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Astronomie von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit/ Der Fixsternhimmel

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Die Milchstraße im Internationalen Sternenpark Westhavelland (links Nordosten, oben Nordwesten, rechts Südwesten, unten Südosten). Unter der Milchstraße rechts Jupiter, darunter Saturn. Halblinks unten Mars (daneben eine Wolke). Links die aufgehenden Plejaden.

Der Fixsternhimmel umfasst alle Himmelsobjekte, die eine feste und weitgehend unveränderliche Position zueinander haben.

Beschreibung

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Durch den Fixsternhimmel laufen von der Erde aus gesehen regelmäßig die sieben entlang der Ekliptiklinie "herumschweifenden" Wandelgestirne: die Sonne, der Mond, der Merkur, die Venus, der Mars, der Jupiter und der Saturn. Insgesamt gibt es am Fixsternhimmel rund 9000 hinreichend helle Sterne, die ohne Lichtverschmutzung mit bloßem Auge als Lichtpunkt gesehen werden können. Diese verteilen sich allerdings mehr oder weniger regelmäßig in der gesamten Himmelssphäre, so dass von einem Punkt auf der Erdoberfläche aus immer nur maximal die Hälfte davon gesehen werden kann. Alle freiäugig sichtbaren Sterne gehören zu unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, die aus Milliarden von Fixsternen besteht, von denen die meisten jedoch nicht hell genug sind, um mit bloßen Auge als Punkt erkannt oder voneinander unterschieden werden zu können. Schon die zahlreichen freiäugig sichtbaren Sterne üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Mit immer leistungsfähigeren Teleskopen gelingen uns seit über 400 Jahren immer tiefere Blicke in das Weltall, bei denen immer neue faszinierende Dinge gefunden werden können.

Durch die Rotation der Erde um ihre Achse schaut ein Beobachter, der in Bezug auf die Erdoberfläche in eine bestimmt Richtung schaut, zu jeder Tageszeit in eine andere Region des Sternenhimmels. Alle aufgehenden Sterne gehen in der östlichen Hälfte am Horizont auf, erreichen auf ihrer scheinbaren Kreisbahn um die Erdachse im Süden ihre größte Höhe über dem Horizont und gehen im Westen unter. Die Sterne, die von einem bestimmten Ort auf der Erde aus gesehen nie aufgehen, beschreiben eine Kreisbahn um den Himmelspol.

Ferner dreht sich die Erde innerhalb eines Jahres einmal um die Sonne, so dass diese in jeder Jahreszeit (Frühling, Sommer, Herbst oder Winter) eine andere Himmelsregion überstrahlt und dort keine Sterne gesehen werden können, sondern nur in der der Sonne gegenüberliegenden Region. An den beiden Polen der Erde sind nur die Sterne der jeweiligen Hemisphäre des Nachthimmels zu sehen, und am Äquator können im Laufe eines Jahres alle Sterne gesehen werden.[1]

Heute wissen wir, dass alle Sterne sehr kleine Änderungen ihrer Position aufweisen, die durch ihre Eigenbewegung im Weltall bedingt sind. Demnach ist auch die Position der Sterne zueinander gar nicht fix, sondern veränderlich. Deswegen spricht man inzwischen immer seltener von Fixsternen, sondern immer weiter zunehmend einfach nur noch von Sternen. Innerhalb eines Menschenlebens sind solche Veränderungen allerdings so gering, dass sie ohne technische Hilfsmittel nicht wahrgenommen werden können. Für einen Menschen als individuelles Subjekt macht der Begriff Fixstern also durchaus weiterhin Sinn.

Durch die sehr langsame Kreiselbewegung der Erde im Raum (Präzession) ergibt sich außerdem innerhalb von knapp 26000 Jahren eine periodische Änderung des Himmelsausschnitts. Da die Sonne innerhalb dieser Zeit genau einmal die gesamte Ekliptik durchläuft, wird diese nur durch langfristige Beobachtungen deutlich. Dies bedeutet, dass die Sonne zu den Tag-und-Nacht-Gleichen oder Sonnenwenden alle gut 2000 Jahre in das jeweils westlich benachbarte der zwölf Lebewesenkreiszeichen (Zodiak) wandert.

