Astronomie von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit/ Bedeutung in anderen Disziplinen
Viele Bezeichnungen für verschiedene Lehren werden mit der aus dem Altgriechischen stammenden Endung "-logie" (altgriechisch λόγος ("logos"), zu Deutsch „Lehre“) gebildet. Die folgenden Disziplinen sind in diesem Kontext hervorzuheben, da sie insbesondere für die Archäoastronomie wertvolle wissenschaftliche Ergänzungen zur Astronomie (aus den altgriechischen Wörtern ἄστρον ("ástron", zu Deutsch „Stern“) und νόμος ("nómos, zu Deutsch „Gesetz“) zusammengesetzt also „Sterngesetz“) liefern:
- Die Archäologie (zusammengesetzt mit dem altgriechischen ἀρχαῖος ("archaios"), zu Deutsch „Altertumslehre“) beschäftigt sich mit der kulturellen Entwicklung der Menschheit.
- Die Etymologie (zusammengesetzt mit dem altgriechischen ἔτυμος ("etymos"), zu Deutsch „Wortherkunftslehre“) untersucht die geschichtliche Herkunft von Wörtern.
- Die Mythologie (zusammengesetzt mit dem altgriechischen μῦθος ("mythos"), zu Deutsch „Erzählungslehre“), die sich wissenschaftlich mit der Sagenwelt beschäftigt.
- Die Theologie (zusammengesetzt mit dem altgriechischen θεός ("theós"), zu Deutsch „Gotteslehre“) mit ihren Lehren zum religiösen Glauben und dessen Glaubensdokumenten.
- Die Kosmologie (zusammengesetzt mit dem altgriechischen κόσμος ("kósmos"), zu Deutsch „Weltenlehre“) ist hingegen eine Lehre, die sich im Laufe der Jahrtausende deutlich verändert hat und sich auch heute noch erheblich weiterentwickelt, da es in der modernen Astronomie und Astrophysik mit zunehmend hohem technischen Aufwand immer wieder zu neuen Erkenntnissen kommt.
Von der Antike bis ins Mittelalter galt die Beherrschung der sieben freien Künste als Voraussetzung für das Betreiben von Philosophie. Zu den drei "trivialen" Künsten der Grammatik, der Rhetorik und der Dialektik des Triviums wurden die vier Künste der Musiktheorie, der Arithmetik, der Geometrie und der Astronomie zu dem Künsten des Quadriviums gezählt → siehe hierzu auch Wikibook Quadriviale Kuriositäten.
Zur Etymologie
[Bearbeiten]Die Genesis aus dem Alten Testament greift die Thematik der Verwirrung der einheitlichen Sprache in ihrem elften Kapitel auf, und beschreibt, wie die bereits sternenkundigen Menschen im Norden Mesopotamiens übermütig geworden waren und in Babel einen Turm mit einer Spitze bis in den Himmel errichten wollten:[1]
1 Die ganze Erde hatte eine Sprache und ein und dieselben Worte.
2 Als sie ostwärts aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an.
3 Sie sagten zueinander: Auf, formen wir Lehmziegel und brennen wir sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und Erdpech als Mörtel.
4 Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis in den Himmel! So wollen wir uns einen Namen machen, damit wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.
5 Da stieg der HERR herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten.
6 Und der HERR sprach: Siehe, ein Volk sind sie und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, wenn sie es sich zu tun vornehmen.
7 Auf, steigen wir hinab und verwirren wir dort ihre Sprache, sodass keiner mehr die Sprache des anderen versteht. 8 Der HERR zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen. 9 Darum gab man der Stadt den Namen Babel, Wirrsal, denn dort hat der HERR die Sprache der ganzen Erde verwirrt und von dort aus hat er die Menschen über die ganze Erde zerstreut.
Es mag weniger verwunderlich sein, dass Schöpfungsmythen oder Berichte über Katastrophen nicht nur einen astronomischen Hintergrund haben, sondern in völlig verschiedenen Kulturen sehr ähnliche Merkmale zeigen, wenn man sich das Folgende bewusst macht: Einige Indizien deuten auf einen für viele Kulturen gemeinsamen Ursprung hin, der auf eine tiefsinnige Betrachtung und Beobachtung des Himmelsgeschehens hindeutet.
Bei bestimmten Wörtern sind die Ähnlichkeiten in vielen lebenden und toten Sprachen so auffällig, dass sie ein gemeinsames Ursprungswort (Etymon) haben und somit Kognaten sein dürften.
"Stern"
[Bearbeiten]Bei den Wörtern „Gestirn“ beziehungsweise „Stern“ sind die Ähnlichkeiten in vielen lebenden und toten Sprachen sehr auffällig, und diese Verwandtschaften mögen durch die Wörter für "Stern" in den folgenden Sprachen belegt werden:
- Akkadisch "istar"
- Indogermanisch "ster"
- Griechisch "astro" / "asteri"
- Lateinisch "astrum" / "stella"
- Althochdeutsch "stern(o)"
- Jiddisch "shtern"
- Katalanisch und Spanisch "estrella"
- Portugiesisch "estrela"
- Englisch "star"
- Niederländisch "ster"
- Westfriesisch "stjer"
- Italienisch und Korsisch "stella"
- Rumänisch "stea"
- Sardisch "istedda"
- Maltesisch "stilla"
- Französisch "étoile" aus Altfranzösisch "estoile"
- Galicisch "estrela"
- Walisisch "seren"
- Dänisch und Norwegisch "stjerne"
- Schwedisch "stjärna"
- Isländisch "stjarna"
- Kurdisch "stêrk"
- Gujarati "Tārō"
- Hindi "तारा" (taara)
- Marathi "तारा" (Tārā)
- Nepalesisch "तारा" (Tārā)
- Punjabi "ਤਾਰਾ" (Tārā)
- Singhalesisch "තරුව" (taruva)
- Khmer "តារា" (tara)
- Armenisch "աստղ" (astgh)
- Tadschikisch "ситора" (sitora)
- Hausa "tauraro"
- Krio "sta"
"Stier"
[Bearbeiten]Eine starke Ähnlichkeit gibt es in vielen Sprachen auch zwischen den Wörtern „Stern“ und „Stier“. Der Stier bezeichnet zudem auch ein bedeutendes und eines der ältesten Sternbilder überhaupt:
→ Siehe auch Himmelsstier.
