Zum Inhalt springen

Das Neumarktareal und die Brühlsche Terrasse in Frühromantik und Hochromantik

Aus Wikibooks

Dieses Buch steht im Regal Geschichte  sowie im Regal Reisen und Landeskunde.

Zusammenfassung des Projekts

[Bearbeiten]
  • Sind Co-Autoren erwünscht? Ja.

Zielgruppe

[Bearbeiten]

Dieses Buch richtet sich in erster Linie an Dresdner und an Dresden-Reisende, aber auch an alle romantisch Interessierte. Vorkenntnisse zum Thema sind nicht notwendig.

Kurzbeschreibung

[Bearbeiten]

Die Brühlsche Terrasse ist der größte und beeindruckendste Rest der alten Festungsstadt Dresden. An sie schließt sich südlich das sogenannte Neumarktareal an. Dieses liegt zwischen dem Kurländer Palais und dem Taschenbergpalais.

Nachdem im Neumarktareal wenigsten die 1945 zerstörte alte Straßenstruktur wieder aufgebaut wurde, kann die alte Festungsstadt durch die Brühlsche Terrasse und deren südliche Nachbarstraßen hier wieder erfahrbar gemacht werden.

Lediglich Frühromantik (ab 1796) und Hochromantik (als Heidelberger Romantik = Jüngere Romantik bis 1809) sind als letzte Epoche geeignet, die ursprüngliche Festung Dresden als Residenz des Sacrum Imperium Romanum (Heiligen Römischen Reiches) darzustellen, das im Jahr 1806 unterging. 1806 besetzte Napoleon Dresden und Sachsen wurde Zwangsmitglied des napoleonischen Rheinbundes. Ende 1809 begann unter der französischen Besetzung die Entfestigung (Demolition) der sächsischen Residenz Dresden.

Frühromantik

[Bearbeiten]

Als (Jenaer) Frühromantik wird eine kulturhistorische Strömung in den Jahren von 1796 bis 1803 bezeichnet, welche in die kunstgeschichtliche Epoche des Klassizismus (um 1760 bis um 1840) fällt. Sie ist der erste von drei Abschnitten der Romantik (1796 bis um 1848, in der Malerei und in der Musik noch Jahrzehnte später nachwirkend). Der Frühromantik folgt die Jüngere Romantik (Heidelberger Romantik) und dieser die Spätromantik.

Die Jahre der Frühromantik fallen mit den Kernjahren (1794 bis 1805) der Weimarer Klassik (1786 bis 1832) zusammen, der gemeinsamen Schaffensperiode der befreundeten Dichter Goethe und Schiller, die mit dem Briefwechsel zwischen beiden einsetzte und mit dem Tod Schillers endeten.

Neben Berlin und Jena ist die Kunststadt Dresden eines der Zentren der Frühromantik.

Zeitliche Eingrenzung

[Bearbeiten]

Einige Autoren rechnen das Jahr 1795 noch nicht, andere Autoren hingegen die Jahre 1804 und 1805 nicht mehr zu dieser kulturhistorische Strömung. Es gibt auch die Ansicht, dass das Jahr 1794 ebenfalls zur Frühromantik zählt. 1794 zog der Frühromantiker Friedrich Schlegel nach Dresden[1].

Friedrich Wilhelm Schelling um 1800.

Wenn diese kulturhistorische Strömung in der Literatur auf die Jahre 1796 bis 1803 begrenzt wird, verengt sich der Focus allein auf die theorieorientierte Jenaer Frühromantik, welche eng mit der Universität Jena verknüpft war. Die Jenaer Frühromantik begann am 8. Juli 1796 mit der Übersiedlung August Wilhelm Schlegels und Caroline Schlegels nach Jena und endete am 21. Mai 1803 mit dem Fortgang Caroline Schlegels und Friedrich Wilhelm Joseph Schellings.

Das Oldenburger Wunderhorn auf dem Titel des zweiten Bandes von Des Knaben Wunderhorn von 1808.

Im Jahre 1804 (nach anderer Meinung 1805 - dem Beginn der Sammlung für des Des Knaben Wunderhorn) begann bereits die Heidelberger Romantik einer jüngeren Generation um Achim von Arnim und Clemens Brentano (deshalb auch Jüngere Romantik genannt), welche in ihrer Kernzeit bis 1809 (nach anderer Meinung bis 1808 - Erscheinen des dritten Bandes von Des Knaben Wunderhorn sowie Anfang und Ende der Heidelberger romantischen Zeitung für Einsiedler) andauerte und kunstgeschichtlich bereits als Hochromantik (die Jahre bis um 1815) betrachtet wird. Andererseits entstanden 1805 noch andernorts etliche der Frühromantik zugerechnete Werke, so auch in Dresden. Hieran wird im Museum der Dresdner Romantik im Kügelgenhaus in der Hauptstraße der Dresdner Inneren Neustadt erinnert. Offenbar gibt es eine Streit um die Deutungshoheit zwischen den Museen der Romantik in Jena und Dresden, bei dem im Moment (2025) Jena vorn liegt. 1981 wurde das Museum in Dresden noch als Museum zur Dresdner Frühromantik eröffnet.

Der Weimarer Musenhof – Schiller in Tiefurt dem Hof vorlesend (1794/95).

Die Frühromantik fällt demzufolge in die gleichen Jahre wie die Kernzeit der Weimarer Klassik, den Jahren der Zusammenarbeit von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller (1794 bis 1805, dem Todesjahr Schillers). Die Briefe der beiden deutschen Dichterfürsten beginnen mit einer Bitte Schillers am 13. Juni 1794: Goethe möge sich an seiner geplanten Zeitschrif "Die Horen (Schiller)" beteiligen. Am 24. Juni 1794 sagt Goethe seine Beteiligung "mit Freuden und von ganzem Herzen" zu. Im April 1805 endet der Verkehr. Goethe schickt Anmerkungen zu seiner Übersetzung "Rameau’s Neffe. Ein Dialog von Diderot". Schiller äußert sich kritisch darüber. Rund 1000 Briefe waren zu diesem Zeitpunkt gewechselt.

Entstehung ab 1794

[Bearbeiten]

Die Architektur in der Frühromantik war nach wie vor klassizistisch, während sich die ersten romantischen Bestrebungen insbesondere auf Philosophie, Literatur und Malerei richteten.

In Dresden entwickelten sich ab 1794 die Gemäldegalerie (damals im Stallhof - heute Johanneum) und die Mengssche Sammlung antiker Gipsabgüsse zu Zentren eines frühromantischen Kunstverständnisses. Insbesondere das Gemälde Die Sixtinische Madonna wurde zur Grundlage einer quasi religiösen Verehrung der Alten Meister. Nicht nur Friedrich Schlegel besuchte regelmäßig diese Sammlungen und ließ sich wiederholt sogar in das als romantisch empfundene Untergeschoß mit den Mengs'schen Gypsen einschließen - auch die Frühromantiker Ludwig Tieck und der frühvollendete Wilhelm Heinrich Wackenroder wallfahrten im Frühsommer 1796 nach Dresden. Aus ihren Eindrücken entstanden neben den als Manifest der deutschen Frühromantik betrachteten Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders (1796) auch noch die Phantasien über die Kunst, für Freunde der Kunst (1799) und die Phantasien über die Kunst, von einem kunstliebenden Klosterbruder (1814). Im Jahre 1797 weilte selbst Johann Wolfgang von Goethe nach dem (vorläufigen) Frieden mit dem revolutionären Frankreich wiederholt in den Kunstsammlungen, insbesondere ebenfalls zwischen den Mengs'schen Gypsen. Goethe hatte bei Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in Rom von 1786 bis 1788 selbst Gipsabgüsse von Antiken zusammengetragen, konnte diese aber nicht über die Alpen schaffen.

Am 24. August 1794 wurde für die bis dahin im Gemäldesaal des Brühlschen Gartens aufgestellte Mengssche Sammlung ein eigens dazu bereiteter Saal unter der Bildergalerie im ehemaligen Stallhof für die Sammlung eröffnet.[2]

Bereits im gleichen Jahr arbeitete der damalige Inspector der Gipsantikengallerie, Johann Gottlob Matthäi[3], den Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques[4] mit dutzenden Tafeln der Statuen und Reliefs aus.[5] Matthaey war bis dahin Modelleur an der Meißner Porzellanmanufaktur und zog 1794 mit seiner Familie nach Dresden[6] um, wo er in direkter Nachbarschaft der Ausstellung lebte.[7] Nur ein Jahr vor seinem Tod gab Johann Gottlob Matthäi noch das Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps in der Arnoldischen Buchhandlung in deutscher Sprache heraus[8].

Literatur

[Bearbeiten]

Lehrbücher

[Bearbeiten]
  • Erika und Ernst von Borries: Deutsche Literaturgeschichte, Band 5: Romantik, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, 2. Aufl. 1999, (Neuaufl. 2003), ISBN 978-3423033459.[9]
  • Detlef Kremer: Romantik. Lehrbuch Germanistik, 4., aktualisierte Aufl., Verlag Metzler, Stuttgart - Weimar 2015, ISBN 978-3476025975.[10]

Standardwerke

[Bearbeiten]
  • Andreas Beyer: Die Kunst des Klassizismus und der Romantik. Beck'sche Reihe; 2558 : C. H. Beck Wissen, C.H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-60762-2. (Erschienen in: Kunstepochen in C. H. Beck Wissen; 2558 : C. H. Beck Wissen)[13]
  • Lothar Pikulik[14]: Frühromantik. Epoche, Werke, Wirkung. 2. bibliographisch ergänzte Auflage. Beck, München 2000, ISBN 3-406-47030-0 (Arbeitsbücher zur Literaturgeschichte).[15]
  • Gerhard Schulz: Romantik: Geschichte und Begriff. (= C. H. Beck Wissen: Beck'sche Reihe, Bd. 2053) C. H. Beck, München 3. Aufl. 2007, ISBN 978-3406410536. [13.12.2007 - nicht 2008].[16]
    • 2., durchgesehene Auflage 2002 ISBN 3406410537 (ISBN-13: 9783406410536).
    • Originalausgabe: ISBN 10: 3406410537 / ISBN 13: 9783406410536 - 1996 Beck'sche Reihe 2053, Wissen.[17]
    • Hierzu: Mahoney, Dennis F.: Review: Romantik: Geschichte und Begriff, In: The Journal of English and Germanic Philology. 97 (1998), University of Illinois Press, S. 80-81.[18]

Kunst in der Frühromantik

[Bearbeiten]
  • Markus Bertsch; Regine Gerhardt (Hrsg.): Kosmos Runge. Der Morgen der Romantik. Ausstellungskatalog [... anlässlich der Ausstellung "Kosmos Runge. Der Morgen der Romantik", Hamburger Kunsthalle, 3. Dezember 2010 bis 13. März 2011; Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München, 13. Mai 2011 bis 4. September 2011]. Hirmer, München 2010. ISBN 978-3-7774-3061-4, 3777430617.[19]
  • Hellmuth Bethe: Unbekannte Zeichnungen von Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge auf der Ausstellung "Geistiges Pommern" in Stettin, In: Weltkunst, 13 (1939), 19, S. 1-2.[20]
  • Otto Fischer (Hrsg.): Die romantische Landschaft. Dokumente und Bilder, Verlag Strecker u. Schröder, Stuttgart 1922.[21]
  • Curt Grützmacher: Novalis und Philipp Otto Runge. Drei Zentralmotive und ihre Bedeutungssphäre: Die Blume – Das Kind – Das Licht (Dissertation), Eidos Verlag [W. P. Fink], München 1964.
  • Klaus Haese: Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge – Heimatraum und Lauf der Zeit. Kunstbuch. nordlicht verlag, Karlshagen / Insel Usedom 2007. ISBN 978-3-9809640-2-9.
  • Jens Christian Jensen: Caspar David Friedrich. Leben und Werk. DuMont, Köln 1999, überarb. u. mit e. Nachwort versehene Neuausgabe, ISBN 3-7701-4800-2.[22]
  • Yūko Nakama: Caspar David Friedrich und die romantische Tradition. Moderne des Sehens und Denkens, Aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzte, überarbeitete und mit einem Exkurs versehene Ausgabe, Verlag Reimer, Berlin 2011, ISBN 978-3496014386 (3496014385)[24]
  • Eberhard Roters: Malerei des 19. Jahrhunderts : Themen und Motive, DuMont, Köln 1998, ISBN 9783770130788 (postum).[29]
  • Christian Scholl: Romantische Malerei als neue Sinnbildkunst. Studien zur Bedeutungsgebung bei Philipp Otto Runge, Caspar David Friedrich und den Nazarenern (= Kunstwissenschaftliche Studien, Bd. 138 = Universität Göttingen, Habil.-Schr., 2005.), Deutscher Kunstverlag, München 2007, ISBN 978-3-422-06697-7; 3422066977.[30]
  • Christian Scholl: Caspar David Friedrich und seine Zeit, Seemann-Verlag, Leipzig 2015, ISBN 978-3865023643; 3865023649.
  • Herbert Schrade: Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich. In: Die Großen Deutschen.; (1936), S. 113-139.[31]
    • Die Großen Deutschen. Dritter Band, Propyläen-Verlag, Berlin 1936[32]
  • Jörg Traeger: Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich. In: Hanna Hohl (Hrsg.): Runge, Fragen und Antworten : ein Symposion der Hamburger Kunsthalle, Verlag Prestel, München 1979, ISBN 3791304690; 978-3791304694, S. 96-114.[33]
    • Hanna Hohl (Hrsg.): Runge, Fragen und Antworten. Ein Symposion der Hamburger Kunsthalle. Verlag Prestel, München 1979, ISBN 3791304690; 978-3791304694.[34]
  • Christoph Vitali (Hrsg.): Ernste Spiele. Der Geist der Romantik in der deutschen Kunst 1790−1990 ([Ausstellung vom] 4. Februar bis 1. Mai 1995, Haus der Kunst München mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und in Zsarb. mit der National Gallery of Scotland, der Hayward Gallery, London, und der Nationalgalerie, Berlin), Oktagon Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3927789744, 2. Aufl. 1995.[35]

Literatur in der Frühromantik

[Bearbeiten]
  • Armin Gebhart: Novalis. Der begnadete Lyriker. Tectum-Verlag, Marburg 2006, ISBN 3828890539; 978-3828890534.[36]
  • Armin Gebhart: Ludwig Tieck. Leben und Gesamtwerk des "Königs der Romantik". Tectum-Verlag, Marburg 1997, ISBN 3828890016; 978-3828890015.[37]
  • Lothar Pikulik: Erzähltes Welttheater. Die Welt als Schauspiel in der Romantik, Verlag Mentis, Paderborn 2010, ISBN 978-3897857070.[39]
  • Lothar Pikulik: Signatur einer Zeitenwende. Studien zur Literatur der frühen Moderne von Lessing bis Eichendorff, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 978-3525208144.[40]
    • Romantik als Ungenügen an der Normalität. Am Beispiel Tiecks, Hoffmanns und Eichendorffs, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 1979, ISBN 978-3518075098.
  • Silvio Vietta (Hrsg.): Die literarische Frühromantik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983.[41]
  • Benno von Wiese (Hrsg.): Deutsche Dichter der Romantik. Ihr Leben und Werk, Berlin 1971.

Philosophie in der Frühromantik

[Bearbeiten]
  • Walter Benjamin: Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. (= Neue Berner Abhandlungen zur Philosophie und ihrer Geschichte. Bd. 5), Verlag A. Francke, Bern 1920.[42]
  • Hermann Timm: Die heilige Revolution. Das religiöse Totalitätskonzept der Frühromantik: Schleiermacher - Novalis - Friedrich Schlegel, Frankfurt/M. 1978.
  • Hermann Timm: Studien zur Religionsphilosophie der Goethezeit. Bd. 1: Gott und die Freiheit. Die Spinozarenaissance (= Studien zur Philosophie und Literatur des neunzehnten Jahrhunderts) Verlag Klostermann, Frankfurt/M. 1974.[43]

Weitere Monographien

[Bearbeiten]
  • Ernst Behler: Die Zeitschriften der Brüder Schlegel : ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Romantik, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, ISBN 978-3534088393.[45]
  • Ernst Behler: Die Aktualität der Frühromantik (= Kolloquium vom 28. - 30. Aug. 1986), Schöningh, Paderborn u.a. 1987, ISBN 978-3506707048.[46]
  • Martin Götze: Ironie und absolute Darstellung : Philosophie und Poetik in der Frühromantik (= Transzendentale Reflexion, Ironie, absolute Darstellung``, Dissertation 1999, Universität Bamberg), Verlag Schöningh, Paderborn - München - Wien - Zürich 2001, ISBN 978-3506732002.[47]
  • Jürgen Klein: Anfänge der englischen Romantik 1740–1780. Heidelberger Vorlesungen. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1986 (= Anglistische Forschungen, Band 191).
  • Jürgen Klein: Byrons romantischer Nihilismus. (= Salzburg studies in English literature, Bd. 97), Institut für Anglistik und Amerikanistik, Salzburg 1979.[48]
  • Erich Kleinschmidt: Die Lesbarkeit der Romantik. Material, Medium, Diskurs, De Gruyter, Berlin 2009, ISBN 9783110217827, 3110217821.[49]
    • Erich Kleinschmidt: Die Lesbarkeit der Romantik. Material, Medium, Diskurs, De Gruyter, Berlin - Boston, 2009, ISBN 978-3110217834, 978-3111738345, 978-3110217827.[50]
  • Erich Kleinschmidt: Lesbarkeiten: Antikerezeption zwischen Barock und Aufklärung. Würzburg 2010.
  • Josef Körner (Hrsg.): Krisenjahre der Frühromantik. Briefe aus dem Schlegelkreis. Francke Verlag, Bern und München 1969 Werkansicht/Titelseite
  • Richard Karl Ullmann: Geschichte des Begriffes ‚Romantisch' in Deutschland. Vom ersten Aufkommen des Wortes bis ins 3. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Berlin 1926.
    • Richard Ullmann und Helene Gotthard: Geschichte des Begriffes "Romantisch" in Deutschland. Vom ersten Aufkommen des Wortes bis ins 3. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Berlin 1927 (Germanische Studien, L).
    • Neudruck bei Kraus Reprint, Nendeln 1967.[52]

Die Frühromantik in Dresden

[Bearbeiten]

Die Ideen der Frühromantik wurden ab 1794 teilweise in Dresden oder durch die Dresdner Kunstschätze inspiriert entwickelt.

Ab Januar 1794: Friedrich Schlegel in Dresden

[Bearbeiten]

Januar 1794 zog Friedrich Schlegel nach Dresden zu seiner Schwester Charlotte. Hier beschäftigte er sich zunächst mit der griechischen Klassik. Er lernte Christian Gottfried Körner kennen und erarbeite die Schrift "Vom ästhetischen Werte der griechischen Komödie" (1794 veröffentlicht).

2. – 11. August 1794: Goethe besucht Dresden

[Bearbeiten]

Johann Wolfgang von Goethe besuchte in der Zeit vom 2. bis zum 11. August 1794 häufig die Gemäldegalerie und die Antiken, noch häufiger aber die Gipsabgüsse in Dresden, für welche er ein besonderes Interesse entwickelt hatte.[55]

Im Jahre 1794 befand sich die Dresdner Gemäldegalerie seit 1747 in dem speziell zu diesem Zweck umgebauten kurfürstlichem Stallgebäude am Neumarkt, dem heutigen Johanneum.[56]

Die Antiken befanden sich damals seit fast siebzig Jahren im Palais im Großen Garten. Bereits August der Starke († 1. Februar 1733 in Warschau, ab 27. April 1694 als Friedrich August I. Kurfürst von Sachsen) hatte zum Ausbau seiner "Kunstkammer" über Agenten ständig antike Marmor-Skulpturen in Einzelstücken oder kleineren Sammlungen aufgekauft und 1728 die 160 Skulpturen umfassende Antiken-Sammlung des Agostino Chigi († 11. April 1520 in Rom), eines der reichsten Männer der Renaissancezeit und Bankier der Päpste, erwerben können und dort untergebracht. Dadurch wurde Dresden zur ersten deutschen Stadt mit einer Antikensammlung nach italienischem Vorbild.


Während seines zweiten Romaufenthaltes häuften Goethe und Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in Tischbeins Atelier eine Unmenge an Gipsabgüssen von Antiken an. Im Bericht April 1788 seiner Italienische Reise beschreibt Goethe, dass die Juno Ludovisi am meistens wertgeschätzt wurde. Er hatte sie im Original in der Villa Ludovisi, den heutigen XVI. Rione (Stadtteil) Ludovisi[58] von Rom, persönlich gesehen und schrieb äußerst beeindruckt:

„…wovon das Original in der Villa Ludovisi steht… Es ist wie ein Gesang Homers.“ (Italienische Reise, 6. Januar 1787)

Winckelmann, Herder, Goethe, Schiller, Wilhelm von Humboldt und andere sahen in dem Junokopf den Inbegriff griechischer Idealität, "das Symbol griechischer Kunst schlechthin", weil er für ein Kultbild der Hera, Schwester und Gemahlin des Zeus, gehalten wurde. Aus dieser Ansicht heraus entwickelte sich eine höchste Verehrung. Goethe bezeichnete diese Kolossalbüste gar als seine „erste Liebschafft in Rom“, andere schrieben Gedichte wie Wilhelm von Humboldt[59], Friedrich Hebbel[60] und Paul Heyse[61]. 1845 schrieb Hebbel an Elise:

"Ich war nun schon zweimal in der Villa Ludovisi … und habe dort gesehen, was über alles, was man sehen kann, selbst in Rom, hinausgeht, die Juno."[62]


Darüber hinaus gab es in der Tischbeinschen Wohnung in Rom an Gipsabgüssen

einige kleinere Junonen [...] zur Vergleichung, [...] vorzüglich Büsten Jupiters und [...] ein guter alter Abguss der Medusa Rondanini.

Neben vielen unerwähnten Gipsen hob Goethe noch einen Herkules Anax hervor,

so kräftig und groß, als verständig und mild; sodann eines allerliebsten Merkur, deren beider Originale sich jetzt in England befinden.

Selbst Abgüsse von den ägyptische Obelisken waren dabei. Vieles davon blieb in Rom, so die Tischbeinschen Besitzungen, aber auch bei anderen Künstlern, besonders bei Friedrich Bury, der Goethes Quartier bezog und noch bis 1799 in Italien blieb.

Auch in Deutschland galt Goethes Interesse den Antiken. Die Juno aus Rom schenkte er bei seiner Abreise 1788 Angelika Kauffmann. Ein Mittransport über die Alpen schien unmöglich. Der Abguß im Junozimmer im Goethehaus am Frauenplan stammt vom Berliner Staatsrat Christoph Friedrich Ludwig Schultz und kam erst 1823 nach Weimar.[64]

Allein siebenmal weilte Goethe im Wörlitzer Park, von 1776 angefangen bis 1796.[65]

Hier steht mit dem von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff zwischen 1769 und 1773 errichteten Wörlitzer Schloss der Gründungsbau des deutschen Klassizismus und eines der wenigen deutschen Bauwerke des Palladianismus. Fürst Franz und von Erdmannsdorff hatten auf der fürstlichen Grand Tour von 1765 bis 1767 nach Italien, Frankreich, in die Schweiz, nach Holland und England umfangreiche kulturhistorische und ökonomische Studien betrieben und auch die damals neuen Ausgrabungsfunden in den untergegangenen Städten Pompeji und Herculaneum besucht. Diese Kavalierstour zählt zu den beispielhaften Reisen aufgeklärter Fürsten des 18. Jahrhunderts. In Neapel begegnete er dem Diplomaten und Kunstsammler William Hamilton, was insbesondere Einfluss auf die Gestaltung der Insel Stein im Wörlitzer Park haben sollte.

