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Benutzer:Methodios/Gvozdec

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Variante A

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Gvozdec (GVOZDEC) ist ein bei w:Cosmas von Prag 1123 (bis 1125) (dreimal) erwähnter w:Burgward zu 1087, zu 1088 und für 1123 [1], welcher 1088 verlegt wurde.

Identifizierungen

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Identifizierung als Hohe Eifer und Keilbusch

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Identifizierung als Coswig

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Identifizierung als Großenhain

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Identifizierung als Woz

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Anmerkungen

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  1. 1123 (ad a. 1123): Guozdec (Cosmas III 53); 1088 [um 1125]: Gvozdec (Cosmas II 40); 1087 [um 1125]: Gvozdek (Cosmas II 39)

Material

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Lokalisierungen

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ACHTUNG! Gvozdec ist von 1076 bis 1123 verlegt worden (1087/1088) - bei Woz (Wosice) findet sich von 1071 bis 1140 kein Hinweis darauf - die schlüssige Lösung: die Diplome von 1071 sind wie ausgeführt Fälschungen (ebenso das Diplom von 1091)

Hohe Eifer beim Götterfelsen sü. Meißen

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= w:Garsebacher Schweiz

die zweifache Örtlichkeit:

  • Ursinus 1778
  • Preusker Vaterländische Vorzeit, III 18 = Karl Benjamin Preusker (* 22. September 1786 in Löbau; † 15. April 1871 in Großenhain): Blicke in die vaterländische Vorzeit, verschiedene Ausgaben:
    • Blicke in die vaterländische Vorzeit: Sitten, Sagen, Bauwerke und Geräthe, zur Erläuterung des öffentlichen und häuslichen Volkslebens im heidnischen Alterthume und christlichen Mittelalter der sächsischen und angränzenden Lande; für gebildete Leser aller Stände, Band 1-3, Verlag der J.C. Hinrichsschen Buchhandlung, Leipzig 1841
    • Blicke in die vaterländische Vorzeit: Sitten, Sagen, Bauwerke und Geräthe, zur Erläuterung des öffentlichen und häuslichen Volkslebens im heidnischen Alterthume und christlichen Mittelalter der sächsischen und angränzenden Lande, Verlag der J.C. Hinrichsschen Buchhandlung, Leipzig 1844 (3. Band), Google, Google

Die nahe bei Meißen durch den Böhmen=Herzog Wratislaw 1075 angelegte erste Burg Guozdek wird mit viel Wahrscheinlichkeit auf dem Gipfel der hohen Eifer, die gleichnamige zweite 1088 auf dem Burgberge in Keilbusch angenommen; von beiden bald darauf zerstörten Burgen haben sich keine Ueberreste erhalten, zumal da es nur leichte, flüchtige Baue seyn konnten.

Keilbusch nö. Meißen

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die einmal erwähnte Örtlichkeit:

  • Ursinus 1778
  • Preusker Vaterländische Vorzeit, III 18 = Karl Benjamin Preusker (* 22. September 1786 in Löbau; † 15. April 1871 in Großenhain): Blicke in die vaterländische Vorzeit, verschiedene Ausgaben:
    • Blicke in die vaterländische Vorzeit: Sitten, Sagen, Bauwerke und Geräthe, zur Erläuterung des öffentlichen und häuslichen Volkslebens im heidnischen Alterthume und christlichen Mittelalter der sächsischen und angränzenden Lande; für gebildete Leser aller Stände, Band 1-3, Verlag der J.C. Hinrichsschen Buchhandlung, Leipzig 1841
    • Blicke in die vaterländische Vorzeit: Sitten, Sagen, Bauwerke und Geräthe, zur Erläuterung des öffentlichen und häuslichen Volkslebens im heidnischen Alterthume und christlichen Mittelalter der sächsischen und angränzenden Lande, Verlag der J.C. Hinrichsschen Buchhandlung, Leipzig 1844 (3. Band), Google, Google

Die nahe bei Meißen durch den Böhmen=Herzog Wratislaw 1075 angelegte erste Burg Guozdek wird mit viel Wahrscheinlichkeit auf dem Gipfel der hohen Eifer, die gleichnamige zweite 1088 auf dem Burgberge in Keilbusch angenommen; von beiden bald darauf zerstörten Burgen haben sich keine Ueberreste erhalten, zumal da es nur leichte, flüchtige Baue seyn konnten.