- Akkadisch und Assyrisch "šūru"
- Aramäisch "tōra"
- Hebräisch "šǒr"
- Ugaritisch "twr"
- Arabisch "ثور" ("thawr")
- Griechisch "ταύρος" ("tauros")
- Lateinisch "taurus"
- Althochdeutsch "stior"
- Italienisch, Katalanisch und Spanisch "toro"
- Galicisch "touro"
- Gallisch "tarvos"
- Französisch "taureau"
- Schwedisch "tjur"
- Dänisch "tyr"
- Irisch und Gälisch "tarbh"
- Wallisisch "tarw"
"Horn"
[Bearbeiten]Auch die Hörner des Stieres betreffend setzen sich die vielen Ähnlichkeiten fort:
- Akkadisch "carnu"
- Aramäisch "qeren"
- Griechisch "κόρνο" ("korno")
- Lateinisch "cornu"
- Maltesisch "qrun"*
- Arabisch "قرون" ("qurun")
- Französisch "corne"
- Italienisch "corne"
- Rumänisch "corn"
- Haitianisch "kòn"
"Sieben"
[Bearbeiten]Die in vielen Kulturen als heilig angesehene Zahl Sieben taucht im Zusammenhang mit der Astronomie als Anzahl der mit bloßem Auge sichtbaren Wandelgestirne und als Zahl der Hauptsterne in vielen Asterismen auf:
- Sieben Wandelgestirne: Sonne Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn
- Siebengestirn im Himmelsstier: Alkione, Atlas, Electra, Maia, Merope, Taygeta, Pleione
- Sternbild Orion: Beteigeuze, Rigel, Bellatrix, Alnilam, Alnitak, Saiph, Mintaka
- Asterismus Großer Wagen: Alioth, Dubhe, Alkaid, Mizar, Merak, Phekda, Megrez
→ Siehe auch:
Wegen der hohen kulturellen, rituellen oder mythischen Bedeutung gibt es in vielen Kulturen und Sprachen etymologische Übereinstimmungen:
- Akkadisch "sebe"
- Proto-Indoeuropäisch "septḿ̥"
- Hetitisch "sipta"
- Proto-Germanisch "*sebun"
- Althochdeutsch "sibun"
- Hebräisch "sajin" (Buchstabe) oder "scheva" (Wort)
- Etruskisch "semph"
- Maltesisch "sebgħa"
- Arabisch "sabʿa"
- Griechisch "επτά" ("(h)epta")
- Lateinisch "septem"
- Ungarisch "het"
- Proto-Balto-slawisch "septin"
- Proto-Indo-Iranisch "saptá"
- Katalanisch "set"
- Spanisch "siete"
- Galicisch "sete"
- Lettisch "septiņi"
- Italienisch "sette"
- Französisch "sept"
- Englisch "seven"
- Wallisisch "saith"
- Bosnisch / Kroatisch "sedam"
- Rumänisch "șapte"
- Irisch "seacht"
- Swahili "saba"
- Haitianisch "sèt"
Zur Mythologie
[Bearbeiten]Seit Jahrtausenden blicken Menschen in den Nachthimmel und versuchen, die unzähligen Lichter am Firmament zu deuten. Schon früh begannen sie, die von ihnen erfundenen Sternbilder und die unablässig durch den Himmel ziehenden Wandelgestirne durch Geschichten über Götter, Helden oder andere Wesen zu interpretieren, zu erzählen und zum Teil über Jahrhunderte hinweg zu tradieren. Die Mythologie spielte dabei eine zentrale Rolle: Sie half nicht nur, eine symbolische Ordnung in den geheimnisvollen Kosmos zu bringen, sondern prägte auch viele der Bezeichnungen und Vorstellungen, die bis heute in der beschreibenden Astronomie überlebt haben.
Die Verbindung zwischen Mythologie und Astronomie ist tief verwurzelt und zeugt vom menschlichen Bedürfnis, das wahrgenommene, aber dennoch unfassbare Universum durch räumliche und zeitliche Vorstellungen sowie durch Erzählungen begreifbar zu machen. Das Geschehen am Himmel musste auf die Menschen vor der Erfindung der Bewegtbilder und des Films in der späten Neuzeit sowohl attraktiv als auch spektakulär gewirkt haben. So konnten verschiedene mythische Gestalten am Himmel durch ihre scheinbaren Handlungen wahrgenommen werden. Durch die Wiederholung solcher Deutungen konnten sich besonders beliebte Mythen im kulturellen Kontext über die Zeit verfestigen, und entsprechende Riten konnten sich etablieren.
Damit war auch eine wesentliche Voraussetzung für den Glauben der Menschen an eine höhere Macht oder mehrere höhere Mächte gegeben. Der Begriff Religion stammt vom lateinischen Inifiniv "relegere" ab. Dieses Verb bedeutet wörtlich übersetzt "wieder lesen" und meint im Sinne von "überdenken" das bewusste Wahrnehmen von Prophezeiungen oder Omen sowie das nachhaltige Beachten tradierter Vorschriften.
→ Siehe:
- Der Urozean.
- Die Plejaden / Sagenwelt.
- Der Himmelsstier.
- Babylonische Himmelswege.
- Mithraskult und Tauroktonie.
- Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle.
Zur Theologie
[Bearbeiten]Die Theologie (vom Altgriechischen θεός = theós = Gott und λόγος = lógos = Lehre) ist die Lehre von einem Gott oder von mehreren Göttern. Sie lehrt einen ausgeprägten religiösen Glauben, begründet rituelle Traditionen und deutet die vorhandenen Glaubensdokumente.

Die Theologie des Aristoteles (384–322) postuliert drei mögliche Substanzen:[2]
- Die sinnlich wahrnehmbare und vergängliche Substanz. Diese umfasst konkrete Einzeldinge, die nur eine begrenzte Teilhabe an der Ewigkeit haben, wie zum Beispiel Lebewesen.
- Die sinnlich wahrnehmbare und ewige Substanz. Diese umfasst konkrete Einzeldinge, die nur eine unbegrenzte Teilhabe an der Ewigkeit haben, namentlich die sieben Wandelgestirne und die Fixsterne.
- Die nicht sinnlich wahrnehmbare, ewige und unvergängliche Substanz. Hierbei handelt es sich um einen lebendigen, unbewegten Beweger, der auch der Ursprung aller anderen Dinge ist.
Dieses theologische Prinzip wurde später auch von Thomas van Aquin (1225-1274) in seinen „Quinque viae ad Deum“ ("Fünf Wege zu Gott") und auch von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1717) in seiner Hypothese von „Gott als letztem und zureichendem Grund der Welt“ aufgegriffen.
Auch im 90. Psalm wird dieser Ansatz thematisiert:
Das vierte Buch
Der ewige Gott – der vergängliche Mensch
1 Ein Bittgebet des Mose, des Mannes Gottes. O Herr, du warst uns Wohnung von Geschlecht zu Geschlecht.
2 Ehe geboren wurden die Berge, ehe du unter Wehen hervorbrachtest Erde und Erdkreis, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
3 Zum Staub zurückkehren lässt du den Menschen, du sprichst: Ihr Menschenkinder, kehrt zurück!
4 Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der Tag, der gestern vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht.
Darüber hinaus gibt der vierte Vers einen deutlich Hinweis auf das Verhältnis des Jahrtausende langen Präzessionszyklus und der Dauer eines siderischen Monats, da der Mond an einem Tag genauso weit entlang der Ekliptiklinie wandert, wie der Frühlingspunkt in tausend Jahren.
→ Siehe Präzession und Nutation.
Der griechische Dichter Aratos von Soloi in Kilikien (≈310–245) hatte seine astronomischen Kenntnisse vom Astronomen und Mathematiker Eudoxos von Knidos (geboren nach 390, gestorben nach 338) erhalten. In dem in der Antike verbreiteten Lehrgedicht Φαινόμενα (Phainomena = „Himmelserscheinungen“) von Aratos wird der Sternenhimmel in zahlreichen Hexametern beschrieben. Der Apostel Paulus von Tarsus (geboren vor 10, gestorben nach 60) war der bedeutendste Missionar des Urchristentums und kannte diesen Text. Im 17. Kapitel der Apostelgeschichte des Lukas wird ihm ein Zitat aus dem Prolog des Lehrgedichts über die Abstammung der Menschen von Gott in den Mund gelegt.[3]
α' Φαινόμενα,5: Τοῦ γὰρ καὶ γένος ἐὶμέν.
Apostelgeschichte 17,28: Τοῦ γὰρ καὶ γένος ἐσμέν.
Apostelgeschichte 17,28: Wir sind von seinem Geschlecht.
Zahlen in Religionen
[Bearbeiten]Die Zwei steht oft für Gegensätze, wie zum Beispiel Tag und Nacht, Aufgang und Untergang, Sommerhalbjahr und Winterhalbjahr, zunehmender und abnehmender Mond oder obere und untere Kulmination. Eine solche Zweiteilung findet sich oft auch in gegensätzliche Kategorien wieder, die in vielen Disziplinen, insbesondere auch in der Ethik und in Religionen verwendet werden, wie beispielsweise gut und böse, oben und unten, Leben und Tod, Licht und Schatten, Wärme und Kälte oder Himmel und Hölle.
Interessant ist auch die frühgeschichtliche astronomische Auffassung von zwei mächtigen Gegenspielern, die sich im Sternenhimmel an zwei gegenüberliegenden Seiten befinden, der der Himmelsstier und der der Himmelsskorpion.