Am Nymphäum, dessen Original in Rom zu bewundern ist, saß Goethe besonders gern, so daß hier eine Inschrift angebracht wurde:

Hier ist´s jetzt unendlich schön. Mich hat´s gestern Abend, wie wir durch die Seen, Kanäle und Wäldchen schlichen, sehr gerührt, wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben, einen Traum um sich herum zu schaffen. Es ist, wenn man so durchzieht, wie ein Märchen, das einem vorgetragen wird, und hat ganz den Charakter der Elysischen Felder. In der sachtesten Mannigfaltigkeit fließt eins in das andre, keine Höhe zieht das Aug´ und das Verlangen auf einen einzigen Punkt, man streicht herum ohne zu fragen, wo man ausgegangen ist und hinkommt. Das Buschwerk ist in seiner schönsten Jugend, und das ganze hat die reinste Lieblichkeit. Goethe an Charlotte von Stein, Wörlitz, 14. Mai 1778

24. August 1794: Eröffnung der Mengs'schen Gypssammlung unter der Gemäldegalerie im Stallhof

[Bearbeiten]

Ab 1794 wurden die Abguss-Figuren des Antiken-Kabinetts im Untergeschoss der Gemäldegalerie zur Schau gestellt, nachdem 1783 die 833 Stücke umfassende Sammlung des 1779 in Rom verstorbenen Anton Raphael Mengs erworben werden konnte.

1783 konnte durch den sächsischen Kurfürst Friedrich August der Gerechte die 833 Stücke umfassende Sammlung des 1779 in Rom verstorbenen Anton Raphael Mengs erworben werden. Mengs Schwester, die Malerin Theresa Concordia Maron (* 1725 in Aussig/Nordböhmen; † 10. Oktober 1806 in Rom), verkaufte diese kunsthistorisch wertvolle Skulpturensammlung und der in Rom lebende Bildhauer Alexander Trippel (* 23. September 1744 in Schaffhausen; † 24. September 1793 in Rom), bekannt durch zwei Goethe-Büsten, verpackte sie.

Im Frühjahr 1784 erreichten die Gipsabgüsse in 96 Kisten über den Wasserweg Dresden und wurden zunächst im damaligen Gemäldesaal des Brühlschen Gartens aufgestellt, zu dem aber nur sehr begrenzt öffentlicher Zutritt bestand.

Am 24. August 1794 wurde ein eigens dazu bereiteter Saal unter der Bildergalerie im ehemaligen Stallhof für die Sammlung eröffnet.[71]

Bereits 1794, dem Eröffnungsjahr der neuen Austellung, arbeitete der damalige Inspector der Gipsantikengallerie, Johann Gottlob Matthäi[72], den Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques[73] mit dutzenden Tafeln der Statuen und Reliefs aus.[74] Matthaey war bis dahin Modelleur an der Meißner Porzellanmanufaktur und zog 1794 mit seiner Familie nach Dresden um (1796/1797: Neue Gasse 171 in der Pirnaischen Vorstadt[75], wo er dann ab 1798/1799 am Neumarkt 571 in direkter Nachbarschaft der Ausstellung lebte.[76] Nur ein Jahr vor seinem Tod gab Johann Gottlob Matthäi noch das Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps in der Arnoldischen Buchhandlung in deutscher Sprache heraus[77].

Das Königlich-Sächsische Mengs'ische Museum wurde 1857 nach 63 Jahren im Stallhof aufgelöst und wie zwei Jahre zuvor schon die Gemälde ebenfalls in den Semperbau des Zwingers gebracht.

Frühsommer 1796: Tieck und Wackenroder besuchen Dresden

[Bearbeiten]

Im Frühsommer 1796 besuchten die gebürtigen Berliner Ludwig Tieck[78] und Wilhelm Heinrich Wackenroder[79] Dresden und dessen Kunstschätze wie die Gemäldegalerie, die Antikensammlung und die Mengs'schen Gypse.

Tieck und Wackenroder waren seinerzeit beide 23jährig und hatten das Friedrichswerdersche Gymnasium in Berlin besucht, Tieck ab 1782, Wackenroder ab 1786. Sie waren auch Schüler von Karl Philipp Moritz[80] an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin. Ein weiterer Schüler zu dieser Zeit war dort Alexander von Humboldt.

Karl Philipp Moritz war im November 1786 mit Goethe bei Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in Rom zusammengetroffen und wurde Goethes "Liebster Gesellschafter"[82] in Rom. Goethe betrachtete ihn wie einen jüngeren Bruder[83]

Tieck und Wackenroder lernten über Karl Philipp Moritz die Goethesche[84] klassische Antikenrezeption kennen.

Karl Philipp Moritz hatte 1788 in seiner Schrift "Über die bildende Nachahmung des Schönen" seine Gedanken über die Autonomieästhetik niedergelegt, welche Goethe zufolge aus Gesprächen zwischen ihm und Moritz in Rom hervorgegangen und somit für Goethe von größter Bedeutung waren.[85]

Die Schrift postulierte, dass das Kunstwerk keinem Fremdzweck diene und der Künstler keinem dienstbar sei, sondern als Schöpfer mit dem Erzeuger des Universums auf einer Stufe stehe.

So war es kein Zufall, dass Tieck und Wackenroder sowie auch Goethe persönlich 1796 resp. 1797 die erst 1794 im Untergeschoß des Dresdner Gemäldegalerie eingerichtete Mengs'sche Sammlung von Gipsabgüssen antiker Skulpturen aufsuchten.

Im Sommer 1793 begaben sich die jungen Freunde, damals beide Studenten in Erlangen bei Nürnberg, auf weite Reisen in die Fränkische Schweiz, den Frankenwald und das Fichtelgebirge und kamen dabei in Kontakt mit der mittelalterlichen deutschen Kunst, von der sie stark fasziniert wurden. Während Tieck sogleich Reisebeschreibungen verfasste, hielt Wackenroder seine frischen Eindrücke in seinem Notizbuch fest.

Tieck und Wackenroder gelten auch als Begründer der romantischen Musikästhetik. Sie glaubten an einen transzendenten Charakter der Musik, in deren ekstatischen Momenten der Mensch sich über sich selbst erhebe.

Tieck veröffentlichte ab 1795 in Berlin seine ersten Erzählungen und Romane. [89] Beide, insbesondere aber Wackenroder, arbeiteten ab 1795 an den Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders, die 1796 in Berlin erschienen. In diese kunsttheoretischen Schriften flossen auch ihre Dresdner Eindrücke mit ein.

Im Jahre 1796 befand sich die Dresdner Gemäldegalerie seit 1747 in dem speziell zu diesem Zweck umgebauten kurfürstlichem Stallgebäude am Neumarkt, dem heutigen Johanneum.[90] Das „Neue Königliche Museum zu Dresden“ öffnete am 25. September 1855 in der „Sempergalerie“, wo sich die Gemäldegalerie noch immer befindet.

Die Antiken befanden sich damals seit fast siebzig Jahren im Palais im Großen Garten. Bereits August der Starke († 1. Februar 1733 in Warschau, ab 27. April 1694 als Friedrich August I. Kurfürst von Sachsen) hatte zum Ausbau seiner "Kunstkammer" über Agenten ständig antike Marmor-Skulpturen in Einzelstücken oder kleineren Sammlungen aufgekauft und 1728 die 160 Skulpturen umfassende Antiken-Sammlung des Agostino Chigi († 11. April 1520 in Rom), eines der reichsten Männer der Renaissancezeit und Bankier der Päpste, erwerben können und dort untergebracht. Dadurch wurde Dresden zur ersten deutschen Stadt mit einer Antikensammlung nach italienischem Vorbild.

Ab 1794 wurden die Abguss-Figuren des Antiken-Kabinetts im Untergeschoss der Gemäldegalerie zur Schau gestellt, nachdem 1783 die 833 Stücke umfassende Sammlung des 1779 in Rom verstorbenen Anton Raphael Mengs erworben werden konnte.

Im Frühjahr 1784 erreichten die Gipsabgüsse in 96 Kisten über den Wasserweg Dresden und wurden zunächst im damaligen Gemäldesaal des Brühlschen Gartens aufgestellt, zu dem aber nur sehr begrenzt öffentlicher Zutritt bestand.

Am 24. August 1794 wurde ein eigens dazu bereiteter Saal unter der Bildergalerie im ehemaligen Stallhof für die Sammlung eröffnet.[96]

Bereits im gleichen Jahr arbeitete der damalige Inspector der Gipsantikengallerie, Johann Gottlob Matthaey, den Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques[97] mit dutzenden Tafeln der Statuen und Reliefs aus.[98] Matthaey war bis dahin Modelleur an der Meißner Porzellanmanufaktur[99] und zog 1794 mit seiner Familie nach Dresden an den Neumarkt 571[100] um, wo er in direkter Nachbarschaft der Ausstellung lebte.

Juni/Juli 1797: Wilhelm von Humboldt in Dresden

[Bearbeiten]

Von W. v. Humboldt, 28.6.1797 (HABaG Bd. 1, S. 273 ff., Nr. 184):

Dresden, den 28. Juni 1797.

Es ist nicht ganz meine Schuld, liebster Freund, daß ich Ihren liebevollen Brief vom 8. d. erst so spät beantworte. Er ist mir, da er mich nicht mehr in Berlin gefunden hat, erst spät durch Vieweg zugekommen.

Ihre Änderungen der angezeigten Stellen [in Hermann und Dorothea] hat mir Vieweg nicht mitgeschickt. Er schreibt mir indes, daß er, zwei ausgenommen, von allen übrigen hat Gebrauch machen können. Ich bewundere, wie unermüdet Sie beschäftigt sind, diesem schönen Werke auch die letzte Vollendung zu geben, und da Sie es wünschen, so sollen meine kleinlichen Bemerkungen auch mit dem Druck selbst noch nicht aufhören.

Der Schluß des Ganzen, den Sie mir zugleich mitteilen, ist Ihnen vortrefflich gelungen. Er hilft das große Bild von der Lage der Zeit und der neuen Um[ge]staltung der Dinge, worauf das ganze übrige Gedicht wie auf einer ungeheuern Basis ruht, trefflich vollenden, und die Gesinnungen der beiden Verlobten Dorotheens greifen so schön ineinander ein, daß sie nun im eigentlichsten Verstande alles umschließen, was nur über diesen Gegenstand menschlich gedacht und empfunden werden kann. Die unerwartete Erscheinung des ersten Geliebten tut eine sehr große Wirkung. Sie gewinnen dadurch den großen Vorteil, einen höhern, kühnern, mehrumfassenden, heldenmäßigen Charakter auftreten zu lassen und mit dem Interesse des Ganzen zu verknüpfen, als der übrigen Anlage Ihres Plans nach möglich war. Die beiden Hauptarten menschlichen Daseins, die Sie selbst an einem andern Ort so meisterhaft schildern, das unruhige Streben nach Erweiterung und Veredlung und die bescheidene Beschränktheit, die nur auf der kleinen ihr angewiesenen Stelle tätig ist, stehen unbeschreiblich lebendig und individuell durch die Schilderung so weniger Verse da. Aber was darin so vorzüglich groß ist, ist, daß der ruhige Hermann eigentlich nicht minder heldenmäßig erscheint als der andere; er zeigt vielmehr eine Stärke und Festigkeit des Entschlusses, die nur, durch Vernunft und richtigen praktischen Sinn geleitet, sich in bescheidenen Schranken hält; und der ganze Unterschied zwischen beiden liegt vielleicht in Einflüssen des Himmelstrichs und der Nationalverschiedenheit.

Denn auch dies haben Sie so meisterhaft benutzt und dem Deutschen (der Ihnen, wie ich gern einmal recht umständlich ausführen möchte, für die idealische Darstellung seines Charakters schon so viel schuldig ist) wieder einen sehr edeln Platz angewiesen.

Dieser Schluß vollendet nun zugleich, wie es mir scheint, den Begriff des Epischen in Ihrem Gedicht, vorzüglich im Gegensatz mit der Idylle. Die Idylle kann in der Tat nicht mehr als Eine Stimmung des menschlichen Gemüts kennen, bloß die beschränkte, die auf Ruhe und bloße Zufriedenheit geht. Das kühne Bemühen des Völkerverbesserers, das rastlose Streben des Weltumseglers, der emsige Fleiß des Naturforscbers, selbst der höhere Standpunkt des Philosophen, mit dem er sich über die bloße Wirklichkeit erhebt, alles dies ist der Idyllenstimmung nicht bloß fremd, sondern entgegengesetzt. Sie ist schlechterdings nur das Bild einer Hälfte der Menschheit, und ich habe oft gedacht, ob es nicht eine Gattung der Dichtart geben müßte, die ebenso ausschließend nur die andere schilderte. Das Epos allein umfaßt die gesamte Menschheit, vereinigt zugleich Flug des Geistes und Ruhe der Empfindung, und fügt alle Elemente des menschlichen Daseins zu einem großen Ganzen zusammen. Dies finde ich in so hohem Grade in Ihrem Hermann und dies macht ihn mir besonders so vorzüglich wert.

Einige einzelne Verse in diesem neuen Schluß sind zugleich so glücklich gesagt, daß sie einen unbeschreiblichen Eindruck machen. So die beiden:

Alles regt sich, als wollte die Welt, die gestaltete, rückwärts

Lösen in Chaos und Nacht sich auf, und neu sich gestalten.

Nur daß Sie im zweiten Vers "gestalten" wiederbringen, gefällt mir nicht ganz. Es ist nicht bloß die Wiederholung, an der ich mich stoße. Es ist mir eben, als forderte der Zusatz "neu sich gestalten" auch eine Partikel bei dem ersten "die gestaltete", was doch nicht anginge. Doch wird es freilich schwer sein, einen andern gleich passenden Ausdruck zu finden. Sonst kann ich nicht sagen, daß mir auch nur Kleinigkeiten in diesem Schluß aufgefallen wären. Das Ganze schien mir zwar sich noch nicht so rein und ohne Anstoß lesen zu lassen als die vorigen Gesänge; doch konnte ich nicht finden, wo es im Einzelnen steckte, und überdies schrieben Sie mir ja, daß Sie es noch hier und da umändern.

Es schmerzt uns sehr, daß Sie uns beinahe die Hoffnung wieder nehmen, uns jenseits der Alpen zu sehen und daß wir vielleicht auch Meyer verlieren. Sagen Sie mir doch recht bald etwas Näheres; Alexander grüßt Sie herzlich; ebenso meine Frau, die noch innig über die Güte und Liebe, die Sie ihr in Jena erwiesen haben, gerührt ist. Leider ist sie seit einigen Tagen wieder nicht recht wohl. Wir bleiben bis zum 12. Juli hier. So lange ist unsere Adresse: An Herrn von Humboldt den Älteren (nicht: Legations-Rat) im gräfl. Hagenschen Hause am Markt. Später: bei Körner abzugeben. Sobald ich nach Wien komme melde ich Ihnen unsere dortige Wohnung. Die Briefe an Sie schicke ich bis auf weitere Nachricht an Schiller. Leben Sie herzlich wohl und reisen Sie recht glücklich.

Ihr

Humboldt.



August 1798: Novalis in Dresden

[Bearbeiten]

K. Knoll: Die Antiken, wie sie Novalis im August 1798 in Dresden bei Fackellicht sah – F. A. Böttiger: Die Dresdner Antikengalerie mit Fackelbeleuchtung gesehen, den 25. August 1798 –

https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826060007-die-europa-idee-von-novalis-um-1800/

Literatur

[Bearbeiten]
  • Armin Gebhart: Dresden als Stätte schöpferischer Romantiker, in: Dresdner Monatsblätter, 32 (1981), 1, ISSN 0012-6101, S. 12-15.[101]
  • Armin Gebhart: Unvergängliche Akzente Dresdner Kunst. Studien und Essays. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2003; ISBN 3898212440; 9783898212441.
    • VIII. Kapitel: Dresdens als Stätte schöpferischer Romantiker: drei Dichter Heinrich von Kleist, E. T. A. Hoffmann und Ludwig von Tieck; drei Musiker Carl Maria von Weber, Robert Schumann und Richard Wagner; drei Maler Philipp Otto Runge - dem ersten Romantiker -, Caspar David Friedrich und Adrian Ludwig Richter.[102]
    • Günter Klieme, Hans Joachim Neidhardt (Museen der Stadt Dresden, Herausgeber): Museum zur Dresdner Frühromantik, Deutscher Kunstverlag, 1. Auflage, München Berlin 1998, ISBN 978-3-422-06251-1.[104]
  • Hans Joachim Neidhardt: Die Malerei der Romantik in Dresden, Seemann Verlag, Leipzig 1976.[105]
  • Walter Schmitz: Die Entdeckung der Landschaft. Dresdner Maler um 1800 in böhmischer Nachbarschaft, In: Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit, Verlag Thelem, Dresden 2013, S. 199-234.[106]
    • Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit. Band 1, Textband (Essays), ISBN 978-3942411912; 3942411911
    • Kristina Kaiserová, Walter Schmitz (Hrsg.): Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit : = Česko-saské vztahy v proměnách času Dresden : Thelem, 2013[107]
  • Silvio Vietta: Der Dresdenbesuch von Wackenroder und Tieck und die romantische Revolution der Ästhetik, In: Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt und Internationale Novalis-Gesellschaft: Gabriele Rommel (Hrsg.), Arved Grieshaber (Hrsg.), Dennis F. Mahoney (Hrsg.): Die Europa-Idee von Novalis um 1800. Antike-Rezeption zwischen Mythos und Utopie. Eine Ausstellung von Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt 2015/2017, Wiederstedt, Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt, Verlag K&N (Verlag Königshausen & Neumann), Würzburg [2016], ISBN 978-3826060007, S. 137-143.[108]

Die Straßen des Neumarktareals um 1800

[Bearbeiten]

Am Klepperstalle (heute Terrassengasse)

[Bearbeiten]

Das Neumarktareal und die Brühlsche Terrasse in Frühromantik und Hochromantik/ Am Klepperstalle

Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner (1797)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

Gottlob Wolfgang Ferber, geh. Kanzlist (gr. Klostergasse 9 [Neustadt A-9], im 4ten Stock).

Stadplan mit Hausnummern um 1812

Grund-Riss der Chur-F. Saechs. Residenzstadt Dresden, Stadtplan von Dresden 1798, ca. 1:7500 von J. G. Wenzel sc.


S. 135

Am Klepperstalle.

Von dem freyen Platze vor der Elbbruͤcke nach dem

Zimmerhofe zu,
a) rechter Hand.
Nr. 607.


Hr. Johann Jakob Marr, Büchsenmachermeister

[Hr.] Johann Gotthelf Muͤller, Goldschlaͤger

Fr. Anne Marie verw. Schenderlein, Besitzer. d. H.

[Fr.] Margarethe Elis. Wagner, Stadtgrabebitterinn.

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/145


Nr. 608.

[= westliche Ecke zur Kleinen Fischergasse]

Hr. Johann Gottlieb Berge, Hofschmidt.

S. 136

Nr. 609.

[= östliche Ecke zur Kleinen Fischergasse]

Hr. Joh. Cstph. Raack, Huf= u. Waffenschmidtmeister,

Besitzer dieses Hauses.

[Hr.] Abraham Samuel, Handelsjude.

[Hr.] Glieb. Ernst Schwan, vormaliger Kammerdiener.

Nr. 610.

Hr. Johann Gottfried Henschel, Besitzer dieses Haus.

Nr. 611.
Nr. 612.
Nr. 613.
Nr. 614.
Nr. 615.

[westliche Ecke zur Großen Fischergasse]

S. 137

[östliche Ecke zur Großen Fischergasse]

Nr. 616.

Hr. Gottlieb Traugott Gaͤbler, Paruckenmacher.

Fr. Dorothee verw. Gaͤbler Besitzerinn dieses Haus.

Hr. Johann Gottlob Schultze, Schneidermeister.


Das Hintergebaͤude des Vorderhauses Nr. 632. hinter

der Frauenkirche, in demselben wohnen:

Hr. Heinrich Christian Koͤsel, Tischlermeister.

[Hr.] Andreas Schuͤller, Tischlermeister.

[Hr.] Gabriel Wallerstein, Handelsjude.

(Dieses Haus hat einen Durchgang, Hr. Vicekanzler, Frhr.

von Gaͤrtner, besitzt dasselbe.)

Das Hinterhaus des kurfuͤrstliche[n] Muͤnzgebaͤudes, in

demselben wohnt:

Hr. Cstn. Joseph Kruͤger, d. j., zweyter Muͤnzgraveur.

b) linker Hand.

Das graͤfl. Bruͤhlische Bibliotheksgebaͤude. In die=

sem ist die kurfuͤrstl. Kammerkreditkasse; der Ein=
gang in dasselbe ist in der kleinen Fischergasse gegenüber, in
diesem Gebaͤude wohnt:

Hr. Simon, Kammerkreditkassenaufwaͤrter

Weiterhin fuͤhrt die Appareille zu eben diesem Gebaͤude,
und zum Klepperstalle. Im zweyten Stocke dieses Ge=
baͤudes ist die kurfuͤrstl. Kunstakademie, wo die in der=
selben angestellten Lehrer Vorlesungen halten, und Unter=
richt ertheilen, und jaͤhrlich im Monat Maͤrz Gemaͤlde
und Kunstsachen oͤffentlich ausgestellt werden. Im untern Stocke wohnt:

Hr, Rudolph Aug. Brand, Aufwaͤrter b. d. Akademie.

Unter der Appareille wohnt:

Hr. Karl Friedrich Saͤuberlich, Schlossermeister.

Neben der Appareille.
A. Nr 19.

Hr. Joh. Gfrd. Steinmann, Feilenhauermeister

arbeitet fuͤr das Hauptzeughaus.
Neben diesem Hause sind die Stockfischbuden.

Terrassengasse, hinter der Brühl'schen Terrasse, hieß seit dem 18. Jahrhundert Am Klepperstall, von 1848 an An den Klepperställen, nach dem an ihrem Ostende 1588 errichteten Stallgebäude, in dem die zur Hofhaltung gehörigen Pferde und Wagen untergebracht waren und das 1850 abgebrochen wurde. Darauf erhielt die Gasse 1853 ihre jetzige Benennung. Für die Zwecke des Ständehaus-Neubaues wurde der zwischen dem Schloßplatze und der Brühlschen Gasse gelegene Teil der Terrassengasse 1897 von der Stadt an den Staat abgetreten und 1900 dem Verkehre entzogen.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 143.

An der Frauenkirche

[Bearbeiten]

Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner (1797)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]

S. 141

An der Frauenkirche.

