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Ästhetik der Formen und des Materials/ Gegenstandaymbole

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Gegenstandssymbole

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Der Apfel

- Kernobstfrucht mit mannigfaltiger Symbolbedeutung.

- Wilde Holzäpfel wurden schon frühzeitig gesammelt, und großfruchtige Kultursorten sind schon in der Jungsteinzeit bekannt.

- Im antiken Mythos war der Rauschgott Dionysos Schöpfer des Apfels, den er der Liebesgöttin Aphrodite schenkte.

- Erotische Assoziationen vergleichen die Äpfel mit den Brüsten der Frauen, das Kerngehäuse der entzweigeschnittenen Frucht mit der Vulva. Dadurch erhielt der Apfel auch einen teilweise zweideutigen Symbolgehalt.

- Die Göttin Eris verursachte durch einen goldenen Apfel (des sprichwörtlichen Zankapfel), den sie in die Götterversammlung warf, die Wahl des Prinzen Paris und bewirkte den Raub der schönen Helena und den trojanischen Krieg.

- In Europa ist der Apfel des Paradieses, d.h. des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse, Symbol der Versuchung und der Erbsünde.

- Könige hatten im Mittelalter als Symbol ihrer Herrschaft einen Reichsapfel.

- Auch Christus, der Erlöser, wurde mit einem Apfel dargestellt.

- Der Apfelschuss ist ein wichtiges Motiv in der Tell-Legende.

- Bei den Gebrüdern Grimm gibt es in einigen Märchen einen vergifteten Apfel.

- Ein Apfel fiel I. Newton auf den Kopf.

- Äpfel sind nicht nur schmackhaft, sondern halten auch wach.

- Der Apfel ist die beliebteste Frucht der Deutschen.

- Der Apfelwein, der Cidre, war schon den Spaniern zur Zeit Christi bekannt.

Das Auge

- Das wichtigste Sinnesorgan des Menschen, in der Symbolik immer mit Licht und geistigen Fähigkeiten verbunden.

- Zugleich nach alter Ansicht nicht nur empfangendes Organ, sondern auch selbst Kraftstrahlen aussendendes Organ und Sinnbild der spirituellen Ausdrucksfähigkeit.

- Böse Wesen und solche mit großen magischen Kräften sollen Augen besitzen, deren Blick versteinert oder wehrlos macht.

- Symbolkundlich bedeutsam ist jedoch der positive Aspekt des Auges.

- In vielen Kulturen wird die Sonne als allsehndes Auge aufgefasst, oder sie wird durch ein Auge symbolisiert, so etwa der jugendliche Sonnengott Ägyptens, Hor (Horus), der sonst als Falke oder auch falkenköpfiger Mensch dargestellt wird.

- In der christlichen Ikonographie ist das Auge in mitten von Sonnenstrahlen oder im Dreieck Symbol der göttlichen Allgegenwart oder der Dreifaltigkeit

Die Brücke

- Ein Symbol des Übergangs, etwa über jenes Wasser, das Diesseits und Jenseits trennt. Sie ersetzt den Fährmann, der in ähnlichen Weltbildern die Seelen übersetzt. In der nordischen Mythologie erzittert sie, wenn ein nicht Gestorbener sie überquert, und sie wird von einem Wächter behütet, der bei Annäherung feindlicher Scharen ins Horn stößt.

- Der Brückenschlag zwischen der Alltagswelt und der anderen ist ein so bedeutendes Ereignis, dass es eines Brückenbauers (pontifex, lat. Priester) bedarf, um beide Bereiche zur Kommunikation zu veranlassen.

- Beim Bau von Brücken mit ihrem tiefen symbolischen Sinn mussten Bauopfer gebracht werden: Im alten Rom warfen die vestalischen Jungfrauen Binsenpuppen von der alten Brücke in den Tiber, wenn eine neue Brücke in Angriff genommen wurde.

- Der Regenbogen und die Milchstraße am Firmament wurden als Brücken zwischen den Daseinsbereichen angesehen. Der Islam kennt das Symbolbild der Brücke in das Himmelsland, die so schmal ist, wie die Schneide eines Schwertes. Wer nicht sündlos ist, stürzt in die Tiefe (ähnliche Motive erscheinen in nordamerikanischen Indianermärchen, wo ein schmaler Holzbalken die Brücke bildet).

