Astronomie von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit/ Der Fixsternhimmel

Der Fixsternhimmel umfasst alle Himmelsobjekte, die eine feste und weitgehend unveränderliche Position zueinander haben.
Beschreibung
[Bearbeiten]Durch den Fixsternhimmel laufen von der Erde aus gesehen regelmäßig die sieben entlang der Ekliptiklinie "herumschweifenden" Wandelgestirne: die Sonne, der Mond, der Merkur, die Venus, der Mars, der Jupiter und der Saturn. Insgesamt gibt es am Fixsternhimmel rund 9000 hinreichend helle Sterne, die ohne Lichtverschmutzung mit bloßem Auge als Lichtpunkt gesehen werden können. Diese verteilen sich allerdings mehr oder weniger regelmäßig in der gesamten Himmelssphäre, so dass von einem Punkt auf der Erdoberfläche aus immer nur maximal die Hälfte davon gesehen werden kann. Alle freiäugig sichtbaren Sterne gehören zu unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, die aus Milliarden von Fixsternen besteht, von denen die meisten jedoch nicht hell genug sind, um mit bloßen Auge als Punkt erkannt oder voneinander unterschieden werden zu können. Schon die zahlreichen freiäugig sichtbaren Sterne üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Mit immer leistungsfähigeren Teleskopen gelingen uns seit über 400 Jahren immer tiefere Blicke in das Weltall, bei denen immer neue faszinierende Dinge gefunden werden können.
Durch die Rotation der Erde um ihre Achse schaut ein Beobachter, der in Bezug auf die Erdoberfläche in eine bestimmt Richtung schaut, zu jeder Tageszeit in eine andere Region des Sternenhimmels. Alle aufgehenden Sterne gehen in der östlichen Hälfte am Horizont auf, erreichen auf ihrer scheinbaren Kreisbahn um die Erdachse im Süden ihre größte Höhe über dem Horizont und gehen im Westen unter. Die Sterne, die von einem bestimmten Ort auf der Erde aus gesehen nie aufgehen, beschreiben eine Kreisbahn um den Himmelspol.
Ferner dreht sich die Erde innerhalb eines Jahres einmal um die Sonne, so dass diese in jeder Jahreszeit (Frühling, Sommer, Herbst oder Winter) eine andere Himmelsregion überstrahlt und dort keine Sterne gesehen werden können, sondern nur in der der Sonne gegenüberliegenden Region. An den beiden Polen der Erde sind nur die Sterne der jeweiligen Hemisphäre des Nachthimmels zu sehen, und am Äquator können im Laufe eines Jahres alle Sterne gesehen werden.[1]
Heute wissen wir, dass alle Sterne sehr kleine Änderungen ihrer Position aufweisen, die durch ihre Eigenbewegung im Weltall bedingt sind. Demnach ist auch die Position der Sterne zueinander gar nicht fix, sondern veränderlich. Deswegen spricht man inzwischen immer seltener von Fixsternen, sondern immer weiter zunehmend einfach nur noch von Sternen. Innerhalb eines Menschenlebens sind solche Veränderungen allerdings so gering, dass sie ohne technische Hilfsmittel nicht wahrgenommen werden können. Für einen Menschen als individuelles Subjekt macht der Begriff Fixstern also durchaus weiterhin Sinn.
Durch die sehr langsame Kreiselbewegung der Erde im Raum (Präzession) ergibt sich außerdem innerhalb von knapp 26000 Jahren eine periodische Änderung des Himmelsausschnitts. Da die Sonne innerhalb dieser Zeit genau einmal die gesamte Ekliptik durchläuft, wird diese nur durch langfristige Beobachtungen deutlich. Dies bedeutet, dass die Sonne zu den Tag-und-Nacht-Gleichen oder Sonnenwenden alle gut 2000 Jahre in das jeweils westlich benachbarte der zwölf Lebewesenkreiszeichen (Zodiak) wandert.
→ Siehe Zodiak.
Alle temporären Erscheinungen, insbesondere beim Auftauchen von Kometen sowie beim Aufleuchten neuer Himmelsobjekte wie Novae oder Supernovae haben zu allen Zeiten großes Aufsehen erzeugt.