Unter Nr. 563. ist die Frauenkirche katastrirt, die Nummer aber

an derselben nicht bemerkt.

Zwischen dem Neumarkte und der Toͤpfergasse.

Vom Neumarkte nach der Toͤpfergasse zu,

a) linker Hand.

(Diese Haͤuser Nr. 564. bis mit Nr. 567. und Nr. 582.

werden zum Dritten Stadtviertel gerechnet.)


Nr. 567.

Hr. Karl Frhr. von Fritsch, Hof= und Justizienrath.

Fr. Charlotte Christiane Otto, Vicelandrentmeisters

Wittwe, Besitzerinn dieses Hauses.

Hr. Friedr. Heinrich Paulin, Tischler.

[Hr] Karl Heinr. Adolph Schneider, geh. Finanzsekret.

[Hr.] Advokat, Christian Friedr. Wieland.

Die folgende Nr. 568. u. s. w. s. Neumarkt.


Nr. 566.

Hr. Joh. Friedr. Gersdrf, Glasermeister.

[Hr.] Joh. Glob. Heinze, kurfuͤrstl. Hofkellermeister.

Fr. von Naundorff, Hauptmanns Wittwe.

Hr. Joh. Geo. Richter, Generalkriegsgerichtskanzlist.

[Hr.] Schiller, Schneidermeister.

[Hr.] Stimmel, Schneidermeister.

(Dieses Haus besitzt Jgfr. Bartsch.)


Nr. 565.

Hr. Joh. Samuel Clauß, Kaufmann, fuͤhrt Nürn=

berger und Augsburger Waaren, und hat das
Gewoͤlbe am alten Marke unter Nr. 242.

[Hr.] von Guden, Landacciseinnehmer.

[Hr.] Frhr. von Hannemann, Premierleutnant von

der kursaͤchs. Armee

[Hr.] Leopold Loͤwe, Finanzsekretaͤr.

[Hr.] Gottlob Ehrenfried Ritscher, Kaufmann, fuͤhrt

Materialwaaren, hat den Laden in diesem Hause
und besitzt dasselbe.


Nr. 564.

Jgfr. Joh. Katharine Bartsch, Besitzerinn d. Hauses.

Hr.


S. 142.

Hr. Bartsch, Schumachermeister und Leichenbesteller.

[Hr.] Joh. Wilh. Schwarz, Kirchner an d. Frauenkirche.

Fr. Vogt, Spitzenhaͤndlerinn aus Scheibenberg, (hat

hier ihr Absteigequartier.)

Hr. Feibus Alexander, Handelsjude.


Zwischen der Toͤpfer= und der Großen Fischergasse.
Nr. 582.

Hr. Chrstn. Frdr. Guͤnther, Landaccisobereinnehmer.

[Hr.] Joh. Gfried. Hunger, Vicelandrentmeister.

Fr. Karoline Friederike Langbein, Stadtschreibers

Wittwe, Besitzerinn dieses Hause.

Hr. August Gfried. Ludwig, Es. E. Raths Policeyak=

tuarius, s. Dresdn. Adreßverzeichniß.

[Hr.] Rudolph Aug. v. Wesenig, kursaͤchs. Kammerherr. [Kamerherr]

Im Erdgeschosse dieses Hauses ist die kurfuͤrstl. Landaccisober=

einnahme.

Die folgende Ne. 583. u. s. w. s. Toͤpfergasse.

b) rechter Hand,

Zwischen der Pirnaischen= und Rampischen Gasse.

Nr. 680.

Die folgende Nr. 681. u. s. w. s. Pirnaische Gasse.

Nr. 679.

Nr. 678.

S. 143.

Nr. 677.

Nr. 676.

Nr. 675.

Zwischen der Rampischen= und Salzgasse.

Nr. 647.

Die folgende Nr. 648. u. s. w. s. Rampische Gasse.

S. 144.

Nr. 646.

(Die Glocke genannt.)

Nr. 645.

(Der Schwan genannt.)


An der Frauenkirche. So bezeichnete man in früherer Zeit die wenigen in unmittelbarer Nähe unseres ältesten Gotteshauses gelegenen, bereits 1521 erwähnten Häuser, im 18. und zu Anfange des 19. Jahrhunderts alle Gebäude vom Neumarkte bis zur Münzgasse und von der Landhausstraße bis zur Salzgasse, während die Häuser von der Salzgasse bis zur Münzgasse die Bezeichnung Hinter der Frauenkirche führten. Seit 1840 gilt für alle die erwähnten Gebäude die Benennung An der Frauenkirche.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 40.

Augustusstraße

[Bearbeiten]

Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner (1797)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 127

Augustusstraße,

oder

an der Bildergallerie.

Vom Neumarkte nach der Toͤpfergasse zu,

a) rechter Hand,

Nr. 572. *)

*) Die vorhergehenden Nummern s. Neumarkt.


S. 128

Nr. 573.

Andrèe Friedrich August Finanzsekretär

Andrèe Karl August kurfürstl. Leibzahnchirurgus

Nr. 574.

Acier Michael Viktor kurfürst. Modellmeister

Nr. 575.

b) linker Hand,

Das kurfuͤrstliche Bildergalleriegebaͤude, wo im Erdge=

schoß die Sammlung der Mengsischen Gypsabdruͤcke, und

im ersten Stocke die Gallerie der Gemaͤlde sind.


Augustusstraße, unter Kurfürst Moritz angelegt, bestand ursprünglich aus zwei selbständigen Teilen, deren jeder einen besonderen Namen trug. Das Stück zwischen dem Neumarkt und der jetzigen Brühl'schen Gasse, eine Art Fortsetzung der Moritzstraße, wird 1565 als Untere, 1579 und 1634 als Kleine Moritzstraße erwähnt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde sie auch An der Bildergalerie genannt, weil sie an dem Stallgebäude vorüberführt, in dessen Räumen sich von 1746-1855 die Königliche Gemäldegalerie befand. – Der zweite Teil der heutigen Augustusstraße zwischen der Brühl'schen Gasse und dem Schloßplatze hieß wegen der Nähe der Elbe und der Brücke 1543 Elbgasse, 1560 Neue Elbgasse, 1566 Brückenstraße, 1694 Am Stall nach dem an der Straße gelegenen, 1586-1591 errichteten kurfürstlichen Stallgebäude, das seit seinem in den Jahren 1872-1876 erfolgten Umbau den Namen Johanneum trägt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war für diesen unteren Teil der Augustusstraße auch die Benennung Georgenstraße gebräuchlich, weil er am Georgenschlosse endet. Seit der Zeit Augusts des Starken (am 12. Mai 1670 zu Dresden geb., den 1. Februar 1733 in Warschau gest.) wurde die bisher meist als Elbgasse bezeichnete Straße Augustusstraße benannt und dieser Name bald auch auf den kürzeren, bis zum Neumarkt reichenden Straßenteil übertragen, doch ist der ausschließliche Gebrauch dieser Benennung erst im Beginn des 19. Jahrhunderts üblich geworden.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 9.

Friesengasse

[Bearbeiten]

Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner (1797)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]

S. 172

Zwischen der Pirnaischen Gasse und der

Morizstraße.

Von der Pirnaischen Gasse nach der Morizstraße zu,

a) linker Hand.

Nr. 725.

Nr. 726.

Nr. 727.

Nr. 728.


S. 173.


Nr. 729.

b) rechter Hand,

nach der Pirnaischen Gasse zuruͤck.

Nr. 730.

Nr. 731.

Nr. 732.


Friesengasse, unter Kurfürst Moritz entstanden, heißt 1559 Friesengeslin, 1577 Friesens gäslein, und zwar nach dem kurfürstlichen Furier Franz Gemachreich, genannt Friese, der auf diesem Areal die ersten Häuser errichtete.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905.

Georgenstraße (ehemals Elbgasse, heute zur Augustusstraße)

[Bearbeiten]

Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner (1797)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 134

Georgenstraße,

vormals

Elbgasse.

Nr. 603.

(Unter dieser Nummer ist das graͤfl. Bruͤhlische Haus katas=

trirt, dieselbe aber nicht angeheftet.)

(In diesem Hause ist die Oberkaͤmmereyexpedition, und

die Meißner Porcellanniederlage.)

Nr. 604.


S. 135


Nr. 605.

In diesem Hause, welches mit dem folgenden verbunden ist,

befindet sich die Kanzley des geheimen Finanzkollegiums.

(Dieses und das folgende Haus sind zwar unter diesen Num=

mern katastrirt, weil sie bey Abfassung der neuen Dresd=

ner Feuerordnung noch Privathaͤuser waren; die Num=

mern sind aber, wie an allen kurfuͤrstlichen Gebaͤuden,

nicht an denselben bemerkt.)


Viertes Stadtviertel.

Freier Platz vor der Elbbruͤcke.

Nr. 606.

In diesem Hause ist das geheime Finanzkollegium. (vgl. Suche)

Daselbst wohnen:


Augustusstraße, unter Kurfürst Moritz angelegt, bestand ursprünglich aus zwei selbständigen Teilen, deren jeder einen besonderen Namen trug. Das Stück zwischen dem Neumarkt und der jetzigen Brühl'schen Gasse, eine Art Fortsetzung der Moritzstraße, wird 1565 als Untere, 1579 und 1634 als Kleine Moritzstraße erwähnt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde sie auch An der Bildergalerie genannt, weil sie an dem Stallgebäude vorüberführt, in dessen Räumen sich von 1746-1855 die Königliche Gemäldegalerie befand. – Der zweite Teil der heutigen Augustusstraße zwischen der Brühl'schen Gasse und dem Schloßplatze hieß wegen der Nähe der Elbe und der Brücke 1543 Elbgasse, 1560 Neue Elbgasse, 1566 Brückenstraße, 1694 Am Stall nach dem an der Straße gelegenen, 1586-1591 errichteten kurfürstlichen Stallgebäude, das seit seinem in den Jahren 1872-1876 erfolgten Umbau den Namen Johanneum trägt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war für diesen unteren Teil der Augustusstraße auch die Benennung Georgenstraße gebräuchlich, weil er am Georgenschlosse endet. Seit der Zeit Augusts des Starken (am 12. Mai 1670 zu Dresden geb., den 1. Februar 1733 in Warschau gest.) wurde die bisher meist als Elbgasse bezeichnete Straße Augustusstraße benannt und dieser Name bald auch auf den kürzeren, bis zum Neumarkt reichenden Straßenteil übertragen, doch ist der ausschließliche Gebrauch dieser Benennung erst im Beginn des 19. Jahrhunderts üblich geworden.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 9.

Große Fischergasse (heute Münzgasse)

[Bearbeiten]

Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner (1797)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 138

Große Fischergasse.

Zwischen dem an der Frauenkirche befindli=

chen freyen Platze, und der Gegend am Klepperstalle.

Von diesem Platze nach dem Klepperstalle zu,

a) linker Hand.

Nr. 617.

Nr. 618.

(Das goldne Faß genannt).

Nr. 619.

Nr. 620.

S. 139

Nr. 621.

Nr. 622.

Nr. 623.

b) rechter Hand,

nach der Frauenkirche zuruͤck.

Nr. 624.

Nr. 625.


S. 140


Nr. 626.

Nr. 627.

(Der gruͤne Baum genannt.)

Nr. 628.

Nr. 629.

Nr. 630.

Die folgende Nr. 621. u. s. w. s. hinter der Frauenkirche.


Münzgasse, unter Kurfürst Moritz in der Fischergemeinde entstanden, hieß ursprünglich große Fischergasse (1556 newe Fischergasse, 1572 große Fischergasse) zum Unterschiede von der benachbarten [98] kleinen (jetzt Brühl'sche Gasse). Nachdem auf Kosten der Hausbesitzer die auf die Brühl'sche Terrasse führende Freitreppe erbaut und die Große Fischergasse dadurch belebter geworden war, baten die Anwohner wegen des üblen Rufes, in dem damals ihre Gasse, ebenso die Kleine Fischergasse stand, um Abänderung des Namens. Daraufhin wurde 1849 die Benennung Münzgasse eingeführt, weil in ihrer Nähe, hinter der Frauenkirche, seit 1737 die Münzstätte lag, die 1887 abgebrochen worden ist.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 97f.

Große Frauengasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 89.

Große Frauengasse.

Von der Lochgasse nach dem Juͤdenhofe zu,

a) linker Hand.

Nr. 371.

Nr. 372.

S. 90

Nr. 373.

Nr. 374.

Die folgende Nr. 375. u. s. w. s. große Frauengasse zwischen der

Schoͤssergasse und dem Neumarkte.

Nr. 379.

Nr. 380.

S. 91

Nr. 381.

Nr. 382.

Nr. 383.

Die folgende Nr. 384. u. s. w. s. Juͤdenhof.

b) rechter Hand,

vom Juͤdenhofe nach der Lochgasse zuruͤck.

Nr. 391.

S. 92

Nr. 392.

Nr. 393.

Nr. 394.

Nr. 395.

Mit dieser Nummer schließt sich das zweyte Stadtviertel.

Folgende Nrn. 411. – 418. gehoͤren zum dritten Stadtviertel,

werden aber hier aufgefuͤhrt, um diese Gasse nicht zu zerstuͤckeln.

Nr. 411.

S. 93

Nr. 412.

Nr. 413.

Nr. 414.

Nr. 415.

S. 94

Nr. 416.

Nr. 417.

Nr. 418.

Große Frauengasse.

Zwischen der Schoͤssergasse und dem Theile

der großen Frauengasse, welche von der Loch=

gasse nach dem Juͤdenhofe zu laͤuft.

Von der Schoͤssergasse nach dieser gr. Frauengasse zu,

a) rechter Hand.

S. 95

Nr. 375.

b) linker Hand

Nr. 376.

Nr. 377.

Nr. 378.

(Diese Haͤuser Nr. 375. bis mit Nr. 378. gehoͤren zum

zweyten Stadtviertel, werden aber hier erst aufgefuͤhrt, um

diese Gasse nicht zu zerstuͤckeln.)

Drittes Stadtviertel.

Von der gr. Frauengasse, welche nach der Lochgasse

bis zum Juͤdenhofe laͤuft, nach dem Neumarkte zu,

a) linker Hand.

Nr. 396.

Aaron

S. 96

Nr. 397.

Nr. 398.

Nr. 399.

Nr. 400.

Nr. 401.

S. 97

Nr. 402.

Die folgende Nr. 403. s. Neumarkt.

b) rechter Hand,

vom Neumarkte nach der großen Frauengasse zuruͤck.

Nr. 404.

S. 98

Nr. 405.

Nr. 406.

Nr. 407.

Nr. 408.

Nr. 409.

S. 99

Nr. 410.

Die folgende Nr. 411. u. s. w. s. gr. Frg., von der Lochgasse

nach dem Juͤdenhofe zu.


Galeriestraße. Der nördliche, zwischen der Frauenstraße und dem Jüdenhof gelegene Teil hieß im 14. und 15. Jahrhundert Windische Gasse, wohl nach zahlreich dort wohnenden Wenden, vielleicht aber auch nach einer in der Gasse seßhaften Familie Windisch. 1486 findet sich für diese Gasse der Name Kleyne. [46] Judengasse, wodurch sie von der benachbarten großen (der jetzigen Schössergasse) unterschieden wurde. Von der zweiten Hälfte des 16. bis zu Ende des 17. Jahrhunderts nannte man die Kleine Judengasse meist nur noch Judengasse, doch tritt für sie auch bereits – so 1576 – die Benennung Frauengasse auf (s. diese). Als man mit der Judengasse den zwischen ihr und dem Altmarkt gelegenen südlichen Teil der alten Frauengasse vereinigte, gab man dem Straßentrakt den Namen Große Frauengasse, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts mit Frauengasse vertauscht wurde, aber nur vorübergehend, denn das Adreßbuch von 1797 führt die Gasse wieder als Große Frauengasse auf. Dieser Name ist ihr auch verblieben, bis sie mit Beziehung auf das ihr nahe Gebäude der Gemäldegalerie am Jüdenhofe 1862 Galeriestraße benannt wurde.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 45.

Große Schießgasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]


S. 159

Große Schießgasse.

Zwischen der Pirnaischen Gasse und der

Morizstraße.


S. 160.


Von der Pirnaischen Gasse nach der Morizstraße zu,

a) linker Hand.

Nr. 705.

Nr. 706.

Nr. 707.

Adam, Rosine Elis., Hausbes.

Nr. 708.

Nr. 709.


S. 161.


Nr. 710.

Nr. 711.

Nr. 712.

Nr. 713.


S. 162.


Nr. 714.

b) rechter Hand,

nach der Pirnaischen Gasse zuruͤck.

Nr. 715.

Nr. 716.


S. 163.


Nr. 717.

(Dieses Haus besitzen die Modesischen Erben, wo im Erd=

geschoß das Adreßkomtoir ist.)

Nr. 718.

Nr. 719.

Nr. 720.


S. 164.


Nr. 721.

Nr. 722.

Die folgende Nr. 723. u. s. w. s. Pirnaische Gasse.


Schießgasse, unter Kurfürst Moritz angelegt, kommt unter folgenden Namen vor: Nawgasse am graben (1551), Schutzengasse (1555), Neue gasse beim schießhause (1556) sowie Schisgasse. Alle diese Benennungen erinnern daran, daß die Gasse an dem bis zum Jahre 1577 beim sog. Pfingstschießen benutzten Schießgraben und Schießhause der Bogen- oder Armbrustschützen vorüberführte. [127] Vom Ende des 17. Jahrhunderts an nannte man den zwischen der Moritzstraße und der heutigen Landhausstraße gelegenen Südteil der Gasse Große Schießgasse und das nördliche Stück, bis zur Rampischen Straße reichend, Kleine Schießgasse. Seit dem Jahre 1898 sind beide unter dem Namen Schießgasse wieder zu Einer Straße vereinigt worden.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 126.

Schießgasse, unter Kurfürst Moritz angelegt, kommt unter folgenden Namen vor: Nawgasse am graben (1551), Schutzengasse (1555), Neue gasse beim schießhause (1556) sowie Schisgasse. Alle diese Benennungen erinnern daran, daß die Gasse an dem bis zum Jahre 1577 beim sog. Pfingstschießen benutzten Schießgraben und Schießhause der Bogen- oder Armbrustschützen vorüberführte. [127] Vom Ende des 17. Jahrhunderts an nannte man den zwischen der Moritzstraße und der heutigen Landhausstraße gelegenen Südteil der Gasse Große Schießgasse und das nördliche Stück, bis zur Rampischen Straße reichend, Kleine Schießgasse. Seit dem Jahre 1898 sind beide unter dem Namen Schießgasse wieder zu Einer Straße vereinigt worden.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 126f.

Hinter der Frauenkirche

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]


S. 144.

Hinter der Frauenkirche.

Zwischen der Großen Fischer= und der Salzgasse.

Nr. 631.


S. 145.


Nr. 632.

(Dieses Haus besitzt Hr. Vicekanzler, Frhr. von Gaͤrtner.

Es hat einen Durchgang, welches in die Gegend am Klep=

perstalle fuͤhrt. Dessen Hintergebaͤude s. am Klepperstalle.)

Nr. 633.

Neben diesem Hause ist das kurfuͤrstl. Muͤnzgebaͤude, in

demselben wohnen:

Neben diesem ist das Nebengebaͤude des graͤfl. Buͤnaui=

schen Hauses, in demselben wohnet:

A. Nr. 5.


S. 146.


Das folgende Haus A. Nr. 6. s. Salzgasse.


An der Frauenkirche. So bezeichnete man in früherer Zeit die wenigen in unmittelbarer Nähe unseres ältesten Gotteshauses gelegenen, bereits 1521 erwähnten Häuser, im 18. und zu Anfange des 19. Jahrhunderts alle Gebäude vom Neumarkte bis zur Münzgasse und von der Landhausstraße bis zur Salzgasse, während die Häuser von der Salzgasse bis zur Münzgasse die Bezeichnung Hinter der Frauenkirche führten. Seit 1840 gilt für alle die erwähnten Gebäude die Benennung An der Frauenkirche.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 40.

Juͤdenhof

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 78.

Juͤdenhof.

Ein freyer Platz, zwischen der Sporergasse,

großen Frauengasse und dem Neumarkte.

Von der großen Frauengasse nach der Sporergasse zu.

Nr. 384.

S. 79.

Nr. 385.

Nr. 386.

Nr. 387.

Die folgende Nr. 388. s. Sporergasse.

Vom Neumarkte nach der großen Frauengasse zu,

Nr. 389.

(Es. E. Raths Neumarktskeller.)

Nr. 390.

Die folgende Nr. 391. u. s. w. s. große Frauengasse.


Jüdenhof, 1519 Im Judenhoff, bezeichnet den Platz, auf dem bis ins 16. Jahrhundert das jüdische Gemeindehaus (1416 als Judenhoff erwähnt) stand. Seitdem die Juden 1411 aus Dresden vertrieben worden waren, diente ihr Bethaus anderen Zwecken, bis [68] es Christian I. abbrechen ließ, weil er den Raum für das zu errichtende Stallgebäude (jetzt Johanneum) brauchte.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 67f.

Kleine Fischergasse (heute Brühlsche Gasse)

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 133

Kleine Fischergasse.

Von der Toͤpfergasse nach der Gegend am Klepper=

stalle zu,

a) rechter Hand.

Nr. 591.

Nr. 592.

Nr. 593.

Abraham, Koppel, Handelsjude

Nr. 594.

Nr. 595.

b) linker Hand,

nach der Toͤpfergasse zuruͤck.

Nr. 596.

Nr. 597.


S. 134


Nr. 598.

Nr. 599.

Nr. 600.

Nr. 601.

Nr. 602.


Brühl'sche Gasse, ursprünglich Fischergasse, ein Teil der ältesten Ansiedelung auf dem linken Elbufer, durch Fischer schon vor Gründung der Stadt angelegt, kommt urkundlich unter folgenden Namen vor: 1494 Fieschergaß vor Dreßden, 1556 Fischergeßelin, 1560 klein Fischergeslin, 1562 alte Fischergasse, 1565 im Nesselgrunde oder kleinen Fischergassen. 1570 alte und lange Fischergasse, dann aber nur noch kleine Fischergasse im Gegensatze zu der um die Mitte des 16. Jahrhunderts entstandenen neuen oder großen Fischergasse (jetzt Münzgasse). Seit 1849 hieß die Kleine Fischergasse kurz Fischergasse. 1882 wurde sie in Brühl'sche Gasse umgenannt nach dem anstoßenden. 1737–1740 für den Reichsgrafen Heinrich von Brühl erbauten (1901 abgebrochenen) Palais, und zwar auf wiederholtes dringendes Ansuchen von Hauseigentümern und Anwohnern der Fischergasse, die wegen des früher dort herrschenden Prostitutionswesens einen sehr üblen Ruf hatte.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 20.

Kleine Frauengasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 99

Kleine Frauengasse.

von der Lochgasse nach der großen Frauengasse zu,

a) linker Hand.

Nr. 422.

Nr. 423.

S. 100

Nr. 424.

Nr. 425.

Nr. 426.

Nr. 427.

Nr. 428.

