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1020-2020: Tausend Jahre Dresdner Frauenkirche (2. Auflage)/ Barbakane

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Als eine archäologische Sensation wurden 2003 unter dem Neumarkt eine noch 3,5 m hohe Barbakane (das Frauenvortor), deren steinerne Brücke zum Frauentor sowie Teile der mittelalterlichen Grabenmauer freigelegt. Diese umfangreichen Fundamente hätten zu einer Rekonstruktion der Barbakane wie in Nürnberg führen können.

Vgl.

Barbakane als Vortor vor dem Weißen Turm mit Stadttor in Nürnberg.

Allerdings ließ sich der Dresdner Stadtrat "von Drohungen der Investoren" leiten. Es ging damals um eine Gesamt-Investitionssumme am Neumarkt von 380 Millionen Euro. Dafür wurden die mittelalterlichen Baudenkmale, die auch das Bombardement der Preußen 1760 und der Alliierten 1945 im dort ehemals abschüssigen Boden überstanden hatten, unwiederbringlich zerstört.[1]

Begriff

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Die Barbakane (frz. v. arab. barbacane) ist bei mittelalterlichen Burgen, Stadtbefestigungen und Festungen eine meist halbkreisförmige, mit Schießscharten versehene Vormauer zur Verteidigung des Tors. Sie ist eine dem Tor als beim Angriff besonders gefährdetem Bereich vorgelegte, vom Tor und vom Bering teils oder ganz separierte Wehranlage (="Vortor"), meist jenseits von Zwinger und Graben angelegt. Die Barbakane hat ihr Vorbild im Orient - dort hatte sie die Form eines selbständigen Außenwerkes, bei dem der Zugang zunächst längs der Mauer und dann abknickend zum Tor führte, um so Angreifer von der Wehrmauer aus längs bekämpfen zu können.[2] Der Begriff Barbakane stammt aus dem arabisch-persischem Raum und kam über die Kreuzzüge nach Frankreich und England.[3] Dies legt auch die vermutete Namensherleitung nahe, denn man glaubt, dass Barbakane vom persischen „barbah-hané“ kommt, was Wall bedeutet.[4]

  • "Während der Kreuzzüge lernten die Kreuzfahrer im Nahen Osten eine besondere Form der Außentorsicherung kennen: die Barbakane. Eine Barbarkane war ein dem Tor gegenüberliegendes Verteidigungswerk und sollte das Tor bzw. die zum Tor führende Brücke zusätzlich schützen. Barbakanen waren mit einem Hof, Wehrgängen und einem Zugang zum Tor ausgestattet. Zur Burg hin waren Barbakanen offen, damit sie im Fall ihrer Eroberung dem Feind keinen Schutz bieten konnten."[5]

Kanonenbastion

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Die Barbakane bildete eine eigene Befestigungsanlage mit einem halbrunden Innenhof, der von seitlichen Wehrmauern und einem Ein- und Ausgang umgeben war. Ihr Ziel war es, die Stadt vor den in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts zunehmenden Feuerwaffen aktiv zu verteidigen. Dies geschah durch eine vorgelagerte Art von Bastion. Die Barbakane diente als Kanonenbastion ohne Vorzugsrichtung. Somit wurde durch frei aufgestellte Kanonen ein Einsatz rund um die Befestigung möglich.[6]

Ankunftskontrollen

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Die festungstechnisch fast komplett isolierte Barbakane ermöglichte mit ihrem Innenhof Ankunftskontrollen. Neuankömmlinge konnten vor Eintreten in die Stadt erst durch das Eingangstor der Barbakane geschleust werden und in deren Hof kontrolliert werden. Wurde dann der Eintritt gestattet, so konnte man sie durch den Ausgang aus der Barbakane in die Stadt führen. Dieser war durch eine Steinbrücke direkt mit dem Frauentor verbunden. Die Barbakane wird deswegen auch als Frauenvortor bezeichnet.

Noch 3,5 m hohe Barbakane mit 15 m Durchmesser freigelegt

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(Ende des 14. oder zu Beginn des 15. Jahrhunderts): "Die [hölzerne] Brücke [vorm Frauentor] wurde ausgebaut, ein steinerner Bogen eingezogen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts reichte auch das nicht mehr aus: Der Brücke wurde eine halbkreisförmige Bastion vorgelagert, die wiederum von einem Graben umgeben war. Diese Bastion, in der Fachsprache als Barbakane bezeichnet, ist immerhin noch dreieinhalb Meter hoch erhalten, sie hat einen Durchmesser von rund 15 Metern."[7]

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Anmerkungen

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  1. "Der Stadtrat ließ sich in seiner Entscheidung zum Abriss von Brücke und Barbakane (Zwinger- und Stadtmauer liegen außerhalb der Tiefgaragenbaustelle) von Drohungen der Investoren leiten, die einen Ausstieg aus dem Projekt ankündigten, falls dem Abriss nicht zugestimmt würde. Befürchtet wurde, dass damit im Dominoeffekt die gesamten Investitionen zum Wiederaufbau des Quartiers kippen würden. Angekündigt ist um den Neumarkt eine Investitionssumme von 380 Millionen Euro." Zit. n.: Christoph Steinacker: "Dresden reißt mittelalterliche Stadtbefestigung ab" In: archaeologie-online.de vom 4. Juli 2003.
  2. Barbakane im "Bamberger Vokabular für Historische Architektur".
  3. Horst Wolfgang Böhme: "Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch." Theiss Wiss. Buchges., Stuttgart, Darmstadt 1999, S. 250.
  4. Anja Grebe, G. Ulrich Großmann: "Burgen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Architektur und Alltag." (= Imhof Kulturgeschichte, 3), Imhof, 1. Aufl. Petersberg 2007, S. 48.
  5. Barbakane auf regionalgeschichte.net.
  6. Bauwerkstyp: Wehrbauten: Barbakane in urbs-mediaevalis.de.
  7. Christoph Steinacker: "Dresden reißt mittelalterliche Stadtbefestigung ab" In: archaeologie-online.de vom 4. Juli 2003.