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Astronomie von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit/ Nachwort

Aus Wikibooks
Karl Popper im Jahr 1990.

Die Astronomie nimmt einen sehr anspruchsvollen Rang unter den vier freien Künsten des Quadriviums ein, da die anderen drei Künste eine wesentliche Voraussetzung für die ernsthafte und fruchtbringende Beschäftigung mit ihr darstellen. Ohne die Kenntnisse zu den Schwingungsverhältnissen von musiktheoretischen Intervallen, ohne die Beherrschung der Gesetze der Arithmetik und der Geometrie könnte keine erfolgreiche Astronomie betrieben werden.

Insofern scheint es angebracht, darauf hinzuweisen, dass naturwissenschaftlichen Kenntnisse über den Himmel und das Verständnis der Astronomie nicht nur nutzbringende, sondern sogar wesentliche Voraussetzungen für die umfassende und ernsthafte Beschäftigung mit Mythen oder Religionen sind.

Lassen wir zum Schluss dem Philosophen  Karl Popper (1902–1994) das Wort, indem wir ihn aus dem ersten Band seiner "Vermutungen und Widerlegungen: das Wachstum der wissenschaftlichen Erkenntnis" zitieren:[1]

Es dürfte uns guttun, uns manchmal daran zu erinnern,
dass wir zwar in dem Wenigen, das wir wissen, sehr verschieden sein mögen,
dass wir aber in unserer grenzenlosen Unwissenheit alle gleich sind.

Die Urania war im antiken Griechenland die Schutzgöttin der Sternkunde. Sie wurde im 17. Jahrhundert in Frankreich in einem  Air de Cour besungen:

Air de Cour "Je suis ravi de mon Uranie" von Étienne Moulinié (1625) interpretiert von Hauptautor dieses Wikibooks.

Französischer Originaltext:

Je suis ravi de mon Uranie,
Toute beauté pres d'elle est ternie;
Jamais l'amour dedans ces bois
   n'en a fait voir, n'y régner de pareille.
C'est une merveille,
Sa seule voix peut dompter, et sousmettre les plus grands Roys.

Übersetzung:

Ich bin entzückt von meiner Urania,
Alle Schönheit in ihrer Nähe ist verblasst;
Niemals hat die Liebe in diesen Wäldern
   weder so etwas vorgewiesen, noch solches verbreitet.
Das ist ein Wunder,
Allein ihre Stimme kann die mächtigsten Könige bezwingen und unterwerfen.

Einzelnachweise

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  1. Karl Popper: Vermutungen und Widerlegungen: das Wachstum der wissenschaftlichen Erkenntnis, Band I, Tübingen, Seite 43, 1963