S. 101

b) rechter Hand, nach der Lochgasse zuruͤck.

Nr. 429.

Nr. 430.

Nr. 431.

Nr. 432.

Nr. 433.

S. 102

Die folgende Nr. 434. u. s. w. s. Lochgasse.


Frauenstraße. Ursprünglich gab es, wie jetzt, nur Eine Gasse dieses Namens, die den südlichen Teil der heutigen Galeriestraße und den östlichen der derzeitigen Frauenstraße in sich begriff und als platea beatae virginis bereits um 1370 Erwähnung findet; 1396 heißt sie Frouwingasse, 1428 Unser Liebin Frauwen gasse, weil sie aus der Stadt heraus nach der Frauenkirche führte. Im Jahre 1577 kommt für ihren nach dem Altmarkt zu gelegenen Teil vorübergehend die Benennung Obere Frauengasse, 1513 für die ganze Gasse der Name Große Frauengasse vor. Später verblieb dieser nur ihrem südlichen Teile, wurde aber gleichzeitig auf die Judengasse (Galeriestraße) erstreckt, so daß nunmehr die Große Frauengasse vom Altmarkte bis zum Jüdenhof reichte. Dagegen vereinigte man mit dem am Neumarkt ausmündenden Endstück der alten Frauengasse den sich ihr im Westen anschließenden und bis an die Schössergasse reichenden breiteren Straßenteil der Rosmaringasse, der im 16. und 17. Jahrhundert der Brotmarkt oder An den Brotbänken hieß, weil sich dort seit 1558 die Brotbänke befanden. Diese Verlängerung der ursprünglichen Frauengasse wurde die Veranlassung, ihr erneut die Benennung Große Frauengasse beizulegen, während man die bisherige Gasse dieses Namens, die heutige Galeriestraße, nun schlechthin als Frauengasse bezeichnete. Ohne erkennbaren Grund trat hierin am Ausgange des 18. Jahrhunderts wieder ein Wechsel ein, indem man jetzt die bisherige Große mit Beziehung auf eine noch vorhandene Kleine, die heutige Schuhmachergasse, nunmehr Mittle Frauengasse, und die vom Altmarkt nach dem Jüdenhof führende Frauengasse Große Frauengasse nannte. Von jener wurde der westliche Teil, den man 1840 wieder zur

[41] Rosmaringasse geschlagen hatte, 1862 abermals mit der Mittlen Frauengasse vereinigt und zugleich dem Straßentrakt die Benennung Frauenstraße beigelegt.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 40f.


Schuhmachergasse, hieß zuerst Kuttelgasse (1396 Kuttilgasse), weil dort im Mittelalter der Kuttel- oder Schlachthof lag, der 1473 an den Weißeritzmühlgraben bei der Gerbergasse verlegt wurde. Gegen den Ausgang des 15. Jahrhunderts tritt an die Stelle des Namens Kuttelgasse die Bezeichnung das Loch, auch Gasse bei dem Loche (s. Badergasse). Weil die Gasse an der Großen Frauengasse (jetzt Frauenstraße) endete, hieß sie vom 16. Jahrhundert an Kleine Frauengasse. Wegen der zahlreichen Schuster, die darin wohnten, kommt vereinzelt bereits 1570 die Bezeichnung Schustergasse vor. Der Name Kleine Frauengasse blieb der gebräuchliche, bis er 1862 durch die Benennung Schuhmachergasse ersetzt wurde.

Kleine Schuhmachergasse s. Kleine Kirchgasse.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 131.

Kleine Salzgasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.


[Viertes Stadtviertel.]


S. 146.

Hintergasse,

oder

Kleine Salzgasse,

auch

an der Zeughofmauer.

Zwischen der Rampischen= und Salzgasse.

Von der Rampischengasse nach der Salzgasse zu,

a) linker Hand.

Nr. 634.

Nr. 635.

Nr. 636.


S. 147


Nr. 637.

Nr. 639.

Nr. 639.

b) rechter Hand.

A. Nr. 7.

A. Nr. 8.b

Kleine Schießgasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]

S. 157

Kleine Schießgasse.

Zwischen der Rampischen und Pirnaischen

Gasse.

Von der Rampischen nach der Pirnaischen Gasse zu,

a) linker Hand.

Nr. 664.

Nr. 665.

Die folgende Nr. 666. u. s. w. s. Rampische u. Pirnaische Gasse.

Neben diesem Hause ist das Stallgebaͤude des verstorbe=

nen Herzogs von Curland koͤnigl. Hoheit, in demselben

wohnen:


S. 158


Die vorhergehende Nr. 701 s. weiter unten in dieser Gasse.

Nr. 702.

Nr. 703.

Dieses Haus ist mit Nr. 704. verbunden, diese s. Pirnaische

Gasse, und Nr. 705. u. s. w. s. große Schießgasse.

b) rechter Hand.

nach der Rampischen Gasse zuruͤck.

Nr. 696.

Nr. 697.

Nr. 698.

Nr. 699.


S. 159


Nr. 700.

Nr. 701.

Die folgende Nr. 702. und 703. s. oben in dieser Gasse.

Schießgasse, unter Kurfürst Moritz angelegt, kommt unter folgenden Namen vor: Nawgasse am graben (1551), Schutzengasse (1555), Neue gasse beim schießhause (1556) sowie Schisgasse. Alle diese Benennungen erinnern daran, daß die Gasse an dem bis zum Jahre 1577 beim sog. Pfingstschießen benutzten Schießgraben und Schießhause der Bogen- oder Armbrustschützen vorüberführte. [127] Vom Ende des 17. Jahrhunderts an nannte man den zwischen der Moritzstraße und der heutigen Landhausstraße gelegenen Südteil der Gasse Große Schießgasse und das nördliche Stück, bis zur Rampischen Straße reichend, Kleine Schießgasse. Seit dem Jahre 1898 sind beide unter dem Namen Schießgasse wieder zu Einer Straße vereinigt worden.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 126f.

Moritzstraße

[Bearbeiten]

Das Neumarktareal und die Brühlsche Terrasse in Frühromantik und Hochromantik/ Morizstraße

Moritzgasse s. Moritzstraße.

Moritzstraße, von Kurfürst Moritz 1548 angelegt, wird im 16., zum Teil auch noch im 17. Jahrhundert unter verschiedenen Namen erwähnt: 1556 Neue gasse in der Nauestadt, 1557 Naugasse, daneben auch bereits Moritzstraße und 1560 Moritzgasse zu Ehren des am 21. März 1521 geborenen und am 11. Juli 1553 im Feldlager nach der Schlacht bei Sievershausen verstorbenen Kurfürsten Moritz. Die Benennungen Obere Moritzstraße (1570 und 1621) und Große Moritzstraße (1588 und 1591) führte sie im Gegensatze zu der Unteren oder Kleinen Moritzstraße (s. Augustusstraße). In den Jahren 1555, 1557 und 1564 finden sich die Namen Hern- (Herren-) und Junckergasse erwähnt; sie beziehen sich darauf, daß sich mehrere Adelige dort anbauten; weil der Landesherr ihnen die Plätze geschenkt hatte, mögen mißgünstige Bürger die Benennung Bettelgasse aufgebracht haben, die 1593 und 1649 erwähnt wird. Die Bezeichnung Marktstraße (1628) wurde ihr nur vereinzelt beigelegt. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts blieb die Benennung Moritzstraße allein in Gebrauch, nur erhielt sie im Volksmunde bisweilen die verstümmelte Form Mohrenstraße.

Kleine, Untere Moritzstraße s. Augustusstraße.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 96.
Moritzstrasse [Dresden]. Blick auf den belebten Boulevard. Dresden, Begersche Buch- u. Kunsthandlung, Schloss Gasse N°. 332. 1820er Jahre.
Otto Richter (Hrsg.): Dresden sonst und jetzt. 16. Die Moritzstraße. Links das Hotel de Saxe (1888 durch einen Neubau ersetzt). Rechts Stadt Rom. Im Hintergrund das Poncetsche Haus (1885 bei Verlängerung der Moritzstraße bis zur Maximilianstraße abgebrochen). erschienen 1905.

Bettelgasse s. Moritzstraße. (Hantzsch)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Viertel.]

S. 173.

Morizstraße.

Zwischen dem Neumarkte und der großen

Schießgasse.

Linker Hand

Vom Neumarkte nach der großen Schießgasse zu,

a) linker Hand.

Nr. 743.

Höhnel Joh. Paul Kaufmann, Hausbes. Dresden Morizstraße 743

Göppert Adolph Wilh. Buchhalter bey der kurfürstlichen Porcellänniederlage allhier Dresden Morizstraße 743

Andreas Daniel Schirmer, Hofschauspieler.

  • geb 1761
  • Dezember 1780 bis Januar 1781 unter Direktor Huber am Theater Leipzig
  • ab April 1782 unter Direktion von Bondini bzw. (ab 1788/89) F. Seconda in Leipzig, Dresden und Prag; Fachangabe 1782/83: kleine Liebhaberrollen bzw. 3. Liebhaber, 1795: erste Liebhaber im Trauer- und Lustspiel, junge Helden, naive Rollen
  • 4. Februar 1808 Tod der ersten Ehefrau Maria Anna (mit 49 Jahren)
  • 1808/09 Heirat mit Friederike Christ
  • ab 1816 mit der Seconda’schen Gesellschaft ans Dresdner Hoftheater übernommen,
  • 1825 pensioniert
  • †3. September 1834 in Dresden
  • Schauspieler - Dresden, Leipzig, Prag


Nr. 744.

Breitfeld Karl August Schneidermeister Dresden Morizstraße 744

Daßdorff Karl Gfried. geheimer Finanzregistrator Dresden Morizstraße 744

Edlinger Heinr. Ferdin. Kammerdiener bey des verstorbenen Herzog von Curland königl. Hoheit Dresden Morizstraße 744


Ficker Joh. Glieb. Juwelier, Hausbes. Dresden Morizstraße 744


Christian Ehregott Stimmel, Schneidermeister


S. 174.

Nr. 745.

Se. Excellenz, Hr. Detlev Karl von Einsiedel, Konferenzminister, wirklicher geheimer Rath, auch Direktor der Leipziger ökonomischen Societät Dresden Morizstraße 745

  • Detlev Carl von Einsiedel: (* 27. August 1737 in Dresden; † 17. Dezember 1810 in Mückenberg) - sächsischer Konferenzminister und Unternehmensgründer. 1764 bis 1775 Kreishauptmann des Leipziger Kreises.
    • 1779 kaufte er die Gröditzer Mühle und ersetzte diese mit einer neuen Unternehmung: „Eisen- und Zähnhammer mit einem Frischfeuer“. Diese Stabhütte (Zähn entsprach Stab, Draht) gehörte fortan zu den Zweigwerken des 1725 durch Einsiedels Patin Benedicta Margaretha von Löwendal gegründeten Stammunternehmens Lauchhammer und gilt als die Gründung des Stahlwerkes in Gröditz. Gröditz (bei Riesa) entwickelte sich dadurch zu einem Standort der deutschen Eisen- und Stahlindustrie.
    • In den Jahren 1760 bis 1810 erfolgten durch ihn wesentliche bauliche Veränderungen am Schloss Wolkenburg. In dieser Zeit wurde der Schlosspark im englischen Stil neu angelegt und mehrere in Lauchhammer gefertigte Eisenkunstgussplastiken im Park aufgestellt.
    • 1786 erwarb er den von Oberst Joachim von Römer und Wolf Benjamin Eibeschütz angelegten Garten in Briesnitz (heute Volkspark Briesnitz) und baute ihn weiter aus.
    • Detlev Carl von Einsiedel war von 1777 bis zu seinem Tode Präsident der Leipziger Ökonomischen Sozietät.
  • Detlev Carl von Einsiedel war zweimal verheiratet. Seine erste Frau wurde 1764 in Lichtenstein Sidonie Albertine von Schönburg-Lichtenstein (1745–1787), Tochter von Wilhelm Graf zu Schönburg-Lichtenstein und der Wilhelmine Gräfin zu Solms-Utphe. Das Paar hatte sieben Söhne und sechs Töchter, darunter:
    • Wilhelmine Charlotte Albertine (1765–1821) ⚭ 12. April 1793 Gottlob Heinrich von Lindenau (1755–1830), Herr auf Polenz
    • Louise Henriette (1767–1797) ⚭ 18. Februar 1791 Christian von Wallwitz (1761–1832)[2]
    • Karl (1770–1841), auf Schloss Wolkenburg, kursächsischer Wirklicher Geheimer Rat und Gesandter ⚭ Wilhelmine Luise Adelaide Freiin von Edelsheim (1778–1830)
    • Detlev (1773–1861), Kabinettsminister, Eisenhüttenunternehmer, ⚭ Johanna Friederike Luise von der Schulenburg (1773–1832)
    • Ferdinand (1774–1833), ging in den preußischen Staatsdienst und war 1819 Berghauptmann von Schlesien ⚭ 17. November 1804 Beate von Paczensky und Tenczin (1783–1849) ⚭ 25. April 1822 Auguste Caroline von Veltheim (1781–1845)
    • Friedrich (1772–1793)
    • Adolf (1776–1821), preußischer Oberst ⚭ 5. Juli 1811 Franziska Augusta Clementine Gräfin von Reuss-Schleiz zu Köstritz (1789–1870), Tochter des Grafen Heinrich XLVIII.
    • Juliane Erdmuthe (1779–1800)
    • Johanna (1783–1864) ⚭ 26. Dezember 1816 August Graf von Haeseler (1761–1838)[3], Eltern von Alexis von Haeseler
  • Seine zweite Frau wurde 1791 Johanna Amalie von Pannwitz (1750–1810), Witwe des Johann August Heinrich von Röder († 1782)[4] und Tochter des Oberstleutnant Friedrich Wilhelm von Pannwitz. Die Ehe blieb ohne Kinder.
    • Seine zahlreichen Kinder verwalteten den väterlichen Besitz als Erbengemeinschaft.


  • Leipziger Ökonomische Sozietät: Einige Leipziger Bürger erkannten, dass mit dem konservativen Wissenschaftsbetrieb an der Universität eine Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis nicht möglich war. Mit Peter von Hohenthal, Johann Georg von Einsiedel und Christian Gottlob Frege als Initiatoren gründeten sie 1764 eine Gesellschaft, die sich dieser Aufgabe annehmen sollte, die „Leipziger Ökonomische Sozietät“. In der ersten Sitzung der Sozietät am 26. Mai 1764 wurde die Einrichtung von Klassen oder Sektionen beschlossen, da man hierin ein weiteres Mittel erblickte, um durch Spezialisierung der Kräfte die Arbeiten nutzbringend zu gestalten. Es wurden drei Klassen errichtet, jede dieser drei Klassen wurde wieder in bestimmte Unterabteilungen, „Subdivisionen“ genannt, eingeteilt. ... Direktoren der Gesellschaft
    • 1764 Johann Georg Friedrich Graf von Einsiedel - ([7 Jahre] älterer Bruder von Detlev Carl) als Diplomat ab 1748 in Sankt Petersburg tätig, erfolgte 1763 Einsiedels Ernennung zum sächsischen Gesandten am englischen Hof in London. Liste der sächsischen Gesandten in Russland: 1748–1756: Johann Ferdinand August von Funck + 1761–1765: Johann Moritz Prasse + Liste der sächsischen Gesandten im Vereinigten Königreich: 1763–1763: Johann Georg von Einsiedel (1730–1811) + 1764–1806: Hans Moritz von Brühl (1736–1809) ... 1763 zum Kabinettsminister und Staatssekretär für innere Angelegenheiten berufen. Nach dem Tode des Kurfürsten überwarf er sich mit dem Administrator Xaver, dessen Vorstellungen über eine Erhöhung der Heeresstärke er nicht mittrug. 1766 entließ ihn Xaver aus dem Amt. Sein Nachfolger wurde als Kabinettsminister Leopold Nicolaus von Ende.
    • 1770 Konferenzminister Friedrich Ludwig von Wurmb - 1748 wurde er zum Hof- und Justizienrat und 1762 zum Geheimrat ernannt. 1764 übernahm er die Leitung der Landes-Ökonomie-, Manufaktur- und Kommerziendeputation, nachdem er sich vorher als Mitarbeiter von Thomas von Fritsch bei der Restaurationskommission ausgezeichnet hatte.[1] 1769 ernannte man ihn zum Wirklichen Geheimen Rat und Konferenzminister mit Sitz und Stimme im Geheimen Consilium. Von 1770 bis 1774 wirkte er als Direktor der Leipziger Ökonomischen Sozietät.
    • 1774 Kabinettsminister und Staatssekretär Graf Carl von der Osten-Sacken
    • 1777 Detlev von Einsiedel
    • 1810 Peter von Hohenthal
    • 1817 Detlev Graf von Einsiedel.
    • 1817 Alexander von Einsiedel

Hr. Detlev Graf von Einsiedel, Domherr zu Merseburg, Obersteuereinnehmer, Kammerjunker und Amtshauptmann im Meißnischen Kreise Dresden Morizstraße 745

https://www.stadtwikidd.de/wiki/Detlev_von_Einsiedel


https://www.stadtwikidd.de/wiki/%C3%96konomische_Gesellschaft_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen

Joh. Traugott Lehmann, Rentkammerschreiber Dresden Morizstraße 745


https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/89445/1


Dem Abschiede unserer Freunde Herrn Christian Ehrenfried Drachstedt, aus Budissin, Johann Pech, aus Cosel, Adam Gottlob Christian Rietschier, aus Budissin, Christian Wilhelm Fikbogen, aus Schweinitz im Kurkreise, Johann Traugott Lehmann, aus Budissin, Johann Adam Sonntag, aus Neu-Kahle in Mecklenburg, Carl Friedrich Immanuel Pötschke, aus Budissin, Carl Gottlob Rumpelt, aus Bischofswerda, Friedrich August Keller, aus Budissin, Johann Vogel, aus Guttau, Rudolph Theocritus Schlinzig, aus Sorno, Friedrich Gottlieb Schierz, aus Groß-Särchen, welche nach rühmlich vollendeten Schulstudien die Akademie bezogen, gewidmet von den Zuhörern des ersten Hörsaals

Untertitel Budissin, im Maimonat 1793

Verleger G. G. Monse

Erscheinungsort [Budissin]

Erscheinungsdatum [1793]

Umfang 2 Bl.

Signatur SKA, MZb XXII 11 B, Nr. 14

Vorlage Sorbisches Institut Bautzen

https://sachsen.digital/werkansicht/12127/1?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bpagegrid%5D=0&cHash=79d341a81742645368f0c6b4f224bd33


Nach 1818 wurde Nicolai nach Dresden an das dortige königliche Militärmagazin versetzt, wo er von Johann Traugott Lehmann den Posten des Proviantverwalters übernahm.

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6425/69 "Proviantverwalter. Hr. Johann Traugott Lehmann, Nst., gr. Meißn. G. 8" Dresdner Adress-Kalender 1817, S. 69, SLUB

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht?id=5363&tx_dlf%5Bid%5D=51426&tx_dlf%5Bpage%5D=154 Das bey den, der KriegsVerwaltungsKammer untergebenen, Magazinen angestellte Personal. Magazin Dresden. Proviantverwalter, Hr. Joh. Georg Nicolai


https://www.stadtwikidd.de/wiki/Johann_Georg_Nicolai


Erben von Johann Traugott Lehmann in Dresden gegen Johann Gotthelf Herold, Besitzer der Eulmühle in Niederseidewitz, wegen einer Schuldforderung über 800 Taler

Archivaliensignatur:

Sächsisches Staatsarchiv, 10633 Grundherrschaft Weesenstein, Nr. 1373 (Zu benutzen im Hauptstaatsarchiv Dresden)

Kontext:

10633 Grundherrschaft Weesenstein >> 01. Patrimonialgericht >> 01.02. Gerichtsverwaltung >> 01.02.04. Zivilgerichtsbarkeit >> 01.02.04.02. Prozesse >> 01.02.04.02.02. Finanzielle Streitigkeiten

Laufzeit: 1823

Archivalientyp: Akten

Sonstige Erschließungsangaben: Registratursignatur: Cap. I, Lit. H, No. 103

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/ODKMFKYIZC4KSDMKPCXT52B4VUDHCFGL


ungleich w:de:Ernst Johann Traugott Lehmann (* 10. März 1777 in Baruth; † 6. Dezember 1847 in Freiberg) - deutscher Mineraloge, Bergrechtler und Autor.

ungleich


"Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender auf das Jahr 1799", Leipzig in der Weidmannischen Buchhandlung, S. 241. :

Ober=Militair=Bauamt

Bauschreiber

Johann Traugott Lehmann, zu Koͤnigstein.


Die Gitarre in Mitteldeutschland bis 1850 - Lehrwerke für Gitarre: 1806: Johann Traugott Lehmann: Neue Guitarre-Schule, oder Regeln, die Guitarre auch ohne Lehrer zu lernen. 2 Theile. Dresden 1806; Zweite ganz umgearbeitete Auflage Leipzig: Böhme, 1809; Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage Leipzig: Friedrich Hofmeister; Vierte und fünfte verbesserte und vermehrte Auflage Leipzig: Friedrich Hofmeister http://www.studia-instrumentorum.de/MUSEUM/GITARREN/QB/git_sachsen_schulen.htm

Neue Guitarre-Schule oder die einfachsten Regeln die Guitarre auch ohne Lehrer spielen zu lernen ( 1830 ) [Leipzig bei Friedrich Hofmeister - Zweite verbeßerte und vermehrte Auflage]

Lehmann, Johann Traugott, 1782-

http://opacplus.bsb-muenchen.de/title/BV040237757/ft/bsb11155600?page=15


Wranitzky und Lehmann, Variationen über „Ich bin liederlich“ für Violine oder Mandoline und Gitarre (Wien, 1809)

Bei meinen Recherchen zur Wiener Mandolinengeschichte des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts stieß ich auf eine bisher unbekannte Variationsfolge von Violine/Mandoline und Gitarre. In diesem Blogbeitrag werden wir uns zunächst die Publikation ansehen, die dieses von mir entdeckte Set enthält. Als nächstes werden wir eine Geigenvariationssequenz besprechen, deren Ursprung ich aufgespürt habe. Die beigefügte Partitur gibt einen Überblick sowohl über das Original als auch über die Adaption, um beim Studium der Unterschiede zu helfen. Die Stimmbücher in der Ausgabe geben die Originalausgabe wieder, zu der sie gehörten.

Die Variationsfolge Mandoline/Violine und Gitarre zu „Ich bin liederlich“ in Lehmanns Gitarrenschule

Die Variationssequenz ist Teil einer derzeit weniger bekannten Gitarrenschule, die im frühen 19. Jahrhundert zumindest in Deutschland und Wien verfügbar war, aber über ein Jahrhundert lang weiter verbreitet wurde. Urheber der Methode ist Johann Traugott Lehmann (aufgeführt als geboren 1782 in Fétis). Die erste Fassung der Lehmannschen Gitarrenschule erschien meines Wissens um 1806 in Dresden (Arnold). Dem sollte recht bald eine neue Fassung folgen, die 1809 in Leipzig und Merseburg von Carl Gottlob Böhme herausgegeben wurde. Zumindest von 1811 scheint Hofmeister weitere Auflagen übernommen und herausgegeben zu haben. Es muss eine ziemlich wesentliche und weit verbreitete Methode gewesen sein, da es sogar eine französische Übersetzung gab. Die meisten Varianten der Methode sind in der Bayerischen Staatsbibliothek München zu finden. Hofmeister veröffentlichte (überarbeitete Versionen von) Lehmanns Gitarrenschule mindestens bis Anfang des 20. Jahrhunderts, daher sollten wir ihre Popularität und weite Verbreitung nicht unterschätzen.