Es gibt viele markante Sterne, die wegen ihrer Helligkeit, ihrer Farbe, ihrer Lage oder wegen der Zeitpunkte ihres Erscheinens oder Verschwindens die Aufmerksamkeit der Beobachter auf sich gezogen haben. Zur Vereinfachung der Wiedererkennung oder zu Austausch mit anderen Beobachtern wurden ihnen Eigennamen gegeben. Mit diesen Sternen konnten sich die Menschen am Himmel und auf der Erde orientieren. Dies hatte eine große praktische Bedeutung für die Schifffahrt auf hoher See sowie bei nächtlichen Wüstenwanderungen.
Die Benennung der Sterne
[Bearbeiten]Die folgende Tabelle zeigt die vierundzwanzig von der Erde aus gesehen hellsten Sterne. Die Entfernung von Sternen wird häufig in Lichtjahren angegeben. Es handelt sich bei einem Lichtjahr um die Strecke, die das Licht innerhalb eines Jahres im Vakuum zurücklegt. Die scheinbare Helligkeit von Sternen wird in Größenklassen (Magnituden, abgekürzt mag oder m) angegeben. Eine um eine Größenklasse höhere Zahl, bedeutet eine Abnahme der scheinbaren Helligkeit um einen Faktor von rund 2,5. Der hellste Stern des Nachthimmels Sirius ist mit -1,46m über eintausend mal heller als die dunkelsten gerade noch mit unbewaffnetem Auge sichtbaren Sterne mit 6,5m. Die scheinbare Helligkeit sagt nichts über die Größe, die Entfernung oder die absolute Helligkeit eines Sternes aus, da die wahrnehmbare Helligkeit eines Sterns bei einer Verdopplung seiner Entfernung nur noch ein Viertel beträgt.
| Rang | Eigenname | Bezeichnung des Sterns (Internationale Astronomische Union) |
Name des dazugehörigen Sternbilds |
Bezeichnung des Sternbilds (Internationale Astronomische Union) |
Entfernung in Lichtjahren |
Scheinbare Helligkeit in Größenklassen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Sirius | α Canis Majoris | Großer Hund | Canis Major | 9 | -1,46 |
| 2 | Canopus | α Carinae | Kiel des Schiffes | Carina | 312 | -0,73 |
| 3 | Arktur | α Bootis | Bärenhüter | Bootes | 37 | -0,05 |
| 4 | Alpha Centauri A | α Centauri | Zentaur | Centaurus | 4 | -0,01 |
| 5 | Wega | α Lyrae | Leier | Lyra | 25 | 0,03 |
| 6 | Capella | α Aurigae | Fuhrmann | Auriga | 42 | 0,08 |
| 7 | Rigel | β Orionis | Orion | Orioni | 770 | 0,18 |
| 8 | Prokyon | α Canis Minoris | Kleiner Hund | Canis Minor | 11 | 0,36 |
| 9 | Beteigeuze | α Orionis | Orion | Orioni | 640 | 0,42 |
| 10 | Achernar | α Eridani | Eridanus | Eridanus | 145 | 0,50 |
| 11 | Hadar | β Centauri | Zentaur | Centaurus | 525 | 0,61 |
| 12 | Altair | α Aquilae | Adler | Aquila | 17 | 0,76 |
| 13 | Acrux | α Crucis | Kreuz des Südens | Crux | 320 | 0,77 |
| 14 | Aldebaran | α Tauri | Stier | Taurus | 65 | 0,87 |
| 15 | Spica | α Virginis | Jungfrau | Virgo | 262 | 0,98 |
| 16 | Antares | α Scorpii | Skorpion | Scorpius | 604 | 1,06 |
| 17 | Pollux | β Geminorum | Zwillinge | Gemini | 33 | 1,16 |
| 18 | Fomalhaut | α Piscis Austrini | Südlicher Fisch | Piscis Austrinus | 25 | 1,17 |
| 19 | Becrux | β Crucis | Kreuz des Südens | Crux | 352 | 1,25 |
| 20 | Deneb | α Cygni | Schwan | Cygnus | 1550 | 1,25 |
| 21 | Regulus | α Leonis | Löwe | Leo | 79 | 1,36 |
| 22 | Adhara | α Canis Majoris | Großer Hund | Canis Major | 430 | 1,50 |
| 23 | Castor | α Geminorum | Zwillinge | Gemini | 52 | 1,59 |
| 24 | Gacrux | γ Crucis | Kreuz des Südens | Crux | 89 | 1,59 |
Es ist nicht besonders viel Phantasie erforderlich, um diesen Objekten Eigennamen zu geben, zum Beispiel auch, um sich mit Zeitgenossen über das am Nachthimmel Gesehene besser austauschen oder sich an Erkenntnisse aus früheren Beobachtungen besser erinnern zu können. Die Namen von einigen Sternen sind teilweise seit weit über zweitausend Jahren überliefert. Und es ist ebenfalls naheliegend, sich die Position der auffälligen Sterne in Bezug untereinander einzuprägen, um sie schneller wiedererkennen beziehungsweise wiederfinden zu können. Werden mehrere Sterne zu einer geometrischen Figur gruppiert, wird diese Sternengruppe Konstellation genannt. Historisch haben sich im Laufe der Jahrtausende viele Sternbilder mit Eigennamen etabliert, die je nach Epoche, Kultur oder Region deutlich voneinander abweichen können.
Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat nach der ersten Generalversammlung im Jahr 1922 88 Sternbilder und ihre Bezeichnungen im Jahr 1930 festgelegt und definiert. Sie decken die gesamte Himmelssphäre lückenlos und ohne sich zu überlappen ab. Alle anderen Sternkonstellationen werden als Asterismen bezeichnet und sind keine offiziellen Sternbilder im Sinne der Festlegung der IAU. Solche Asterismen hatten bereits seit der Frühgeschichte kulturelle Funktionen, indem ihnen die Namen von mythischen Lebewesen oder von Personen zugewiesen wurden.
Der Stern der Stadt Eridu
[Bearbeiten]Der Stern Canopus im Sternbild Kiel des Schiffs (Carina) ist nach dem Stern Sirius im Großen Hund (Canis Major) der zweithellste Stern am Nachthimmel. Er wurde von den Sumerern MUL.NUNKI ("Stern der Stadt Eridu") genannt, da er vor rund 6000 Jahren zuerst und 60 Jahre lang nur von der südlichsten sumerischen Stadt Eridu aus gesehen werden konnte. Es dürfte sich damit um die älteste bekannte und nachweisbare Bezeichnung für einen Stern des Fixsternhimmels handeln.[2]
→ Siehe Canopus.

Das Siebengestirn
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Eine besondere Bedeutung unter den Sternen dürfte dem Siebengestirn (Plejaden) (Messier 45) zukommen. Es handelt sich um einen mit rund 444 Lichtjahren Entfernung von der Sonne recht nahe gelegenen offenen Sternhaufen, so dass er durch seine eng zusammenstehenden Sterne besonders leicht zu identifizieren ist. Das Siebengestirn hat in praktisch allen Kulturen und zu allen Zeiten Eigennamen bekommen, die teilweise sehr bildlich gewählt wurden, wie zum Beispiel mit Begriffen wie "Häuflein" (akkadisch "Zappu", hebräisch "Kimah"), "Siebchen" (finnisch "Seulaset"), "Versammlung" (japanisch "Subaru"), "Geflecht" (lateinisch "Vergiliae") oder "Hundemeute" (samisch "Rougot"). Im alten Mesopotamien wurde dieser Sternhaufen schon vor vielen Jahrtausenden einfach nur mit der Pluralform "MUL.MUL" ("Sterne" respektive "Sternhaufen") des sumerischen Begriffs "MUL" ("Stern") benannt.
→ Siehe Plejaden.
Sirius
[Bearbeiten]Aus verschiedenen Gründen sind einige freiäugig sichtbare Sterne durch ihre Helligkeit und ihre Farbe so auffällig, dass sie nachts leicht wiedererkannt werden können. Dies betrifft vor allem die hellsten Sterne, allen voran Sirius (α Canis Majoris) im Sternbild Großer Hund und Canopus (α Carinae) im Sternbild Kiel des Schiffes, die sogar den Planeten Saturn in der Helligkeit übertreffen. Helle Sterne zeigen – anders als die Planeten – ein durch Turbulenzen in der Atmosphäre verursachten farbiges Funkeln (Szintillation), wenn sie dicht über dem Horizont stehen.
