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Astronomie von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit/ Die Planeten

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Zu den acht Planeten des Sonnensystems, in dessen Mitte die Sonne als Zentralgestirn liegt, zählen heute von innen nach außen der  Merkur, die  Venus, die  Erde, der  Mars, der  Jupiter, der  Saturn, der  Uranus und der  Neptun.

Zwischen der Marsbahn und der Jupiterbahn liegt der  Asteroidengürtel mit über einer Million Asteroiden. Der größte unter ihnen ist der Zwergplanet  (1) Ceres, der 1801 als erster Asteroid entdeckt werden konnte.

Jenseits der Neptunbahn liegt der  Kuiper-Gürtel, der über 100000 Objekte enthält, die größer als 100 Kilometer sind. Dazu gehören ebenfalls einige Zwergplaneten wie beispielsweise der 1930 auf photographischen Aufnahmen mit einem  Blinkkomparator entdeckte  Pluto sowie  (136199) Eris,  (136472) Makemake oder  (136108) Haumea.

Noch weiter außen und nicht nur in der Ebene der Bahnen der Planeten, der Asteroiden und der Objekte des Kuiper-Gürtels befindet sich die kugelschalenförmige Oortsche Wolke, die einen Durchmesser von mindestens drei Lichtjahren hat. Objekte, die sich noch weiter außen befinden, sind nicht mehr durch die Gravitation der Sonne an unser Sonnensystem gebunden.

Die Naturgeschichte von Plinius dem Älteren

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Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") hat im ersten nachchristlichen Jahrhundert über die Planeten geschrieben, die er als "Irrsterne" bezeichnet hat. Das sechste und das achte Kapitel des zweiten Buches aus dem ersten Band haben die Titel Von den sieben Irrsternen und Von der Natur der Irrsterne und ihrer Laufbahn. Über die Planeten schreibt Plinius Folgendes:[1]

Von den sieben Irrsternen.
Zwischen [...] Erde und dem Himmel hangen in eben der gemeinschaftlichen Luft, in verschiedenen gewissen Abständen untereinander, sieben Gestirne, welche wir von ihrem Laufe Irrsterne (Planetae) nennen. Da doch keine weniger als sie im Laufe irren. In der Mitte derselben hat die Sonne ihre Bahn, deren Größe und Macht die ausbündigste ist. Denn sie richtet nicht nur den Lauf der Zeiten ein und die Fruchtbarkeit der Länder, sondern auch die Bewegung der Gestirne und des Himmels. Diese ist nicht nur die belebende Seele der ganzen Welt, sondern augenscheinlich die verständige Regiererin derselben; und die, welche ihre Wirkungen gehörig achten können, müssen von ihr glauben, in ihr sei der vornehmste Sitz der Regierung der Natur und etwas Göttliches. Sie verleiht allen Dingen das Licht, und vertreibt die Finsternis. Sie verdunkelt die übrigen Gestirne, sie richtet nach der Gewohnheit der Natur die Abwechslungen der Zeiten und das sich stets erneuende Jahr ein. Sie vertreibt den traurigen Anblick des Himmels, und erheitert selbst das menschliche Gemüt. Sie teilt auch den übrigen Gestirnen ihr Licht mit. Sie ist herrlich, vortrefflich, sieht alles und hört auch alles. So wie ich finde, dass dem Vater der Gelehrsamkeit, dem Homer, dieses gleichfalls der einzigen Sonne beizulegen gefallen hat.

VIII. Kapitel "De natura syderum errantium ("Von der Natur der Irrsterne") im zweiten Buch der Naturalis historia von Plninius dem Älteren in einer Abschrift von 1491 aus Venedig.