Ursprünglich war die Methode als zweibändiger Beitrag konzipiert. Der erste Band beginnt mit einer allgemeinen Einführung in die Musiktheorie im Allgemeinen, die sich an Anfänger richtet. Es folgen viele Akkorde zum Lernen und einige Übungen. Lehmann urteilt eindeutig, dass die Begleitung ein wichtiger Teil des Gitarrenspiels ist und widmet ihr ziemlich viel Aufmerksamkeit. Der zweite Band richtet sich an fortgeschrittenere Spieler und enthält Musik von Mozart sowie einige andere Variationen und Tänze. Ich hatte Schwierigkeiten, erhaltene Exemplare dieses zweiten Bandes in all den verschiedenen Ausgaben aufzuspüren. Dies lässt mich vermuten, dass der zweite Band nur in den frühen Ausgaben veröffentlicht wurde (und wahrscheinlich nur in einer viel geringeren Anzahl als Band eins). Hofmeister hat wahrscheinlich nur Band 1 (wieder)veröffentlicht, da er mehr Chancen auf kommerziellen Erfolg hatte.

Band 2 der Böhme-Ausgabe von 1809 (wieder aus der Bayerischen Staatsbibliothek in München).


Titelseite von Band 2 der Gitarrenschule von Lehmann Bestand in der Bayerischen Staatsbibliothek in München

Obwohl Lehmann heute hauptsächlich für seine Gitarrenschule bekannt ist, veröffentlichte er auch einige andere Werke. Es gibt nur wenige Forscher, die sich mit Lehmann beschäftigt haben, daher behaupte ich nicht, dass mein sehr begrenzter Überblick, der auf meinen eigenen Recherchen basiert, umfassend ist. Aber aus meinen Sondierungsuntersuchungen geht hervor, dass Lehmann auch einige Vokalmusik mit Gitarrenbegleitung veröffentlicht hat. Ein frühes Exemplar, das von Breitkopf und Härtel in Leipzig herausgegeben wurde, scheint auf der Oper Fanchon das Leyermädchen von Friedrich Heinrich Himmel (1765-1814) zu beruhen . 1 Hofmeister bewarb einen weiteren vokalinspirierten Band, der 1805 angekündigt wurde, 2 mit Begleitung für Gitarre oder Klavier. Andere Bände basierten auf Musik von Salieri, wie Axur (vglmein früherer Blog-Beitrag, um über die Mandolinenarie in dieser Oper zu lesen ) und Palmira . Seine Veröffentlichungen werden normalerweise von Verlagen im heutigen Deutschland und nicht in Wien herausgebracht, obwohl sie offensichtlich auch in Österreich erhältlich waren.

Lehmann hat auch Klavierparts in einige seiner Werke aufgenommen (wie die Adaption von Stücken von Mauro Giuliani für Klavier und Gitarre). Er veröffentlichte einen Band mit dem Titel Gründliches, vollständiges und leichtfaßliches Stimmsystem, oder Anweisung wie ein Fortepiano- oder Klavierinstrumente auf die beste und leichteste Art, rein und richtig, in kurzer Zeit stimmen lernen kann: nebst allen zum Stimmen und Saitenaufziehen erforderlicher Regeln und Vortheilen, wie auch Anleitung sein Instrument in gutem Stande zu erhalten ). Ich hoffe sehr, dass ein Gitarrenwissenschaftler eine richtige Monographie über diese interessante Vorreiterfigur der Gitarre in Deutschland und Österreich verfassen wird, da er heute obskur scheint, aber zu seiner Zeit ziemlich bekannt war.

https://www.vantichelen.name/2022/10/22/wranitzky-and-lehmann-variations-on-ich-bin-liederlich-for-violin-or-mandolin-and-guitar-vienna-1809/


Se. Excellenz, Hr. Friedr. Ludwig Wurmb, Konferenzminister, wirklicher geheimer Rath, auch Direktor der Kommerzien=Deputation.

  • Rétablissement (Kursachsen): Hauptziel war die Unterstützung der Wirtschaft, um diese wieder in Gang zu bringen. Dabei wurde sich an den Auffassungen des Nationalökonoms Johann Heinrich Gottlob von Justi orientiert. Dazu wurde im April 1764 die Landesökonomie-, Manufaktur- und Kommerziendeputation eingerichtet. Direktor bis 1800 wurde Friedrich Ludwig von Wurmb. Die Behörde überwachte Bevölkerungsbewegungen, Erziehung, Unterricht, Agrarwesen, Forstwirtschaft und Jagdwesen, Fischerei, Handel, Manufakturen und Fabriken. Um die Fortentwicklung der Wirtschaft zu stimulieren, wurden für Erfindungen und Verbesserungen Prämien ausgesetzt. Unternehmer wurden mit Krediten unterstützt. Dafür wurden bis 1827 2,25 Mio. Taler aufgewendet. Auch private Vereinigungen von Kaufleuten, Handwerkern, Beamten und Grundherrschaftsbesitzern unterstützten die Kreditvergabe mit eigenen Zusammenschlüssen.


Nr. 746.

Nr. 747.


S. 175.


Nr. 748.

Nr. 749.

Nr. 750.

Nr. 751.


S. 176.


(In diesem Hause ist die Schmiedeberger Eisenniederlage.)

Nr. 752.

Nr. 753.

Die folgende Nr. 754. s. Neue Landhausgasse.


S. 177.


Nr. 755.

b) rechter Hand,

nach dem Neumarkte zuruͤck.

Nr. 756.


S.178.


Nr. 757.

Nr. 758.


S. 179.


Nr. 759.

(In diesem Hause ist die kurfuͤrstl. Hofbuchdruckerey des

des Hrn. Hofbuchdruckers, Meinhold, welcher dasselbe besitzt.)

Nr. 760.

Nr. 761.

Nr. 762.

S. 180.


Nr. 763.

Nr. 764.

Sebottendorffsches Haus

Im Gewoͤlbe betreibt die Federschmückerinn Wittfrau Rotterdamm einen Laden und ihre Werkstatt.


Besitzer ist Johann Jakob Baͤrend.


Im Hause wohnt der Oberster von der kursächsischen Armee Friedrich Gottlob von Haugwitz.


Nr. 765.

Im Gewoͤlbe betreibt Schneidermeister George Michael Prost einen Laden und seine Werkstatt.

Das Haus gehört der Ehefrau des kurfuͤrstlichen Hofchirurgus Karl Friedrich Ferdinand Schade. Das Ehepaar bewohnt die Belle Etage ihres Hauses.

Hier wohnt auch der Senator Dr. August Wilhelm Fuͤssel, 1785 Deputatus der Vormundschaftsstube und Inspektor der Personensteuer am Rathsstuhl, 1804 Deputierter (Obervormundschaftsdeputatus) in der Vormundschafts- auch Kauf- und Lehnstube und Pfennigsteuereinnehmer daselbst.


Nr. 766. S. 181.

Nr. 766.

Im Gewoͤlbe (Erdgeschoß) ist die kurfuͤrstliche Spiegelfabrikniederlage, ein Werksverkauf der kurfuͤrstlichen Spiegelschleife am Weißeritzmühlgraben. Aufwaͤrter (Verkäufer, Verantwortlicher) bei der Spiegelfabrikniederlage ist Herr Donath, der im Hause im obersten Geschoß wohnt.

Das Haus gehört Herrn Dr. Johann Traugott Kemter, der die Belle Etage bewohnt. Er ist

  • Amtsverweser des kurfuͤrstlichen saͤchsischen Amtes Laußnitz (mit Gräfenhain, Höckendorf und Großokrilla; siehe Amt Laußnitz 1551 - 1764 - 1816) bei Königsbrück, rund 28 km von Dresden entfernt
  • Rechtskonsulent und
  • Gerichtsdirektor

Im Haus befindet sich auch das Fuͤrstlich Schwarzburgisch-Sondershauser Konsulat im Kurfuͤrstentum Sachsen, welches der Hausbesitzer Johann Traugott Kemter als "fuͤrstl. schwarzburg. sondershaus. Konsulent und Agent" ebenfalls in der Belle Etage in einem großen repräsentativen Raum mit den Fenstern auf die Moritzstraße betreibt. Ein Schild neben der Haustür weist auf das Konsulat hin. Seit 1794 war Günther Friedrich Carl I. von Schwarzburg-Sondershausen regierender Fürst, davor sein Vater Christian Günther III..

Johann Traugott Kemter hatte als Amtsverweser von Laußnitz (Oberlausitz) beruflich regelmäßig mit dem Johann Wilhelm Traugott von Schönberg (1721–1804) zu tun, seit 1764 Oberamtshauptmann des Marggraftums Oberlausitz (seit 1635 von den böhmischen Landen als Friedenpfand zu Sachsen). Über ihn lernte er auch dessen Hofmeister Johann Karl Wezel (1747–1819) kennen, der von 1769 bis 1775 in Bautzen bei von Schönberg lebte und arbeitete und seit 1772 jährlich in Leipzig publizierte. Wezel reiste deswegen regelmäßig auch über Dresden, wo von Schönberg Verwandte hatte, und besuchte Johann Traugott Kemter, der dadurch auch zu Gegenbesuchen bei Wezels Familie in Sondershausen angeregt wurde. Hieraus entwickelte sich Kemters Amt als Fuͤrstlich Schwarzburgisch-Sondershauser Konsulent und Agent. Er wurde anfänglich besonders durch die Schwarzburgisch-Sondershauser Fürstin Charlotte Wilhelmine von Anhalt-Bernburg (1737–1777) gefördert, Tochter des Fürsten Victor Friedrich von Anhalt-Bernburg. Das Konsulat konnte er im eigenen Hause an günstiger Stelle einrichten. Dem ehemaligen Haus von Kemter schräg gegenüber befand sich nach der Wende 1989/90 am Neumarkt 12 das Honorarkonsulat des Königreichs Spanien ebenfalls in dieser zentralen Lage. Auch zu Kemters Zeit gab es bereits eine königlich-spanische Gesandtschaft in Dresden.

Nr. 767.

AB 1797: S. 181.

Nr. 767.


Hr. Karl Aug. Hanckel, Knopf= u. Krepinmachermeister. [Dresden Morizstraße 767]


Hr. Karl Glieb. Hommeyer, Gold= u. Silberfabrikant, hat das Gewoͤlbe in diesem Hause. [Dresden Morizstraße 767]


Hr. M. Karl Friedr. Lohdius, Diakonus und Freytagsprediger an der Kreuzkirche. [Dresden Morizstraße 767]

Hr. Franz Seconda, Hofschauspieldirektor.

(Dieses Haus besitzen die Voigtischen Erben.)

Die folgende Nr. 768. s. Neumarkt.

Vgl. Kurs:Dresden/Gebäude/Nr. 767

Die folgende Nr. 768. s. Neumarkt.

Zimmermannsches Haus (Hotel Stadt Rom), Neumarkt 10 in Dresden, Entwurf von Andreas Adam um 1739.

S. 182 : "Neumarkt."

Wappen derer von Wilmsdorff (= von Prebendow) - Genealogisches Handbuch des Adels, Band 137, 2005.

Wappen der Grafen von Prebendow: Siebmacher: Wappenbuch der preussischen Monarchie, Band 19, von J. A. Tyroff, Konrad Tyroff

S. 186 AB 1797 "Zwischen der Moritzstraße und der kleinen Kirchgasse. Nr. 768."

Hr. D. Karl Friedrich Behrisch, Oberkonsistorialrath.

[Hr.] Karl Casanova.

Jgfr. Susanne Frais.

[Hr.] Anton Klinger, kurfuͤrstl. Kammermusikus.

Fraͤul. Beate von Leyser.

Se. Durchl. Fuͤrst Poutiatin.

(Dieses Haus besitzt Fr. Graͤfinn Przebendowska, es ist das

letzte Haus im vierten Stadtviertel.)


NAMENVERZEICHNIS III: Die Spieler von Orchesterinstrumenten/Saiteninstrumenten, geordnet nach Instrumenten, in jeweils chronologischer Folge geordnet nach Instrumenten, innerhalb eines Instruments nach Dienstantritt; † nur angegeben für aktiv im Dienst Verstorbene;

Bratschist Anton Klinger (1782-1799†)

Ehemalige Kapellmeister (= Kpm), Kirchen- und Cammer-Compositeurs, Dirigenten Bis ca.1870: grundsätzlich mit Komponierverpflichtung; bis 1918: die Kpm führten den Titel Hofkapellmeister. Zu allen Personen siehe Lexikon-Artikel und Spezial- bzw. weiterführende Literatur)


  • Joseph Schuster, 1772-1812†, Kirchen-Compositeur, Kpm; Werke-Slg. in der SLUB.
  • Franz Seydelmann, 1772-1806†, Kirchen-Compositeur, Kpm; Werke-Slg in der SLUB.
  • Vincenzo Rastrelli, 1795-1802, 1807-1814, 1824-1831 Kirchen-Compositeur.


Kapell-Administration

  • 1548-1710 Kapellmeister in Verbindung mit dem Oberhofmarschallamt,
  • 1710-1815 Directeurs des plaisirs,
  • Friedrich August von Koenig (1763-1792)
  • August Carl Graf Bose (1792-1800)
  • Joseph Friedrich Freiherr zu Racknitz (1800-1803, 1813-1815)
  • Carl Alexander Nicolaus Graf Vitzthum von Eckstädt (1803-1813) [Vitzthum I]

Hoheitliche Zuständigkeiten für die Kapelle

  • 1548-1918 die Kurfürsten und Könige des Hauses Wettin, albertinische Linie (1813-1815 an
ihrer Statt ein russisch-preußisches Generalgouvernement). 

Offizielle Namen der Kapelle

  • 1690ff: Churfürstl. Hoff-Capelle
  • 1710-1763 Kgl. Pohlnische und Churf. Sächßische Capell- und Cammermusique
  • 1764-1806 Churfürstliche Capell- und Cammermusique
  • 1807-1813 Königliche Kapell- und Kammer-Musik
  • 1814-1815 Königlich sächsische musikalische Kapelle
  • 1816-1919 Königliche musikalische Kapelle

NAMENVERZEICHNISSE DER SÄCHSISCHEN STAATSKAPELLE DRESDEN: EIGENE BENENNUNGEN , NAMEN DER ADMINISTRATOREN, DER MUSIKALISCHEN LEITER UND DER EHEMALIGEN MITGLIEDER VON 1548 BIS 2013, IN SYSTEMATISCH-CHRONOLOGISCHER FOLGE

Vorgelegt von Ortrun Landmann 2013, seither jährlich aktualisiert und korrigiert (Stand: August 2017)

https://www.staatskapelle-dresden.de/fileadmin/home/Archiv/pdf/diverses/Historische_Verzeichnisse_Stand_September_2017.pdf

Dresden, dargestellt aus dem Gesichtspunkte der Cultur. Dresden, 1804. in der Arnoldischen Buch- und Kunsthandlung.

Folge mir zurück auf den Neumarkt. Unter mehrern zeichnen sich die drei Häuser des App. R. D. Kind aus; ferner das gräflich Prebndowski'sche Eckhaus an der Moritzstraße, No. 768; . . . .

Auf der Moritzstraße sind sehenswerth: a) das Haus des Ministers Carlowitz, ehemals das Wolfersdorfische Haus, welches einst der unglückliche Canzler Crell bewohnte. Bähr hat es nach einer componirten Säulenordnung gebaut. Es hat 7 Fensterbreiten mit mehr als 70 Zimmern, einen Erker mit Säulenschmuck, und einige Büsten römischer Helden in den Blenden. b) das im reinsten architektonischen Geschmack, nach römischer Ordnung von Hölzer erbaute Gräfl. Vitzthum'sche Palais, Num. 763. Die drei großen Arkaden der ersten Etage mit runden Verdachungen umgreift ein auf Consolen ruhender Austritt mit eisernem Geländer. Die Füllungen in der Brüstungen enthalten in Stuck die Embleme der Künste und Wissenschaften Im Vorhause zeichnet sich die freistehende Reihe ionischer Säulen und das geschwungene Geländer der Treppe aus. Ein Speisesaal ist im antiken Stile verziert, und das Ganze mit großer Einsicht abgetheilt. c) Num. 757, ein nettes, dem Architekt Heyne gehöriges Privathaus. d) Num. 758, das Gräfl. Wallwitz'ische Haus, mit einem Hauptmittel von 3 Fenstern, deren Verdachungen gut gearbeitete Frontons und Schilder haben. e) Num. 759, das Meinholdische, mit der Hofdruckerei. f) Num. 766, das D. Kemter'sche, wo sich die Spiegelniederlage befindet. g) das Haus des Leibchirurgus Schade.

Im Prospekte von der Moritzstraße liegt auf der großen Schießgasse das ehemalige Brühl'sche, jetzt Fizeaux'sche Palais, Num. 714, ein für seine Größe zu reich und kleinlich verziertes Gebäude, mit einer Fronte von 20 Fenstern. Das Hintergebäude stößt auf den Stadtwall, wo Promenaden vom Seethor bis zum Pirna'schen führen.

Dresden, dargestellt aus dem Gesichtspunkte der Cultur. Dresden, 1804. in der Arnoldischen Buch- und Kunsthandlung.

Taschenbuch für Fremde in Dresden, die ihren Aufenthalt daselbst zweckmäßig benutzen wollen. Dresden, bey Heinrich Gerlach. 1804.

Herrschaftliche Palais.

Das sonst Flemming'sche, bildet die Ecke von der Moritzstraße am Neumarkte und hat ein gutes Ansehen.

Das ehemalige Wolfersdorf'sche, jetzt Carlowitz'sche auf der Moritzstraße, verdient mit Recht unter die schönsten Gebäude der Residenz gezählt zu werden.

Das Gräfl. Vitzthumb'sche auf der nämlichen Straße, ist nach römischer Ordnung gebauet und präsentirt sich sehr vortheilhaft.


Taschenbuch für Fremde in Dresden, die ihren Aufenthalt daselbst zweckmäßig benutzen wollen. Mit Kupfer und Charte. Dresden, bey Heinrich Gerlach. 1804.

Verpacht- und Vermiethungen. 1807

Dresdner Anzeigen. 4tes Stück. Montags den 12. Janaur 1807.

11) Auf der Moritzstraße No. 750 ist in der dritte Etage eine Stube von zwey Fenstern, mit Meubles von dato an, zu vermiethen.

Dresdner Anzeigen. 9tes Stück. Donnerstags den 29. Januar 1807.

4) Zu Ostern d. J. ist auf der Moritzstraße in No. 749 ein, zur Bewohnung einzelner Personen bequemes, im 4ten Stockwerke befindliches, kleines Quartier zu vermiethen.

10tes Stück. Montags den 2. Februar 1807.

6) Auf der Moritzstraße in 762 ist das Parterre zu vermiethen und 3 Treppen nachzufragen.

Neue Landhausgasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]

S. 181.

Neue Landhausgasse.

Zwischen der Moritzstraße und dem Hofe des

Landhauses.

Von der Moritzstraße nach dem Landhaushofe zu,

rechter Hand.

Nr. 754.

S. 182.


Die folgende Nr. 755. u. s. w. s. Morizstraße.


†Landhausgäßchen, von der Moritzstraße nach dem Hofe des Landhauses, im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts angelegt, hieß erst Neue Landhausgasse, seit 1840 Landhausgäßchen; es verschwand bei Anlegung der König Johann-Straße im Jahre 1886.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 81.

Neumarkt

[Bearbeiten]

Frauenmarkt s. Neumarkt. (Hantzsch)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]


S. 182.

Neumarkt.

Zwischen der kleinen Kirchgasse und der großen

Frauengasse.

Von jener nach dieser zu.

Nr. 443.

Die folgende Nr. 444. u. s. w. s. kleine Kirchgasse.

Nr. 403.


S. 183.


Die folgende Nr. 404. u. s. w. s. große Frauengasse.

Zwischen der Frauenkirche und der Augustus=

straße.

Nr. 568.

Nr. 569.


S. 184.


Nr. 570.

Nr. 571.

(Der Lindenbergische Gasthof.)

Diese Haͤuser Nr. 443. 403. 568. bis mit 571. gehoͤren in

das dritte Stadtviertel.

Die folgende Nr. 572. u. s. w. s. Augustusstraße.

Zwischen der Pirnaischen Gasse und der

Morizstraße.

Nachstehende Haͤuser gehoͤren in das vierte Stadtviertel.

Nr. 739.


S. 185.


(In diesem Hause ist die Salomonsapotheke, die Chlad=

nischen Erben besitzen dasselbe.)

Nr. 740.

Nr. 741.

Nr. 742.

(Hotel de Saxe.)

Die folgende Nr. 743. u. s. w. s. Morizstraße.


S. 186.


Zwischen der Morizstraße und der kleinen Kirchgasse.

Nr. 768.

(Dieses Haus besitzt Fr. Graͤfinn Przebendowska, es ist das

letzte Haus im vierten Stadtviertel.)


Am Neumarkt. Dieser Platz entstand in der Hauptsache auf dem Raume, den bis 1546 die alte Stadtmauer eingenommen hatte. Bei dem Neubau der Festungswerke unter Kurfürst Moritz war sie zwischen dem Brückentore und dem Kreuzpförtchen abgebrochen und der davor befindliche Graben zugeschüttet worden, um die durch die Mauer bisher abgetrennte sog. Neustadt d. h. die Töpfer-, Fischer-, [100] Rampische und Pirnaische Gasse (jetzt Landhausstraße) nebst dem Raume um die Frauenkirche mit der alten Stadt zu vereinigen. Der nun entstandene neue große Platz hieß von Anfang an Neumarkt (1552 Newmarck in der Neustadt, 1556 Nawmarckt) zum Unterschiede von dem alten Markte. Vereinzelt wird der Neumarkt 1555 auch einmal Frawenmarckt genannt.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 99.

Pirnaische Gasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]

S. 164.

Pirnaische Gasse.

Vom Neumarkte nach dem Pirnaischen Thore zu,

a) linker Hand.

Nr. 681.

Nr. 682.


S. 165.


Nr. 683.

Nr. 684.

Nr. 685.

Nr. 686.

Nr. 687.


S. 166.


Nr. 688.

Nr. 689 a.

Nr. 689 b.

(Vorstehende zwey Haͤuser Nr. 689 a. und Nr. 689 b. gehoͤren Em.

E. Stadtmagistrate allhier. Die Nr. 689 b. ist aber nicht

angeheftet, so wie bey Nr. 689 a. das a nicht bemerkt ist.)

Nr. 690.


S. 167.


Zwischen diesem und dem folgenden Hause Nr. 691. liegt

das kurfuͤrstliche Gebaͤude, in welchem die Hofpostamts = Ex=

pedition sich befindet, auch folgende Personen wohnen:

Nr. 691.