Coswig

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  • zunächst Leuber
  • dann Posse

CDS I A 1, S. 105

Wratislav marschirte daher im Sommer 1087 von Böhmen aus nach Meissen vor und baute in dessen Nähe die Veste Guozdec, welche Ekbert wahrscheinlich zerstört hatte, wieder auf. Auf dem Heimwege aber griffen die Sachsen, vermuthlich Ekberts Schaaren, das von Wratislavs Sohne Bretislav geführte, mit Beute beladene Heer an und bereiteten ihm eine Niederlage.

Anm. 132: Cosmae chron. Bohem. a. 1087. SS. 9,93: Rex[1] Wratizlaus collecto exercitu intrat Zribiam[2], quam olim Imperator[3] Heinricus in perpetuum sibi habendam tradiderat, et[4] dum quoddam castrum nomine Guozdec[5] prope urbem Missen reaedificat, aliis insistentibus operi, mittit duas scaras ex electis militibus cum filio suo Bracizislavo ultum ire olim sibi illatae injuriae. Da Meissen auf dem rechten Ufer der Elbe liegt und die Festung Guozdec offenbar als Gegenwehr auf dem linken gelegen haben muß, so dürfte Guozdec Coswig sein.

Großenhain

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das alte slawische Osek (Ozzek in Sächsisches Staatsarchiv, 10001 Ältere Urkunden, Nr. 00359 vom 8. November 1240.

  • Johann Christian Schöttgen (1745 = Geschichte Conrads des Großen, Graf von Wettin, Regensburg 1745.)
  • Gustav (Wilhelm) Schuberth (1850 bis 1922): Gvozdec = Großenhain. = Gvosdec-Großenhain, ein Beitrag zur ältesten Geschichte des Hauses Wettin und der Mark Meißen. 1890 (gedrucktes Buch) - als Schulprogramm hrsg. im Jubiläumsjahr 1889 (II. 34 S. mit Illustrationen) - beruht auf einer lange zwischen Gustav Hey und Gustav Schuberth geführten brieflichen Auseinandersetzung

ACHTUNG! Gvozdec ist von 1076 bis 1123 verlegt worden (1087/1088) - bei Woz (Wosice) findet sich von 1071 bis 1140 kein Hinweis darauf - die schlüssige Lösung: die Diplome von 1071 sind wie ausgeführt Fälschungen (ebenso das Diplom von 1091)

  • Koepke: Ausgabe des Cosmas (1847)
  • Heinemann: Albrecht der Bär. (1864)

Weistropp

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  • v. Gersdorf: Cod. Sax. II. 1, 37. - Woz = Weistropp (Woz = Weistropp auch bei Welte, Gau und Archidiakonat Nisan, S. 25.)

Weißig bei Tharandt

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    • Woz = Weißig (sorbisch Vysoka) bei Tharandt bei Böttiger-Flathe: Geschichte von Sachsen I, 72.

Gohlberg bei Constappel

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  • Woz = Gohlberg bei Constappel - Von Oberlehrer Dr. (Karl Friedrich) Gustav Hey in Döbeln (* 2. Januar 1847 in Penig; † 15. August 1916 in Döbeln): Die Feste Gvozdec bei Meißen.

Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde. Elfter Band. Dresden 1890. S. 1 bis 15, hier: S. 15

Waldhügel Klein-Schönberg

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  • Woz = Waldhügel Klein-Schönberg - Von Oberlehrer Dr. (Karl Friedrich) Gustav Hey in Döbeln (* 2. Januar 1847 in Penig; † 15. August 1916 in Döbeln): Die Feste Gvozdec bei Meißen.

Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde. Elfter Band. Dresden 1890. S. 1 bis 15, hier: S. 16


Höllberge an der Elbe
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  • Woz = Höllberge an der Elbe - Von Oberlehrer Dr. (Karl Friedrich) Gustav Hey in Döbeln (* 2. Januar 1847 in Penig; † 15. August 1916 in Döbeln): Die Feste Gvozdec bei Meißen.

Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde. Elfter Band. Dresden 1890. S. 1 bis 15, hier: S. 16


Urkunden

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1045: MGH DH III. n. 146

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CDS I A 1, Nr. 99: Omnium dei: nostrique fidelium tam futurorum quam presentium sollers industria noverit, qualiter nos ob amorem et peticionem ECHEHARDI marchionis nostri fidelis cuidam militi suo scilicet IARMIR dicto in villa SCVTROPEI, si inibi fieri possit, sin autem in proximis locis tres regales mansos in burchwardo GVODEZI nec non in comitatu prenominati marchionis sitos in proprium tradidimus.

MGH DH III. n. 146

  • Leo Bönhoff: Der Gau Nisan in politischer und kirchlicher Beziehung. In: Neues Archiv für Sächsische Geschichte. Bd. 36, 1915, ISSN 0944-8195, S. 177–211.
  • S. 182: Noch einige Orte möchte ich erwähnen, von denen es nicht so unbedingt feststeht, ob man sie im Gau Nisan suchen darf: a) im Jahre 1045 verleiht Heinrich II. einem der Mannen (miles) Markgraf Ekkehards II. von Meißen namens Jaromir einige Hufen im Dorf Scutropei, das zum Burgwarde Guodezi gehörte (Cod. dipl. Sax. I, 1, no. 99). Hierliegen uns folgende Gleichsetzungen vor:
    • I. Schuberth[6]: Skaup (Skup), Stroga, Übigau (Obige), drei beieinander gelegene Ortschaften, deren Namen in einen verknäuelt ward?, im Burgbezirk Ozzek = S. 183 Großenhain, in dessen Nähe wir sie finden;
    • 2. Hey[7]: Altscherbitz im Burgwarde Schkeuditz.
  • Beide Vorschläge befriedigen nicht: der erstere ist nur der Kuriosität wegen angeführt worden: die einzige Bemerkung, die daran richtig ist, gilt einer etwaigen Verunstaltung des Namens Scutropei. Der andre aber, der allein ernst zu nehmen ist, erscheint mir sprachlich nicht als zulässig. Vielleicht darf man den Burgward Guodezi mit Woz, das ja tschechisch genauso heißt (vgl. oben Nr. 4 der Ortsliste des Gaues Nisan), zusammenbringen[8] Dann aber müssen wir auch Scutropei zwischen Dresden und Meißen suchen, und es bliebe nur noch zu fragen, ob die Namensform ursprünglich nicht anders, etwa Scutcowi, lautete[9] Der Ort würde entweder eine wüste verschollene Mark sein oder unter einem deutschen Namen (z.B. Wildberg, Kleinschönberg) fortbestehen oder mit einem anderen Dorfe sich verschmolzen haben; mit diesen drei Möglichkeiten ist zu rechnen.
  • S. 194: Urkundlich stehen folgende Burgwarde im Gau Nisan fest: I. Woz oder Gvozdec (jenes die deutsche, dieses die tchechische Form) 1045 bez. 1071 - 1140. Belegstellen: a) Cod. dipl. Sax. reg I, 1, no. 99:Kaiser Heinrich III. beschenkt am 22. September 1045 den markgräflichen miles Jaromir mit mehreren Hufen im Dorfe Scutropei (Scutcowi?) im Burgwarde Gvo(z)dezi.

Literatur

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Wo lag die Burg Gvozdec?

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Bernd Hofmann (Altstrassen- und Burgenforschung): Wo lag die Burg Gvozdec?: Eine Neubewertung der mittelalterlichen Befestigungen von Nieder- und Oberwartha aus historischer, linguistischer, fortifikalischer und verkehrslogistischer Sicht. GRIN Publishing; 1. Auflage, Taschenbuch – 11. Oktober 2016, ISBN 978-3668312777, 20 Seiten