Von der Natur der Irrsterne und ihrer Laufbahn. Von hier wollen wir zu den übrigen Werken der Natur zurückkehren. Die Gestirne, von welchen wir sagten, dass sie an unserer Welt befestigt wären, sind nicht – wie der gemeine Haufen urteilt – einzeln Personen unter uns zugegeben, und die hellen den Reichen, die kleineren den Armen, die dunklen den Elenden, und dergestalt, dass sie nach eines jeden Zustands leuchteten, den Menschen zugeordnet. Noch auch dass sie mit dem Menschen, welchem sie angehörten, entständen und vergingen, oder durch ihr Herunterfallen eines Menschen Tod andeuteten. Solche Gemeinschaft hat der Himmel mit uns nicht, dass mit unserm Lebensende zugleich der Glanz jener Gestirne sterblich sein sollte. Wenn man sonst glaubt, dass sie herabfallen, so geben sie den Überfluss der feurigen Kraft, welche sie als ihre Nahrung zu viel in sich gesogen haben, von sich, wie wir es bei uns auch an den Lampen, bei dem zufließenden Öl wahrnehmen.
Sonst haben die himmlischen Körper eine ewige Natur, da sie den Zusammenhang der Welt ausmachen, und durch deren Zusammenhang entstanden sind. Ihre Wirkung aber erstreckt sich stark auf die Erde, da sie durch ihre Wirkungen, Klarheit und Größe, in solcher entfernten Kleinigkeit haben erkannt werden können, wie wir an seinem Ort zeigen werden.
Auch die Beschaffenheit der Kreisbahnen wird sich bei Anführung der Erde bequemer sagen lassen, als wohin sie ganz gehört, wenn wir jetzt nur die Erfindungen des Lebewesenkreises nicht länger aussetzen. Man sagt Anaximander von Milet habe zuerst in der 58. Olympiade die schräge Krümme desselben verstanden, das heißt, die Tür zu der ganzen Sache geöffnet: die Zeichen in demselben, und zwar zuerst des Widders und Schützen, Cleostrat [Kleostratos von Tenedos], die Himmelskugel selbst lange vorher der Atlas.
Nun müssen wir den Körper der Welt selbst verlassen, und von dem Übrigen, was zwischen dem Himmel und der Erde ist, handeln.
...
Wir merken hierbei, dass die Gänge aller Planeten, auch unter diesen der Sonne und des Mondes, einen der Welt entgegen gesetzten Lauf, das ist zur Linken, halten, da die Welt stets gegen die Rechte hin sich wälzt. Und ob die Sterne gleich von derselben durch eine so unbeschreiblich schnelle Umwendung emporgehalten werden, und sie dieselbe gegen Abend mit sich fortreißt, so gehen sie doch, ein jeder nach seiner Bahn, in einem entgegengesetzten Lauf. Dies geschieht deswegen, damit sich die Luft nach einer Seite hin nicht verdicke, und durch den ewigen Umschwung der Welt nicht in einer stillen Kugel erstarre, sondern durch den gegenseitigen Stoß der Luft zerteilt, getrennt und gehörig verdünnt werde.
...
Hierauf [zwischen Mars und Venus] kommt der Lauf der Sonne, welcher in 360 Grade geteilt ist. Doch damit die Beobachtung seines Schattens mit den Merkmalen der Zeiger übereinkommt, legt man jedem Jahr fünf Tage zu, und zudem noch ein Viertel eines Tages. Aus der Ursache wird im fünften Jahr noch ein Schalttag hinzugetan, damit die Berechnung der Zeiten mit dem Lauf der Sonne übereinstimmt.
...
Denn an jenen [äußeren Planeten] sieht man, dass sie den vierten und dritten Teil des Himmels von der Sonne ab- und ihr oftmals entgegen gekehrt stehen. Sie haben auch alle Kreise von einem ununterbrochenen Umlauf, wovon wir bei der Berechnung des großen Jahres reden müssen.

Aufgrund einiger astronomischer Beobachtungen kann Plinius im vierzehnten Kapitel zutreffende Aussagen über die Größenverhältnisse der Wandelgestirne machen. Besonders erwähnenswert ist, dass in der Antike bekannt war, dass der hellste Planet Venus nicht nur nachts Schatten werfen kann (siehe unten), sondern dass er durchaus auch ohne Fernrohr am Tag beobachtet werden konnte und kann:

Von der Bewegung des Mondes.
Dass die Mondspitzen, wenn er im Zunehmen ist, allemal von der Sonne ab gegen Morgen gerichtet, und wenn er abnimmt, gegen Abend gekehrt sind, das ist gewiss. Die Zunahme und Abnahme seines Lichts ist diese: bis er voll wird, setzt er immer eine gute Dreiviertelstunde zur zweiten Stunde [während seiner Unsichtbarkeit] zu, und in der Abnahme verkürzt er ebenso viel seinen Lauf. Innerhalb von vierzehn Grad der Sonne ist er stets unsichtbar.
Dies ist ein Beweis, woraus man die Planeten größer als den Mond achtet, weil jene zuweilen nach sieben Grad wieder hervorkommen. Aber die Höhe ihres Standes [also ihre große Entfernung] macht es notwendig, dass sie kleiner erscheinen. Wie sie dann auch, da sie am Himmel geheftet stehen, vor dem Glanz der Sonne nicht gesehen werden, da sie sowohl bei Tag als auch bei Nacht leuchten. Dies erhellt augenscheinlich bei Sonnenfinsternissen und in recht tiefen Brunnen.