- Szintillation beim Stern Sirius
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Szintillation des hellsten Sternes des Nachthimmels Sirius am Abendhimmel kurz vor der oberen Kulmination auf dem südlichen Meridian bei einer Höhe von 20° über dem Horizont. Der Sirius bewegt sich in der teleskopischen Videoaufnahme während der 29 Sekunden um 7,5 Bogenminuten von links nach rechts.
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Der szintillierende Stern Sirius ohne Bildstabilisierung frei Hand mit einer Belichtungszeit von 15 Sekunden entsprechend verwackelt aufgenommen.
Da der zweithellste Stern Canopus im Mesopotamien seine Leuchtkraft aufgrund der niedrigen Höhen über dem Horizont nicht ausspielen konnte, ist es nicht erstaunlich, dass der hellste Stern Sirius bereits bei den Sumerern im dritten Jahrtausend unangefochten religiös verehrt wurde. Als Kalenderstern hatte er den Namen MUL.KAK.SI.SA (Pfeilstern) und spielte eine wichtige Funktion für die Landwirtschaft. Als MUL.KAK.TAG.GA (Himmelspfeil) wurde der Stern als Hauptgottheit verehrt. Sirius wurde auch als als Signalgeber für Einfügung von Schaltmonaten eingesetzt, um das vom Mondzyklus dominierte Lunisolarjahr mit dem Sonnenjahr im Einklang zu halten.
Sirius war schon im dritten Jahrtausend in der ägyptischen Frühgeschichte als Verkünder der jährlich eintretenden Nilflut ein sehr wichtiger Stern. Die erste morgendliche Sichtbarkeit (heliakischer Aufgang) von Sirius zeigte die bevorstehende Flut an.
Die früheste bekannte Erwähnung des Namens Sirius (altgriechisch Σείριος, Seirios) findet sich im 7. Jahrhundert vor Christus in einem Gedicht von Hesiod.
→ Siehe Sirius.
Der Polarstern
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Der Polarstern (auch Polaris oder α Ursae minoris) ist der hellste Stern im derzeit nördlichsten Sternbild Kleiner Bär (Ursa minor). Zur Zeit befindet er sich weniger als ein Bogengrad vom Himmelsnordpol entfernt, so dass der Himmelsnordpol und somit auch die Nordrichtung auf der Erdoberfläche mit seiner Hilfe leicht aufgesucht werden kann. Durch die Präzession der Erdachse im Weltraum ist dies allerdings nur alle rund 25700 Jahre der Fall. In der ausgehenden Steinzeit um 2800 vor Christi lag der Himmelsnordpol beispielsweise beim markanten Stern Thuban (α Draconis) im Sternbild Drache (Draco).
Ekliptiknahe Sterne
[Bearbeiten]Eine besondere Bedeutung kommt den Sternen, Asterismen und Sternbildern entlang der → Ekliptiklinie zu, auf der sich die Sonne scheinbar bewegt. Die sechs weiteren Wandelgestirne Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn durchlaufen den Fixsternhimmel ebenfalls entlang dieser Linie, sind aber nur zu sehen, wenn ihr Abstand zu Sonne groß genug ist, da sie sonst vom Sonnenlicht überstrahlt werden.
Ekliptiknahe Sterne können bei entsprechenden → Konjunktionen von der Mondscheibe bedeckt werden.
Durch das → Goldene Tor der Ekliptik im → Himmelsstier treten alle sieben Wandelgestirne regelmäßig aus dem → Urozean mit den Wassersternbildern in den helleren Bereich der Ekliptik. Sie Sonne stand am Ende der Steinzeit hier in ihrem → Frühlingspunkt, der auch damals schon den Beginn eines neuen Kalenderjahres markierte.
Der Antagonist des Himmelsstieres ist der → Himmelssorpion, der sich auf der gegenüberliegenden Seite der Ekliptik im Herbstpunkt befindet.
Die vier senkrecht aufeinander stehenden Hauptrichtungen zu den beiden Solstitien und den beiden Äquinoktien der Sonnenbahn wurden im dritten Jahrtausend vor Christus durch die vier → Königssterne markiert.
Die → Die Mondhäuser (oder Mondstationen) repräsentieren 27 oder 28 gleichgroße Abschnitte der Ekliptik, in denen sich der Mond bei der Wanderung durch die Ekliptik jeweils einen Tag lang aufhält.