→ Siehe Zodiak.

Alle temporären Erscheinungen, insbesondere beim Auftauchen von Kometen sowie beim Aufleuchten neuer Himmelsobjekte wie Novae oder Supernovae haben zu allen Zeiten großes Aufsehen erzeugt.

Es gibt viele markante Sterne, die wegen ihrer Helligkeit, ihrer Farbe, ihrer Lage oder wegen der Zeitpunkte ihres Erscheinens oder Verschwindens die Aufmerksamkeit der Beobachter auf sich gezogen haben. Zur Vereinfachung der Wiedererkennung oder zu Austausch mit anderen Beobachtern wurden ihnen Eigennamen gegeben. Mit diesen Sternen konnten sich die Menschen am Himmel und auf der Erde orientieren. Dies hatte eine große praktische Bedeutung für die Schifffahrt auf hoher See sowie bei nächtlichen Wüstenwanderungen.

Die Benennung der Sterne

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Die folgende Tabelle zeigt die vierundzwanzig von der Erde aus gesehen hellsten Sterne. Die Entfernung von Sternen wird häufig in Lichtjahren angegeben. Es handelt sich bei einem Lichtjahr um die Strecke, die das Licht innerhalb eines Jahres im Vakuum zurücklegt. Die scheinbare Helligkeit von Sternen wird in Größenklassen (Magnituden, abgekürzt mag oder m) angegeben. Eine um eine Größenklasse höhere Zahl, bedeutet eine Abnahme der scheinbaren Helligkeit um einen Faktor von rund 2,5. Der hellste Stern des Nachthimmels Sirius ist mit -1,46m über eintausend mal heller als die dunkelsten gerade noch mit unbewaffnetem Auge sichtbaren Sterne mit 6,5m. Die scheinbare Helligkeit sagt nichts über die Größe, die Entfernung oder die absolute Helligkeit eines Sternes aus, da die wahrnehmbare Helligkeit eines Sterns bei einer Verdopplung seiner Entfernung nur noch ein Viertel beträgt.

Die vierundzwanzig hellsten Sterne
Rang Eigenname Bezeichnung des Sterns
(Internationale Astronomische Union)
Name des
dazugehörigen Sternbilds
Bezeichnung des Sternbilds
(Internationale Astronomische Union)
Entfernung
in Lichtjahren
Scheinbare Helligkeit
in Größenklassen
1 Sirius α Canis Majoris Großer Hund Canis Major 9 -1,46
2 Canopus α Carinae Kiel des Schiffes Carina 312 -0,73
3 Arktur α Bootis Bärenhüter Bootes 37 -0,05
4 Alpha Centauri A α Centauri Zentaur Centaurus 4 -0,01
5 Wega α Lyrae Leier Lyra 25 0,03
6 Capella α Aurigae Fuhrmann Auriga 42 0,08
7 Rigel β Orionis Orion Orioni 770 0,18
8 Prokyon α Canis Minoris Kleiner Hund Canis Minor 11 0,36
9 Beteigeuze α Orionis Orion Orioni 640 0,42
10 Achernar α Eridani Eridanus Eridanus 145 0,50
11 Hadar β Centauri Zentaur Centaurus 525 0,61
12 Altair α Aquilae Adler Aquila 17 0,76
13 Acrux α Crucis Kreuz des Südens Crux 320 0,77
14 Aldebaran α Tauri Stier Taurus 65 0,87
15 Spica α Virginis Jungfrau Virgo 262 0,98
16 Antares α Scorpii Skorpion Scorpius 604 1,06
17 Pollux β Geminorum Zwillinge Gemini 33 1,16
18 Fomalhaut α Piscis Austrini Südlicher Fisch Piscis Austrinus 25 1,17
19 Becrux β Crucis Kreuz des Südens Crux 352 1,25
20 Deneb α Cygni Schwan Cygnus 1550 1,25
21 Regulus α Leonis Löwe Leo 79 1,36
22 Adhara α Canis Majoris Großer Hund Canis Major 430 1,50
23 Castor α Geminorum Zwillinge Gemini 52 1,59
24 Gacrux γ Crucis Kreuz des Südens Crux 89 1,59

