Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarische Grammatik Aspekt
- Vorgang – Ergebnis
- Ungarisch arbeitet hier wie viele Sprachen mit Aktionsart: ein einfaches Verb bezeichnet den Vorgang, ein präfigiertes Verb oft das abgeschlossene oder resultative Ereignis. Im Russischen ist dieser Gegensatz als grammatischer Aspekt systematisiert; im Deutschen und Englischen erscheint er eher in Partikelverben wie fallen/hinfallen oder fall/fall down.
- esik = Vorgangsverb
- elesik = Ergebnisverb
- Sprachenwissenschaftlich formuliert:
- esik: atelisch-prozessuale Aktionsart
- elesik: telisch-resultative Aktionsart
- Es gib keine speziellen Fachbegriffe dafür in Ungarischlehrbüchern.
- Es wird nur formuliert:
- Az igekötő modosítja az ige jelentését. - Das Präfix verändert die Bedeutung des Verbs.
- esik = ein Verb, das einen Prozess ausdrückt
- elesik = ein Verb, das ein erreichtes Ergebnis ausdrückt
1. Slawische Sprachen: sehr ähnlich, aber stärker grammatikalisiert
[Bearbeiten]Russisch:
падать = fallen, im Fallen sein / wiederholt fallen упасть = hinfallen, zu Fall kommen
Also sehr nahe an:
esik = падать elesik = упасть
Hier ist der Unterschied aber Teil eines echten grammatischen Aspektsystems: imperfektiv vs. perfektiv. In slawischen Sprachen wird Aspekt grundsätzlich systematisch am Verb ausgedrückt; Präfixe und Suffixe sind zentrale Mittel dafür.
2. Deutsch: ähnlich durch Partikelverben, aber kein echtes Aspektsystem
[Bearbeiten]Deutsch hat etwas sehr Vergleichbares:
fallen = esik hinfallen = elesik schreiben = ír fertigschreiben / aufschreiben = megír / leír, je nach Bedeutung gehen = megy weggehen / hinausgehen / hineingehen = elmegy / kimegy / bemegy
Deutsch benutzt also Verbpartikeln wie hin-, weg-, auf-, fertig-, hinein-, heraus-, um Richtung, Abschluss oder Resultat auszudrücken. Aber Deutsch hat daraus kein obligatorisches grammatisches Aspektsystem wie Russisch gemacht. Genau dieser Vergleich Ungarisch–Deutsch–Slawisch wird auch in der Forschung diskutiert: Ungarische Präverbien stehen aspektuell teils den slawischen Sprachen nahe, teils eher deutschen Partikelverben.
3. Englisch: oft durch Phrasal Verbs oder Zusatzwörter
[Bearbeiten]Englisch:
to fall = fallen to fall down = hinfallen / herunterfallen to write = schreiben to write down = aufschreiben to eat = essen to eat up = aufessen
Auch hier: semantisch ähnlich, aber kein grammatischer Aspekt wie im Russischen.
Für esik vs. elesik ist die knappste wissenschaftliche Unterscheidung:
esik = atelisch / prozessual
elesik = telisch / resultativ
Noch besser für ein Lehrbuch, wenn es verständlich bleiben soll:
esik = fallen / im Fallen sein
elesik = hinfallen / zu Fall kommen
Der Kern:
esik beschreibt den Vorgang oder Zustand des Fallens allgemein: Regen fällt, Schnee fällt, jemand fällt gerade, etwas fällt herunter.
elesik beschreibt ein abgeschlossenes Ereignis mit Ergebnis: jemand fällt hin und liegt/landet danach unten bzw. ist zu Fall gekommen.
Beispiele:
Esik az eső. - Es regnet. / Der Regen fällt.
A hó esik. - Der Schnee fällt.
A fiú esik. - Der Junge fällt. / Der Junge ist im Fallen.
A fiú elesik. - Der Junge fällt hin.
Elesett a lépcsőn. - Er ist auf der Treppe hingefallen.
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[Bearbeiten]esik: Vorgang - elesik: Ergebnis
Oder etwas fachlicher:
esik: atelisch - elesik: telisch-resultativ
Wichtig: Das el- ist hier kein bloßes „weg-“, sondern ein Präverb, das die Handlung als abgeschlossenes Ereignis mit erreichtem Endpunkt markiert.
de WP: Atelisches Verb
en WP: Telicity
Telicity or telic aspect
ru WP: Предельность
prozessual vs Aspekt
[Bearbeiten]Für esik vs. elesik ist die knappste wissenschaftliche Unterscheidung:
esik = atelisch / prozessual elesik = telisch / resultativ
Noch besser für ein Lehrbuch, wenn es verständlich bleiben soll:
esik = fallen / im Fallen sein elesik = hinfallen / zu Fall kommen
Der Kern:
esik beschreibt den Vorgang oder Zustand des Fallens allgemein: Regen fällt, Schnee fällt, jemand fällt gerade, etwas fällt herunter.
elesik beschreibt ein abgeschlossenes Ereignis mit Ergebnis: jemand fällt hin und liegt/landet danach unten bzw. ist zu Fall gekommen.