978-3668312777 Buch 978-3668312760 eBook nach Verlagsinformationen 12 Seiten

  • 1. Bisherige Ergebnisse archäologischer Forschungen
  • 2. Die Befestigungsanlagen in Nieder- und Oberwartha in der historischen Überlieferung - Die Rolle des Böhmenkönigs Vratislav I. im Zeitraum 1087-1088 und seines Sohnes Vladislav im Jahre 1123 in Nieder- und Oberwartha - König Vratislav I. baut 1087 die Burg Gvozdec wieder auf
  • 3. Wo lagen die 1087 wieder aufgebaute und die 1088 verlegte Burg Gvozdec?
  • 4. Gab es eine Burg in Oberwartha?
  • 5. Die feindlichen Heerlager der Herzöge Vladislav und Lothar im Jahre 1123
  • 6. Zur Bedeutung des Burgnamens Gvozdec
  • 7. Furt und Fähre in Niederwartha
  • 8. Die Brüder Heinrich und Tymo von Wartha im Zeitraum 1205-1228, ihre mögliche Her- kunft und Beziehung zu den Burganlagen "Böhmerwall" und "Heiliger Hain"
  • 9. Resümee: Vorschläge zur neuen Zuordnung der Nieder- und Oberwarthaer Burgen
    • Abb. 1: Ungefähre Lage der vier Burganlagen im Gebiet Nieder- und Oberwartha an einer hypothetischen alten Fernstraße von Polen(?) über Grillenburg nach Böhmen (Kartenbasis: © Landesamt für Archäologie Sachsen, Kartenzeichnung: B. Hofmann, 2015)
    • derzeit nicht durch Grabungen aufgeschlossen - Niederwarthaer Burgberg (Abb. 2) große Mengen an Oberflächenfunden
    • Belegungszeitraum: Niederwarthaer Burgberg wohl im 11. Jahrhundert eine Blütezeit, Böhmerwall und Heiliger Hain möglicherweise im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert - unklar die Situation in Oberwartha - archäologische Relikte infolge intensiver späterer Überbauungen dort nur schwer nachweisbar und zuzuordnen
  • Abb. 2: Plan der Anlagen des Burgberges Niederwartha auf einer Infotafel in der Vorburg (nach R. SPEHR, um 1985 © Landesamt für Archäologie Sachsen, Foto: B. Hofmann, 2007)
    • 2012: am Rande des Oberwarthaer Ortskerns typische slawische Keramik des 10.–12. Jahrhunderts sowie Holzkohle, gebrannter Lehm und Steine von lokalem Syenit, vereinzelte Schlacken weisen sogar auf Metallverarbeitung hin
    • 2014: in der Dorflage von Niederwartha eine offene hochmittelalterliche Siedlung dokumentiert.
  • neuzeitlichen Flurnamen "Niederwarthaer Burgberg," "Bohmerwall," "Heiliger Hain" und "Obere Warte"
    • 1205-1228 die Brüder HENRICUS und TYMO DE WARTA (Hypothetisch beide ihre eigenen Herrensitze - den "Böhmerwall" bzw. den "Heiligen Hain." - sog. Turmhugelburgen (Motten) in Spornlage - "Böhmerwall" gegenüber dem "Heiligen Hain" größer, gehorte wohl dem älteren und wohl bedeutenderen Bruder Heinricus de Warta) künftig besser "Henricusburg" und "Tymoburg" - Brüder sollten die offenbar wichtige Fernstraße von Nordosten über die Elbfurt oder -fähre im heutigen Niederwartha hinauf nach Oberwartha und mit einiger Wahrscheinlichkeit weiter in südliche Richtung über Kesselsdorf, den Tharandter Wald (Grillenburg) und Frauenstein nach Böhmen kontrollieren (schützen)
  • weitere kleine mittelalterliche Warte: Flurname "Herrenkuppe" auf Cossebauder Flur (der Aussichtspunkt mit dem heutigen Bismarckturm am sog. Gnomenstieg) - vermutlich Zubehör der Turmhügelburgen "Böhmerwall" und/oder "Heiliger Hain"
    • meist Beobachtungs- oder Signalposten größerer Burgen, kleiner als die Turmhügelburgen und oft nicht ständig besetzt bzw. bewohnt - im oberen Elbtal zB "Kuhberg" und "Stallberg" im Gemeindegebiet Rockau (Schönfelder Hochland) sowie die Felsenwarten Rauschenstein und Wartturm im Elbsandsteingebirge
  • im 19. Jahrhundert auf dem Gohlberg bei Constappel vermutet - Hey, Gustav: Die slavischen Siedlungen im Königreich Sachsen mit Erklärung ihrer Namen, Dresden 1893, S. 241. - keinerlei sichtbare Reste von Gräben, Wällen (mehr)
  • Burgberg Niederwartha: König Vratislav I. verlegte die Burg Gvozdec dorthin (dort vermutetes slawisches Siedlungszentrum des 9. Jahrhunderts zu dieser Zeit bereits seine ursprüngliche Bedeutung verloren hatte und als solches nicht mehr genutzt - Text einer ehemaligen Infotafel am Burgberg Niederwartha, von R. SPEHR (um 1985). - 1088 ein frühdeutsch/böhmischen Burgwardsmittelpunkt „Burg Neu-Gvozdec“