Es ist nicht besonders viel Phantasie erforderlich, um diesen Objekten Eigennamen zu geben, zum Beispiel auch, um sich mit Zeitgenossen über das am Nachthimmel Gesehene besser austauschen oder sich an Erkenntnisse aus früheren Beobachtungen besser erinnern zu können. Die Namen von einigen Sternen sind teilweise seit weit über zweitausend Jahren überliefert. Und es ist ebenfalls naheliegend, sich die Position der auffälligen Sterne in Bezug untereinander einzuprägen, um sie schneller wiedererkennen beziehungsweise wiederfinden zu können. Werden mehrere Sterne zu einer geometrischen Figur gruppiert, wird diese Sternengruppe Konstellation genannt. Historisch haben sich im Laufe der Jahrtausende viele Sternbilder mit Eigennamen etabliert, die je nach Epoche, Kultur oder Region deutlich voneinander abweichen können.

Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat nach der ersten Generalversammlung im Jahr 1922 88 Sternbilder und ihre Bezeichnungen im Jahr 1930 festgelegt und definiert. Sie decken die gesamte Himmelssphäre lückenlos und ohne sich zu überlappen ab. Alle anderen Sternkonstellationen werden als Asterismen bezeichnet und sind keine offiziellen Sternbilder im Sinne der Festlegung der IAU. Solche Asterismen hatten bereits seit der Frühgeschichte kulturelle Funktionen, indem ihnen die Namen von mythischen Lebewesen oder von Personen zugewiesen wurden.

Der Stern der Stadt Eridu

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Der Stern Canopus im Sternbild Kiel des Schiffs (Carina) ist nach dem Stern Sirius im Großen Hund (Canis Major) der zweithellste Stern am Nachthimmel. Er wurde von den Sumerern MUL.NUNKI ("Stern der Stadt Eridu") genannt, da er vor rund 6000 Jahren zuerst und 60 Jahre lang nur von der südlichsten sumerischen Stadt Eridu aus gesehen werden konnte. Es dürfte sich damit um die älteste bekannte und nachweisbare Bezeichnung für einen Stern des Fixsternhimmels handeln.[2]

→ Siehe Canopus.

Darstellung einer Gruppe von sumerischen Menschen, die vor gut 6000 Jahren bei der Stadt Eridu knapp über dem Horizont die obere Kulmination des Sterns Canopus auf dem südlichen Meridian beobachtet haben.

Das Siebengestirn

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Zum Frühlingsbeginn am Abendhimmel im Internationalen Sternenpark Westhavelland.

Eine besondere Bedeutung unter den Sternen dürfte dem Siebengestirn (Plejaden) (Messier 45) zukommen. Es handelt sich um einen mit rund 444 Lichtjahren Entfernung von der Sonne recht nahe gelegenen offenen Sternhaufen, so dass er durch seine eng zusammenstehenden Sterne besonders leicht zu identifizieren ist. Das Siebengestirn hat in praktisch allen Kulturen und zu allen Zeiten Eigennamen bekommen, die teilweise sehr bildlich gewählt wurden, wie zum Beispiel mit Begriffen wie "Häuflein" (akkadisch "Zappu", hebräisch "Kimah"), "Siebchen" (finnisch "Seulaset"), "Versammlung" (japanisch "Subaru"), "Geflecht" (lateinisch "Vergiliae") oder "Hundemeute" (samisch "Rougot"). Im alten Mesopotamien wurde dieser Sternhaufen schon vor vielen Jahrtausenden einfach nur mit der Pluralform "MUL.MUL" ("Sterne" respektive "Sternhaufen") des sumerischen Begriffs "MUL" ("Stern") benannt.