→ Siehe Zur Zwei.
Die astronomischen Zahlen Sieben und Zwölf werden als heilige Zahlen angesehen. Sie werden in vielfältigen Kontexten in religiösen Texten erwähnt und für viele religiöse Symbole verwendet. Ferner spielt auch die astronomische Zahl Vier in Religionen eine bedeutende Rolle, wo sie deswegen manchmal ebenfalls als heilige Zahlen angesehen wird:
- Vier Hauptsterne respektive Hauptsternbilder mit den vier Himmelsrichtungen und den vier Jahreszeiten: → siehe Bedeutung der Vier in Religionen.
- Sieben Wandelgestirne mit den die sieben Tagen einer Woche beziehungsweise eines Mondviertels: → siehe Bedeutung der Sieben in Religionen.
- Zwölf Ekliptiksternbilder, zwölf Monate pro Jahr, zwölf Jahre Umlaufzeit des Planeten Jupiter, jeweils zwölf Stunden Tag und Nacht: → siehe Bedeutung der Zwölf in Religionen.
Altes Testament
[Bearbeiten]In der Bibel wird in der Regel nicht zwischen Fixsternen und Planeten unterschieden. Eine Ausnahme gibt es im 2. Buch der Könige, Kapitel 23, Vers 5 aus dem siebenten vorchristlichen Jahrhundert, wo in der deutschsprachigen Einheitsübersetzung von "den Wandelsternen" und in der Luther-Bibel von "den Planeten" die Rede ist. Die Vulgata schreibt hier allerdings von den "duodecim signis", womit sicherlich die zwölf Sternzeichen der Ekliptik gemeint sind, durch die die sieben Wandelgestirne ziehen. Die Septuaginta spricht noch allgemeiner von den "μαζουρωθ" nach dem Hebräischen Wort "מַזָּלָה" ("mazzaroth"), womit vermutlich Sternkonstellationen und im engeren Sinne ebenfalls die zwölf Sternzeichen des Zodiaks gemeint sind:
Septuaginta
5 καὶ κατέπαυσεν τοὺς χωμαριμ, οὓς ἔδωκαν βασιλεῖς Ιουδα καὶ ἐθυμίων ἐν τοῖς ὑψηλοῖς καὶ ἐν ταῖς πόλεσιν Ιουδα καὶ τοῖς περικύκλῳ Ιερουσαλημ, καὶ τοὺς θυμιῶντας τῷ Βααλ καὶ τῷ ἡλίῳ καὶ τῇ σελήνῃ καὶ τοῖς μαζουρωθ καὶ πάσῃ τῇ δυνάμει τοῦ οὐρανοῦ.
Vulgata
5 Et delevit aedituos, quos posuerant reges Iudae ad sacrificandum in excelsis per civitates Iudae et in circuitu Ierusalem, et eos, qui adolebant Baal et soli et lunae et duodecim signis et omni militiae caeli.
Einheitsübersetzung (2016)
5 Auch setzte er die Götzenpriester ab, die von den Königen von Juda bestellt worden waren und die auf den Kulthöhen, in den Städten Judas und in der Umgebung Jerusalems Opfer verbrannt sowie dem Baal, der Sonne, dem Mond, den Wandelsternen und dem ganzen Heer des Himmels geopfert hatten.
Luther-Bibel (2017)
5 Und er setzte die Götzenpriester ab, die die Könige von Juda eingesetzt hatten, um auf den Höhen zu opfern in den Städten Judas und um Jerusalem her; auch die dem Baal geräuchert hatten, der Sonne und dem Mond und den Planeten und allem Heer am Himmel.
Der Prophet Habakuk erwähnt in seinem Psalm in Kapitel 3 aus dem siebenten vorchristlichen Jahrhundert das Konzept der Aufteilung der Ekliptik in Mondstationen respektive in Mondhäuser:
10 Wenn sie dich sehen, erbeben die Berge,
das Tosen der Wasser rauscht vorüber; es erhebt die Urflut ihre Stimme,
hoch oben vergisst die Sonne ihre Strahlen.
11 Der Mond bleibt in der Behausung;
als Beleuchtung schwirren deine Pfeile,
als heller Schein das Blitzen deiner Lanze.
In den folgenden Bibelstellen aus dem Alten Testament spiegeln sich astronomische Vorstellungen in Bezug auf Gott wider:
Genesis 1:
1 Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.
2 Die Erde war wüst und wirr und Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. ...
5 Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag.
...
14 Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen als Zeichen für Festzeiten, für Tage und Jahre dienen.
15 Sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe sein, um über die Erde hin zu leuchten. Und so geschah es.
16 Gott machte die beiden großen Lichter, das große zur Herrschaft über den Tag, das kleine zur Herrschaft über die Nacht, und die Sterne.
Psalm 8:
4 Seh ich deine Himmel, die Werke deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt.

Psalm 19:
2 Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament kündet das Werk seiner Hände.
Psalm 90:
2 Ehe geboren wurden die Berge, ehe du unter Wehen hervorbrachtest Erde und Erdkreis, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Psalm 102:
26 Vorzeiten hast du der Erde Grund gelegt, die Himmel sind das Werk deiner Hände.
Psalm 103:
19 Der HERR hat seinen Thron errichtet im Himmel, seine königliche Macht beherrscht das All.
Psalm 104:
19 Du machst den Mond zum Maß für die Zeiten, die Sonne weiß, wann sie untergeht.
Psalm 113:
3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang sei gelobt der Name des HERRN.
4 Erhaben ist der HERR über alle Völker, über den Himmeln ist seine Herrlichkeit.
Psalm 136:
3 Dankt dem Herrn der Herren, denn seine Huld währt ewig!
4 Ihm, der allein große Wunder tut, denn seine Huld währt ewig,
5 der den Himmel gemacht hat in Weisheit, denn seine Huld währt ewig,
6 der die Erde gefestigt hat über den Wassern, denn seine Huld währt ewig,
7 der die großen Leuchten gemacht hat, denn seine Huld währt ewig,
8 die Sonne zur Herrschaft über den Tag, denn seine Huld währt ewig,
9 den Mond und die Sterne zur Herrschaft über die Nacht, denn seine Huld währt ewig.
Psalm 147:
4 Er bestimmt die Zahl der Sterne und ruft sie alle mit Namen.
Psalm 148:
Lobpreis auf den Herrn, den König des Kosmos
1 Halleluja! Lobt den HERRN vom Himmel her, lobt ihn in den Höhen:
2 Lobt ihn, all seine Engel, lobt ihn, all seine Heerscharen,
3 lobt ihn, Sonne und Mond, lobt ihn, all ihr leuchtenden Sterne,
4 lobt ihn, ihr Himmel der Himmel, ihr Wasser über dem Himmel!
Mit den "Wassern über dem Himmel" können nicht die Wolken unterhalb der Sternensphäre gemeint sein. Vielmehr dürfte es sich um eine Anspielung auf den Urozean beziehungsweise die Urflut handeln (siehe hierzu auch Urozean). Diese Urflut existierte bereits vor der Erschaffung des Lichts und der Gestirne. Man erinnere sich an den Beginn der Schöpfungsgeschichte in den ersten drei Versen der Bibel (siehe oben).
Buch der Weisheit (Weisheit Salomos):
Salomos Gebet um Weisheit
9,1 Gott der Väter und Herr des Erbarmens, du hast das All durch dein Wort gemacht.
Jesus Sirach 42:
Lob Gottes in der Schöpfung
15 Nun will ich der Werke des Herrn gedenken, und was ich gesehen habe, werde ich erzählen: Durch die Worte des Herrn sind seine Werke und durch seinen Segen gab er ihnen ihre Bestimmung.
16 Die leuchtende Sonne blickt auf alles hernieder und von der Herrlichkeit des Herrn ist sein Werk erfüllt.
17 Der Herr gab es selbst den Heiligen nicht, all seine Wunder zu erzählen, der Herr der Herrscher über das All, hat sie gegründet, sodass das All in seiner Herrlichkeit Bestand hat.