Nr. 692.

Nr. 693.


S. 168.


Zwischen diesem und dem folgenden Hause Nr. 694. liegt das

kurfuͤrstl. Amtshaus, in diesem sind:

Die Oberrechnungsdeputation.

Die Landes= Oekonomie= Manufactur und Kom=

merzien= Deputation.

Die kurfuͤrstl. Hauptauswechselungskasse.

Die Polierykommission.

Das Justizamt.

Das Rentamt, und

die Amtsschreiberey.

Auch wohnen in demselben:

Nr. 694.

Nr. 695.


S. 169


Nr. 704.

Die folgende Nr. 705. u. s. w. s. große Schießgasse.


Landhausstraße, 1388 als platea Pirnensis, 1391 als Pyrnissche gasse, 1410 als Pirnergasse erwähnt, hieß später Pirnische oder Pirnaische Gasse, von 1840 an Innere Pirnaische Gasse, weil sie, innerhalb der Stadtmauer liegend, nach dem 1820 abgebrochenen Pirnaischen Tore führte. 1859 erhielt sie ihre heutige Benennung nach dem an ihr 1774-1775 aufgeführten Landhause.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 81.

Rampische Gasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]

S. 151.

Rampische Gasse.

Zwischen der Frauenkirche und der kleinen

Schießgasse.

Von der Frauenkirche nach der kleinen Schießgasse zu,

a) linker Hand.

Nr. 648.


S. 152.

Nr. 649.

Nr. 650.

Nr. 651.

Nr. 652.

S. 153.

Nr. 653.

Nr. 654.

Nr. 655.

Nr. 656.

Nr. 657.

Nr. 658.

Nr. 659.

S. 154.

Nr. 660.

Nr. 661.

Nr. 662.

Nr. 663.

Die folgende Nr. 664. u. 665. s. kleine Schießgasse.

b) rechter Hand,

nach der Frauenkirche zuruͤck.

Das kurfuͤrstl. Kuffenhaus, in demselben wohnt in

diese Straße hinaus:

Das kurfuͤrstl. Wagenhaus, in dem Gebaͤude

linker Hand wohnen:


S. 155.


(In diesem Hause ist die Feldartillerieexpedition.)

In dem Gebaͤude rechter Hand wohnt:

Nr. 666.

Nr. 667.

Nr. 668.

(Im Erdgeschoß dieses Hauses ist die Gouvernements=

kanzley.)

Nr. 669.


S. 156.


Nr. 670.

Nr. 671.

Nr. 672.

Nr. 673.

Nr. 674.

S. 157.

Die folgende Nr. 675. u. s. w. s. an der Frauenkirche.


Rampische Gasse, Innere Rampische Gasse s. Rampische Straße.

Äußere Rampische Gasse s. Pillnitzer Straße.

Vor dem Rampischen Schlage s. Striesener Straße.

[115] Rampische Straße, um 1370 platea Ramticz, 1396 Ramticzgasse, 1407 Rampelsgasse, 1409 Rampuldißsche gasse, 1449 Rampische gasse, 1461 Rampiczschgasse, hat ihren Namen von dem durch einen deutschen Kolonisten Ramfold wohl in der Gegend der heutigen Pillnitzer Straße angelegten Dörfchen, das im Anfange des 14. Jahrhunderts als Ramvoltiz oder Ramaltiz urkundlich erwähnt wird, aber wohl schon im 15. Jahrhundert verschwunden ist, wahrscheinlich weil es bei der Ausbreitung der Fischervorstadt in diese hineinwuchs. Nach und nach wurde die Namensform Rampische Gasse allgemein, im Volksmunde aber benutzte man lieber die verstümmelte Form Rammsche Gasse. Im Jahre 1840 erhielt die Gasse die Bezeichnung Innere Rampische Gasse zum Unterschiede von der in der Vorstadt gelegenen Äußeren (jetzt Pillnitzer Straße); 1859 wurde sie Rampische Straße benannt.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 114f.

Rokelorgäßchen

[Bearbeiten]

Das Neumarktareal und die Brühlsche Terrasse in Frühromantik und Hochromantik/ Rokelorgäßchen

Rokelorgäßchen s. Badergasse. (Hantzsch)

†Badergasse, im 16. Jahrhundert das Loch genannt, womit man aber ursprünglich nicht nur diese Gasse, sondern alle ihre wohl etwas tiefgelegenen Nachbargassen bis zur heutigen Kreuzstraße bezeichnete. Das Loch oder die Lochgasse begann am Altmarkt bei der jetzigen Galeriestraße und endete beim Ausgange der Kleinen Frohngasse. Der zwischen Altmarkt und Weiße Gasse liegende Teil trug im 18. Jahrhundert die Bezeichnung An der Badstube nach dem seit dem Ende des 15. Jahrhunderts bis 1863 dort befindlichen städtischen Badehause, der „Rathsbaderei“; der hintere, bei der Kleinen Frohngasse als Sackgasse endende Teil hieß auch damals noch das Loch, während der von hier abgehende ganz kurze Verbindungsweg nach der Moritzstraße den Namen Rokelorgäßchen (roquelaure hieß ein vom Herzog von Roquelaure 1715 eingeführter Regenrock) geführt haben soll. Im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts wurde die Lochgasse Badergasse benannt, welcher Name ihr verblieb, bis sie 1885 in der König Johann-Straße aufging.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 10.

Das Rokelorgäßchen (ab den 1840er Jahren auch Schönburgsches Gäßchen) war eine sehr schmale Pflasterstraße vom ab 1886 abgerissenen Loch (später Lochgasse oder Badergasse) bzw. dem Sack hin zur Morizstraße (heute Moritzgasse). In dem Gäßchen lag bis etwa 1835 der Sackplatz. Es wurde um 1700 nach dem französischen Regenmantel Roquelaure benannt. Diese Bezeichnung verlor sich wegen der Ungebräuchlichkeit dieser Mode in den 1840er Jahren und wich der Benennung nach dem Adelsgeschlecht von Schönburg(-Waldenburg), welches den größten Teil der angrenzenden Grundstücke aufgekauft hatte. Das Rokelorgäßchen wurde um 1885/1886 beim Durchbruch der König-Johann-Straße abgerissen.

Geschichte

Die Zeit der Entstehung ist nicht gesichert. Die Morizstraße wurde 1548 als Neue gasse in der Nauestadt angelegt. Bis dahin befand sich die mittelalterliche Stadtmauer dort, deren ehemaliger Verlauf heute durch die Moritzgasse und in der Verlängerung durch die Augustusstraße angezeigt wird.

Vor 1548 lag an Stelle der Morizstraße demzufolge eine enge Stadtmauergasse, wie sie beispielsweise durch die Straßen An der Mauer oder Wallstraße überliefert sind.

Nach dem Stadtplan Dresden um 1500 aus dem Sächsischen Schulatlas (auch: Lange-Diercke) wurde die Verbindung von der Rathsbaderei zum Neumarkt nur durch die Kirchgasse gewährleistet, eine Verbindung an Stelle des Rokelorgäßchens existierte noch nicht.[109]

Das 1945 verbrannte hölzerne Stadtmodell von 1519 zeigte keine Bebauungslücke in der Lochgasse, so dass eine Verbindung zur Stadtmauergasse an der Stelle des Rokelorgäßchens nicht bestanden haben dürfte. Das Loch stieß an seinem Ende auf die Stadtmauer. Hieraus ist der Sack entstanden.[110]

Nach dem Plan "Dresden, eine erweiterte Festung" von Bruno Krause (1893) bestand die später Rokelorgäßchen genannte Verbindung bereits 1551. Da diese über keine Hausnummern verfügte, ist dies allerdings rein hypothetisch.[111]

Nach der Perspektivischen Stadtansicht Dresdens um 1634 von Andreas Vogel (1588-1638), nachgestochen 1827 durch Friedrich Martin Reibisch (1782-nach 1850), bestand in der Bebauung der Morizstraße eine deutliche Lücke für die Verbindung zum Loch mit dem Sack. Diese Bebauungslücke ist so deutlich, dass von einer längeren Existenz dieser Verbindung, durchaus seit 1548/1551, ausgegangen werden kann.[112] Nach dieser Darstellung wurde das Rokelorgäßchen zur Kleinen Frohngasse gerechnet.

Etymologie

Eine Bezeichnung als Rokelorgäßchen kann frühesten am Ende des 17. Jahrhunderts erfolgt sein, da der Begriff Roquelaure (Roquelor, Rockelor)[113] für einen Regenmantel (Regenrock, Reiserock)[114] erst durch Antoine-Gaston-Jean-Baptiste de Roquelaure (* 1656; † 6. Mai 1738 in Paris) geprägt wurde. Dieser war der zweite (und letzte) Herzog von Roquelaure, Pair von Frankreich und später auch Marschall von Frankreich. Der Herzog von Roquelaure war der Besitzer des Lehens Roquelaure im Bas-Armagnac (heute im Département Gers) im Südwesten von Okzitanien.[115]

Das edle, oft pelzbesetzte und mit Seide gefütterte französische Kleidungsstück wurde in der Regierungszeit des "Sonnenkönigs" (Roi-Soleil) Ludwig XIV. (Louis XIV, * 5. September 1638 in Schloss Saint-Germain-en-Laye; † 1. September 1715 in Schloss Versailles) zur Männermode und bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Frankreich durch den Redingote abgelöst.[116] Die Angabe von Adolf Hantzsch "roquelaure hieß ein vom Herzog von Roquelaure 1715 eingeführter Regenrock" ist in sofern ungenau, als dass sie sich lediglich auf das Todesjahr des Sonnenkönigs bezieht.[117] Nach dem "Nouveau dictionnaire encyclopédique universel illustré - Librairie illustrée, 1885" wurde der "Roquelaure wahrscheinlich früher verwendet, als die Zeugnisse angeben".[118] Um unter dem Sonnenkönig zu einer Modeerscheinung zu werden, muß der Roquelaure bereits um 1700 oder sogar davor eingeführt worden sein.

In der Regierungszeit von August dem Starken (* 12. Mai 1670 in Dresden; † 1. Februar 1733 in Warschau, reg. seit 27. April 1694) diente das Frankreich des Sonnenkönigs Kursachsen als ein Vorbild, woher auch viele neue Strömungen und Moden übernommen wurden.

Die Morizstraße war nicht nur Bestandteil des offiziellen Zugangs zur Residenzstadt über Augustusbrücke, Augustusstraße, Neumarkt, An den Fleischbänken und Kreuzgasse zum Altmarkt (das Georgentor war von 1556 bis 1738 zugemauert), sondern auch eine der breitesten und modernsten Straßen der damaligen Zeit. Sie war deswegen ein "belebter Boulevard"[119], auf dem die Bürger flanierten. Bei einsetzendem Schlechtwetter zogen sich dann etliche Männer ihren "Rokelor" über und nutzen das Rokelorgäßchen, um schnell nach Hause zu gelangen.[120]

Photographie vor 1885

Der Eingang zum Rokelorgäßchen von der Moritzstraße aus wurde vor dem Abbruch 1885 mit einer Aufnahme des Palais Vitzthum-Schönburg dokumentiert.[121] Zu diesem Zeitpunkt besaß dieses Gäßchen trotz seiner Enge links und rechts ein Trottoir, so dass die Fahrbahn nur eingleisig für sehr schmale Kutschen oder Wagen benutzbar war.

Angrenzende Grundstücke

Da die kurze Verbindung des Rokelorgäßchens erst in der frühen Neuzeit geschaffen wurde, waren ihr keine Hausnummern zugeordnet, wie sonst in der Festungsstadt üblich.

Morizstraße

Nr. 763 (1840: Nr. 19): Palais Vitzthum-Schönburg

Das Palais Vitzthum-Schönburg begrenzte das Rokelorgäßchen im Nordosten. Es wurde vor 1756 errichtet und 1760 bei der preußischen Belagerung von Dresden schwer beschädigt.

1774 erwarb Graf Friedrich August Vitzthum von Eckstädt († 1803) die Ruine und ließ sie nach Plänen von Gottlob August Hölzer (* 1744 in Dresden; † 18. Februar 1814 ebenda) wieder aufbauen.

Er vermietete dieses repräsentative Palais, damals das imposanteste Gebäude in der boulevardartigen Morizstraße, an die Russisch-kaiserliche Gesandtschaft, welche dort eine Russisch-kaiserliche Gesandtschaftschaftskapelle einbauen und weihen ließ.

Das in dieser Zeit "gräflich Vitzthumsches Haus" genannt Palais war neben dem 1739 errichteten Palais Hoym in der Pirnaischen Gasse der zweite (der östliche) der beiden Point de vues, welche damals den Reiz der Friesengasse ausmachten.

1779 folgte Alexander Michailowitsch Belosselski im Rang eines Kammerjunkers seinem verstorbenen Bruder Andrei Belosselski-Beloserski als "russisch-kaiserlicher Gesandter" am kurfürstlich-sächsischen Hof in Dresden.

Er wurde 1790 von Johann von Mestmacher abgelöst, der 1797[122]und 1799[123] als "russisch kaiserl. wirklicher Staatsrath und außerordentlicher Gesandter am kursächs. Hofe" in den Dresdner Adressbüchern erwähnt wird. Die Adresse lautete damals: "Morizstraße Nr. 763". Das Haus Nummer 763 wie auch das sich südlich des Rokelorgäßchens anschließende Haus Nummer 762 besaßen laut Adressbuch "die graͤfl. Vitzthumischen Erben".

In dem Palais wohnten 1797 noch der Haushofmeister Stange "beym Freyherrn von Mestmacher" und ein "Fraͤullein von Tettau".[124]

"Kapelldiener an der rußisch-kaiserl. Gesandschaftskapelle" war zu diesem Zeitpunkt Basilius Lalitsch (serbisch: Wasilije Lalić), ein orthodoxer Geistlicher ("Altardiener"). Rußland hatte ab der Mitte des 18. Jahrhunderts über 100.000 Serben aufgenommen, welche ihres orthodoxen Glaubens wegen vom römisch-katholischen Österreich vertrieben wurden. In Dresden lebte man dann wieder einträglich beeinander, auch die Kaiserlich-königliche österreichische Gesandtschaft besaß eine Kaiserlich-königliche österreichische Gesandtschaftkapelle mit "Kapelldiener". Basilius Lalitsch wohnte allerdings nicht mit in der Gesandtschaft, sondern zusammen mit einem lutherisch-orthodoxen Theologen, dem Kandidat des Predigtamts Gottfried Lah, in der Schreibergasse 14 bei Frau Lotze, der Gattin des Obersteuerexpeditors Johann Gottlieb Lotze (etwa in der Mitte der östlichen Seite der Schreibergasse).[125]

1837 ist als Besitzer des Palais der "Fürst v. Schönburg=Waldenburg" angegeben.[126] Das Haus wird jetzt als Palais Vitzthum-Schönburg bezeichnet. Der Fürst besitzt auch das Haus Moritzstraße Nr. 762b.

Auch 1839 besitzt der "Fürst v. Schönburg=Waldenburg" das Palais und die Nr. 762b, das Haus Nr. 762a gehört "Schäfermeyers Erben".[127]

Laut Adresskalender von 1840 besitzt der "Fürst von Schönburg" die Moritzstraße Nr. 19, die neue Adresse des Palais Vitzthum-Schönburg.

Nr. 762 (1840: Nr. 18)

Das Grundstück Morizstraße Nummer 762 begrenzte das Rokelorgäßchen im Südosten. Es wurde um 1835 in das Vorderhaus an der Morizstraße (Nummer 762a) und den freien Platz am Sack geteilt, der aus dem ehemaligen Sackplatz sowie der Brache der 1760 zerstörten nördlichen Bebauung des Sackes bestand, welche keine Nummer bei der Einführung der Häusernummern bekam (1837: Moritzstraße 762b, 1840: Badergasse 17). An diesem freien Platz gab es einen Brunnen sowie einen öffentlichen Waschplatz. Ende des Spätmittelalters gab es hier eine Bebauung, offenbar auch noch nach dem Stadtplan von 1755[128]. Bis 1760 verbreiterte sich das Rokelorgäßchen von der Morizstraße in Richtung Loch. Das Haus am Sack war deutlich schmaler als das Haus an der Morizstraße, und so bildete sich eine Ecke und mitten im Rokelorgäßchen ein kleiner Platz für den Brunnen und den öffentlichen Waschplatz, der Sackplatz. Das Haus am Sack wurde offenbar 1760 genauso zerstört wie das naheliegende Palais Vitzthum-Schönburg. Somit verdoppelte sich die Größe des Sackplatzes, der erst 75 Jahre nach dem preußischen Bombardement mit Mitteln des "Fürst v. Schönburg=Waldenburg" bebaut wurde.

Im Jahr 1797 betrieb Johanna Christiane Kretzschmar eine Weinstube in dem Gebäude Morizstraße 762. Des Weiteren wohnten dort:[129]

  • der "praktizirende Arztund Lehrer der Zahnchirurgie beym Colleg. med. chir." Karl August Andrèe
  • die Hoforganisten an der evangelischen Hofkirche Friedrich George und Johann Gottfried Kirsten
  • der Schutzjude Johann Eubeschütz

Das Haus Nummer 762 wie auch das sich nördlich des Rokelorgäßchens anschließende Haus Nummer 763 besaßen laut Adressbuch "die graͤfl. Vitzthumischen Erben".

Das Haus Nr. 762a besitzt 1837 ein Herr Schäfermeyer.[130] Der hintere Teil des Grundstücks wurde um 1835 von "Fürst v. Schönburg=Waldenburg" als Moritzgasse Nr. 762b aufgekauft.

1839 gehört das Haus Nr. 762a "Schäfermeyers Erben".[131]

Laut Adresskalender von 1840 gehört die Moritzstraße Nr. 18 der Witwe Schäfermeyer.

Lochgasse / nach 1820: Badergasse

Lochgasse Nr. 452 (1840: Badergasse Nr. 16)

Die Lochgasse Nr. 452 begrenzt das Rokelorgäßchen im Nordwesten.

Laut Adressbuch von 1797 besitzt der Weißbäckermeister Johann Samuel Mothes dieses Haus. Weiter wird ausgeführt:

"Neben diesem Hause ist das Hintergebaͤude des graͤfl. Vitzthumischen Hauses."[132]

Laut den Adressbüchern von 1837[133] 1838[134] und 1839[135] gehört dieses Haus der Witwe Modes.

Laut dem Adresskalender von 1840 gehörten die Badergasse Nr. 16 und Nr. 17 dem "Fürst v. Schönburg".[136] Die Badergasse Nr. 16 war die neue Bezeichnung für die Lochgasse Nr. 452.

Morizstraße Nr. 762b (1840: Badergasse Nr. 17)

Das Grundstück Moritzgasse Nr. 762 verfügte noch mindestens bis 1833[137] über einen unbebauten freien Platz, der bis zum Sack reichte. Auf dem Rokelorgäßchen stand dort ein Brunnen mit öffentlichem Waschplatz.

Ende des Spätmittelalters gab es hier eine Bebauung, die allerdings zum Loch gehörte. Nach dem Stadtplan von 1755[138] verbreiterte sich das Rokelorgäßchen von der Morizstraße in Richtung Loch. Das Haus am Sack war deutlich schmaler als das Haus an der Morizstraße, und so bildete sich eine Ecke und mitten im Rokelorgäßchen ein kleiner Platz für den Brunnen und den öffentlichen Waschplatz, der Sackplatz. Das Haus am Sack wurde offenbar 1760 genauso zerstört wie das naheliegende Palais Vitzthum-Schönburg. Somit verdoppelte sich die Größe des Sackplatzes, der erst rund 75 Jahre nach dem preußischen Bombardement wieder bebaut wurde.

Noch vor 1837 erwarb der "Fürst v. Schönburg=Waldenburg" diesen freien Platz und errichtete dort ein Gebäude.[139] Er ist in dem Jahr als Hausbesitzer von Moritzstraße Nr. 762b aufgeführt[140], ebenso 1838 und 1839.[141]

Laut dem Adresskalender von 1840 gehörten die Lochgasse Nr. 16 und Nr. 17 dem "Fürst v. Schönburg".[142] Die Nummer 16 war die ehemalige Lochgasse Nummer 452, frisch von der Witwe Modes erworben, die Nummer 17 war die ehemalige Moritzstraße Nummer 862b, der um 1835 überbaute freie Platz am Sack. Da auch die Moritzstraße Nr. 19, das große Palais Vitzthum-Schönburg, den Schönbergs gehörte und damit fast die ganze Gasse, wurde diese ab den 1840er Jahren "Schönburgsches Gäßchen" genannt.

Roßmaringasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 77

Roßmaringasse.

Zwischen der Schloß= und Schoͤssergasse.

Von der Schoͤssergasse nach der Schloßgasse zu,

a) linker Hand.

Nr. 349.

b) rechter Hand,

von der Schloßgasse nach der Schoͤssergasse zuruͤck.

Nr. 350.

Nr. 351.

(Im zweyten Stocke dieses Hauses ist des Hrn. Proklama=

tors, Fuͤssel, Auktion.)

Die folgende Nr. 352. u. s. w. s. Schoͤssergasse.


Rosmaringasse, ursprünglich von der Schloßstraße bis zur Großen Frauengasse (jetzt Galeriestraße) reichend, wird in früheren Jahrhunderten urkundlich unter verschiedenen Namen genannt: 1580 und 1637 kleine Niclaßgasse (s. Schössergasse); ebenfalls 1580 auch Petergeßleinn, 1662 Quergäßlein. Ihren östlich der Schössergasse gelegenen breiteren Teil bezeichnete man im 16. und 17. Jahrhundert als Brotmarkt oder auch An den Brotbänken nach den seit 1558 dort befindlichen Brotverkaufsständen (s. Frauenstraße). Seit dem Ausgange des 17. Jahrhunderts wurde der Name Rosmaringasse (1675 Roßmariengäßchen, 1707 Rosemarien-Gäßgen) dauernd üblich; angeblich wurden in der Gasse für die nach dem Frauenkirchhofe gehenden Teilnehmer an Beerdigungen Rosmarinzweige feilgeboten. Eine Zeit lang gehörte der breitere Teil der Rosmaringasse zur Großen Frauenstraße; 1840 wurde er mit dem schmaleren Stück zwischen Schloßstraße und Schössergasse wieder vereinigt, 1862 aber dauernd der bisherigen Mittlen Frauengasse zugewiesen und der letzteren die Benennung Frauenstraße beigelegt.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 122.

Salzgasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Viertel.]


S. 147.


Salzgasse.

Zwischen der Hintergasse und der Frauenkirche.

Von der Hintergasse nach der Frauenkirche zu,

a) linker Hand.

Nr. 640.

Nr. 641.


S. 148.


Nr. 642.

Nr. 643.

A. Nr. 6.

Nr. 644.

Die folgende Nr. 645. u. s. w. s. an der Frauenkirche.

b) rechter Hand.

Auf dieser Seite der Salzgasse liegt ein Theil des Salzhau=

ses, zu welchem der Eingang im Zimmerhofe ist, und

ein Seitenfluͤgel des graͤfl. Buͤnauischen Hauses.