→ Siehe Plejaden.

Sirius

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Die auf um 650 vor Christus datierte Himmelsscheibe von Ninive aus Ton zeigt ein großes diagonales Kreuz mit Pfeil, das mit dem Pfeilstern Sirius in Verbindung stehen dürfte.

Aus verschiedenen Gründen sind einige freiäugig sichtbare Sterne durch ihre Helligkeit und ihre Farbe so auffällig, dass sie nachts leicht wiedererkannt werden können. Dies betrifft vor allem die hellsten Sterne, allen voran Sirius (α Canis Majoris) im Sternbild Großer Hund und Canopus (α Carinae) im Sternbild Kiel des Schiffes, die sogar den Planeten Saturn in der Helligkeit übertreffen. Helle Sterne zeigen – anders als die Planeten – ein durch Turbulenzen in der Atmosphäre verursachten farbiges Funkeln (Szintillation), wenn sie dicht über dem Horizont stehen.

Da der zweithellste Stern Canopus im Mesopotamien seine Leuchtkraft aufgrund der niedrigen Höhen über dem Horizont nicht ausspielen konnte, ist es nicht erstaunlich, dass der hellste Stern Sirius bereits bei den Sumerern im dritten Jahrtausend unangefochten religiös verehrt wurde. Als Kalenderstern hatte er den Namen MUL.KAK.SI.SA (Pfeilstern) und spielte eine wichtige Funktion für die Landwirtschaft. Als MUL.KAK.TAG.GA (Himmelspfeil) wurde der Stern als Hauptgottheit verehrt. Sirius wurde auch als als Signalgeber für Einfügung von Schaltmonaten eingesetzt, um das vom Mondzyklus dominierte Lunisolarjahr mit dem Sonnenjahr im Einklang zu halten.

Sirius war schon im dritten Jahrtausend in der ägyptischen Frühgeschichte als Verkünder der jährlich eintretenden Nilflut ein sehr wichtiger Stern. Die erste morgendliche Sichtbarkeit (heliakischer Aufgang) von Sirius zeigte die bevorstehende Flut an.

Die früheste bekannte Erwähnung des Namens Sirius (altgriechisch Σείριος, Seirios) findet sich im 7. Jahrhundert vor Christus in einem Gedicht von Hesiod.

→ Siehe Sirius.

Der Polarstern

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Der Polarstern (halb rechts zwischen den Kreisen) bei einem Winkelabstand z von knapp 40 Bogenminuten vom Himmelsnordpol in der Bildmitte. Das hier im Beispiel als Polsucher verwendete Teleskop, blendet in der Bildebene des Okulars eine rot beleuchtete mit Polarkoordinaten bemaßte Winkelskala ein, mit der die Polachse der Montierung eines astronomischen Fernrohres exakt auf den Himmelsnordpol ausgerichtet werden kann.

Der Polarstern (auch Polaris oder α Ursae minoris) ist der hellste Stern im derzeit nördlichsten Sternbild Kleiner Bär (Ursa minor). Zur Zeit befindet er sich weniger als ein Bogengrad vom Himmelsnordpol entfernt, so dass der Himmelsnordpol und somit auch die Nordrichtung auf der Erdoberfläche mit seiner Hilfe leicht aufgesucht werden kann. Durch die Präzession der Erdachse im Weltraum ist dies allerdings nur alle rund 25700 Jahre der Fall. In der ausgehenden Steinzeit um 2800 vor Christi lag der Himmelsnordpol beispielsweise beim markanten Stern Thuban (α Draconis) im Sternbild Drache (Draco).

