Ästhetik der Formen und des Materials/ Klassische Formensprache
Die schönen Künste
[Bearbeiten]Wir unterscheiden genau acht schöne Künste. Diese sind:
1. Angewandte Kunst
2. Architektur
3. Bildende Kunst
4. Darstellende Kunst
5. Film
6. Foto
7. Literatur
6. Musik
Für unsere Belange ist aber nur die bildende Kunst von Interesse.
Die bildenden Künste
[Bearbeiten]Bildende Künste gibt es sehr vile. Die wichtigsten sind die folgenden acht:
1. Malerei
2. Graphik
3. Bildhauerei
4. Objektkunst
5. Installationskunst
6. Performance
7. Aktionskunst
8. Medienkunst
Die Graphik
[Bearbeiten]„Umfasst als Sammelbegriff alle auf Linien beruhenden Erzeugnisse, also die verschiedenen Techniken der Zeichnung, wie der (manuell vervielfältigten) künstlerischen Druckverfahren (Druckgraphik).“ (DuMont’s Lexikon der Bildenden Kunst)
Collage
Eine von Pablo Picasso und George Braque während ihrer kubistischen Phase für die Bildhaftigkeit entwickelte Klebetechnik. Sie begannen, in ihren Kompositionen Schnipsel aus Zeitungspapier und gemustertem Papier (papier collee) einzubauen.
Die Malerei
[Bearbeiten]„Hinsichtlich der Bildträger lassen sich unterscheiden: Buchmalerei, Fresko (Deckenmalerei, Wandmalerei), Glasmalerei, Miniatur, Mosaik, Tafelmalerei; hinsichtlich der Maltechnik: Aquarellmalerei, Enkausik, Gouache, Ölmalerei, Pastell und Tempera.“ (DuMont’s Lexikon der Bildenden Kunst)
Die Bildhauerei
Neben Malerei und Graphik einer der klassischen Bereiche der bildenden Kunst. Je nach dem bearbeiteten Werkstoff unterscheidet man zwei Gruppen: Plastik und Skulptur. Dabei umfasst Plastik alle aus plastischem, verformbarem, weichem Material (Gips, Gold, Porzellan, Terrakotta, Wachs) Modellierbare, sowie danach im Gussverfahren aus Metall (Bronze, Medaille) Hergestellte.
Skulptur hingegen umfasst alles aus mehr oder weniger hartem Material Gehauenes (Granit, Marmor) oder Geschnitzte (Elfenbein, Gemmen, Holz, Jade). Mit neuen Materialien (Aluminium, Eisen, Kunststoff, Schrott) entstehen auch neue Bearbeitungstechniken, wie Schweißen, Löten, Flechten, Brennen usw. Der Größe nach unterscheidet man Monumental- und Kleinplastiken, der Form nach die dreidimensionale, rundgreifende Rund- oder Vollplastik und das Relief. Das Objekt
Die Anfänge der Objektkunst fallen mit der Umbruchsituation der bildenden Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen, als die Kubisten eine neue, antiillusionistische Bildskulptur forderten und bedruckte Papier- und Tapetenteile in ihre Bilder einklebten. Als nächstes entstanden die Materialkollagen, beides bildete die Grundlage der Objektkunst, die dann im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts eine vielfältige Differenzierung erfahren hat, und dadurch zugleich Aufschluss über die Stilgeschichte der modernen Kunst geben kann.
Das Portrait
Bildnisdarstellung eines Menschen. Meist wird der Kopf als Träger der charakteristischen, individuellen Merkmale dargestellt (Bildniskopf). Bei Hinzunahme des oberen Brustteils spricht man von Büste, bei Hinzunahme der ganzen Brust von Bruststück. Weitere Portraitformen sind die Halbfigur, das Kniestück und die Ganzfigur. Nach der besonderen Kopfstellung unterscheidet man Vorderansicht (en face), Seitenansicht (Profil) und Halbprofil. Verlorenes Profil: Mehr als halb dem Betrachter abgewandt.
Figurenmalerei
Malerei, die die menschliche Gestalt darstellt. Zum Motiv können ein oder auch mehrere Personen werden.
Grundansichten des Menschen sind:
stehend.
sitzend
liegend
kniend
hockend
Das Stilleben
Bezeichnung für die gemalte Darstellung eines Arrangements von leblosen Gegenständen: Früchte, tote Tiere, Gebrauchsgegenstände, Flaschen usw. bilden die gebräuchlichsten Elemente des Stillebens, das seinen Namen aus dem Niederländischen (stijl leben = stilles Leben) ableitet.
Landschaftsmalerei
Die Landschaftsmalerei umfasst als Genre die realistische und stilisierte Darstellung von bestimmten Landschaften, sowie Ansichten von Städten und Architekturen, Seestücken (Marinen) und Parklandschaften.
