Benutzer:Methodios/ Die Nisaner – Dresdens Ureinwohner/ Der Hafen von Nisan
Der Hafen von Nisan war der Elbhafen des Gaues Nisan an seinem Zentralort Nisana.
Zollort
[Bearbeiten]Dieser natürliche Hafen an der Einmündung des Altwasserarmes Gruna-Striesen in die Elbe war bereits 990 bei der Ankunft der Akademie Nisan = böhmischen Akademie in Bresnice böhmische Zollstation vor dem Verlassen des böhmischen Einflußbereiches. Ein Zoll von und nach Böhmen ist noch zu 1118 belegt, als die erste Zwickauer Kirche den Ertrag des dortigen böhmischen Zolls erhielt.[1]
Wohl im Jahre 979 (beurkundet am 27. Februar 983) schenkte Kaiser Otto II. dem Meißner Bistum neben einem Dorf im Burgward Boritz unter anderem den Elbzoll von Meißen bis Belgern.[2]
Hieraus kann geschlossen werden, daß der Elbzoll flußaufwärts von Meißen nicht in königlicher Hand war, sondern dem böhmischen Herzog zustand. In den Jahren 972 (traditionell 967) bis 999 war Boleslav II. Herzog von Böhmen. Im Jahre 993 wurde als Elbzollstation in Böhmen der Handelsplatz Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe) gemeinsam mit der nahen Zollstation Chlumec u Chabařovic (Kulm) an der Kreuzung von Lausitzer Straße und dem Sorbenweg erwähnt. Elbzollstationen gab es nach Meißen zwischen Boritz und Merschwitz an der etwa 13 Kilometer entfernten Furt der Hohen Straße (alte Salzstraße), danach in Belgern und wohl auch in Strehla. Das Wort „Furt“ bedeutet so viel wie Weg oder Fahrweg.
983 wurde zusammen mit dem Burgward Boritz der Zoll der Kaufleute erwähnt, die zwischen Belgern und Meißen die Elbe überschritten, also doch den Ost-West-Handel vermittelten und mit Geld umgingen. (Blaschke[3]) In dem Grenzgau Nisan wurde darüber hinaus auch der Zoll für die Benutzung der Wasserstraße der Elbe erhoben. 983 war in Meißen ein portus (Handelsplatz) vorhanden, aus welchem sich innerhalb kürzester Zeit die Händlersiedlung unterhalb des Burgberges (im Nordteil der heutigen Altstadt) bildete. Offenbar entwickelte sich das römisch-deutsche Meißen und das böhmische Nisana ziemlich spiegelbildlich zur gleichen Zeit in recht kurzer räumlicher Distanz.
Die Elbzollstellen richteten sich offenbar nach dem auf der Donau bewährten Zollsystem, welches in der Raffelstettener Zollordnung aus den Jahren 902 bis 906 überliefert ist und den Handel mit den Slawen reglementierte. Die östlichste Zollstation war Mautern an der Donau, nach der Maut benannt. Im Jahre 906 oder 907 zerstörten die Ungarn das Altmährische Reich. Ende des 10. Jahrhunderts gründeten die Babenberger in Mauthausen eine Mautstätte, wobei sich rund um das Mauthaus bald eine Siedlung bildete.
Im Jahre 984 begleitete Herzog Boleslav II. von Böhmen den aufständischen Heinrich den Zänkers mit seinen Truppen durch die Gaue Nisan und Glomaci (Daleminzien) bis nach Mügeln. Im Anschluß daran - auf dem Rückweg im Juni 984 - brachte sich Boleslav II. im Einvernehmen mit dem Zänker in den Besitz der Burg Meißen und vertrieb den Markgrafen von Meißen Rikdag und den Meißener Bischof Volkold, der Burggraf Rigdag (gleichen namens wie der Markgraf) wurde dabei getötet). Hierdurch fiel auch der Elbzoll von Meißen bis weit stromabwärts in böhmische Hände. Da genauere schriftliche Zeugnisse nicht vorliegen, wird davon ausgegangen, daß die gesamte Elbe im ehemaligen Einflußbereich des Markgrafen von Meißen an Böhmen fiel. Eine Markgrafschaft Meißen gab es zu dieser Zeit noch nicht, sie ist erst zu 1046 erstmals als selbständiger Herrschaftsbereich belegt und für das 10. Jahrhundert genau so eine historisch überholte Vorstellung wie die Sächsische Ostmark. Im Jahre 1046 erlosch das Geschlecht der Ekkehardiner, die bis dahin die Markgrafen von Meißen stellten, und dieses bedeutende Amt ging an Wilhelm IV. aus dem Geschlecht von Weimar-Orlamünde. Um diese Zeit konsolidierte sich das Markengebiet unter römisch-deutscher Vorherrschaft, nachdem es über einhundert Jahre zwischen Böhmen und Ostfranken/Frühdeutsche und später auch noch Polanern heftig umstritten war. 1068 konnte der Brunone Egbert I. von Meißen seinen gleichnamigen Sohn Ekbert II. von Meißen als seinen Nachfolger im markgräflichen Amt bestimmen - die Erblichkeit dieses Lehens begann sich durchzusetzen. Der Gau Nisan wechselte erst 1142 von der böhmischen an die deutsche Krone und war bis 1459 noch immer umstritten. Erst der Vertrag von Eger regelte die Grenze zwischen dem Königreich Böhmen und dem Kurfürstentum Sachsen. Die damals notwendige Streitschlichtung gehört zu den ältesten noch bestehenden Grenzen Europas.