Der Merkur

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Der Planet Merkur bei maximaler westlicher Elongation (nördliche ekliptikale Höhe = 2 Bogengrad) und mit einer scheinbaren Helligkeit von 0m in 10 Bogengrad Höhe über dem östlichen Horizont in Stangenhagen gut eine Stunde nach seinem Aufgang. Die sieben Bogensekunden große Planetenscheibe war zu 56 Prozent durch die Sonne beleuchtet, die sich zu diesem Zeitpunkt noch 6,5 Bogengrad unter dem Horizont befand.

Der Merkur nährt sich jedes Jahr im Frühling zusammen mit der Sonne dem Goldenen Tor der Ekliptik. Meistens wird sein Licht vom Licht der Sonne oder dem Licht der Dämmerung überdeckt, manchmal ist er dabei zu beobachten, wie zum Beispiel im Jahr 2022, als er am Ende April in großem Glanz am westlichen Abendhimmel in der nautischen Dämmerung zu sehen war. Ende April 2022 stand er dann bei fast drei Bogengrad nördlicher Breite und somit bester Sichtbarkeit im Goldenen Tor der Ekliptik. Danach war er rückläufig (retrograd) und erschien zwei Monate später zum Sommeranfang 2022 mit rund drei Bogengrad südlicher ekliptikaler Breite in den Morgenstunden am Osthimmel, wobei die Ekliptik zu diesem Zeitpunkt einen sehr flachen Winkel zum Horizont eingenommen hatte. Unter solchen Voraussetzungen ist er mit bloßem Auge nicht zu sehen.

In Mesopotamien wurde Merkur wegen dieser schnellen Wechsel vom Morgen- zum Abendhimmel mit dem seit dem 18. Jahrhundert vor Christus erwähnten Schreibergott Nabû, Sohn des Götteroberhaupts Marduk, der wiederum mit dem Planeten Jupiter assoziiert ist, auch "springender Planet" genannt. Sein noch älterer sumerischer Name lautet UDU.IDIM.GU4.UD, was wörtlich mit "springendes Wildschaf" übersetzt werden könnte.[2]

Der Merkur hat kurz vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenuntergang stets nur eine geringe Höhe über dem Horizont und die Sonne steht immer so dicht unter dem Horizont, dass die bürgerliche Morgendämmerung bereits viel Streulicht erzeugt. Der Merkur kann deswegen mit bloßem Auge nicht ohne weiteres beobachtet werden. Hierzu müssen gute Randbedingungen herrschen, wie eine große Elongation (maximal 28 Bogengrad), eine möglichst nördliche ekliptikale Breite (maximal 7 Bogengrad) sowie eine möglichst steile Ekliptik über dem Horizont, wie um den Frühlingsanfang im Westen beim Untergang des Merkurs (bei östlicher Elongation), oder um den Herbstbeginn im Osten beim Aufgang des Merkurs (bei westlicher Elongation). Ferner müssen klare Sichtverhältnisse herrschen, die Sonne muss möglichst weit unter dem Horizont stehen, und der korrekte Ort über dem Horizont muss beim Betrachten gut fixiert werden.

Der Merkur war aber auch auf Malta mit bloßem Auge nur selten zu beobachten und eignete sich nicht, um kontinuierlich mit der Himmelstafel von Tal-Qadi vermessen zu werden. Zudem konnte sie in Ermangelung sichtbarer Fixpunkte dann auch nicht immer zuverlässig in den Sternenhimmel eingepasst werden.

Auch  Nikolaus Kopernikus auf Thorn hatte es 1543 in seinem Werk De revolutionibus orbium coelestium bedauert, den Planeten Merkur in ermländischen Frauenburg bei einer geographischen Breite von über 54 Bogengrad selber nie beobachtet zu haben oder gar dessen Position bestimmt haben zu können:[3][4][5]

Beginn des Kapitels "De recentioribus Mercury motibus observatis" ("Über neuere beobachtete Bewegungen des Merkur") in der Handschrift von Kopernikus in dessen Buch "De revolutionibus orbium coelestium" ("Über die Kreisbewegungen der Weltkörper").