Komposition
[Bearbeiten]In der bildenden Kunst die formale Kombination und Anordnung der Elemente eines Kunstwerkes.
In der Komposition gehen sowohl die überlieferten Konventionen ein (z.B. Pyramidenkomposition), als auch die individuelle gestalterische Absicht.
Pyramidenkomposition
Eine Bildkomposition, in der die dargestellten Figuren oder Gegenstände das Volumen einer imaginären Pyramide füllen. Raffael setzte diese Form häufig ein, wenn er eine Madonna mit Kind malte
Der goldene Schnitt
Bereits von Epikur in seinen Elementen formulierte Teilung der strecke AB durch einen Punkt E in der Art, dass sich die kleinere Teilstrecke zur Größeren AE verhält, die diese zur Gesamtstrecke. Dem italienischen Mathematiker Leonado Fibonacci gelang erstmals die Formulierung des Problems in ganzen, rationalen Zahlen. Der goldenen Schnitt spielt in der bildenden Kunst eine herausragende Rolle. Der Kontrast
Von Kontrast spricht man dann, wenn zwischen zwei vergleichenden Elementen, wie der Farbe, deutliche Unterschiede oder Intervalle bestehen. Wenn sich dieser Unterschied in Maximale Steigert, so spricht man von entgegengesetzten oder polarne Kontrasten. So ist etwa der Schwarz-Weiß-Kontrast der höchste denkbare Kontrast. Man kann unterscheiden:
Formkontraste (nach Quantität und Qualität)
Farbkontraste (von denen es nach Itten genau sieben gibt)
Farbe-Form-Kontraste
Bildhauerei
[Bearbeiten]Die Plastik
Die Plastik umfasst alles aus plastische, verformbarem weichem Material Modellierte (Gips, Gold, Porzellan, Terrakotta, Wachs, Ton), sowie danach im Gussverfahren aus Metall hergestellte.
Die Skulptur
Die Skulptur umfasst alles aus mehr oder weniger hartem Material Gehauene (Granit, Marmor, Basalt) oder Geschnitzte (Elfenbein, Gemmen, Holz, Jade). Mit neuem Material (Aluminium, Eisen, Kunststoff, Schrott) entstanden auch neue Bearbeitungstechniken, wie Schweißen, Löten, Brennen, usw.
Der Torso
Skulptur einer menschlichen Figur, der Kopf oder Gliedmaßen entweder infolge einer Beschädigung oder schon aufgrund des Entwurfs fehlen.
Die Büste
Ein plastisches Portrait oder Bildnis, das aus Kopf und einem Teil der Schulter besteht (manchmal fälschlicherweise auf den Kopf allein angewendet)
Der Kontrapost
(ital. Contraposto = „Gegensatz“) Eine Methode der Bildhauerei, die verschiedenen Körperteile so darzustellen, dass sie um eine zentrale Vertikalachse herum gleichgewichtig angeordnet sind. So kann zum Beispiel der obere Teil eines Torsos in eine bestimmte Richtung gedreht sein, während sich der unter Teil in die entgegengesetzte Richtung wendet. Zuerst von den antiken griechischen Bildhauern entwickelt, und Steifheit zu vermeiden, wurde der Kontrapost im 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Manirismus ins Extreme getrieben.
Die Pieta
(ital: Mitleid) Darstellung des toten Christus, der im Schoß der trauernden Jungfrau Maria ruht. Als Typus hat die Pieta ihren Ursprung im 14. Jahrhundert in Deutschland. Die Komposition entspricht einerseits einem Kreuz, wobei der tote Jesus die Waagerechte bildet und Maria die Senkrechte, aber eben auch einer Pyramide (Dreiecksform). Die Pieta ist ein sehr wichtiger Typus in de Bildhauerei.
Objektkunst
[Bearbeiten]In der bildenden Kunst entstanden ab der Jahrhundertwende die ersten Objekte. Hierbei werden einzelne Gegenstände (des Alltags) verfremdet oder zu neuen Objekten und Materialkollagen zusammengefügt. So erhält das Objekt eine ganz neue Aussage. Objekte sind alles, was nicht unter Plastik oder Skulptur im engeren Sinne zu fassen ist. Objet trouver
(französisch: „vorgefundenes Objekt) Ein vom Künstler im Alltag vorgefundener Gegenstand, der er entweder ohne jegliche Veränderung oder mit nur minimalen Veränderung als ein Kunstwerk oder als Teil eines Kunstwerkes präsentiert.
Ready-made
Ein von Marcel Duchamp um 1913 geprägter Begriff für einen Gebrauchsgegenstand, der aus einem normalen Kontext herausgelöst wird, und wie ein Kunstwerk behandelt wird. Das Ready-made wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der Objektkunst.