18 Abgrund und Herz hat er durchforscht und ihre Absichten hat er durchschaut; denn der Höchste kennt alles Wissen und er blickt auf die Zeichen der Zeiten.
19 Er tut das Vergangene und das Kommende kund und enthüllt die Spuren des Verborgenen.
20 Kein Gedanke entgeht ihm und kein einziges Wort bleibt ihm verborgen.
21 Die Großtaten seiner Weisheit hat er geordnet; wie er ist von Ewigkeit und in Ewigkeit. Ihm ist weder etwas hinzugefügt noch weggenommen worden und er hat keines Ratgebers bedurft.
Auch im nachfolgenden Kapitel lobt Jesus Sirach die Sonne, den Mond und die Sterne in den höchsten Tönen:
Jesus Sirach 43:
1 Der Stolz der Höhe ist ein Firmament von Reinheit, die Gestalt des Himmels beim Anblick der Herrlichkeit.
2 Die Sonne verkündet durch ihr Erscheinen beim Aufgang, ein wunderbares Geschöpf, ein Werk des Höchsten!
3 Zur Mittagszeit trocknet sie den Boden aus, wer wird bestehen vor ihrer Glut?
4 Wer in einen Ofen bläst bei Arbeiten mit Glut - dreimal so stark versengt die Sonne Berge; sie atmet Feuerdämpfe aus und blendet mit gleißenden Strahlen die Augen.
5 Groß ist der Herr, der sie gemacht hat, mit seinen Worten beschleunigt er ihren Lauf.
6 Auch der Mond hält sich in allem an seinen Zeitpunkt, zur Festsetzung der Zeiten und als Zeichen auf Dauer.
7 Vom Mond geht das Zeichen für einen Festtag aus, ein Gestirn, das abnimmt bis zur Vollendung.
8 Der Name Monat kommt vom Neumond, der wunderbar zunimmt beim Wechsel, ein Geschöpf des Heeres in der Höhe, das am Himmelsgewölbe leuchtet.
9 Die Schönheit des Himmels ist der Glanz der Sterne, ein strahlender Schmuck in den Höhen des Herrn.
10 Durch die Worte des Heiligen stehen sie gemäß ihrer Bestimmung und sie ermüden nie bei ihrer Wache.
...
27 Vieles werden wir sagen, aber wir kommen nie an ein Ziel und das Ende der Worte ist: Er ist das All.
Jesaja 40:
26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht: Wer hat diese Gestirne erschaffen?
Der vollzählig herausführt ihr Heer, er ruft sie alle beim Namen.
Wegen seiner Fülle an Kraft und mächtiger Stärke fehlt kein einziges.
Das Buch Baruch gehört zu den späten Schriften des Alten Testaments. Im dritten Kapitel werden das Licht und die Sterne in Bezug auf Gott thematisiert:
Baruch 3:
33 Er entsendet das Licht und es eilt dahin; er ruft es zurück und zitternd gehorcht es ihm.
34 Froh leuchten die Sterne auf ihren Posten.
35 Ruft er sie, so antworten sie: Hier sind wir. Sie leuchten mit Freude für ihren Schöpfer.
36 Das ist unser Gott; kein anderer gilt neben ihm.
Ein Lobpreis auf die Werke, Engel und Mächte Gottes am Gewölbe des Himmels findet sich im Buch Daniel im dritten Kapitel. Der Text macht inhaltlich eine ganz ähnliche Aussage wie der Lobpreis auf den Herrn, den König des Kosmos in Psalm 148 (siehe oben):
Daniel 3:
56 Gepriesen bist du am Gewölbe des Himmels, gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
57 Preist den HERRN, all ihr Werke des HERRN; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
58 Preist den HERRN, ihr Himmel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
59 Preist den HERRN, ihr Engel des HERRN; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
60 Preist den HERRN, all ihr Wasser über dem Himmel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
61 Preist den HERRN, all ihr Mächte des HERRN; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
62 Preist den HERRN, Sonne und Mond; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
63 Preist den HERRN, ihr Sterne am Himmel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Der Himmelsthron
[Bearbeiten]Der Himmelsthron wir in vielen Texten des Alten Testaments als der Sitz Gottes genannt. Hier zunächst einige Erwähnungen in den Psalmen:
11,4 Der HERR ist in seinem heiligen Tempel, der HERR hat seinen Thron im Himmel.
Seine Augen schauen herab, seine Blicke prüfen die Menschen.
33,13 Der HERR blickt herab vom Himmel, er sieht alle Menschen.
33,14 Von seinem Thronsitz schaut er nieder auf alle Bewohner der Erde.
89,37 Sein Haus soll bleiben auf ewig, sein Thron habe Bestand vor mir wie die Sonne;
103,19 Der HERR hat seinen Thron errichtet im Himmel, seine königliche Macht beherrscht das All.
Im Buch der Weisheit stehen die folgenden beiden Verse:
9,9 Mit dir ist die Weisheit, die deine Werke kennt und die zugegen war, als du die Welt erschufst. Sie weiß, was wohlgefällig ist in deinen Augen und was recht ist nach deinen Geboten.
9,10 Sende sie vom heiligen Himmel und schick sie vom Thron deiner Herrlichkeit, damit sie bei mir sei und alle Mühe mit mir teile und ich erkenne, was wohlgefällig ist bei dir!
Diese Bild von Gottes Thron im Himmel wir auch im Neuen Testament aufgegriffen, wie beispielsweise beim Evangelisten Matthäus (Kapitel 5, Vers 34) oder in der Offenbarung des Johannes, wo im vierten Kapitel die eröffnende Himmelsvision mit dem Abschnitt über "Die Huldigung vor dem Thron Gottes" beginnt:
1 Danach sah ich und siehe, eine Tür war geöffnet am Himmel; und die erste Stimme, die ich gleich einer Posaune mit mir reden gehört hatte, sagte: Komm herauf und ich werde dir zeigen, was dann geschehen muss.
2 Sogleich wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel; auf dem Thron saß einer,
3 der wie ein Jaspis und ein Karneol aussah. Und über dem Thron wölbte sich ein Regenbogen, der wie ein Smaragd aussah.
4 Und rings um den Thron standen vierundzwanzig Throne und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, in weiße Gewänder gekleidet und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt.
5 Von dem Thron gingen Blitze, Stimmen und Donner aus. Und sieben lodernde Fackeln brannten vor dem Thron; das sind die sieben Geister Gottes.
6 Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte des Thrones und rings um den Thron waren vier Lebewesen voller Augen, vorn und hinten.
7 Das erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite einem Stier, das dritte sah aus wie ein Mensch, das vierte glich einem fliegenden Adler.
Der achtstrophige Adventshymnus Veni redemptor gentium (die deutschsprachige Kontrafaktur heißt "Nun komm, der Heiden Heiland") wird dem Kirchenvater Ambrosius von Mailand (339–397) zugeschrieben. In der fünften Strophe wird mit Bezug auf die Himmelfahrt des Messias der Sitz Gottes erwähnt:
5,1 Egressus eius a Patre,
5,2 Regressus eius ad Patrem;
5,3 Excursus usque ad inferos,
5,4 Recursus ad sedem Dei.
5,1 Sein Ausgang ist vom Vater,
5,2 Seine Rückkehr ist beim Vater;
5,3 Hinausgelaufen bis zu den Toten,
5,4 Zurückgelaufen bis zum Sitz Gottes.
Es ist nicht viel Phantasie erforderlich, um den Thron Gottes im Himmelsstier wiederzuerkennen. Die vierundzwanzig Throne, die sich entlang der Ekliptik um diesen Thron herum aufreihen, stehen für die vierundzwanzig Stunden eines Tages, und sie sind je zwei für jedes der zwölf Lebewesenkreiszeichen des Zodiaks. Die als sieben lodernde Fackeln vor dem Thron sind die sieben Wandelgestirne, die als die sieben Geister Gottes immer wieder durch das Goldene Tor der Ekliptik in der Sitzfläche des Thrones ziehen. Die vier besonderen Lebewesen sind die vier Evangelistensymbole bei den vier zoroastrischen Königssternen.
