpfung mit dem Namen "target" zum Ziel anlegen
Set link = ws.Createshortcut(Ordner.path & "\target.lnk")
link.TargetPath = ov_ziel
link.WorkingDirectory = ov_ziel
link.Save  
'im gleichen Verzeichnis wird eine spezielle Desktop.ini abgelegt
Set Dat=Ordner.CreateTextFile("Desktop.ini") 
Dat.WriteLine ("[.ShellClassInfo]")
Dat.WriteLine ("CLSID2={0AFACED1-E828-11D1-9187-B532F1E9575D}")
Dat.WriteLine ("Flags=2")
Dat.WriteLine ("ConfirmFileOp=0")
Dat.Close
'das Verzeichnis schreibgeschützt machen
ws.run "attrib +r " & Ordner.path
'Ablageverzeichnis öffnen
ws.run "explorer " & ov_ablage

Wichtiger Hinweis: [Bearbeiten]

Dieser „Mechanismus“ ist auf die Explorer-Shell beschränkt. Er funktioniert nur in den Explorer basierten GUI-Elementen von Anwendungen (z.B. „Datei öffnen“ Dialog) und natürlich im Explorer selbst. In allen CMD-Scripten muss immer der reale Pfad ggf. UNC-Pfad benutzt werden. Wird der (vituelle) Pfad, welcher sich durch die Verknüpfung ergibt, in Scripten oder der CMD-Shell verwendet so operiert man in einer Ordnerstruktur welche im Explorer nicht sichtbar ist. Diese Struktur ist im Filesystem aber real vorhanden!