Ekliptiknahe Sterne

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Eine besondere Bedeutung kommt den Sternen, Asterismen und Sternbildern entlang der → Ekliptiklinie zu, auf der sich die Sonne scheinbar bewegt. Die sechs weiteren Wandelgestirne Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn durchlaufen den Fixsternhimmel ebenfalls entlang dieser Linie, sind aber nur zu sehen, wenn ihr Abstand zu Sonne groß genug ist, da sie sonst vom Sonnenlicht überstrahlt werden.

Ekliptiknahe Sterne können bei entsprechenden → Konjunktionen von der Mondscheibe bedeckt werden.

Durch das → Goldene Tor der Ekliptik im → Himmelsstier treten alle sieben Wandelgestirne regelmäßig aus dem → Urozean mit den Wassersternbildern in den helleren Bereich der Ekliptik. Sie Sonne stand am Ende der Steinzeit hier in ihrem → Frühlingspunkt, der auch damals schon den Beginn eines neuen Kalenderjahres markierte.

Der Antagonist des Himmelsstieres ist der → Himmelssorpion, der sich auf der gegenüberliegenden Seite der Ekliptik im Herbstpunkt befindet.

Die vier senkrecht aufeinander stehenden Hauptrichtungen zu den beiden Solstitien und den beiden Äquinoktien der Sonnenbahn wurden im dritten Jahrtausend vor Christus durch die vier → Königssterne markiert.

Die → Die Mondhäuser (oder Mondstationen) repräsentieren 27 oder 28 gleichgroße Abschnitte der Ekliptik, in denen sich der Mond bei der Wanderung durch die Ekliptik jeweils einen Tag lang aufhält.

Der Lebewesenkreis (oder → der Zodiak) ist heute in zwölf gleichgroße Abschnitte mit je 30 Bogengrad eingeteilt in denen sich die Sonne jeweils einen Monat lang aufhält.

Die sieben hellsten Objekte der Ekliptik

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Die sieben hellsten feststehenden Objekte entlang dem Bogen der Ekliptik. Außen liegende Punkte befinden sich nördlich der Ekliptik und innen liegende südlich. Der Stern Fomalhaut (α Piscis Austrini) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus) hat eine südliche ekliptikale Breite von über 20 Bogengrad und dient zur Orientierung; er zählt nicht zu den ekliptiknahen Sternen und kann nicht vom Mond bedeckt werden.

Es gibt am Fixsternhimmel nur sieben helle stellare Objekte in der Nähe der Ekliptik. Diese sind bei einer totalen Sonnenfinsternis sogar am Taghimmel zu sehen[3], wie auch schon der englische Astronom  Edmond Halley (* 1656; † 1742) bei der Sonnenfinsternis am 22. April 1715 (nach dem julianischen Kalender, nach dem gregorianischen Kalender war es der 3. Mai 1715) in London festgestellt hatte, als die Sonne im Sternbild Stier (Taurus) verschwand und dessen Hauptstern Aldebaran (α Tauri) sowie der nahe Jupiter und der Stern Capella (α Aurigae) im benachbarten Sternbild Fuhrmann (Auriga) sichtbar wurden.[4]

Alle ekliptiknahen Sterne können von der Mondscheibe bedeckt werden (Okkultation). Der ekliptiknahe Hauptstern Pollux (β Geminorum) im Sternbild Zwillinge (Gemini) hat sich aufgrund seiner Eigenbewegung im Laufe der letzten zehntausend Jahre allerdings so weit von der Ekliptiklinie entfernt, dass er mittlerweile nicht mehr vom Mond bedeckt werden kann.