Das Herz Dresdens
[Bearbeiten]Der Hafen von Nisan liegt heute unter dem Ausstellungsgebäude der Dresdner Kunstakademie - nach dem Glasdach als "Zitronenpresse" bezeichnet.
Dieses Gebäude ist von einer 4,8 m hohen und 1,7 t schweren Figur der römischen Fama bekrönt, eine vergoldete Kupfertreibarbeit.
Die römische Fama geht auf die griechische Göttin Pheme zurück, die Personifikation von Ruhm und Ansehen. Ihre Gunst äußerte sich in Bekanntheit, ihr Zorn in skandalösen Gerüchten. Ihr Altar stand in Athen.
Die römische Fama ist mit dem lateinischen fari („sprechen“) verwandt und über das Französische der Ursprung des englischen Wortes „fame“ (Ruhm).[4] Es scheint keinen Kult um Fama unter den Römern gegeben zu haben; sie galt lediglich als „Figur der poetischen Religion“.
- (vgl. das Adjektiv famosus , das erst nach Augustus in positiver Bedeutung verwendet wurde)
Die Dresdner Fama geht auf einen Typus zurück, der sich in der Renaissance, der Zeit der Rückbesinnung auf die Antike, entwickelte. Ihr Lorbeerkranz verkörpert den Künstlerruhm.
Seit der Renaissance wird sie als geflügelte Frauengestalt dargestellt: Ihr spezifisches Attribut ist eine gerade Trompete[5], doch manchmal trägt sie einen Palmzweig oder einen Lorbeerkranz in der Hand.[6]
- ↑ Über Zwickau ging also ein Handelsverkehr mit Böhmen, der auch hier wieder mit Geldwirtschaft verbunden war. Das schmale, sorbisch besiedelte Offenland an der Mulde um Zwickau war damals der äußerste Vorposten gegen den weiten Miriquidiwald, der aber dennoch von einer Straße nach Böhmen überquert wurde. In: Karlheinz Blaschke: Geschichte Sachsens im Mittelalter. Union Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-372-00076-5, S. 74.
- ↑ qualiter nos ob petitionem et interventum fidelium nostrorum, Willegisi videlicet archiepiscopi et Diemonis marchionis ... tradidimus quandam villam Setleboresdorf vocitatam iacentem in burcwardo Boruz dicto prope fluvium qui Albia dicitur, Misnensi ecclesiae cui venerabilis Folcholdus episcopus praeesse dinoscitur, cum omnibus rebus iuris nostri in eodem villae situ manentibus et accidentibus, proventus in theloneo quod ad fiscum nostrum pertinuerat, a civitate quae dicitur Belegora usque ad eiusdem Misnensis ecclesiae portum sursum indeque denuo per ambas plagas praefati fluminis Albiae deorsum sicque infra praefinitum terminum, ubicumque manus negociatorum ultra Albiam huc illucque sese diverterit, ex integro et absque ulla contradictione theloneum eidem praenominatae Misnensi sedi persolvant, veluti ad fiscum nostrum debuerint. RI II,2 n. 776, in: Regesta Imperii Online, URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0979-02-27_1_0_2_2_0_354_776 (Abgerufen am 18. Januar 2020)
- ↑ Karlheinz Blaschke: Geschichte Sachsens im Mittelalter. Union Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-372-00076-5, S. 74.
- ↑ Oxford English Dictionary, 1st Edition, 1891, Sichwort 'fame'.
- ↑ James Hall: Dictionary of Subjects and Symbols in Art, Longanesi, Mailand 1983, S. 402.
- ↑ James Hall: Dictionary of Subjects and Symbols in Art, Longanesi, Mailand 1983, S. 402.