→ Siehe Himmelsstier.
→ Siehe Ekliptik.
→ Siehe Zodiak.
→ Siehe Goldenes Tor der Ekliptik.
→ Siehe Bedeutung der Vier in Religionen.
→ Siehe Königssterne.
- Throne
-
Thron Karls des Großen aus den 790er Jahren im Aachener Dom.
-
Himmelsthron in den Sternbildern Stier (Taurus) und Widder (Aries) vor dem Untergang in Richtung Westen.
Das Lamm
[Bearbeiten]Im ersten Kapitel des Evangeliums nach Johannes wird Jesus von Nazareth explizit als "Lamm Gottes" bezeichnet:[4]
29b Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!
...
36b Seht, das Lamm Gottes!
Es handelt sich beim „Lamm Gottes“ (Kirchenlatein: „Agnus Dei“) um ein seit ältester Zeit verbreitetes Symbol für Jesus Christus. Es wird auch als das Osterlamm bezeichnet, das am Ostertag, also kurz nach der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühjahr auferstanden ist. Nach dem Evangelisten Markus wurde die Auferstehung „... am ersten Tag der Woche, früh am Morgen, als eben die Sonne aufging“, also am Ostersonntag während der Morgenröte im Osten entdeckt.[5] Am 40. Tag ist Jesus Christus nach dem Zeugnis der Evangelisten Markus und Lukas in den Himmel aufgefahren. Zu Beginn der Apostelgeschichte wird dieses Ereignis folgendermaßen beschrieben:[6]
7 Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
8 Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
9 Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
Im altrömischen Glaubensbekenntnis gibt es die Textstelle:
„ascendit in caelis, sedet ad dexteram Patris“
Zu Deutsch:
„aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten des Vaters“
Das Lamm (astronomisch Widder) befindet sich am nördlichen Sternenhimmel zur Rechten des Stieres (Taurus). Sowohl der mesopotamische Himmelsstier als auch das altarabische Sternbild Thuraya verbinden diese beiden neuzeitlichen Sternbilder zu einer Einheit. Der Hauptstern im Sternbild Widder (Aries) heißt Hamal, und das arabische Wort "hamal" steht für ein einjähriges Lamm.[7] Der fette Schwanz des Lammes wird durch die Plejaden (Siebengestirn) markiert.[7] Die Augen des Stieres sind die Sterne Aldebaran und Ain. Zwischen dem Kopf des Stieres und den Plejaden befindet sich das Goldene Tor der Ekliptik, durch das alle Wandelgestirne regelmäßig hindurchziehen.
→ Siehe auch Bibelstellen zum Siebengestirn.
→ Siehe auch Goldenes Tor der Ekliptik.
Der Frühlingspunkt der Sonne, also deren Ort auf der Ekliptiklinie zur Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühjahr, ist von der monotheistischen Schöpfung bis zur Geburt des christlichen Gottessohns vom Kopf des Stiers (bei den Sternen Aldebaran und Ain im Goldenen Tor der Ekliptik) im heutigen Sternbild Stier (Taurus) bis zum Kopf des Lammes (beim Stern Hamal) im heutigen Sternbild Widder (Aries) nach Westen gewandert. Heute befindet sich der Frühlingspunkt bereits am westlichen Ende des Sternbilds Fische (Pisces), das sich westlich an das Sternbild Widder anschließt.
Offenbarung des Johannes
[Bearbeiten]In der Offenbarung des Johannes heißt es im 7. Kapitel:
10b Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm.
17a Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt.
Wird der Thron Gottes mit dem Himmelsstier identifiziert (siehe oben), dann sitzt das Lamm (Aries, Sternbild Widder) westlich und somit rechts vor diesem Thron. Im weiteren Verlauf der Ekliptik nach Westen befinden sich die zusammenhängenden Wassersternbilder des Urozeans, dem Urquell des Lebens. Es handelt ich um die heutigen Sternbilder Fluss Eridanus, Walfisch (Cetus), Fische (Pisces), Wassermann (Aquarius), Südlicher Fisch (Piscis Austrinus) und Delphin (Delphinus) sowie Steinbock (Capricornus, früher Ziegenfisch).
→ Siehe auch Urozean.
- Das Lamm zur Rechten des Stieres
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Astrophotographie vom Asterismus Himmelsstier
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Beschriftete Astrophotographie vom Himmelsstier am winterlichen Abendhimmel in Richtung südlicher Meridian. Die Ekliptiklinie verläuft horizontal etwas unterhalb der Bildmitte.
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Astrophotographie der Himmelsregion mit dem beduinischen Sternbild "Hände der Thuraya" (grüne durchgezogene Linien, Ekliptik rot gepunktete Linie) mit arabisch bezeichneten Sternen. Der Vollmond befindet sich zwischen den Sternbildern Taurus, Aries und Cetus.
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Die zusammenhängenden Wassersternbilder des Urozeans am Sternenhimmel: Fluss Eridanus, Walfisch (Cetus), Fische (Pisces), Wassermann (Aquarius), Südlicher Fisch (Piscis Austrinus), Delphin (Delphinus) sowie Ziegenfisch (Steinbock, Capricornus).
Interpretiert man das Sternbild "Lamm" (Widder / Aries) als Mittler auf dem ekliptischen Weg vom finsteren kosmischen Urozean im Westen (rechts) zum strahlenden majestätischen Sternbild Stier (Taurus) im Osten (links), ergeben auch andere Bibelstellen in Bezug auf den Sternenhimmel einen tiefen symbolischen Sinn, die in den folgenden Abschnitten aufgeführt sind.
Evangelium nach Johannes
[Bearbeiten]Die Rede von Jesus an den Jünger Thomas aus dem 14. Kapitel des Evangeliums nach Johannes ist in diesem Zusammenhang interessant:
6 Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
Alle Wandelgestirne bewegen sich entlang der Ekliptiklinie (Weg) durch das heutige Sternbild Widder (das altarabische Sternbild "Lamm") im Westen zum Goldenen Tor der Ekliptik nach Osten im großen Himmelsstier (Vater / Thron).
Evangelium nach Markus
[Bearbeiten]Im Evangelium nach Markus heißt es:
14,62 Jesus sagte: Ich bin es. Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen.
16,19 Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
Evangelium nach Lukas
[Bearbeiten]Im Evangelium nach Lukas ist es folgendermaßen formuliert:
22,69 Von nun an wird der Menschensohn zur Rechten der Macht Gottes sitzen.
Evangelium nach Matthäus
[Bearbeiten]Auch im Evangelium nach Matthäus findet sich eine entsprechende Stelle:
26,64 Jesus antwortete: Du hast es gesagt. Doch ich erkläre euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.
Brief an die Hebräer
[Bearbeiten]Im Brief an die Hebräer, dessen Autor unbekannt ist, gibt es etliche entsprechende Stellen:
Gottes Rede in seinem Sohn
1,3 er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt;
1,10 Und: Du, Herr, hast vorzeiten der Erde Grund gelegt, die Himmel sind das Werk deiner Hände.
1,11 Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie alle veralten wie ein Gewand;
1,12 du rollst sie zusammen wie einen Mantel und wie ein Gewand werden sie gewechselt. Du aber bleibst, der du bist, und deine Jahre enden nie.
1,13 Zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Setze dich mir zur Rechten und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße?
Die Liturgie des neuen Bundes
8,1 Die Hauptsache bei dem Gesagten aber ist: Wir haben einen solchen Hohepriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat,
8,2 als Diener des Heiligtums und des wahren Zeltes, das der Herr selbst aufgeschlagen hat, nicht ein Mensch.