Salzgasse, unter Kurfürst Moritz entstanden, dürfte wohl dieselbe sein, die 1551 als Roßengeßlein in der Nawstad und 1574 als Newe gasse am zeugkwagenhause Erwähnung findet. Ihren jetzigen Namen erhielt sie im 18. Jahrhundert nach dem 1587 dort erbauten Salzsiede- und Salzspeicherhause. Der östliche Teil der Gasse, der an der Rampischen Straße endet, hieß in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Volksmunde Hintergasse, wohl weil er dort die äußerste Gasse der Altstadt war; ferner Kleine Salzgasse im Gegensatze zu dem westlichen breiteren Stücke; dann An der Zeughofmauer, welch letztere die Gasse an der ganzen Nordseite begrenzte. Auch die Bezeichnungen Gasse am Salzhause und am Zimmerhofe wurden vom Volke angewendet. Der mitunter gebrauchte Spottname Todte Hühnergasse erinnerte daran, daß man sich in früheren Zeiten an solchen abgelegenen Stellen verendeter Tiere zu entledigen pflegte.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 124.

Schloßgasse

[Bearbeiten]

Das Neumarktareal und die Brühlsche Terrasse in Frühromantik und Hochromantik/ Schloßgasse

Umgebung des Zwingers vor 1809
Dresden 1801

Schloßstraße, in früherer Zeit unter verschiedenen Namen erwähnt, so 1403 als Elbgasse, 1410 als Elbyssche Gasse, 1452 als platea Albeae, 1572 als Schloßgasse, 1585 und 1591 als Burgkstraße. Seit dem 17. Jahrhundert wurde nur die Benennung Schloßgasse gebraucht, die man 1858 mit dem Namen Schloßstraße vertauschte.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 128.


1797

S. 50: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/60/0/

Schloßgasse.

Vom alten Markte nach dem Schloßthore zu,

a) linker Hand.

Nr. 248.

Nicklewitz

Nr. 249.

Nr. 250.

Nr. 251.


Dresden einst und jetzt. 36. Das Königliche Schloss. Links an der Taschenberg-Ecke Wohnhäuser (beim Schlossumbau 1894 abgebrochen). Rechts die Arnoldische Kunsthandlung. editiert 1905
“Hotel Pologne”, Fassade an der Schloßgasse zu Dresden, Johann Carl August Richter (1785-1853), um 1830.
“Hotel Pologne” an der Schloßgasse zu Dresden, Johann Carl August Richter (1785-1853), um 1830.

S. 51: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/61/0/

Nr. 252.

Nr. 253.

Die folgende Nummer 254 u. s. w. s. große Bruͤdergasse.

Nr. 292.

(Hotel de Pologne.)

  • Hôtel de Pologne: Hotelgebäude an der nördlichen Ecke der Schloßstraße und der Großen Brüderstraße - am 15. Januar 1763 kam das Grundstück in den Besitz des Kurfürstlich Sächsischen Hof-Kommissars (und späteren Hof-Küchenmeisters) Friedrich Daniel Heß - er ließ "die auf der Schloßgasse alhier nebeneinander gelegenen […] zween Häußer" (heute Nr. 7) im Jahre 1766 abreißen und baute sie "in denen Jahren 1766 und 1767 zu einer Auberge dem so genannten Hôtel de Pologne zur Zierde der Stadt mit schweren Kosten von Grund aus neu wieder" auf (sein Bericht am 30. März 1769) -


(Im ersten Stocke ist die sogenannte Casinosocietaͤt im Ho=

tel de Pologne.)

Nr. 293.


S. 52: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/62/0/

Nr. 294.

Die folgende Nr. 295. u. s. w. s. kleine Bruͤdergasse.

Nr. 313.

Nr. 314.

Nr. 315.

S. 53: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/63/0/

Nr. 316.

Nr. 317.

Nr. 318.

Nr. 319.

S. 54: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/64/0/

Nr. 320.

Nun folgen die kurfuͤrstlichen Schloßgebaͤude, zu welchen das mit

Nr. 321. bezeichnet gewesene Haus erkauft worden ist.

b) rechter Hand,

vom Schloßthore nach dem alten Markte zuruͤck.

Das Kanzleygebaͤude, in welchem das geheime Konsilium,

nebst der geheim. Kanzley, u. das geheime Kriegs=

rathskollegium nebst dessen Kanzleyen sind.

Neben diesem Kanzleygebaͤude ist das Kanzleygaͤßchen; an diesem

liegt das kurfuͤrstliche Gebaͤude, in welchem das Oberkon=

sistorium mit dessen Kanzleyen ist.

Nr. 322.


S. 55: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/65/0/

Nr. 323.

(Das Hintergebaͤude dieses Hauses stoͤßt in die Schoͤssergasse,

und ist unter dieser Nummer mit katastrirt; die in dem=

selben wohnenden Personen s. Schoͤssergasse. Dieses

ganze Haus ist schriftsaͤßig, und Hr. Joh. Centurius

Graf von Hofmannsegg Besitzer desselben.)

Neben diesem Hause ist das sogenannte geistliche Haus;

in demselben wohnen:


S. 56: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/66/0/

Nr. 324.

Nr. 325.

Nr. 326.

Nr. 327.


S. 57: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/67/0/

[Schloßgasse.]

[rechter Hand: vom Schloßthore nach dem alten Markte zurück.]

Nr. 328.

Nr. 329.

Nr. 330.

Nr. 331.

Nr. 332.

Maddalena Allegranti (wahrscheinlich 1754 in Venedig – nach 1801 in Irland) - ab 1783 am Hoftheater von Dresden (damals Morettisches Opernhaus) als Erste Sängerin im italienischen Ensemble (Jahresgehalt in ungewöhnlicher Höhe von 1.000 Dukaten) - 1787 heiratete sie einen englischen Gardeoffizier irischer Herkunft namens Harrison - 1797 folgte sie ihrem Ehemann nach London

S. 58: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/68/0/

[Schloßgasse.]

[rechter Hand: vom Schloßthore nach dem alten Markte zurück.]

[Nr. 332.]

Johann Aloys Miksch (* 19. Juli 1765 in St. Georgenthal in Böhmen; † 24. September 1845 in Dresden) - 1797 Tenorist der Italienischen Oper in Dresden (bis 1801, dann Gesangslehrer der Hofkapellknaben, wo er zum Instruktor ernannt wurde)

Franz Marie de Pelagrue, kurtrierischer Kammerherr und Oberst, Adjutant des

Franz Marie de Pelagrue wird mehrfach um 1800 in gleicher Funktion in genealogischen Handbüchern zusammen mit einem weiteren Adjutanten Wilhelm von Cuming erwähnt[143] und gehörte noch 1810 zum "Sr. Königl. Hoheit des höchstsel. Prinzen Xaver hinterlassenen Hofstaat"[144]

Nr. 333.

Nr. 334.

Nr. 335.

Nr. 336.

Kaspar Friedrich Rudolph von Schönberg auf Purschenstein (geb. 1772[145]), kursächsischer Kammerjunker, Großneffe des

  • kursächsischen Generalpostmeisters und Ritter des Johanniter-Ordens Adam Rudolph von Schönberg (* 31. Mai 1712 in Maxen; † 8. Februar 1795 in Dresden)[146], nach dessen Tod er dessen Güter Purschenstein, Reichstädt und Sayda erbte (weitere Güter erbte Carl Friedrich Ehrenreich August von Schönberg (geb. 1775)

1800 erlitt das Schloss Purschenstein infolge eines Blitzschlages schwere Schäden, weswegen Kaspar Friedrich Rudolph von Schönberg nach Schloss Reichstädt übersiedelte, wo er 1830 in einem noch heute vorhandenen Sarkophag in der Kirche zu Reichstädt neben seinem Großonkel beerdigt wurde - ab 1823 war er gerichtlich in einen Untertanenstreit "in Sachen der frohnpflichtigen Untertanen zu Seyten" (Sayda) verwickelt, das er ebenfalls von seinem Großonkel geerbt hatte[147]

“Hotel Pologne” an der Schloßgasse zu Dresden, Johann Carl August Richter (1785-1853), um 1830.

s. 59: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/69/0/

Nr. 337.

(Hotel de Baviere.)

(Im ersten Stocke ist die sogenannte Societaͤt im Hotel de Bavarie.)

Nr. 338.

Nr. 339.

(Dieses Haus ist schriftsaͤßig.)

Nr. 340.

Nr. 341.

Die folgende Nr. 342. u. s. w. s. alte Markt.

Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner (1797)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 50.

Schloßgasse.

Vom alten Markte nach dem Schloßthore zu,

a) linker Hand.

Nr. 248.

Nr. 249.

Nr. 250.

Nr. 251.

S. 51.

Nr. 252.

Nr. 253.

Die folgende Nummer 254 u. s. w. s. große Bruͤdergasse.

Nr. 292.

(Hotel de Pologne.)

(Im ersten Stocke ist die sogenannte Casinosocietaͤt im Ho=

tel de Pologne.)

Nr. 293.

S. 52.

Nr. 294.

Die folgende Nr. 295. u. s. w. s. kleine Bruͤdergasse.

Nr. 313.

Nr. 314.

Nr. 315.

S. 53.

Nr. 316.

Nr. 317.

Nr. 318.

Nr. 319.

S. 54.

Nr. 320.

Nun folgen die kurfuͤrstlichen Schloßgebaͤude, zu welchen das mit

Nr. 321. bezeichnet gewesene Haus erkauft worden ist.

b) rechter Hand,

vom Schloßthore nach dem alten Markte zuruͤck.

Das Kanzleygebaͤude, in welchem das geheime Konsilium,

nebst der geheim. Kanzley, u. das geheime Kriegs=

rathskollegium nebst dessen Kanzleyen sind.

Neben diesem Kanzleygebaͤude ist das Kanzleygaͤßchen; an diesem

liegt das kurfuͤrstliche Gebaͤude, in welchem das Oberkon=

sistorium mit dessen Kanzleyen ist.

Nr. 322.

S. 55.

Nr. 323.

(Das Hintergebaͤude dieses Hauses stoͤßt in die Schoͤssergasse,

und ist unter dieser Nummer mit katastrirt; die in dem=

selben wohnenden Personen s. Schoͤssergasse. Dieses

ganze Haus ist schriftsaͤßig, und Hr. Joh. Centurius

Graf von Hofmannsegg Besitzer desselben.)

Neben diesem Hause ist das sogenannte geistliche Haus;

in demselben wohnen:

S. 56.

Nr. 324.

Nr. 325.

Nr. 326.

Nr. 327.

S. 57.

Nr. 328.

Nr. 329.

Nr. 330.

Nr. 331.

Nr. 332.

S. 58.

Nr. 333.

Nr. 334.

Nr. 335.

Nr. 336.

S. 59.

Nr. 337.

(Hotel de Baviere.)

(Im ersten Stocke ist die sogenannte Societaͤt im Hotel de Bavarie.)

Nr. 338.

Nr. 339.

(Dieses Haus ist schriftsaͤßig.)

Nr. 340.

Nr. 341.

Die folgende Nr. 342. u. s. w. s. alte Markt.


Westseite am Schloß (heute Ostseite des Schlosses)

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/18th_century_map_of_Dresden.jpg

Karte 1756 publiziert

X Schloßgasse Schloß Gaße

C Georgentor Georgen Thor - (Schloßteil Richtung Zwinger Westflügel mit Anbau Hofkapelle 33 = Alt. Cathol. Capelle)

D? Schloßteil am Georgentor Ostflügel

E Schloßteil am Taschenberg Südflügel - Schloß

F Hof mit Tor zur Schlossgasse Kleine Schloß Hof

G Hof mit Tor zur Kath. Hofkirche Große Schloß Hof

N Taschenbergpalais mit 31 großeres Gebäude am Taschenberg = Reuth Hauß von die jung Prinz - und 38 kleineres Gebäude zurückgesetzt = Taschenberg Wacht

Y [Am] Taschenberg

49 Gebäude östlich Georgentor - Alte Cantzley

z Rosmaringäßchen - Rosemarien Gaße

3 Kanzleigäßchen Cantzley Gäßgen

4 Georgsstraße Pohlnische Straße

5 Morizstraße An Stalle

M Stallhof Reuth-Bahne

I Johanneum Stall

S Iuden Hof

Z Kleine Bruder Gaße

O Hofkirche Neue Schloß Capelle

39 Gebäude Theaterplatz = Gallerie Wacht

30 Begrenzung Theaterplatz - Reuth-Bahn von die jung Prinz

32 winkliges Gebäude zwischen Prinzenpalais und Zwinger Pall Haus

P Sophien Kirche

37 winklige Konstruktion an der Kirche - Closter

34 Anbau an Zwinger - Opern Hauß

35 Zwingerteil am Anbau - Commoedien Hauß

36 Zwinger = Zwinger Garten


zu Adressbuch 1812


https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70400031/df_dk_0000036


https://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryZoom/1&index=freitext&desc=df_dk_0000002&medium=df_dk_0000002


Ecke Schloss zum Taschenberg - Hofconditorei - daneben Richtung Westen Hofapotheke

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/63 - Hausnummern


https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/90009868/df_dk_0011467_0001


1860er - Hofapotheke = Ecke Schlossgasse zu Alter Cantzley

Aber zurück zum großen Schlossumbau. Die 1892 begonnenen Arbeiten am neuen Südflügel waren bereits 1893 beendet. Bis 1895 folgte dann die bauliche Umgestaltung entlang der Schlossstraße. Das folgende Foto, entsprechend Bildtitel aufgenommen um 1870, verdeutlicht die Ausgangssituation. Der Fotograf stand mit dem Rücken zum Georgenbau und blickte in Richtung Süden:

Quelle: bildindex der Kunst und Architektur

Hier noch mal die gleiche Aufnahme in vergrößerter Ansicht:

http://www.bildindex.de/bilder/MI09539c04a.jpg

Anhand des Fotos kann man sich anschaulich die einzelnen, sehr unterschiedlich entstandenen Trakte entlang der Schlossstraße klarmachen.

Der Bereich „vor“ dem Torhaus (=nördlich davon) bildet den Ostflügel des so genannten Moritzbaues (Mitte 16. Jhd.), geht aber in seinem Grundbestand auf noch ältere Bauphasen des Schlosses zurück. Der Baukörper unmittelbar nördlich des Torhauses gehört bekanntlich zum Treppenhaus der „Englischen Treppe“. Hier kann man mal gut sehen, wie das Problem der (heute zugemauerten) Fenster damals „gelöst“ war: Offenbar durch permanent geschlossene Fensterläden.

Der Bereich „hinter“ dem Torhaus (=südlich davon) beinhaltete über Jahrhunderte Bürgerhäuser, und bis zum großen Schlossumbau war das durch die Baustruktur (siehe obiges Foto) auch evident ersichtlich. Das Torhaus, das die beiden genannten Bereiche miteinander verzahnt, entstand Ende des 16. Jahrhunderts auf dem „Vorplatz“ zwischen dem Kernbau des Schlosses (Moritzbau) und den südlich davon befindlichen Bürgerhäusern.

Im Zuge dieser Baumaßnahme (erste Erweiterung des Moritzbaues, spätes 16. Jhd.) wurde das so genannte Schreyersche Haus vom Hof erworben und als Wohntrakt für die Söhne des Kurfürsten Christian I. umgebaut. Dabei entstand die noch original erhaltene, doppelgeschossige Loggia (Renaissancearchitektur) im Kleinen Schlosshof. Das Schreyersche Haus ist das unmittelbar südlich an das Torhaus angrenzende Gebäude (im obigen Foto gut auszumachen, weil es die anschließenden Bürgerhäuser etwas überragt).

Südlich des Schreyerschen Hauses folgten – bis zur Gasse „Am Taschenberg“ – noch 2 (?) weitere Bürgerhäuser (2 oder sogar 3).

Vgl. Fotoaufnahme von 1870 (erstes Foto im vorliegenden Beitrag) betreffender Straßenabschnitt.

nicht eindeutig erkennbar, ob der markante längliche Erker zu einem sehr schmalen eigenständigen Haus gehört (dann wären es 3 Häuser) oder außermittig an einem deutlich breiteren Haus angeordnet war (dann wären es 2 Häuser). Die zugehörigen Fassaden sind in der nächsten Detailaufnahme erfasst (auch diese Aussage beinhaltet eine kleine „Unsicherheit“ ):

Quelle: bildindex der Kunst und Architektur

Und hier noch in vergrößerter Ansicht:

http://www.bildindex.de/bilder/MI09539d09a.jpg

Wie man sieht, wurde gerade damit begonnen, die Fensterrahmen herauszunehmen.

Die Bildunterschrift lautet: Residenzschloss, Teil der Ostseite, Eberhardtsches und Kühnsches Haus, Beginn des Umbaus;

So wie auch auf dieser Karteikarte der Fotothek:

http://fotothek.slub-dresden.de/bildkarten/df_0041518_k.jpg

Im Vergleich mit dem ersten Foto in diesem Beitrag müsste das Gebäude mit dem Renaissanceportal (links am Bildrand) das Haus an der Ecke Schlossstraße / Gasse „Am Taschenberg sein. Dieses Portal, ein für die sächsische Renaissance typisches „Sitznischenportal“, sieht man hier in Detailansicht:

http://fotothek.slub-dresden.d…df_0100001/df_0107080.jpg

Und hier, am südöstlichen Eckturm des Schlosses, können wir es heute noch bewundern (ich vermisse den Türklopfer, aber auch die Türklinke; das ist vermutlich zwischenzeitlich ergänzt – wäre mal eine Rechercheaufgabe für unsere Fotografen):

Dresdner Schloß - Tr im Neorenaissancestil des Historismus

Dirk Syndram schreibt dazu:

Zitat („Das Dresdner Schloss – Von der Residenz zum Museum“)

In den südöstlichen Rundturm des neu erbauten Südflügels wurde das Renaissanceportal des Kühnschen Hauses aus der Zeit um 1580 einbezogen, das sich einst an der Ecke zur Gasse Am Taschenberg und zur Schlossstraße erhob.

Es handelt sich um diesen Turm hier, das Portal ist leider durch den Baum verdeckt.

So weit wäre die Sache eigentlich klar und rundum stimmig gewesen, wenn ich nicht noch diese Information hier auf einer gut bekannten und fachlich sehr geschätzten HP gefunden hätte (siehe Erläuterungen unter dem Foto):

Dresdner Schloß - originale Renaissancefigur

Falls das ursprüngliche Haus mit besagtem Portal wirklich einem Geschäftshaus gewichen ist, dann wäre die Detailabbildung der Fassade (die, die mit Kühn'schem und Eberhardt'schem Haus bezeichnet ist und in der dieses Portal eindeutig auszumachen ist), logischerweise nicht Teil des Schlosskomplexes gewesen. Diese Frage muss ich erst mal im Raum stehen lassen.

Das nächste Foto zeigt den nördlichen Teil der Schlossstraße (Blickrichtung von Süden) und die Südfront des Georgenbaus, jeweils vor dem Umbau:

http://fotothek.slub-dresden.d…df_0080001/df_0081424.jpg

Dass die Schlossfassade im Bereich der Schlossstraße nicht immer so kasernenartig / streng / schmucklos ausgesehen hat, verdeutlicht die nachstehende Abbildung:

Quelle: bildindex der Kunst und Architektur

Offensichtlich war der Fassadenschmuck aus der Barockzeit nach und nach verloren gegangen.


Ostseite

http://www.bildindex.de/bilder/MI09539d09b.jpg

zeigt tatsächlich, wie die Bildunterschrift angibt, einen Teil der Ostfassade des Schlosses.

Die beste Orientierung bieten der Aufriß

http://www.bildindex.de/bilder/MI09776g02a.jpg

und die Ansicht in die Schloßstraße nach Norden

http://www.bildindex.de/bilder/MI10122f12b.jpg (um 1800).

Damit ordnen sich die anderen Bilder von selbst ein:

Es sind drei Häuser südlich des Schreyerschen Hauses (Weißenfeldacher, Erhardtsches, und Kühnsches Haus), und der Erker befand sich am mittleren.

http://www.bildindex.de/bilder/MI09539c04a.jpg

zeigt die Schloßstraße nach Süden. Hinter dem Torhaus folgt das erhöhte Schreyersche Haus (von dem sich zumindest Erdgeschoßräume erhalten haben).

Vom folgenden Weißenfeldacher Haus sind die drei unteren Gauben sichtbar.

Die vorstehenden Segmentbogenverdachungen im Erdgeschoß kann man schon auf

http://www.bildindex.de/bilder/MI09538f06b.jpg

links hinter dem Sänftenträger deutlich ausmachen. Irgendwann wurden die Fassaden des Weißenfeldacher und des anschließenden Erhardtschen Hauses einander angeglichen, so daß sich diese Bögen auch am Erhardtschen Haus finden, wo man sie auf

http://www.bildindex.de/bilder/MI09539d09b.jpg

sieht. Auf

http://fotothek.slub-dresden.d…df_0080001/df_0081424.jpg

sind sie ganz links noch scharf angeschnitten.


Den Abschluß bildet der Giebel des Kühnschen Hauses. Drei unterschiedliche Fenster im Erdgeschoß machen das Haus unverkennbar.

Offensichtlich wurden diese drei Hauser pausenlos verändert, sie sehen auf jedem Bild anders aus (Bemalung, Geschoßhöhe im Erdgeschoß, Fassadenangleichung).

Es gibt einen Stich von 1680 - aus dem gleichen Werk „Die durchlauchtigste Zusammenkunft ...“ wie die Ansicht des Bärengartenflügels - da haben Kühnsches und Weißenfeldacher Haus Erker, dafür das Erhardtsche keinen. Den Stich habe ich leider nicht online gefunden, er findet sich bei Dirk Syndram „Das Schloß zu Dresden - Von der Residenz zum Museum“ auf S. 36.

Wie wäre es mit folgender Theorie zum Portal: Es wurde für ein Wohnhaus in der Schloßstraße geschaffen, als dieses Haus während der Gründerzeit (1871 - 1873) einem Geschäftshaus weicht, kommt es zum Einbau in das Kühnsche Haus (Donadinibild), dann im Rahmen des Umbaus zur Versetzung in den Südostturm.


Ich gehe allerdings davon aus, daß Architektur klassisch: Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. sich irrt, auch wenn man in Dresden gerne Portale umgesetzt hat, so auch dieses

http://www.bildindex.de/bilder/MI09540f04b.jpg .

Da unsere Photographen ohnehin schon hingehen, um nach Türklopfer und Klinke zu schauen, könnte vielleicht bitte jemand die Kartusche im Schlußstein so ablichten, daß man die Schrift lesen kann?


Georgenbau

Nach der Zerstörung durch den Schlossbrand 1701 wurden im Georgenbau in den Jahren 1718 und 1719 durch den Franzosen Raymond Leplat, der auch die barocke Ausstattung des Schlosses Moritzburg entwarf, die kurfürstlichen bzw. königlichen Gemächer eingerichtet. So befanden sich dort zu seiner Zeit die Prunkgemächer Augusts des Starken. Bis 1730 erfolgte dann die komplette Wiederherstellung durch Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff, den illegitimen Sohn von Johann Georg III.