Die sieben hellsten Objekte in der Nähe der Ekliptik
Eigenname Astronomische
Bezeichnung
Sternbild Scheinbare
Helligkeit
Ekliptikale
Länge
Ekliptikale
Breite
Antares α Scorpii Skorpion (Scorpio) 1,0m 250,0° -4,6°
Spica α Virginis Jungfrau (Virgo) 1,0m 204,1° -2,1°
Regulus α Leonis Löwe (Leo) 1,5m 150,1° 0,5°
Pollux α Geminorum Zwillinge (Gemini) 1,0m 113,5° 6,7°
Aldebaran α Tauri Stier (Taurus) 1,0m 70,1° -5,5°
Hyaden Offener Sternhaufen Stier (Taurus) 0,5m 66,1° ≈ -5,8°
Plejaden Offener Sternhaufen Stier (Taurus) 1,5m 60,2° ≈ 4,1°

Darüber hinaus gibt es noch die sieben mit bloßem Auge sichtbaren Wandelgestirne (Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn), die sich in unmittelbarer Nähe zur Ekliptik auf ewig nach den Gesetzen der Himmelsmechanik bewegen.

→ Siehe Beobachtungen in der Nähe der Ekliptik.

Asterismen mit sieben Hauptsternen

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In Zusammenhang mit der auch als göttlich, mystisch oder magisch bezeichneten Zahl Sieben ist es erwähnenswert, dass auch das Sternbild Orion und der Asterismus Großer Wagen (früher manchmal ebenfalls mit Siebengestirn bezeichnet) im Sternbild Großer Bär (Ursa Major) sowie das Sternbild Kleiner Bär (Ursa Minor) mit dem Polarstern (Polaris) an der Spitze jeweils aus sieben Hauptsternen bestehen.

→ Siehe Zur Sieben

Die sieben Hauptsterne des offenen Sternhaufens der Plejaden im Sternbild Stier (Taurus)
Eigenname Scheinbare
Helligkeit
Darstellung
Alkione 3,0m
Atlas 3,5m
Electra 3,5m
Maia 4,0m
Merope 4,0m
Taygeta 4,0m
Pleione ≈5,0m
Die sieben Hauptsterne des Asterismus Großer Wagen im Sternbild Großer Bär (Ursa Major)
Astronomische
Bezeichnung
Eigenname Scheinbare
Helligkeit
Darstellung
ε Ursae Majoris Alioth 1,75m
α Ursae Majoris Dubhe 1,8m
η Ursae Majoris Alkaid 1,9m
ζ Ursae Majoris Mizar 2,2m
β Ursae Majoris Merak 2,3m
γ Ursae Majoris Phekda 2,4m
δ Ursae Majoris Megrez 3,3m
Die sieben Hauptsterne des Sternbilds Kleiner Bär (Ursa Minor)
Astronomische
Bezeichnung
Eigenname Scheinbare
Helligkeit
Darstellung
α Ursae Minoris Polarstern (Polaris) 2,0m
β Ursae Minoris Kochab 2,0m
γ Ursae Minoris Pherkad 3,0m
δ Ursae Minoris Yildun 4,5m
ε Ursae Minoris Circitores 4,0m
ζ Ursae Minoris Akfa al Farkadain 4,5m
η Ursae Minoris Anwa al Farkadain 5,0m
Die sieben Hauptsterne des Sternbilds Orion sind rechts oben im Gemälde "Spanisches Ständchen" des Malers Carl Spitzweg zu sehen.
Die sieben Hauptsterne des Sternbilds Orion
Astronomische
Bezeichnung
Eigenname Scheinbare
Helligkeit
Darstellung
α Orionis Beteigeuze 0,0 bis 1,5m
β Orionis Rigel 0,0m
γ Orionis Bellatrix 1,5m
ε Orionis Alnilam 1,5m
ζ Orionis Alnitak 1,5m
κ Orionis Saiph 2,0m
δ Orionis Mintaka 2,5m

Das große "V" des Sternbilds Stier besteht ebenfalls aus sieben helleren Sternen beziehungsweise Sterngruppen:

Die sieben Hauptsterne im Kopf und in den Hörnern des Sternbilds Stier
Eigenname Scheinbare
Helligkeit
Darstellung Himmelsstier Darstellung Stierkopf
α/87 Aldebaran 1,0m
Asterismus des Himmelsstieres mit den Bezeichnungen der hellsten Sterne, siehe hierzu auch Der Himmelsstier.
Die Hyaden mit dem Stern Aldebaran und dem Planeten Venus im Kopf des Stieres des Sternbilds Stier (Taurus) in der Morgendämmerung über dem östlichen Horizont mit allen Sternen mit einer scheinbaren Helligkeit bis zur fünften Größenklasse. Links außerhalb des Bildes befinden sich die beiden Sterne Tien Kuan (oben in Verlängerung von Ain) und Elnath (unten in Verlängerung von Aldebaran) in den Spitzen der beiden Hörner des Stieres.
β/112 Elnath 1,5m
ζ/123 Tien Kuan 3,0m
ε/74 Ain 3,5m
γ/54 Hyadum 3,5m
θ1/77
θ2/78
4,0m
3,5m
δ1/61 Secunda Hyadum
δ2
δ3
4,0m
5,0m
4,5m
Das Wintersechseck Mitte Februar im Meridian Richtung Süden. Oben der Stern Capella im Sternbild Fuhrmann (Auriga), rechts der Stern Aldebaran im Sternbild Stier (Taurus), rechts unten der Stern Rigel im Sternbild Orion, unten der hellste Stern des Himmels Sirius im Sternbild Großer Hund (Canis Major), links der Stern Prokyon im Sternbild Kleiner Hund (Canis Minor) und darüber der Stern Pollux im Sternbild Zwillinge (Gemini). Der siebente Stern Beteigeuze im Sternbild Orion befindet sich ungefähr in der Mitte des Wintersechsecks. Die Ekliptiklinie verläuft ungefähr in der Bildmitte und fast waagerecht unterhalb von Pollux und oberhalb von Aldebaran.

Der hellste Stern davon ist der Hauptstern Aldebaran, der auch zum Asterismus des Wintersechsecks gehört, das in Mitteleuropa von September bis April gesehen werden kann. Es wird aus den sechs hellsten Sternen der sechs benachbarten Sternbilder Stier (Taurus), Orion, Großer Hund (Canis Major), Kleiner Hund (Canis Minor), Zwillinge (Gemini), und Fuhrmann (Auriga) gebildet, nämlich aus den hellen Sternen Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon, Pollux und Capella. Das Wintersechseck umschließt dabei den hellen roten Superriesen Beteigeuze im Sternbild Orion - zusammen sind es also sieben helle Sterne.

Die sieben hellsten Objekte des Wintersechsecks
Eigenname Astronomische
Bezeichnung
Sternbild Scheinbare
Helligkeit
Bemerkungen
Aldebaran α Tauri Stier (Taurus) 0,9m Roter Riese, "Ochsenauge"
Rigel β Orionis Orion 0,2m Fußstern des Orions
Sirius α Canis Majoris Großer Hund (Canis Major) -1,5m Hellster Stern des Himmels
Prokyon α Canis Minoris Kleiner Hund (Canis Minor) 0,4m Geht in nördlichen Breiten vor Sirius auf
Pollux β Geminorum Zwillinge (Gemini) 1,2m Daneben Castor (α Geminorum, 1,9m)
Capella α Aurigae Fuhrmann (Auriga) 0,0m Dritthellster Stern am Nordhimmel
Beteigeuze α Orionis Orion 0,4m Roter Überriese, pulsiert (manchmal nur 1,6m)

Weitere Himmelsobjekte

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Der offene Sternhaufen der Hyaden mit dem hellen Roten Riesen Aldebaran (α Tauri).