Dresden, Stadtgründung im Dunkel der Geschichte

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  • "Woz am Grenzwald zu Daleminzien und zu Meißen bewachte die Nordgrenze des Gaues (das spätere Nisan), einen wichtigen Flußübergang (Niederwartha) und den Schiffsweg auf der Elbe" Spehr, Reinhard/Boswank, Herbert: Dresden, Stadtgründung im Dunkel der Geschichte. Verlag D.J.M., 2000, ISBN 3 9803091-1-8, S. 169.

Die Feste Gvozdec bei Meißen

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Von Oberlehrer Dr. (Karl Friedrich) Gustav Hey in Döbeln (* 2. Januar 1847 in Penig; † 15. August 1916 in Döbeln): Die Feste Gvozdec bei Meißen.

Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde. Elfter Band. Dresden 1890.

S. 2

S. 2:

verschollenes Gvosdec (gesprochen: Gwosdez

Cosmas von Prag: Chronica Boemorum (Mon. Germ. SS. IX.)

Guozdek: ganz irrtümlich durch

  • (Ernst Gotthelf?) Gersdorf (* 2. November 1804 in Tautendorf; † 5. Januar 1874 in Leipzig) Mitarbeiter beim Codex diplomaticus Saxoniae regiae. Leipzig 1882 ff.
  • (Karl Benjamin) Preusker (* 22. September 1786 in Löbau; † 15. April 1871 in Großenhain) zB Aelterer und neuerer Ursprung der Ortschaften und Ortsnamen der östlich-deutschen Provinzen: als Bruchstück einer noch ungedruckten Schrift desselben, über slawische Ortsnamen-Etymologie., 1850
  • (Otto?) Posse (* 29. Juli 1847 in Weißensee; † 13. November 1921 in Dresden) zB Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Leipzig 1881

Endkonsonant ist nicht Kehl-, sondern Zahnlaut

S. 3

S. 3:

  • sorbisch Gvozdec
  • poln. Gwozdiec
  • tsch. Hvozdec

tschechisches Maskulinum hvozdec (altslowenisch: gvozdici, poln. gwozdiec) = Wäldchen, kleiner Bergwald) - Diminutiv vom altslowen. gvozdi (neusl. gozd, tsch. hvozd) = dichter Wald, Bergforst, Waldberg


zweimal castrum prope urbem Missen (Burg in der Nähe der Stadt Meißen)

einmal oppidum

Verlegung der ursprünglichen Feste an einen anderen Ort ohne genauere Ortsangabe




1123 (ad a. 1123): Guozdec (Cosmas III 53); 1088 [um 1125]: Gvozdec (Cosmas II 40); 1087 [um 1125]: Gvozdek (Cosmas II 39) - Ortsverzeichnis

Altstraßen von Dresden ins böhmische Becken

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  • Woz linguistisch ein Zusammenhang zumindest eines der Wartaer Burgberge mit einem Verkehrsweg, denn es geht möglicherweise auf poln. wóz für Fuhrwerk bzw. poln. wozić für fahren oder befördern zurück
  • vor dem 9. Jahrhundert könnte Woz sogar lediglich ein Rastplatz hauptsächlich für slawische (polnische?) Handelsreisende im sog. Wildland gewesen sein ohne oder mit nur unbedeutenden Fortifikationen wie einfachen Wall-Graben-Anlagen (ein solcher Rastplatz war oft nötig besonders nach bzw. vor steilen und lange ansteigenden bzw. abfallenden Wegstrecken wie hier von der Elbe zum flachwelligeren Gelände von Oberwartha und in umgekehrter Richtung - dieser musste jedoch folgende Eigenschaften aufweisen: Hochwasserfreies, relativ flaches und gut überschaubares Gelände ausreichender Größe für Karren und/oder Wagen, gute Weidemöglichkeit für Zug- bzw. Saum- und Reittiere, Quellen oder Quellmulden für Mensch und Tier sowie Lage an einer Fernstraße - die Summe dieser Eigenschaften besitzt im Gebiet Nieder- und Oberwartha nur ein Areal in der Ortslage Oberwartha, das heute manchmal als "Obere Warte" bezeichnet wird

Wo lag die Burg Gvozdec? vgl. Bernd Hofmann: Altstraßen von Dresden ins böhmische Becken - Über Untersuchungen zu Altstraßen von Dresden nach dem böhmischen Becken bei Teplice zwischen Roter Weißeritz und Müglitz, in: Sächs. Heimatblätter, 54. Jg./2008, H. 1, S. 27-29. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz.