De recentioribus Mercury motibus observatis

Hanc sane viam humis stellae cursum examinandi prisci nobis premonstraverunt,
sed caelo adducti serenioci, nempe ubi Nilus ei ut ferunt,
non spirat auras, qualis apud nos Vistula.
Nobis autem rigentiorem plagam ni habatantibus illam commoditatem natura negavit,
ubi tranquillitas aeris rarus,
ac insupem ob magnam sphaerae obliquitatem varius sinit
videri Mercuriam quando nitens in maxima a sole distantia.

Über neuere beobachtete Bewegungen des Merkur

Diesen selbstverständlichen Weg, den Grund für den Lauf des Sternes zu untersuchen, hatten uns die Alten vorgezeichnet,
aber von heiterem Himmel begünstigt, und bei denen der Nil allerdings, wie sie berichten,
nicht solche Dünste ausatmet, wie bei uns die Weichsel.
Uns jedoch, im eiskalten Schlag wohnend, verweigerte die Natur jene Zuvorkommenheit,
da die Ruhe der Luft selten ist,
sowie da es obendrein wegen der großen Schiefe der Himmelskugel nur gelegentlich möglich ist,
den Merkur zu sehen, wenn er in den größten Abstand von der Sonne klettert.

Die folgenden beiden Bilder zeigen das untergehende Neulicht des Mondes beim Abenderst (Mondalter 43 Stunden, visuelle Helligkeit -4m) in Konjunktion mit dem Planeten Merkur (20 Bogengrad östliche Elongation, visuelle Helligkeit 2m) zu Beginn der nautischen Dämmerung ungefähr sieben Bogengrad über dem Horizont am 2. Mai 2022. Die Plejaden sind beim Abendletzt (akronychischer Untergang, die visuelle Helligkeit des hellsten Einzelsterns Alkyone beträgt 4m) gerade noch wahrnehmbar.

Plinius der Ältere schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über den Merkur:[1]

Auf gleiche Weise [wie die Venus], doch nicht mit gleicher Größe und Gewalt, geht ihm (Anmerkung: dem Timaios vom griechischen Philosophen Platon) zunächst das Gestirn des Merkurs, welches einige dem Apollo zugeeignet haben, in einer niedrigeren Bahn, dessen Umkreis sich neun Tage geschwinder endigt. Es leuchtet bald vor Aufgange der Sonne, bald nach ihrem Niedergange, niemals weiter von der Sonne als 23 Grad abstehend; wie, nebst vorigen, Sosigenes [aus Alexandria] lehrt.

→ Siehe auch: Herbstbeginn in Uruk im Jahr 181 vor Christus.

Die Venus

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Die Venus kann bei Erdnähe sehr große Helligkeiten erreichen und ist dann nach Sonne und Mond das hellste regelmäßig zu beobachtende Himmelsobjekt. Nach der astronomischen Dämmerung kann sie nach Monduntergang und vor Mondaufgang einen sichtbaren Schatten einer Hand auf einem weißen Blatt Papier werfen. Sie bildet je nach Lage zu Sonne verschiedene Phasen und kann in seltenen Fällen vor der Sonnenscheibe beobachtet werden.

Aufgrund der Eigenbewegung der Plejaden konnte die Venus bei maximaler nördlicher ekliptikaler Breite den südlichsten Stern dieses Sternhaufens, Atlas, vor 4800 Jahren noch bedecken. Danach konnte dann nur noch die Annäherung der Venus an den Sternhaufen beobachtet werden. Heute ist der minimal mögliche Abstand zwischen Atlas und Venus auf über ein halbes Bogengrad angewachsen.

Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über die Venus:[1]

Unter der Sonne läuft der große Stern herum, welchen wir die Venus nennen, welcher mit seinem abwechselnden Laufe unbeständig ist, und selbst mit seinen Beinamen der Ehre der Sonne und des Mondes nacheifert. Kommt er der Sonne zuvor, und geht vor ihrem Anbruch auf, so hat er davon den Namen des Morgensterns (Lucifer) bekommen; gleichsam wie eine andere Sonne, welche den Tag beschleunigt; wenn sie aber von Abend ihren Glanz zurückwirft, heißt sie der Abendstern (Vesper): als ob sie das Tageslicht verlängert und des Mondes Stelle vertritt. Diese ihre Beschaffenheit hat zuerst Pythagoras von Samos, ungefähr in der 42. Olympiade, welches das 142. Jahr der Stadt Rom gewesen ist, bemerkt. Ferner übertrifft sie an Größe alle anderen Sterne: und ihr Schein ist so hell, dass die Strahlen dieses einzigen Sternes Schatten werfen. Deswegen hat er eine prächtige Menge Beinamen. Einige haben ihn die Juno, andere die Isis, noch andere die Mutter der Götter genannt. Durch Kraft dieses Gestirns wird alles auf Erden gezeugt. Denn da es bei beiderseitigem Aufgang dieselbe mit dem fruchtbaren Tau befeuchtet, vollführt es nicht nur die Befruchtung der Erde, sondern reizt auch alle Tiere zur Begattung. Die Bahn des Lebewesenkreises durchgeht Venus in 348 Tagen, und steht, nach der Meinung des Timaios (Anmerkung: ein einflussreicher, kosmologischer Dialog des antiken Philosophen Platon), von der Sonne niemals weiter als 46 Grad ab.