Christus als Mittler des neuen Bundes
9,24 Denn Christus ist nicht in ein von Menschenhand gemachtes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor Gottes Angesicht zu erscheinen für uns;
Das Opfer Jesu Christi als endgültige Versöhnung mit Gott
10,12 Dieser aber hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt;
Das Beispiel Jesu Christi
12,2 und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.
Erster Brief des Petrus
[Bearbeiten]Der erste Brief des Petrus zählt zu den katholischen Briefen des Neuen Testaments. Dort heißt es im letzten Satz über Jesus Christus:
22 der in den Himmel gegangen ist; dort ist er zur Rechten Gottes und Engel, Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.
Apostelgeschichte
[Bearbeiten]Die Apostelgeschichte schließt an das Evangelium nach Lukas an und wird ebenfalls diesem zugeschrieben. Hier kommen der erste bekennende sowie erste berufene Apostel Petrus und der erste christliche Märtyrer Stephanus zu Wort:
Die Pfingstpredigt des Petrus
2,33 Zur Rechten Gottes erhöht, hat er vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen und ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.
Steinigung des Stephanus
7,55 Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
7,56 und rief: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.
Gedanken zur wundersamen Brotvermehrung
[Bearbeiten]Evangelien
[Bearbeiten]
Die wundersame Speisung der mehreren Tausend mit wenigen Broten und Fischen wird in aller vier Evangelien der Bibel erwähnt. Das Ereignis fand auf einem Berg am Ufer des Sees von Galiläa (auch als "See von Tiberias", "See Genezareth" oder "Galiläisches Meer" bekannt) statt. In der abgelegenen Gegend gab es damals sehr wenig künstliche Lichtquellen, so dass ein ungestörter Anblick des Sternenhimmels möglich war.
Evangelium nach Johannes
[Bearbeiten]Im sechsten Kapitel des Evangeliums nach Johannes tauchen bei der Beschreibung der Brotvermehrung durch Jesus zum jüdischen Pessachfest neben einigen weiteren Symbolen mit astronomischer Deutungsmöglichkeit auch die expliziten Zahlen Zwei, Fünf und Zwölf auf:
9 Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele?
10 Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer.
11 Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen.
12 Als die Menge satt geworden war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt!
13 Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Brocken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren.
...
31 Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.
32 Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
33 Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.
34 Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!
35 Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.
...
48 Ich bin das Brot des Lebens.
49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
50 So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.
51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.
Evangelium nach Markus
[Bearbeiten]Eine ähnliche Schilderung befindet sich im sechsten Kapitel des Evangeliums nach Markus, wo das Ereignis an einem abgelegenen und einsamen Ort stattgefunden hat:
38 Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: Fünf Brote und außerdem zwei Fische.
39 Dann befahl er ihnen, sie sollten sich in Mahlgemeinschaften im grünen Gras lagern.
40 Und sie ließen sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig nieder.
41 Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen.
42 Und alle aßen und wurden satt.
43 Und sie hoben Brocken auf, zwölf Körbe voll, und Reste von den Fischen.
44 Es waren fünftausend Männer, die von den Broten gegessen hatten.
Die Brotvermehrung auch ein weiteres Mal im achten Kapitel des Evangeliums nach Markus erwähnt:
5 Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben.
6 Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen; und die Jünger teilten sie an die Leute aus.
7 Sie hatten auch noch ein paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und ließ auch sie austeilen.
8 Die Leute aßen und wurden satt. Und sie hoben die Überreste der Brotstücke auf, sieben Körbe voll.
9 Es waren etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie nach Hause.
...
19 Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten ihm: Zwölf.
20 Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten: Sieben.
21 Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht?
Evangelium nach Lukas
[Bearbeiten]Ebenso verhält es sich im neunten Kapitel des Evangeliums nach Lukas, wo das Ereignis dem Ort Betsaida (zu Deutsch: „Haus des Fisches“) am See Genezareth zugeordnet ist:
12 Als der Tag zur Neige ging, kamen die Zwölf und sagten zu ihm: Schick die Leute weg, damit sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen, dort Unterkunft finden und etwas zu essen bekommen; denn wir sind hier an einem abgelegenen Ort.
13 Er antwortete ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; wir müssten erst weggehen und für dieses ganze Volk etwas zu essen kaufen.
14 Es waren nämlich etwa fünftausend Männer. Er aber sagte zu seinen Jüngern: Lasst sie sich in Gruppen zu ungefähr fünfzig lagern!
15 Die Jünger taten so und veranlassten, dass sich alle lagerten.
16 Jesus aber nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis und brach sie; dann gab er sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten.
17 Und alle aßen und wurden satt. Als man die übrig gebliebenen Brotstücke einsammelte, waren es zwölf Körbe voll.
Evangelium nach Matthäus
[Bearbeiten]Auch im vierzehnten Kapitel des Evangeliums nach Matthäus ist von einem abgelegenen Ort in einer einsamen Gegend die Rede:
17 Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier.
18 Er antwortete: Bringt sie mir her!
19 Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten
20 und alle aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig gebliebenen Brotstücke ein, zwölf Körbe voll.
21 Es waren etwa fünftausend Männer, die gegessen hatten, dazu noch Frauen und Kinder.
Etwas abgewandelt taucht die Brotvermehrung mit sieben Körben auch im fünfzehnten Kapitel des Evangeliums nach Matthäus auf:
34 Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben - und ein paar Fische.
35 Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen.
36 Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach sie und gab sie den Jüngern und die Jünger gaben sie den Menschen.
37 Und alle aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig gebliebenen Stücke ein, sieben Körbe voll.
38 Es waren viertausend Männer, die gegessen hatten, dazu noch Frauen und Kinder.
39 Danach schickte er die Menge nach Hause, stieg ins Boot und fuhr in die Gegend von Magadan.
Der Ort Magadan ist möglicherweise mit dem heutigen Ort Migdal (aramäisch: Magdala) am westlichen Ufer des Sees Genezareth gleichzusetzen.
Astronomische Bezüge
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Zu diesen Bibelstellen sind im folgenden einige Hinweise mit astronomischen Bezügen aufgeführt. Die Bezugspunkte liegen hierbei in der Nähe der Ekliptik:
- In den Versen im Evangelium nach Johannes ist mehrfach vom Brot, das vom Himmel herabkommt die Rede.
- Das zur Herstellung von Brot erforderliche Getreide kann durch eine Kornähre symbolisiert werden. Am Sternenhimmel wird die Kornähre durch den hellen, ekliptiknahen Stern Spica (α Virginis) im Sternbild Jungfrau (Virgo) repräsentiert.
- Alle Pflanzen benötigen für das Gedeihen Wasser. Die zur Herstellung von Wein erforderlichen Trauben enthalten überwiegend Wasser. Das Wasser wird am Himmel durch die drei Wassersternbilder der Ekliptik Fische (Pisces), Wassermann (Aquarius), und Ziegenfisch (Steinbock, Capricornus) westlich des Frühlingspunktes repräsentiert. Diese Sternbilder bilden mit einigen weiteren angrenzenden Wassersternbildern den Urozean am Himmel (siehe hierzu auch Der Trichter der Thuraya).
- Das Sternbild Fische (Pisces) besteht seit der Antike aus zwei Fischen.
- Zu Lebzeiten von Jesus von Nazareth war der Frühlingspunkt vom Sternbild Widder (Aries, ursprünglich das Hinterteil des großen Sternbilds Himmelsstier (Taurus caeli)) seit vergleichsweise kurzer Dauer nach Westen in das Sternbild Fisch gewandert. Die Sonne und der Neumond standen im jüdischen Monat Nisan, also dem Monat des jüdischen Pessachfestes, im Sternbild Fische. Der erste Monat des Jahres Nisan hieß in der älteren mesopotamischer Tradition auf Akkadisch "nisannu" (siehe hierzu auch Plejaden-Schaltregeln). In der jüdischen Tradition war der Nisan dem Sternbild Widder sowie dem israelitischen Stamm Juda zugeordnet.