Die Burgwardorganisation im obersächsisch-meissnischen Raum

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  • Gerhard Billig: Die Burgwardorganisation im obersächsisch-meissnischen Raum. Archäologisch-archivalisch vergleichende Untersuchungen (= Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden. Bd. 20). Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin (Ost) 1989, ISBN 3-326-00489-3.

161

  • 1. Schriftliche Erwähnungen
    • 1. 1 Direkte Erwähnung als Burgward - 1045 (D H III, 148); 1071 (CDS I,1,142); 1091 (DH IV 420 F); 1140 (CDS I,2,134)
  • 2. Dem Burgward entsprechender Burgwall
    • 2. 1 Gesichert, Ringwall mit Vorburg in Spornlage
  • 3. Nachweis zum Burgward zugehöriger Orte (nicht berücksichtigt werden nicht oder nur vage lokalisierbare genannte Orte)
    • 3. 1 Zugehörige Orte mit Jahreszahl - Cossebaude, Leuteritz, Wüstung Zschon 1071 (CDS I,1,142); Mobschatz 1091 (DH IV 420 F); Cossebaude, Oberhermsdorf, Wüstung Poltz 1140 (CDS I,2,134)
  • 4. Nachweis einer Kirche am Burgwardmittelpunkt
    • 4. 4 Keine Kirche; Urkirche Weistropp wahrscheinlich jünger als die Burgwardorganisation; ursprüngliche Zugehörigkeit zu Dresden-Briesnitz anzunehmen
  • 5. Siedlungskundliche und historisch-topographische Grenzverhältnisse
    • Grenze zum Burgward Briesnitz durch zugehörige Orte sicher bestimmt
    • im S in Ober- und Niederhermsdorf Anteile an der Waldgrenze nachgewiesen
    • im W Witsessenbezirk, wahrscheinlich nach O verschobene Grnzziehung
    • siedlungsgeographisch bestimmt vom Höhenrücken zwischen Zchoner Grund und Saubachtal, Achse Tännichtgrund

145

  • 1045: Niederwartha, Kr. Dresden (60) ... in villa Scutropei ... in burchwardo Guodezi ... (D H III 146)
  • 1071: V villas ... in provincia Nisanen in burgwardo Woz (CDS II, 1, 142)
  • zu 1087: rex Wratizlaus ... quoddam [146] castrum nomine Gvozdek prope urbem Missen edificaverat (Cosmas II, 39)
  • zu 1088: rex Wratizlaus ... castrum Gvozdec in alium firmiorem locum transferrat (Cosmas II, 40)
  • 1091: sex villas unam in provincia Nisani in burgwardo Wosice que vocatur Mocozice (D H IV 420 F)
  • zu 1123: ... metati sunt castra ultra oppidum Guozdec (Cosmas III, 53)
  • 1140: quinque villas ... in provincia Nisanen in burgwardo Woz (CDS I, 2, 134).

Anmerkungen (Material)

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  1. Boemiae.
  2. = Sorabiam, Misniam.
  3. Auch als imperator transcribirt.
  4. Hier auch als neuer Satzbeginn Et dum quoddam... transcribirt.
  5. Auch als Gvozdek transcribirt.
  6. Anm. 4: Die wichtigsten Ergebnisse der Chronik von Großenhain, S. 12.
  7. Anm. 1: Diese Zeitschrift XI, 11.
  8. Anm. 2: Auch Schuberth stellt beides zusammen, aber er sucht den Burgward in Großenhain, für das er eine gewisse Vorliebe hat.
  9. Anm. 3: Ein mons Scutkow findet sich 1241 unweit Stolpen (Cod. dipl. Sax. reg. II, 1, no. 121). Zur Endung des Namens vgl. Godowi = Godow = Göda.