- In der altchinesischen Bilderwelt ist die Brücke zur Jenseitswelt ebenfalls sehr schmal, und Sünder stürzen in eine schmutzige Flut von Blut und Eiter. Eine Baumstammbrücke muss auch der Pilger Hsüan-tsang überqueren, der die buddhistischen Lehrschriften aus Indien holt.

- Ein Brückengott schützt Übergänge über Flüsse vor krankheitsbringenden Dämonen.

- In der Religion des Parsismus muss der Verstorbene die Cinvat-Brücke überschreiten, die so schmal ist, wie ein Haar. Ungerechte stürzen von ihr in die Tiefe.

- Brücken verbinden nicht nur, sondern stellen im symbolischen Sinn auch die Situation des Überganges in eine neue Daseinsform dar, die nur bei genau festgelegten Übergangsriten (rites de passage) sinnvoll bewältigt werden kann. Redewendungen, wie „alle Brücken hinter sich abbrechen, einen Brückenschlag suchen, jemandem goldene Brücken bauen“ und Eselsbrücken (d.h. ein auch trotz Dummheit begehbarer Weg) stellen die mit dem Wort verbundene Symbolik deutlich genug dar.

Das Ei

- Vom Symbolgehalt her durch verschiedene Eigenschaften ausgezeichnet: Es ist meist weiß, zerbrechlich, aus ihm kommt neues Leben, seine Form erinnert an die der Testikeln (Hoden). Die Entstehung der Welt aus einem Ur-Ei ist nicht nur als orphische Schöpfungsmythe bekannt, sondern kommt auch in polynesischen, japanischen, peruanischen, indischen, phönizischen, chinesischen, finnischen und slawischen Ursprungsmythen vor.

- Als Sinnbild der von einer Schale umschlossenen Ganzheit steht es für die von Beginn an vorgeplante Schöpfung.

Die Hand

- In der Symbolik der am häufigsten aufscheinende Teil des menschlichen Körpers.

- Bereits in altsteinzeitlichen Höhlenbildern tauchen Handsilhuetten auf, ebenso in der Höhlen- und Felsbildkunst anderer Kontinente, wie Südamerika und Australien.

- Die Hand kann mehrere Bedeutungen haben und etwa im Sinne der Geste des Ergreifens oder Wegschiebens positive oder negative Bedeutung haben.

- In den semitischen Kulturen ist „Hand“ und „Macht“ synonym, Ausdruck der Herrschergewalt und damit ein königliches Symbol.

- Auch kann die Hand als Symbol für das Herz oder den alles lenkenden Verstand gesehen werden.

Die Kiste (kastenförmiger Behälter)

- Die mystische Kiste von Dionysos war ein Behälter von symbolischen Gegenständen, aus dem bei Mysterienfeiern eine Schlange schlüpfte, von eigenen Priestern getragen.

- Überraschender Weise ergab sich in der Umgangssprache der letzten Jahre der Ausdruck „Beziehungskiste“, d.i. ein die Gesamtheit der zwischenmenschlichen Beziehungen und Verhältnisse einschließender Verband, der auch die Dimension der Diskretion, des Privaten einschließt.

- Darüber hinaus ist die Kiste ein Symbol für den Tod und den Sarg, der in die Erde gebracht wird.

- Die Kiste ist auch ein Symbol für alle inneren Zustände, für die Seele selber. So wird sie von Goethe in der Geschichte „Die neue Melusine“ verwendet.

Die Schüssel

- Ich selber setze die Schüssel neben Schuhen immer wieder als Symbol in der Kunst ein.

- Die Schüssel ist ein mittelgroßer, nach oben offener Hohlkörper von meist flacher Gestalt. In ihr kann man Flüssigkeiten oder Dinge sammeln, auffangen oder aufbewahren und transportieren.

- Es gibt die Funktion der Wasch- oder Spülschüssel, mit vielen Bedeutungen.

- In der Schüssel kann man Lebensmittel aufbewahren oder zubereiten, auch Kartoffel schälen. Als Hohlkörper ist die Schüssel den Willens- oder Stoffwechsel-Prozessen zugeordnet und spricht diese Kräfte besonders an. Die Schüssel kann als „Sammelbecken verschiedener Strömungen“ aufgefasst werden.

- Ihre Materialien sind zumeist Metall, Emaille, Kunststoff, Porzellan oder Glas.