Ästhetik der Formen und des Materials/ Abschließendes zur Symbolsprache
Abschließendes zur Symbolsprache
[Bearbeiten]Das Symbol spielt in der bildenden Kunst als Formensprache eine herausragende Rolle, wie wir gesehen haben. Zu vielen Kunstwerken haben wir erst den Schlüssel, wenn wir ihre Symbolsprache verstehen.
Es sei darauf hingewiesen, dass wir von einer wirklichen ästhetischen Symbollehre noch weit entfernt sind. Eine solche wird erst noch geschrieben werden müssen. Sie hätte die Aufgabe, nicht nur zwischen den unterschiedlichen Symbolarten zu unterscheiden, sondern auch ihre historische und mythologische Herkunft aufzuzeigen. An dieser Stelle sei besonders auf den Versuch von Julius Schwabe hingewiesen, der in seinem Standardwerk „Archetypen und Tierkreis“ nicht nur den mythologischen Ursprung von Symbolen aufzeigte und etwa mit den 12 Archetypen und Sternbildern des Tierkreises in Verbindung brachte, sondern diese auch auf das „Lambdoma“ des Pythagoras zurückführte. Dabei beruft sich Schwabe auf die wissenschaftliche Arbeit von Hans Kayser, dem Begründer der Harmonik.
Ich selber sah meine eigene Aufgabe darin, die „ästhetisch-plastische Formentheorie“ auszuarbeiten und in ihren Grundzügen darzustellen. Des weiteren sah ich es als notwendig an, auf die Symbolsprache in der bildenden Kunst und ihre Bedeutungszusammenhänge hinzuweisen. Dabei habe ich die Darstellung der Symbole bewusst knapp gehalten. Nachschlagewerke zu den Symbolen gibt es schließlich genug.
Das Symbol ist nicht von einer mythologischen Bedeutung zu trennen. Kunst schafft Mythen, alte wie neue. Der Mythos ist noch lange nicht tot, ganz im Gegenteil. Alte Mythen werden erneuert, neu Mythen müssen geschaffen werden. Nicht zuletzt Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, hat hierzu viele Anregungen gegeben.