Beispiele:
Esik az eső. Es regnet. / Der Regen fällt.
A hó esik. Der Schnee fällt.
A fiú esik. Der Junge fällt. / Der Junge ist im Fallen.
A fiú elesik. Der Junge fällt hin.
Elesett a lépcsőn. Er ist auf der Treppe hingefallen.
Für dein Lehrbuch würde ich als kurze Notiz schreiben:
esik: Vorgang elesik: Ergebnis
Oder etwas fachlicher:
esik: atelisch elesik: telisch-resultativ
Wichtig: Das el- ist hier kein bloßes „wegDie Beziehung ist eng, aber nicht identisch.
Kurzform:
Telizität = Eigenschaft der Situation / Verbphrase grammatischer Aspekt = grammatische Blickweise auf die Situation
Also eher:
Telizität liegt auf der lexikalisch-semantischen Ebene. Aspekt liegt auf der grammatischen Ebene.
Nicht sauber: „Obermenge / Untermenge“. Besser: zwei verschiedene Ebenen, die sich systematisch beeinflussen.
- 1. Telisch / atelisch
Telizität fragt:
Hat das Ereignis einen natürlichen Endpunkt?
atelisch: esik = fallen, im Fallen sein kein zwingender Endpunkt im Verb selbst.
telisch: elesik = hinfallen, zu Fall kommen Endpunkt ist enthalten: jemand ist gefallen / liegt unten / ist zu Fall gekommen.
Weitere Beispiele:
ír = schreiben → atelisch/prozessual möglich megír = fertig schreiben → telisch-resultativ
olvas = lesen → atelisch/prozessual möglich elolvas = durchlesen / zu Ende lesen → telisch-resultativ
- 2. Grammatischer Aspekt, z. B. Russisch
Der russische Aspekt unterscheidet grammatisch:
unvollendet / imperfektiv = Handlung als Verlauf, Wiederholung, Gewohnheit, nicht als abgeschlossenes Ganzes
vollendet / perfektiv = Handlung als abgeschlossenes Ganzes, oft mit erreichtem Resultat
Beispiel grob:
писать = schreiben, am Schreiben sein → imperfektiv написать = schreiben/fertigschreiben → perfektiv
Das ähnelt stark:
ír = schreiben megír = fertig schreiben
Aber: Im Russischen ist das grammatischer Aspekt, also ein zentrales grammatisches System. Im Ungarischen sind Präverbien wie meg-, el-, ki-, be-, le- keine voll ausgebaute Aspektgrammatik wie im Russischen, aber sie können aspektähnliche Funktionen haben: Abschluss, Richtung, Resultat, Beginn, Heraus-/Hineinbewegung usw.
3. Verhältnis genauer
[Bearbeiten]Telizität beantwortet: Was für eine Art Ereignis ist es? Hat es einen Endpunkt?
Aspekt beantwortet: Wie wird dieses Ereignis dargestellt? Als Verlauf, als abgeschlossenes Ganzes, als Wiederholung, als Ergebnis?
Darum können sie kombiniert werden:
Ein Ereignis kann telisch sein, aber imperfektiv dargestellt werden.
Beispiel Russisch sinngemäß:
Er schrieb den Brief. Kann bedeuten: Er war dabei, den Brief zu schreiben. Das Ereignis „Brief schreiben“ hat eigentlich einen Endpunkt: Brief fertig. Aber der imperfektive Aspekt zeigt den Vorgang, nicht das erreichte Ergebnis.
Umgekehrt kann eine atelische Handlung perfektiviert werden, wenn sie begrenzt wird:
eine Weile sitzen, kurz schlafen, losgehen, anfangen zu regnen.
Dann wird nicht unbedingt ein inneres Ziel erreicht, aber die Handlung wird als abgegrenztes Ganzes dargestellt.
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[Bearbeiten]Telisch/atelisch beschreibt, ob eine Handlung einen inneren Endpunkt hat; grammatischer Aspekt beschreibt, ob der Sprecher die Handlung als Verlauf, Wiederholung oder abgeschlossenes Ganzes darstellt. Ungarische Präverbien wie el-, meg-, le-, ki-, be- können telische und resultative Lesarten erzeugen, bilden aber kein Aspektsystem wie im Russischen.
Für esik / elesik:
esik = atelisch-prozessual: der Fallvorgang steht im Vordergrund.
elesik = telisch-resultativ: der Fall endet in einem erreichten Zustand, nämlich „hingefallen / zu Fall gekommen“.
Sehr kurze Lehrbuchfassung:
esik = Vorgang ohne markierten Endpunkt elesik = Ereignis mit erreichtem Endpunkt
Oder fachlich:
esik: atelisch, prozessual elesik: telisch, resultativ; aspektähnlich perfektiviert durch el--“, sondern ein Präverb, das die Handlung als abgeschlossenes Ereignis mit erreichtem Endpunkt markiert.