- Zu Lebzeiten von Jesus von Nazareth war der Herbstpunkt vom Sternbild Waage (Libra, ursprünglich die Scheren des großen Sternbilds Himmelsskorpion (Scorpio caeli)) seit vergleichsweise kurzer Dauer nach Westen in das Sternbild Jungfrau gewandert. Um 285 nach Christi erreichte der Herbstpunkt dann die ekliptikale Länge des Sterns Spica (α Virginis). Der Vollmond stand zum jüdischen Pessachfest im Sternbild Jungfrau (Virgo).
- Die fünf Brote können mit den fünf wahrnehmbaren Wandelgestirnen Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn gleichgesetzt werden.
Anmerkung: In der Bibel wird in der Regel nicht zwischen Fixsternen und Planeten unterschieden. Für eine Ausnahme siehe 2. Buch der Könige, Kapitel 23, Vers 5 aus dem siebenten vorchristlichen Jahrhundert, wo in der Einheitsübersetzung explizit von "den Wandelsternen" und in der Luther-Bibel von "den Planeten" die Rede ist.[8] Die Vulgata schreibt hier allerdings von den "duodecim signis" (zu Deutsch: "zwölf Zeichen"), womit die zwölf Sternzeichen der Ekliptik gemeint sind, durch die die sieben Wandelgestirne ziehen. Die Septuaginta spricht noch allgemeiner von den "μαζουρωθ" ("mazuroth") nach dem Hebräischen Wort "מַזָּלָה" ("mazzaroth"), womit allgemein eher Sternkonstellationen und nur im engeren Sinne die Sternzeichen des Zodiaks gemeint sind. - Die zwei Fische können mit den beiden flächenhaft wahrnehmbaren Wandelgestirnen Sonne und Mond gleichgesetzt werden.
- Die Summe der fünf Brote und der zwei Fische respektive die sieben Brote (oder die sieben Körbe) entsprechen der Anzahl der freiäugig sichtbaren sieben Wandelgestirne, die sich entlang der Ekliptiklinie stetig gegenüber dem Fixsternhimmel bewegen. Siehe hierzu auch:
- Die ausgeteilten Brote und Fische durchmaßen die gesamte versammelte Menschenmenge, die durch den vollständigen Lebewesenkreis (Zodiak) mit den zwölf Lebewesenkreiszeichen beziehungsweise durch die zwölf Körbe symbolisiert wird. Der Planet Jupiter, der den Zodiak in zwölf Jahren einmal durchläuft, wurde in Babylonien mit dem babylonischen Hauptgott Marduk gleichgesetzt.
- Insgesamt gibt es am Fixsternhimmel gut 2800 Sterne bis zur scheinbaren Helligkeit 5,5m und knapp 8800 Sterne bis zur scheinbaren Helligkeit 6,5m, die ohne Lichtverschmutzung mit bloßem Auge als Lichtpunkt gesehen werden können. Diese verteilen sich allerdings in der gesamten Himmelssphäre, so dass von einem Punkt auf der Erdoberfläche aus zu einem bestimmten Zeitpunkt immer nur ungefähr die Hälfte davon gesehen werden kann. An den beiden Polen sind stets nur die Sterne der jeweiligen nördlichen oder südlichen Hemisphäre zu sehen, und am Äquator können im Laufe eines Jahres alle Sterne gesehen werden. Je nach Breitengrad und Zeitpunkt können in der Regel gut viertausend und unter günstigsten Bedingungen fast siebentausend Sterne gesehen werden.[9] Diese Spanne entspricht der Angabe der bei der Brotvermehrung versammelten Menschen, deren Anzahl in den Evangelien mit viertausend beziehungsweise fünftausend angegeben ist.
- Im ersten Buch des alten Testaments (Genesis) wird Abram aus Ur in Mesopotamien bereits das Folgende prophezeit:
15,5 Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein
...
17,5 Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham, Vater der Menge, wird dein Name sein; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt.
- Die Gruppen von (ungefähr) fünfzig oder hundert Männern entsprechen den Sternbildern, die über den gesamten Himmel verteilt sind. Nach der Festlegung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) von 1930 gibt es heute 88 Sternbilder, die den Himmel vollständig abdecken. Mit den maximal fast 8800 freiäugig sichtbaren Sternen entspricht dies im Mittel also 100 Sternen pro Sternbild. Bei 4400 freiäugig sichtbaren Sternen wären es 50 Sterne pro Sternbild.
- Das Brot und der Wein werden nach der christlichen Lehre bei der Transsubstantiation in den Leib und das Blut des vom Himmel herabgekommenen "Brot des Lebens" (vergleiche die Rede über das Himmelsbrot von Jesus in der Synagoge von Kafarnaum in Evangelium nach Johannes 6,48–58) gewandelt, das die kosmische Ewigkeit verheißt.
Die Zahlen Zwei, Fünf, Sieben und Zwölf stehen in einem einfachen arithmetischen Zusammenhang, bei dem die beiden jeweils vorhergehenden Zahlen der Folge addiert werden:
| Zahl | Summe | Anmerkung |
| 2 | Anzahl der freiäugig als flächenhaft wahrnehmbaren Wandelgestirne (Sonne und Mond), siehe Zur Zwei | |
| 5 | Anzahl der freiäugig als punktförmig wahrnehmbaren Wandelgestirne Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn | |
| 7 | = 2 + 5 | Anzahl der freiäugig wahrnehmbaren Wandelgestirne sowie der Tage in der Woche, siehe Zur Sieben |
| 12 | = 5 + 7 | Anzahl der Monate im Jahr, der Lebewesenkreiszeichen des Zodiaks sowie der Erdenjahre pro Jupiterjahr, siehe Zur Zwölf, vergleiche hierzu auch Der Zodiak |
| 19 | = 7 + 12 | Anzahl der Jahre mit zwölf Monaten und sieben Schaltmonaten einer Meton-Periode, siehe Zur Neunzehn, vergleiche hierzu auch Die Plejaden-Schaltregeln und Der Meton-Zyklus |
Weitere Bezüge
[Bearbeiten]Weitere Bezüge von der Astronomie zur Theologie ergeben sich bei den folgenden Sachverhalten:
→ Siehe biblische Erwähnungen von Konstellationen.
→ Siehe Der Stern von Bethlehem.
→ Siehe Ochs und Esel / Krippe / „Ich bin das Alpha und das Omega“.
→ Siehe Biblische Bezüge zu den Mondhäusern / Mondstationen.
Zur Kosmologie
[Bearbeiten]
Die Kosmologie beschäftigt sich sich mit der Struktur, dem Ursprung und der Entwicklung des Universums. Dadurch ergeben sich zahlreiche Bezüge zur beobachtenden Astronomie und zur Astrophysik, aber auch zur Quantenphysik.
Die Auswertung der astronomischen Beobachtungen hat zu der heute allgemein geteilten Auffassung geführt, dass das Universum bei einem Urknall entstanden ist und seitdem expandiert. Die Berücksichtigung des Äquivalenzprinzips zwischen schwerer und träger Masse, das zu der von Albert Einstein (1879–1955) formulierten Allgemeinen Relativitätstheorie führt, brachte Alexander Friedmann (1888–1925) 1922 zu der theoretischen Vorhersage eines dynamischen Universums. Fünf Jahre später schlussfolgerte der belgische Astronom Georges Lemaître (1894–1966) aus den von Vesto Slipher (1875–1969) beobachteten Rotverschiebungen von fernen Galaxien und den von Edwin Hubble (1889–1953) ermittelten Entfernungen dieser Galaxien, dass das Universum expandiert. Aufgrund dieser Erkenntnis ergibt sich, dass das Universum einen Ursprung mit sehr kleinem Radius gehabt haben muss. Diesen Zustand nannte er "primordiales Atom" beziehungsweise "Uratom". In der Folgezeit etablierte sich für diesen initialen Vorgang der Begriff "Urknall" (im Englischen: "Big Bang").[10]
Viele Astrophysiker versuchen heute mit dem sogenannten Standardmodell der Kosmologie (auch ΛCDM-Modell beziehungsweise Lambda-CDM-Modell, wobei "CDM" für "cold dark matter" steht, also für "kalte, dunkle Materie") die Entwicklung des Universums nachzubilden. Hierfür wenden sie das kosmologische Prinzip an, das von zwei grundlegenden Annahmen ausgeht:[11]
- Das Weltall sei homogen, was bedeutet, dass es in groben Zügen von jedem Punkt aus gleich aussieht.