Ein weiterer mit bloßen Auge sichtbarer offener Sternhaufen sind die den Plejaden benachbarten Hyaden, die mit nur rund 153 Lichtjahren Entfernung allerdings noch deutlich näher am Sonnensystem liegen als die Plejaden. Deswegen überdecken die Hyaden in der Form eines Himmels-Vs einen größeren Bereich des Himmels und können dadurch nicht so deutlich als Anhäufung von Sternen erkannt werden. In Richtung der Hyaden liegt zudem der mit rund 67 Lichtjahren Entfernung noch nähere Rote Riese Aldebaran (α Tauri), der als hellster und rötlich wahrnehmbarer Stern auffällig und leicht wiederzufinden ist, jedoch nicht Bestandteil des Sternhaufens ist. Die Plejaden sind ebenso wie die Hyaden von Juli bis April am nördlichen Sternhimmel sichtbar. Ein weiterer offener Sternhaufen ist die α-Persei-Gruppe (Melotte 20) mit dem hellsten Stern Mirfak (α Persei) im Sternbild Perseus.

Die Himmelsregion mit dem Orionnebel (links unten im mittleren Schwertstern des Sternbild Orion unter den drei Gürtelsternen), den V-förmigen Sternhaufen der Hyaden mit dem Roten Riesen Aldebaran (oben in der Mitte) sowie dem Sternhaufen der Plejaden (oben rechts) im Sternbild Stier (Taurus). Rechts unterhalb der Plejaden ist der rötliche Planet Mars zu sehen, der sich während der Aufnahme Ende Februar 2022 an dieser Stelle des Himmels befand.

Weitere mit bloßem Auge erkennbare Sternhaufen sind so weit entfernt und somit so klein, dass es kaum möglich ist, einzelne Sterne zu erkennen. Dennoch unterscheiden sie sich von einzelnen Sternen durch ihre diffuse Erscheinung. Hier sind zu nennen der Kugelsternhaufen ω Centauri (NGC 5139), der nur in den südlicheren Breiten des Mittelmeeres beobachtet werden kann, oder der Doppelsternhaufen h Persei (NGC 869) und χ Persei (NGC 884). Auch leuchtende gigantische Sternentstehungsgebiete wie der Orionnebel (M 42 oder NGC 1976) oder unsere Schwestergalaxie, die Andromedagalaxie (M 31), sind sogar freiäugig als Nebelflecke sichtbar. Die Tatsache, dass es sich bei der Andromedagalaxie nicht um einen Nebel ("Andromedanebel"), sondern um eine ganze Galaxie handelt, ist erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Dass es sich zudem um ein Objekt außerhalb unserer Heimatgalaxie respektive unserer „Welteninsel“, der Milchstraße, handelt, ist erst seit den 1920er Jahren bekannt. Unsere Milchstraße besteht ähnlich wie die Andromedagalaxie aus mehreren hundert Milliarden Sternen, die wir mit bloßem Auge nicht unterscheiden können. Sie erscheint uns von unserem Standpunkt innerhalb der Galaxis als ein gewaltiger milchiger Schleier, der sich quer über den ganzen Nachthimmel ausbreitet. Weitere gut erkennbare Nachbargalaxien, wenn auch nur von der südlichen Halbkugel der Erde aus, sind die Große Magellansche Wolke und die Kleine Magellansche Wolke.

Einzelnachweise

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  1. Bob King: 9,096 Stars in the Sky—Is that all? How many stars in the sky can you see?, skyandtelescope.org - The essential Guide to Astronomy, 17. September 2014
  2. Markus Bautsch, Friedhelm Pedde: Canopus, der "Stern der Stadt Eridu". In: Dem Himmel nahe.. Nr. 17, Berlin, ISSN 2940-9330, S. 8-9 (https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2023/05/BROplanet-juni2023ff_www.pdf).
  3. Richard Anthony Proctor: Light Science for Leisure Hours - Familiar Essays on Scientific Subjects, Natural Phenomena, 3rd Series, page 9 and 10, Longmans, Green, and Co., London, 1886
  4. Edmond Halley: Observations of the late total eclipse of the sun on the 22d of April last past, made before the Royal Society at their house in Crane Court in Fleet-street, Philosophical Transactions, Volume 29, Issue 343, Chapter III., pages 245 to 262, London, 1717