Das Herzogtum Anhalt-Bernburg/ Silberhütte
1440: Silberhütte "uf der Selcke" am Hopfenstieg
[Bearbeiten]Erwähnung einer Silberhütte "uf der Selcke" am Hopfenstieg.
1518: Rinckemühle
[Bearbeiten]Wilhelm Rincke wird eine "Schmelzhütte" verliehen, die er zu einer Mahlmühle umbauen soll.
- Die Bezeichnung Rinkemühle hat sich bis heute erhalten.
Fürst-Victor-Stollen von 1692
[Bearbeiten]Fürst-Victor-Stollen, Fürst-Victor-Schacht, 1692 als Fahr- und Wasserlösungsstollen angelegt, ca. 300 m lang.
Victor-Friedrich-Silberhütte ab 1693
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vgl. Victor-Friedrich-Silberhütte
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Silberh%C3%BCtte_(Anhalt)?uselang=de
1693: Gründung durch Fürst Wilhelm von Anhalt-Bernburg-Harzgerode
[Bearbeiten]Im Jahr nach dem Bau des Fürst-Victor-Stollens (1692 als 300 m langer Fahr- und Wasserlösungsstollen angelegt) wurde 1693 die Silberhütte durch Fürst Wilhelm von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1643-1709) gegründet, um die Verhüttung der in der näheren Umgebung abgebauten Erze zu ermöglichen. Man nutzte die Wasserkraft der Selke.
Bis 1735 lieferte allein die auf 147 m geteufte Grube „Hoffnung Gottes“ im Bereich der heutigen Straße "Am Grubig" in Harzgerode jährlich zwischen 400 und 800 t silberhaltige Bleierze (Bleiglanz).
In Silberhütte waren
- Pochwerke zur Verarbeitung der geförderten Erze, sowie je
- ein Schmelzofen,
- ein Treibofen und
- ein Brennofen,
- ein Vitriolwerk und
- eine Schwefelkocherei
vorhanden.
Pochwerk Am Hüttenteich / Hüttenplatz
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ein Hüttenwerk
Damm des Silberhütter Pochwerkteiches aus Bruchsteinen - oft als Bruchsteinmauer interpretiert
Fürstenteich von 1729
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vgl. Fürstenteich
Der Teich wurde 1729 als Pochwerksteich erbaut und lieferte, zusammen mit dem höher gelegenen Teufelsteich, Aufschlagwasser für die im gleichnamigen Ort gelegenen Silberhütte.
Der Fürstenteich ist eine Talsperre bei Silberhütte in Sachsen-Anhalt. Es handelt sich um einen Erddamm mit Kerndichtung. Aufgestaut wird der Teufelsbach.
Hüttenplatz 1: Wohnhaus des höchsten örtlichen Hüttenbeamten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts
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Hüttenplatz 1
Wohnhaus des höchsten örtlichen Hüttenbeamten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Erneuerung 1825
[Bearbeiten]Der spätere Name der Hütte verweist auf Fürst Viktor Friedrich von Anhalt-Bernburg. 1825 erfolgte ein Umbau und eine weitgehende Erneuerung des Betriebes. Eine heute vor Ort erhaltene gusseiserne Gedenktafel erinnert mit der Inschrift VICTOR FRIEDRICHS SILBERHUETTE / ERNEUERT DURCH / HERZOG ALEXIUS FRIEDRICH CHRISTIAN / IM JAHRE MDCCCXXV an die Erneuerung im Jahre 1825 durch Herzog Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg. Ab (in) diesem Jahr wurde in der Hütte neben Silber auch das einzige im Harz gefundene Gold und Selen verhüttet. Selen war zu dieser Zeit nur ein naturwissenschaftlich interessanter Werkstoff.
Nach der Modernisierung des Hüttenbetriebes kamen im Laufe der Zeit noch weitere Produktionsstätten nach Silberhütte. Damals erfolgten auch die ersten Ansiedlungen von Arbeitern in Silberhütte. Jährlich wurden geringe Mengen Gold, bis zu 1 t Silber und über 870 t Blei erschmolzen.
Goldmünzen von 1825 und 1829
[Bearbeiten]Festschrift zum dreißigjährigen Bestehens des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde im Jahr 1905:
- Den Fürsten von Anhalt wurde im Jahr 1503 von Kaiser Maximilian I. das Recht verliehen wurde, Goldmünzen und Goldgulden schlagen zu lassen.
- seitdem eine ganze Reihe Goldmünzen:
- entweder für das fürstliche Gesamthaus oder
- für einzelne Linien geprägt
- für keine ist nachzuweisen, dass sie aus Gold besteht, das im heimatlichen Bergbau gewonnen wurde.
- Erst in der Regierungszeit von Herzog Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg wurden 1825 im Eskabornerstollen bei Tilkerode im Harz erste Goldfunde gemacht. Es befand sich in kleinen Nestern ("Goldflinkern") in Selenbleierzen. Die Selenbleierze wurden auf der Silberhütte bei Harzgerode weiter geprüft und das Gold wurde ausgeschieden. Im Auftrag des Herzogs wurde mit dem Münzrat Hofmedailleur Gottfried Bernhard Loos in Berlin über die Herstellung von Dukaten aus dem anhaltischen Gold verhandelt.
- Mit dem 1825 gefundenen Edelmetall konnten 62 Stück Dukaten mit 22 Millimeter Durchmesser geschlagen werden.
- 1829 wurde an der gleichen Fundstelle nochmals Gold gefunden, aus dem mit dem gleichen Stempel noch einmal 54 Dukaten geprägt wurden.
Brücke über die Selke am Hüttengrund von 1826
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1709: Pulvermühle erwähnt
[Bearbeiten]Zu dem Allodialbesitz der Harzgeröder Fürstenlinie gehört eine Pulvermühle, die im Salbuch von 1735 als Anlage neben der Silberhütte erwähnt wird.
1790: Genehmigung der Errichtung einer Pulvermühle/-fabrik
[Bearbeiten]Fürst Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg genehmigt Wilhelm Gloß die Errichtung einer Pulvermühle. Gründung einer Pulverfabrik, einem sehr erfolgreichen Schwarzpulverhersteller.
Literatur
[Bearbeiten]- Heinz Schnitzer: Dreihundert Jahre Silberhütte (1693-1993)
- Harzgeroder Hefte 2, hrsg. von Edgar Presia, 1993