Der Lebewesenkreis (oder → der Zodiak) ist heute in zwölf gleichgroße Abschnitte mit je 30 Bogengrad eingeteilt in denen sich die Sonne jeweils einen Monat lang aufhält.
Die sieben hellsten Objekte der Ekliptik
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Es gibt am Fixsternhimmel nur sieben helle stellare Objekte in der Nähe der Ekliptik. Diese sind bei einer totalen Sonnenfinsternis sogar am Taghimmel zu sehen[3], wie auch schon der englische Astronom Edmond Halley (* 1656; † 1742) bei der Sonnenfinsternis am 22. April 1715 (nach dem julianischen Kalender, nach dem gregorianischen Kalender war es der 3. Mai 1715) in London festgestellt hatte, als die Sonne im Sternbild Stier (Taurus) verschwand und dessen Hauptstern Aldebaran (α Tauri) sowie der nahe Jupiter und der Stern Capella (α Aurigae) im benachbarten Sternbild Fuhrmann (Auriga) sichtbar wurden.[4]
Alle ekliptiknahen Sterne können von der Mondscheibe bedeckt werden (Okkultation). Der ekliptiknahe Hauptstern Pollux (β Geminorum) im Sternbild Zwillinge (Gemini) hat sich aufgrund seiner Eigenbewegung im Laufe der letzten zehntausend Jahre allerdings so weit von der Ekliptiklinie entfernt, dass er mittlerweile nicht mehr vom Mond bedeckt werden kann.
| Eigenname | Astronomische Bezeichnung |
Sternbild | Scheinbare Helligkeit |
Ekliptikale Länge |
Ekliptikale Breite |
|---|---|---|---|---|---|
| Antares | α Scorpii | Skorpion (Scorpio) | 1,0m | 250,0° | -4,6° |
| Spica | α Virginis | Jungfrau (Virgo) | 1,0m | 204,1° | -2,1° |
| Regulus | α Leonis | Löwe (Leo) | 1,5m | 150,1° | 0,5° |
| Pollux | α Geminorum | Zwillinge (Gemini) | 1,0m | 113,5° | 6,7° |
| Aldebaran | α Tauri | Stier (Taurus) | 1,0m | 70,1° | -5,5° |
| Hyaden | Offener Sternhaufen | Stier (Taurus) | 0,5m | 66,1° | ≈ -5,8° |
| Plejaden | Offener Sternhaufen | Stier (Taurus) | 1,5m | 60,2° | ≈ 4,1° |
Darüber hinaus gibt es noch die sieben mit bloßem Auge sichtbaren Wandelgestirne (Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn), die sich in unmittelbarer Nähe zur Ekliptik auf ewig nach den Gesetzen der Himmelsmechanik bewegen.
→ Siehe Beobachtungen in der Nähe der Ekliptik.
Asterismen mit sieben Hauptsternen
[Bearbeiten]In Zusammenhang mit der auch als göttlich, mystisch oder magisch bezeichneten Zahl Sieben ist es erwähnenswert, dass auch das Sternbild Orion und der Asterismus Großer Wagen (früher manchmal ebenfalls mit Siebengestirn bezeichnet) im Sternbild Großer Bär (Ursa Major) sowie das Sternbild Kleiner Bär (Ursa Minor) mit dem Polarstern (Polaris) an der Spitze jeweils aus sieben Hauptsternen bestehen.
→ Siehe Zur Sieben

Das große "V" des Sternbilds Stier besteht ebenfalls aus sieben helleren Sternen beziehungsweise Sterngruppen:
| Eigenname | Scheinbare Helligkeit |
Darstellung Himmelsstier | Darstellung Stierkopf |
|---|---|---|---|
| α/87 Aldebaran | 1,0m | ||
| β/112 Elnath | 1,5m | ||
| ζ/123 Tien Kuan | 3,0m | ||
| ε/74 Ain | 3,5m | ||
| γ/54 Hyadum | 3,5m | ||
| θ1/77 θ2/78 |
4,0m 3,5m | ||
| δ1/61 Secunda Hyadum δ2 δ3 |
4,0m 5,0m 4,5m |

Der hellste Stern davon ist der Hauptstern Aldebaran, der auch zum Asterismus des Wintersechsecks gehört, das in Mitteleuropa von September bis April gesehen werden kann. Es wird aus den sechs hellsten Sternen der sechs benachbarten Sternbilder Stier (Taurus), Orion, Großer Hund (Canis Major), Kleiner Hund (Canis Minor), Zwillinge (Gemini), und Fuhrmann (Auriga) gebildet, nämlich aus den hellen Sternen Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon, Pollux und Capella. Das Wintersechseck umschließt dabei den hellen roten Superriesen Beteigeuze im Sternbild Orion - zusammen sind es also sieben helle Sterne.