Ebenso wie beim anderen inneren Planeten Merkur sind bei der Beobachtung von der Erde aus auf Venusoberfläche Phasen zu sehen, die sich kurz vor und nach der unteren Konjunktion als sehr schmale Sicheln zeigen:

→ Siehe auch: Untergang einer Konjunktion von Venus und Mond.

→ Siehe auch: Praktische Anwendung der Himmelstafel von Tal-Qadi bei der Beobachtung der Venus.

Der Mars

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Der rote Planet Mars (Mitte) im Goldenen Tor der Ekliptik zwischen dem offenen Sternhaufen der Hyaden (links) mit den Roten Riesen Aldebaran (α Tauri) und dem offenen Sternhaufen der Plejaden (rechts).

Der Mars ist in Opposition zur Sonne der Erde besonders nah und weist dann eine hohe Winkelgeschwindigkeit gegenüber dem Fixsternhimmel auf. Er ist dann recht hell und rötlich wahrnehmbar, während er innerhalb dreier Monate retrograd (rückläufig) wird und dabei seine Oppositionsschleife zieht, während die Erde ihn auf ihrer kleineren inneren Bahn überholt.

Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über den Mars:[1]

Die dritte Stelle gehört dem Mars, welchen Stern auch andere Herkules benannt haben. Dieser ist feurig, und brennt von der Nähe der Sonne, und vollführt seinen Lauf etwa in zwei Jahren.

→ Siehe auch: Aristotelische Mars-Konjunktion.

Der Jupiter

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Der Jupiter mit Großem Roten Fleck und seinen vier Galileischen Monden Kallisto und Ganymed (links) sowie Io und Europa (rechts) mit einem Fernrohr betrachtet.

Braucht für einen siderischen Umlauf knapp zwölf Jahre und steht somit in jedem Jahr in einem anderen der zwölf Lebewesenkreiszeichen.

Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über den Jupiter:[1]

Das Gestirn des Saturns aber ist kalter und starrender Natur, und viel tiefer unter ihm ist die Bahn des Jupiters, dessen Lauf deswegen geschwinder ist, und jedes Mal in zwölf Jahren zu Ende gebracht wird. ...
Da nun Jupiter zwischen beiden [Saturn und Mars] liegt, so erhält er von des Mars heftiger Hitze, und der Kälte des Saturns eine Mäßigung, die ihn heilsam macht.

→ Siehe auch: Babylonische Jupiter-Konjunktion.

→ Siehe auch: Aristotelische Jupiter-Konjunktion.

→ Siehe auch: Herbstbeginn in Uruk im Jahr 181 vor Christus.

→ Siehe auch: Der Stern von Bethlehem.

Der Saturn

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Der Planet Saturn am 2. September 2023 in Erdnähe von Berlin aus gesehen.

Braucht für einen siderischen Umlauf 29,4475 Jahre und wandert somit ungefähr in jedem Jahr ins nächste → Mondhaus.

Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über den Saturn:[1]

Das ist gewiss, dass das Gestirn, welches wir den Saturn nennen, das höchste sei, da es uns am kleinsten erscheint, und dass es in der weitesten Bahn umlaufe, und erst im 30. Jahr zu dem kürzesten Anfang seines Sitzes zurückkehre.
...
Das Gestirn des Saturns aber ist kalter und starrender Natur, und viel tiefer unter ihm ist die Bahn des Jupiters, dessen Lauf deswegen geschwinder ist, und jedes Mal in zwölf Jahren zu Ende gebracht wird.

→ Siehe auch: Der Stern von Bethlehem.

Der Uranus

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Der Planet Uranus (unten in der Mitte) im März 2021 im Sternbild Widder (Aries).