- Das Weltall sei isotrop, was besagt, dass es in groben Zügen in jede Richtung gleich aussieht.
Mit diesen Annahmen kann das Modell berechnet werden, und mit diversen zusätzlichen Annahmen stimmt es in vielerlei Hinsicht mit den astronomischen Beobachtungen überein. Zu den zusätzlichen Annahmen gehören die folgenden beiden hypothetischen Größen:
- Eine kosmologische Konstante Λ, die eine dunkle Energie beschreibt und für die beschleunigte Expansion des Universums verantwortlich sei.
- Kalte, dunkle Materie, die zwar der Gravitation unterläge, aber keine Wechselwirkung mit elektromagnetischer Strahlung zeigt.
Weder für die Homogenität noch für die Isotropie des Kosmos konnten bislang Belege gefunden werden, und auch für die kalte dunkle Materie und die dunkle Energie konnte bislang keine physikalische Interpretation geliefert werden.
Ferner ist auch die Annahme, dass die Naturkonstanten unveränderliche Werte haben, nicht begründbar. Auf kosmischen Zeitskalen kann es durchaus Änderungen geben, die wir derzeit nicht messen können. Die gilt insbesondere für die Hubble-Konstante, die die Expansionsrate des Universums beschreibt, für die Gravitationskonstante, die die Anziehung zweier Massen beschreibt, oder für die kosmologische Konstante, die die beschleunigte Expansion des Universums beschreibt.
Darüber hinaus mehren sich Anzeichen und Hinweise, die gegen die Ergebnisse des Standardmodells der Kosmologie sprechen, beziehungsweise durch weitere Hypothesen, die physikalisch nicht begründet werden können, im Standardmodell berücksichtigt werden müssen. Die folgende unvollständige Liste soll hierzu einige Anhaltspunkte liefern:
- Präzise astronomische Beobachtungen zeigen, dass das Weltall auch auf großen Längenskalen nicht homogen ist, sondern Strukturen zeigt.
- Präzise astronomische Beobachtungen zeigen, dass das Weltall auch auf großen Längenskalen nicht isotrop ist (Asymmetrie der kosmischen Hintergrundstrahlung).
- Das beobachtete Vorkommen des dritten Elements im Periodensystem, also des Alkalimetalls Lithium, ist mindestens dreimal geringer als vom Standardmodell vorhergesagt.
- Die Rotverschiebung von fernen Galaxien ist deutlich größer als es durch das Standardmodell möglich wäre.
- Die beobachteten Rotationskurven von Spiralgalaxien stehen im Widerspruch zu den Ergebnissen des Standardmodells.
- Das Standardmodell ist nicht in der Lage, die Abwesenheit von Antimaterie im sichtbaren Teil des Universums zu erklären.
Zur Astrologie
[Bearbeiten]Eine Sonderstellung nimmt die Astrologie (zusammengesetzt mit dem altgriechischen ἄστρον ("astron"), zu Deutsch „Sternenlehre“) ein. Sie ist ein weiteres Beispiel für eine Disziplin, bei der grundlegende Kenntnisse über die Astronomie eine Voraussetzung sind. Sie versucht, Zusammenhänge zwischen den Konstellationen der Wandelgestirne oder astronomischen Ereignissen mit irdischen Geschehnissen oder Veränderungen am Sternenhimmel herzustellen, insbesondere was besonderen Konjunktionen und daraus abgeleitete Prophezeiungen betrifft. Sie wurde bereits in Mesopotamien und in anderen alten Kulturkreisen von Astronomen ausgeübt. Noch der Astronom Johannes Kepler (1571–1630) hat als einer der letzten Astronomen einen wesentlichen Teil seiner Einkünfte durch Horoskope bestritten. Aber schon Aristoteles hatte festgestellt und beschrieben, dass bei bestimmten Konstellationen am Himmel die vorhergesagten Ereignisse nicht eingetreten waren.
Vor der Aufklärung haben astrologische Prophezeiungen noch eine große und weitreichende gesellschaftliche Bedeutung gehabt. Als Beispiel seien die Behauptungen des ersten im Kurfürstentum Brandenburg tätigen Astrologen Johannes Carion (1499–1537) genannt, der für 1524 eine Sintflut vorhersagte, die nicht eingetroffen ist.[12] Der Wiener Hofastronom Georg Tannstetter (1482–1535) sah sich 1523 bemüßigt, die schon lange im Voraus erhitzten und besorgten Gemüter zu beruhigen:[13]
Nun hat sich überall, in allen Köpfen, in allen Seelen das Gerücht eingeschlichen:
die Gelehrten und Weisen sind in ständigem Streitgespräch, andere hingegen sind derart verstört, dass sie ihren Geschäften nicht mehr nachgehen können; sie verkaufen ihre Anwesen, ihre Felder und Besitztümer oder lassen davon ab, Güter zu kaufen, in der Hoffnung, ihr Geld leichter in die sicheren Berge transportieren zu können. Andere wiederum verschieben ihr Heiratsversprechen, kündigen ohne scheinbaren Grund Verträge auf, entziehen sich ihren christlichen Gelübden, arbeiten faul und missmutig auf dem Land und fragen sich, was es denn nütze, Geld und Gut anzuhäufen, wenn doch in kürzester Zeit niemand mehr davon Nutzen ziehen könne.
→ Siehe auch:
- Konjunktionen, Abschnitt Definition.
- Historische Konjunktionen.
- Beobachtungen in der Nähe der Ekliptik.
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Genesis 11, Genesis, Kapitel 11, Einheitsübersetzung
- ↑ Aristoteles: Metaphysik, Kapitel XII (Λ), Philosophische Theologie, Seiten 1069a –1076a
- ↑ Apostelgeschichte 17,28, Abschnitt: Paulus in Athen, Novum Testamentum Graece und Einheitsübersetzung
- ↑ Johannes 1,29, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)
- ↑ Markus 16,2, Einheitsübersetzung, 2016
- ↑ Apostelgeschichte 1, Einheitsübersetzung, 2016
- ↑ 7,0 7,1 Danielle Adams: The Lamb – A folkloric celestial complex, Two Deserts, one Sky – Arab Star Calendars
- ↑ 2. Buch der Könige, Kapitel 23, Vers 5, bibleserver.com, Einheitsübersetzung 2016
- ↑ Bob King: 9,096 Stars in the Sky—Is that all? How many stars in the sky can you see?, skyandtelescope.org - The essential Guide to Astronomy, 17. September 2014
- ↑ Markus Bautsch: Moving objects in retarded gravitational potentials of an expanding spherical shell / Brief historical review, Wikibook (englisch), 2024, abgerufen am 28. Februar 2026
- ↑ Markus Bautsch: Moving objects in retarded gravitational potentials of an expanding spherical shell / Preface, Wikibook (englisch), 2024, abgerufen am 28. Februar 2026
- ↑ Markus Bautsch, Friedhelm Pedde: Vor 500 Jahren: Die Sintflut von 1524 die nicht stattfand. In: Dem Himmel nahe.. Nr. 19, Berlin, ISSN 2940-9330, S. 16–19 (https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2024/05/A19-BROplanetA4_40s-feb2024ff_www-rz.pdf).
- ↑ Georg Tannstetter: Libellus consolatorius contra opiniones de diluvio et aliis horrendis periculis anni 1523