| Eigenname | Astronomische Bezeichnung |
Sternbild | Scheinbare Helligkeit |
Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| Aldebaran | α Tauri | Stier (Taurus) | 0,9m | Roter Riese, "Ochsenauge" |
| Rigel | β Orionis | Orion | 0,2m | Fußstern des Orions |
| Sirius | α Canis Majoris | Großer Hund (Canis Major) | -1,5m | Hellster Stern des Himmels |
| Prokyon | α Canis Minoris | Kleiner Hund (Canis Minor) | 0,4m | Geht in nördlichen Breiten vor Sirius auf |
| Pollux | β Geminorum | Zwillinge (Gemini) | 1,2m | Daneben Castor (α Geminorum, 1,9m) |
| Capella | α Aurigae | Fuhrmann (Auriga) | 0,0m | Dritthellster Stern am Nordhimmel |
| Beteigeuze | α Orionis | Orion | 0,4m | Roter Überriese, pulsiert (manchmal nur 1,6m) |
Weitere Himmelsobjekte
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Ein weiterer mit bloßen Auge sichtbarer offener Sternhaufen sind die den Plejaden benachbarten Hyaden, die mit nur rund 153 Lichtjahren Entfernung allerdings noch deutlich näher am Sonnensystem liegen als die Plejaden. Deswegen überdecken die Hyaden in der Form eines Himmels-Vs einen größeren Bereich des Himmels und können dadurch nicht so deutlich als Anhäufung von Sternen erkannt werden. In Richtung der Hyaden liegt zudem der mit rund 67 Lichtjahren Entfernung noch nähere Rote Riese Aldebaran (α Tauri), der als hellster und rötlich wahrnehmbarer Stern auffällig und leicht wiederzufinden ist, jedoch nicht Bestandteil des Sternhaufens ist. Die Plejaden sind ebenso wie die Hyaden von Juli bis April am nördlichen Sternhimmel sichtbar. Ein weiterer offener Sternhaufen ist die α-Persei-Gruppe (Melotte 20) mit dem hellsten Stern Mirfak (α Persei) im Sternbild Perseus.

Weitere mit bloßem Auge erkennbare Sternhaufen sind so weit entfernt und somit so klein, dass es kaum möglich ist, einzelne Sterne zu erkennen. Dennoch unterscheiden sie sich von einzelnen Sternen durch ihre diffuse Erscheinung. Hier sind zu nennen der Kugelsternhaufen ω Centauri (NGC 5139), der nur in den südlicheren Breiten des Mittelmeeres beobachtet werden kann, oder der Doppelsternhaufen h Persei (NGC 869) und χ Persei (NGC 884). Auch leuchtende gigantische Sternentstehungsgebiete wie der Orionnebel (M 42 oder NGC 1976) oder unsere Schwestergalaxie, die Andromedagalaxie (M 31), sind sogar freiäugig als Nebelflecke sichtbar. Die Tatsache, dass es sich bei der Andromedagalaxie nicht um einen Nebel ("Andromedanebel"), sondern um eine ganze Galaxie handelt, ist erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Dass es sich zudem um ein Objekt außerhalb unserer Heimatgalaxie respektive unserer „Welteninsel“, der Milchstraße, handelt, ist erst seit den 1920er Jahren bekannt. Unsere Milchstraße besteht ähnlich wie die Andromedagalaxie aus mehreren hundert Milliarden Sternen, die wir mit bloßem Auge nicht unterscheiden können. Sie erscheint uns von unserem Standpunkt innerhalb der Galaxis als ein gewaltiger milchiger Schleier, der sich quer über den ganzen Nachthimmel ausbreitet. Weitere gut erkennbare Nachbargalaxien, wenn auch nur von der südlichen Halbkugel der Erde aus, sind die Große Magellansche Wolke und die Kleine Magellansche Wolke.