Der Planet Uranus ist in Abwesenheit von Lichtverschmutzung mit bloßem Auge gerade noch sichtbar. Nichtsdestoweniger war er in der Antike und im Mittelalter noch nicht bekannt. Uranus wurde wegen seiner langsamen Bewegung aber selbst bei der Beobachtung mit Fernrohren zunächst noch für einen Stern und auch 1871 von seinem Entdecker Friedrich Wilhelm Herschel (1738–1822) erst für einen Kometen gehalten.

Der Neptun

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Der Neptun konnte am 17. August 1989 von der NASA-Sonde Voyager 2 erstmals aus der Nähe aufgenommen werden.

Neptun hat nur eine scheinbare Helligkeit der achten Größenklasse und ist ohne Fernrohr nicht sichtbar. Kurioserweise hatte ihn Ende 1612 schon Galileo Galilei (1564–1642) bei der Beobachtung des Planeten Jupiter mit seinem neu entwickelten Fernrohr bemerkt und dokumentiert. Da Neptun zu diesem Zeitpunkt an seinem Wendepunkt gerade stationär war, fiel Galilei nicht auf, dass es sich um ein Wandelgestirn handelt. Ähnlich erging es Michel Lefrançois de Lalande (1766–1839), dem Neffen des berühmten französischen Astronomen Jérôme Lalande (1732–1807). Für die Vorbereitung eines Sternkatalogs beobachtete er im Mai 1795 die Himmelsregion, in der sich der Planet Neptun bewegte, und auch er realisierte nicht, dass es sich bei diesem sich sehr langsam bewegenden Objekt um einen Planeten handeln könnte.

Friedrich Wilhelm Bessel (1784–1846) stellte aufgrund der Bahnstörungen, die beim Uranus beobachtet werden konnten, bereits 1823 seine unveröffentlichte Hypothese der spezifischen Gravitation auf, die allerdings keine vernünftigen Ergebnisse liefern konnte. Er äußerte 1828 in einem Brief an seinen Freund Alexander von Humboldt seine Meinung zum Transuranus:

Ich glaube an einen Planeten über Uranus.

Entdeckt wurde Neptun als Planet erst im September 1846 von Johann Gottfried Galle (1812–1910) in Berlin, nachdem der französische Astronom Urbain Le Verrier (1811–1877) anhand der Bahnstörungen von Uranus dessen ungefähre Position vorausberechnen konnte. Galle konnte den Planeten dank der präzisen, von Friedrich Wilhelm Bessel initiierten Berliner Akademischen Sternkarten finden und nachweisen.

Einzelnachweise

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  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Plinius: Naturgeschichte, erster Band, zweites Buch, übersetzt von Johann Daniel Denso (1708–1795), Rostock und Greifswald, Anton Ferdinand Rösens Buchhandlung, 1764, in moderne deutsche Sprache gesetzt.
  2. Friedhelm Pedde: Götter und Planeten im Alten Orient. Teil 1. Nabu und der Merkur, in: … dem Himmel nahe … der Erde verbunden. Mitgliederzeitschrift der Wilhelm-Foerster-Sternwarte. S. 12-13 (https://www.academia.edu/42093205/G%C3%B6tter_und_Planeten_im_Alten_Orient_Teil_1_Nabu_und_der_Merkur_in_dem_Himmel_nahe_der_Erde_verbunden_Mitgliederzeitschrift_der_Wilhelm_Foerster_Sternwarte_Ausgabe_6_März_April_Mai_2020_12_13).
  3. Vergleiche Johann Elert Bode (Herausgeber): Berliner Astronomisches Jahrbuch für das Jahr 1794 nebst einer Sammlung der neuesten in die astronomischen Wissenschaften einschlagenden Abhandlungen und Nachrichten, Berlin, 1791, Seite 187
  4. Siehe Nikolaus Kopernikus aus Thorn: De revolutionibus orbium coelestium, Liber quintus, Capitulum 30: De recentioribus Mercurii motibus observantis, Johannes Petreius, Nürnberg, 1543, Seite 169a (rechts)
  5. Nikolaus Kopernikus aus Thorn: Über die Kreisbewegungen der Weltkörper, Fünftes Buch, Capitel 30: Ueber neuere Beobachtungen der Bewegung des Merkur, übersetzt und mit Anmerkungen von Dr. C. L. Menzzer, durchgesehen und mit einem Vorwort von Dr. Moritz Cantor, herausgegeben von dem Coppernicus-Verein für Wissenschaft und Kunst zu Thorn, Verlag Ernst Lambeck, Thorn, 1879