- Markante Objekte am Nachthimmel
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Der Orionnebel in der Bildmitte und in der Mitte der Schwertsterne durch ein Teleskop mit schwacher Vergrößerung aufgenommen.
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Die Sommermilchstraße im Internationalen Sternenpark Westhavelland auf einer Breite von rund sechzig Bogengrad über dem südlichen Horizont. In der Bildmitte das Sternbild Adler (Aquila) mit dem Hauptstern Altair, darüber das Sternbild Pfeil (Sagitta) und links davon am Rand das Sternbild Delphin (Delphinus). Unter dem Adler das Sternbild Schild (Scutum), und rechts daneben das Sternbild Schlange (Serpens), ganz rechts das Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus) mit den hellen Sternen Ras Alhague (oben) und Cebalrai (Mitte), links darüber der offene Sternhaufen IC4665.
-
Der Kugelsternhaufen ω Centauri im südlichen Sternenhimmel hat von der Erde aus gesehen einen Winkeldurchmesser von knapp einem Bogengrad und besteht nach den astrometrischen Erkenntnissen der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency = ESA) mit dem Weltraumteleskop Gaia aus über einer halber Million Sterne.
-
Die Andromedagalaxie aufgenommen mit einem Teleskop. Die längere Achse hat eine Ausdehnung von zirka zwei Bogengrad, was ungefähr vier Monddurchmessern entspricht. Sie besteht aus rund einer Billion Sternen und ist das mit Abstand am weitesten entfernte Objekt (rund 2,5 Millionen Lichtjahre), das mit bloßem Auge gesehen werden kann.
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Die beiden Magellanschen Wolken im südlichen Sternenhimmel. Die beiden Wolken haben einen Winkelabstand von rund zwanzig Bogengrad. Die Große Magellansche Wolke (rechts) mit ungefähr ungefähr 15 Milliarden Sternen hat einen Abstand von rund 163 000 Lichtjahren, und die Kleine Magellansche Wolke (links) zirka 5 Milliarden Sterne hat einen Abstand von rund 200 000 Lichtjahren.
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Der offene Sternhaufen der α-Persei-Gruppe (Melotte 20) mit dem hellsten Stern Mirfak (α Persei) im Sternbild Perseus (links oben). Links oberhalb der Bildmitte befindet sich der Doppelsternhaufen h Persei (NGC 869) und χ Persei (NGC 884). Senkrecht darunter am unteren Bildrand ist die Andromedagalaxie im Sternbild Andromeda erkennbar. Genau in der Bildmitte, etwas schwierig auszumachen, das Himmels-W des Sternbilds Cassiopeia – der linke Strich des Ws oben ist in Höhe des Doppelsternhaufens fast senkrecht, und der rechte Strich des Ws unterhalb der Bildmitte ist fast waagerecht. Von links oben nach rechts unten zieht sich der dünner besetzte Teil der Milchstraße durch das Bildfeld, das einen knapp 54° mal 42° großen Ausschnitt des Himmels zeigt. Rechts am Bildrand das Sternbild Cepheus mit dem rötlichsten sichtbaren Stern des gesamten Himmels, dem gut 3000 Lichtjahre entfernten Granatstern (µ Cephei), der 1420 Mal größer ist und 350 000 Mal so viel Leuchtkraft hat wie unsere Sonne.
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Bob King: 9,096 Stars in the Sky—Is that all? How many stars in the sky can you see?, skyandtelescope.org - The essential Guide to Astronomy, 17. September 2014
- ↑ Markus Bautsch, Friedhelm Pedde: Canopus, der "Stern der Stadt Eridu". In: Dem Himmel nahe.. Nr. 17, Berlin, ISSN 2940-9330, S. 8-9 (https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2023/05/BROplanet-juni2023ff_www.pdf).
- ↑ Richard Anthony Proctor: Light Science for Leisure Hours - Familiar Essays on Scientific Subjects, Natural Phenomena, 3rd Series, page 9 and 10, Longmans, Green, and Co., London, 1886
- ↑ Edmond Halley: Observations of the late total eclipse of the sun on the 22d of April last past, made before the Royal Society at their house in Crane Court in Fleet-street, Philosophical Transactions, Volume 29, Issue 343, Chapter III., pages 245 to 262, London, 1717