Nach einer Aufstockung des Georgentors um 1833 wurde in den Jahren 1866 bis 1868 der Kleine Ballsaal eingerichtet.

Bis 1901 erfolgte im Zusammenhang mit dem Schlossumbau die Umgestaltung der Fassade im Stil der Neorenaissance durch Gustav Dunger und Gustav Frölich. Das Rundbogenportal auf der Elbseite (ehemaliges Nordportal) wurde dabei an die Westseite Richtung Hofkirche versetzt. Das überlebensgroße, ca. vier Meter hohe Reiterstandbild Herzog Georgs des Bärtigen im Schaugiebel des Georgentors schuf seinerzeit der Bildhauer Christian Behrens.

Der letzte sächsische König Friedrich August III. bewohnte bis 1918 den Georgenbau.

Schloßgasse am südlichen Ende des Schlosses

Dresden. (Am) Taschenberg 1. Datum: um 1890. (Schubert, Dresden) Schneider Franz Maresch (1940 Ella Fehrmann, Blumenhandlung, 1940 Martin Kempe, Molkereierzeugnisse).
Ermenegildo Antonio Donadini (1847–1936): Residenzschloss während des Umbaus (1889-1901) unter G. Dunger und G. Frölich. Übergang zum Taschenbergpalais.
Ermenegildo Antonio Donadini (1847–1936): Wohnhaus (sog. Gerv'sches Haus). Residenzschloss während des Umbaus (1889-1901) unter G. Dunger und G. Frölich.

Das letzte Foto s. o. Das rechts angeschnittene Gebäude ist der östliche Flügel des Taschenbergpalais. Man erkennt – zumindest in den Komturen – den Vorgängerbau der heutigen Brücke, die vom Taschenbergpalais ins Schloss führt. Das nächste Foto zeigt diese zweigeschossige Brücke, die zusammen mit dem betreffenden Palaisflügel Mitte des 18. Jhd. gebaut worden ist, von der anderen Seite (aus Richtung Osten):

Das Bürgerhaus, in das die Vorgängerbrücke schlossseitig mündet, wird in den Bildtiteln als Gerv’sches Haus bezeichnet. Hier noch ein weiteres Foto des markanten Erkers in Frontalansicht, oberhalb des Erkers erkennt man einen Gerüstgang – zum Zeitpunkt der Aufnahme liefen also schon die Abbrucharbeiten im Bereich des Daches:

Spätestens jetzt dürfte die Frage auftauchen, wieso im 18. Jhd. eine Brücke vom Taschenbergpalais in ein südlich des eigentlichen Schlosskomplexes befindliches Bürgerhaus („Gerv’sches Haus“) gebaut wurde. Dazu muss man wissen, dass entlang der Gasse „Am Taschenberg“ unmittelbar südlich der Gebäudegruppe um den Kleinen Schlosshof 5 Bürgerhäuser standen, die seit Ende des 16. Jhd. nach und nach in den Besitz des Hofes gelangt waren. Auf der Grundfläche dieser 5 Bürgerhäuser befindet sich der „heutige“ Südflügel des Schlosses – das ist der Trakt zwischen den beiden südlichsten Schlosstürmen. Der „frühere=erste“ Südflügel, der des Moritzbaues – heißt daher richtigerweise „Zwischenflügel Nord“ (als „Zwischenflügel Süd“ bezeichnet man übrigens den Südflügel des Kleinen Schlosshofes.

In den diversen Quellen wird in Bezug auf den „heutigen“ Südfügel stets sinngemäß formuliert, dass diese 5 Bürgerhäuser im Rahmen des großen Schlossumbaus abgerissen worden sind und auf deren Grundfläche der Südtrakt mit den beiden flankierenden Türmen „neu erbaut“ wurde. Laut Dirk Syndram / Peter Ufer („Die Rückkehr des Dresdner Schlosses“) haben sich aber

"im Erdgeschoss historische Räume der Bürgerhäuser erhalten". 2 Fotos vom Bereich Südflügel. Das erste zeigt die Ruine mit Trümmerbahn:

http://fotothek.slub-dresden.d…df_0100001/df_0106870.jpg

Auf dem zweiten sieht man in Detailansicht die Brücke im restaurierten Zustand (Juni 2006):

Schoͤssergasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 72.

Schoͤssergasse.

Vom alten Markte nach dem Kanzleygaͤßchen zu,

a) linker Hand.

Nr. 345.

  • Braune Joh. Heinr. Weißbäckermeister, Viertelsmeister, Hausbes. Dresden Schössergasse 345
  • Bursch Joh. Glieb. Kürschnermeister Dresden Schössergasse 345
  • Ellrich Gottlieb Riemermeister Dresden Schössergasse 345
  • Friedel Karl Friedr. Klempnermeister Dresden Schössergasse 345

Nr. 346.

  • Gebler Joh. George Kaufmann, führt Eisen, Pulver u. Schrot, ist Viertelsmeister, Hausbes. Dresden Schössergasse 346
  • Gerlach August Ehregott Münzlieferant Dresden Schössergasse 346

Nr. 347.

  • Beudelspacher Joh. Friedr. Christian Kürschnermstr. Dresden Schössergasse 347
    • Beudelspacher, Joh. Friedr. Christian Kürschnermstr. hat den Laden in der Gasse Nr. 367

Nr. 348.

  • Ehrhardt Joh. Ernst Appellationgerichtssekret. Dresden Schössergasse 348

Die folgende Nr. 349. u. s. w. s. Roßmaringasse.

S. 73.

Nr. 352.

Nr. 353.

Nr. 354.

Nr. 355.

Nr. 356.

Nr. 357.

(Dieses Haus ist das Hintergebaͤude von Nr. 329. in der

Schießgasse, hat einen Durchgang, und der Konditor, Hr.

Engelhardt, besitzt dasselbe.)

S. 74.

Nr. 358.

Die folgende Nr. 359. s. Sporergasse.

Ueber die Sporergasse hinuͤber ist das Hintergebaͤude des

sogenannten geistlichen Hauses, in demselben wohnen:

Das Hintergebaͤude des graͤfl. Hofmannseggischen

Hauses in der Schloßgasse unter Nr. 323., darinn wohnen:

b) rechter Hand,

vom Kanzleygaͤßchen nach dem alten Markte zuruͤck.

Das kurfuͤrstliche Gebaͤude, in welchem die Hausmarschall=

amtskassenexpedition ist, in demselben wohnen:

Das kurfuͤrstl. Ruͤstkammergebaͤude.

Nr. 360.

S. 75.

Nr. 361.

Nr. 362.

Nr. 363.

Nr. 364.

S. 76.

Nr. 365.

Nr. 366.

Nr. 367.

Die folgende Nr. 368. u. 369. s. alte Markt.


Umstaͤndliche Beschreibung Dresdens mit allen seinen aͤußern und innern Merkwuͤrdigkeiten (1781)

Johann Christian Hasche: Umstaͤndliche Beschreibung Dresdens mit allen seinen aͤußern und innern Merkwuͤrdigkeiten. Historisch und architektonisch, mit zugegebenem Grundriß. Leipzig, im Schwickertschen Verlage. 1781.

https://books.google.de/books?id=FWAAAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

S. 261

Schoͤsser=Gasse.

Sie faͤngt in der Mitte des viereckten Marck=

tes, queer uͤber der Schreibergasse, an, und en=

digt unten an dem Berggemach und der Kanzlei,

die queervorsteht, am Kanzleigaͤßchen.

In alten Zeiten hieß sie von der schon erwaͤhnten

Niklaskapelle, die Niklasstraße. Dieser Name

blieb bis nach der Reformation, wo die Kapelle

einging, und in sie des Rathsgeschoßexpedition,


S. 262

oder Schoͤßerey verlegt ward. Nun erhielt sie

den Namen Schoͤßergasse bis auf den heutigen

Tag. Sie hat 23 Haͤuser und einen oͤffentli=

chen Born.

Das Riegersche Haus, eins der groͤßten in

der Stadt, an Hoͤhe und Umfang, in schon ange=

fuͤhrten Taxationskataster 22000 Rthlr. taxirt. Es

hat einen tiefen Saal, der sonst sehr zu großen

Feten, Gastereyen und Baͤllen gebraucht ward.

Sein Besitzer hatte nach dem Koͤniglichen das voll=

staͤndigste Naturalienkabinet. - In ihm wohnt

jetzt der Vizekanzler von Hopfgarten. Außer dem

Unterstock, der blos zu Gewoͤlbern und Kramlaͤden

eingerichtet ist, enthaͤlt solches noch daruͤber vier

Stockwerke. Weil es ein Eckhaus ist, so zeigt es

zwo Fronten, eine von acht Fenstern, in die

Schoͤßergasse, wo die Einfarth hinein gehet, wel=

che ein ausgeschnittener Fronton mit einem verzier=

ten Gefaͤße kroͤnet, und die andere von eilf Fen=

tern auf die Rosmaringasse. Das Wesentlichste

beyder Seiten bestehet in Fenstern, welche alle mit

ihren Sohlbaͤnken, durch drey Stockwerke durch,

auf kleinen vorliegenden Consolen ruhen, und den

Sturz derselben mit einem doppelten Schlußsteine,

dessen oberes Ende spitz zulaͤuft, in sich schließet,

weswegen denn wohl auch die daruͤber befindlichen

Fuͤllungen triangulair ausgeschnitten sind: Die

Schaͤfte aber, zwischen den Fenstern, haben weiter

keine Vorlagen.

Ein großer steinerner Simms endet dieses lange

Gebaͤude, welcher zu gleicher Zeit ein Hauptgebaͤlke

vorstellen soll, dessen Architrav unter dem vierten

Stock sich befindet, und bloß an dem aͤußersten Win=


S. 263

kel und an Eckschaͤften der anstoßenden Gebaͤude Pi=

laster hat.


Rosmaringasse

Die drey Haͤuser der Rosmaringasse verdien=

ten nicht besonders genennt zu werden, wenn nicht

das auf 15000 Rthl. taxirte Offeralsche Anspruͤche

auf diese Ehre machte; wenn ich nicht zugleich das

schrecklich lange Hintergebaͤude vom Hotel de

Baviere, was in diese Gasse hineinlaͤuft, anfuͤh=

ren muͤßte.

Das Offeralische Haus, ist ein Eckhaus von

sechs Fenstern in die Rosmaringasse, und von zehn

in die Schoͤßergasse. Es hat weiter keine Ver=

zierungen, außer die in Mahlerey angegebenen Fuͤl=

lungen. Die Fenstergewaͤnde sind mit gothischen

schraͤgen Einfassungen versehen. Ein steinerner Er=

ker, welcher schraͤg an der Ecke angelegt ist, hat die

meiste Verzierung, welche in Natura gehauen ist.

Woher die Straße Rosmaringasse ihren

Namen habe, gehoͤrt auch unter die Dinge, die ich

nicht weiß. Rosmarinbaͤumchen sollen ihr sol=

chen gegeben haben, warum? und wenn? das

weiß mein Autor, der es anfuͤhrt, nicht. Ich auch

nicht. * Die Straße selbst stoͤßt auf die Schloß=

gasse, der Großen Bruͤdergasse gegen uͤber, und

hat, wie schon gesagt, nur drey Haͤuser, wenn ich

drey Hinterhaͤuser nicht mitrechne.

In ihr wohnen unter andern zwey Buͤcheranti=

quare, Koͤplitz und Hollmer der aͤltere, die ge=

bundene Buͤcher aller Art verleihen, verkaufen und

kaufen, zu großem Verdruß der Buchlaͤden.

* Wie wenn man annaͤhme, es sollte Rosen Marie

heißen? - Denn was fuͤr wunderliche Beinamen hatte

nicht in alten Zeiten die liebe Mutter Marie!


S. 264

Schoͤßer=Gasse.

Ueber dem Rosmaringaͤßchen, welches sie

als Quergaͤßchen durchschneidet, verdient noch das

Durchhaus oder die alte Kriegskanzley genannt

zu werden.



1580 und 1637 kleine Niclaßgasse; ebenfalls 1580 auch Petergeßleinn, 1662 Quergäßlein. Ihren östlich der Schössergasse gelegenen breiteren Teil bezeichnete man im 16. und 17. Jahrhundert als Brotmarkt oder auch An den Brotbänken nach den seit 1558 dort befindlichen Brotverkaufsständen (siehe auch Frauengasse). Seit dem Ausgange des 17. Jahrhunderts wurde der Name Rosmaringasse (1675 Roßmariengäßchen, 1707 Rosemarien-Gäßgen) dauernd üblich; angeblich wurden in der Gasse für die nach dem Frauenkirchhofe gehenden Teilnehmer an Beerdigungen Rosmarinzweige feilgeboten. Eine Zeit lang gehörte der breitere Teil der Rosmaringasse zur Großen Frauenstraße; 1840 wurde er mit dem schmaleren Stück zwischen Schloßstraße und Schössergasse wieder vereinigt, 1862 aber dauernd der bisherigen Mittlen Frauengasse zugewiesen und der letzteren die Benennung Frauenstraße beigelegt. - Adolf Hantzsch: Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens. Baensch, Dresden 1905. Schriftenreihe Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, 17/18., S. 122.


Georg Wilhelm von Hopffgarten - seit 1790 Graf von Hopffgarten (im Reichsvikariat erreichte Georg Wilhelm von Hopffgarten seine Erhebung in den Grafenstand unter Überspringung des Freiherrenstandes), vereinfacht auch von Hopfgarten, (* 17. Februar 1740 in Dresden; † 8. März 1813 in Freiberg) - kursächsischer Kanzler und Kabinettsminister - Kapitular des Meißener Stifts und Besitzer mehrerer Rittergüter, u. a. in Mülverstedt - heiratete am 15. Oktober 1766 in Dresden Christiane Friederike Marschall von Bieberstein (* 2. Januar 1751, Kunnersdorf (Cunnersdorf); † 7. Oktober 1783, Dresden) - zwei (drei) Töchter und ein Sohn

  • am 24. Juli 1793 heiratete Friederike Wilhelmine Gräfin von Hopffgarten (* 24. Dezember 1767 in Dresden; † 10. Januar 1837 in Dresden) w:de:Heinrich Vitzthum von Eckstädt Graf Heinrich Vitzthum von Eckstädt (* 26. Mai 1770, Dresden; † 11. Oktober 1837, Dresden) - sächsischer Geheimrat, Generaldirektor der Dresdner Kunstakademie sowie Direktor des Hoftheaters und der Hofkapelle. - Verwaltungslaufbahn im Dienst der Wettiner - zunächst Geheimer Finanzrat am Dresdner Hof. Im Jahre 1815 erfolgte seine Ernennung zum königlich-sächsischen Hofmarschall. Dadurch war er gleichzeitig Direktor der Dresdner Hofkapelle, des Dresdner Hoftheaters und des Hoftheaters in der Messestadt Leipzig. Ihm ist unter anderem die Anstellung von Carl Maria von Weber 1816 in Dresden zu verdanken, für die er sich energisch eingesetzt hatte. Ferner war Heinrich Graf Vitzthum von Eckstädt bis kurz vor seinem Tod auch Generaldirektor der Künste sowie der Kunstakademien in Dresden und Leipzig.
  • Caroline Amalia Augusta von Hopfgarten (* 1. September 1770; † 26. November 1858), verheiratet am 11. Februar 1790 in Dresden mit Friedrich August Vitzthum von Eckstädt Graf Friedrich August Vitzthum von Eckstädt (* 12. Juni 1765, Dresden; † 5. März 1803, Dresden) - kurfürstlich-sächsischer Kammerherr und Obersteuereinnehmer - wuchs er in der sächsischen Residenzstadt Dresden auf und schlug wie viele seiner Familienmitglieder eine Verwaltungslaufbahn im Dienst der Wettiner ein, in der er bis zum Kammerherrn und Obersteuereinnehmer im Kurfürstentum Sachsen aufstieg. - Nach dem Tod seiner leiblichen Mutter heiratete sein Vater 1776 Amalia Sybilla Eleonora von Stammer (1749–1795), die zu seiner Stiefmutter wurde. - 1786 erbte er beim kinderlosen Tod seines Onkels, des Generalleutnants Johann Friedrich Graf Vitzthum von Eckstädt gemeinsam mit seinen zwei noch am Leben befindlichen Brüdern dessen Gut Tiefensee im Amt Bitterfeld. Im Jahre 1791 überließen ihm seine Brüder das Gut Tiefensee allein, nachdem er sie dafür ausgezahlt hatte. - Am 15./17. Februar 1792 verkaufte er sein kanzleischriftsässiges Lehn- und Rittergut Tiefensee samt dem Dorf Lindenhayn und dem Vorwerk Brösen an Caroline Wilhelmine von Einsiedel geborene Winckler, die Ehefrau von Hans von Einsiedel auf Schönfeld. 1794 verkaufte sie dieses Gut weiter an den Leipziger Kaufmann Christian Gottlob Hillig. - Ferner war Friedrich August Graf Vitzthum von Eckstädt Majoratsherr auf Lichtenwalde und Auerswalde sowie Erbherr auf Wölkau und Reibitz.
  • Friederika Louise von Hopfgarten (* 28. September 1775, Dresden; † 21. Oktober 1831, Dresden), verheiratet am 4. November 1793 in Dresden mit Friedrich Carl Ehrenreich von Gersdorf (* 10. März 1768, Dresden; † 17. Januar 1816, Weißenfels )
  • Sohn Heinrich Moritz (* 13. September 1781; † 30. Mai 1865) starb als preußischer Kammerherr

Marschall von Bieberstein - Die Familie bekleidete bei den Markgrafen von Meißen das erbliche Marschall- und Kämmereramt. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Amtsbezeichnung zum Namensbestandteil.

Georg Wilhelm von Hopffgarten heiratete am 25. April 1787 in Reichstädt, SN, Johanna Elisabeth Wilhelmine von Schönberg

  • 21. April 1788 Konstanze von Hopffgarten


Die Schössergasse (ab 1589, früher Judengasse, Große Judengasse, Alte Judengasse, ab 1563 Nickelsgasse, Nicklasgasse) führt vom Kulturpalast vorbei am Quartier VII und Quartier VII zum Kanzleihaus. Dabei kreuzt sie die Sporergasse.

Schössergasse, 1396 erwähnt als Yodingasse (Judengasse), 1413 als große Jodingasse, 1439 als alde große Jodengasse, 1443 als alde Jodengasse. Diese Benennungen deuten darauf hin, daß damals die Gasse ebenso wie die benachbarte Kleine Judengasse (jetzt Galeriestraße) den Juden bis zu ihrer Vertreibung im Jahre 1430 zum Aufenthaltsorte diente. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts kommen neue Namen in Gebrauch: 1563 Nicklasgasse, Nickelsstraße, 1582 große Niclasgaß, die sich wahrscheinlich auf den heiligen Nikolaus beziehen, dessen Bildsäule bis vor wenig Jahren an dem Eckhause am Altmarkt zu sehen war, das dem Herzfeld'schen Neubau hat Platz machen müssen. Der 1589 erstmalig erwähnte, vom Volksmunde aber wahrscheinlich schon früher [130] gebrauchte Name Schössergasse, der seit etwa 1650 allein herrschend war, ist auf den Dresdner Amtsschösser Ambrosius Erich zurückzuführen, der den Kurfürsten Moritz und August diente und in der Gasse ein Haus besaß.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 129f.

Sporergasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 78

Sporergasse.

Zwischen der Schloßgasse und dem Juͤdenhofe.

Von der Schloßgasse nach demselben zu,

a) linker Hand.

Nr. 359.

Die folgende Nr. 360. u. s. w. s. Schoͤssergasse.

Neben diesem Hause Nr. 359. ist ein Eingang in das Hinterge=

baͤude des sogenannten geistlichen Hauses.

Queer uͤber die Schoͤssergasse auf dieser Seite ist ein Eingang in

den Hintertheil des Ruͤstkammergebaͤudes.

b) rechter Hand,

nach der Schloßgasse zuruͤck neben dem Eckhause am

Juͤdenhofe.

Nr. 388. = Kurs:Dresden/Gebäude/Nr. 388

Hasenwendt August Gottlieb Destillateur, schenkt Bier, Hausbes. Dresden Sporergasse 388


Lindemann, von Friedr. Aug. Ferdin. Finanzrath Dresden Sporergasse 388


Lopitsch Joh. Michael geh. Rathsaufwärter Dresden Sporergasse 388

Die folgende Nr. 389. u. 390. s. Juͤdenhof.


Sporergasse (1602 Spürgeßlein, 1670 Sporgäßlein, 1677 Sporgaße), benannt nach den seit Jahrhunderten dort wohnenden Sporern.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 137.

Toͤpfergasse

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

S. 129

Toͤpfergasse.

Zwischen der Augustusstraße und der Frauen=

kirche.

Von der Augustusstraße nach der Frauenkirche zu,

a) rechter Hand.

Nr. 576.

Nr. 577.

Nr. 578.

Nr. 579.


S. 130


Nr. 580.

Nr. 581.

Die folgende Nr. 582. s. an der Frauenkirche.

b) linker Hand,

nach der Augustusstraße zuruͤck.

Nr. 583.

(In diesem Hause ist die kurf. Hauptgleitseinnahme.)

Nr. 584.

S. 131

Nr. 585.

Nr. 586.

Nr. 587.

(Das kurfuͤrstl. Pagenhaus.)

(Die kurfuͤrstl. Silberpagen, welche in diesem Hause

wohnen, s. kursaͤchs. Hof= und Staatskalender.)


S. 132

Nr. 588.

Nr. 589.

Nr. 590.

Töpfergasse s. Töpferstraße.

Töpferstraße. Bereits 1378 werden fyguli ante civitatem erwähnt, d. h. Töpfer, die sich außerhalb der Stadt hatten ansiedeln müssen, da ihr Gewerbe feuergefährlich war. Der Name Töpfergasse kommt urkundlich zuerst 1546 vor; 1883 wurde er in Töpferstraße abgeändert.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 146.

Zeughof

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

vgl. Christian Gottlieb Mietzsch


[Viertes Stadtviertel.]


S. 150


Zeughof.

Zwischen diesem Hauptzeughausfluͤgel und der Thorwaͤrter=

wohnung ist der Eingang aus dem Zimmerhofe in den Zeug=

hof, welcher bis an den Haupteingang von der Rampischen=

und kleinen Schießgasse in denselben geht.


Rechter Hand vom Zimmerhofe in den Zeughof ist eine

Reihe Gebaͤude, bis an den Haupteingang in denselben,

hier wohnt:


In dem an dieses Haus stoßenden Gebaͤude sind die Vorraths=

kammern des Militaͤroberbauamts. Ferner die Werkstatt

des Hauptzeughausdrechslers,

Hrn. Joh. Christian Meyer, welcher in diesem Hause

wohnt.


Neben diesem Hause wohnt:


S. 151.


Neben diesem das Wasserhaus, und die Wohnung des Thor=

waͤrters im Zeughofe,

Friedrich Gottlob Bernhardts.


Im Erdgeschoß dieses Hauses ist die Hauptzeughauswacht=

stube. Von hier geht der Zeughof links bis an

den Eingang in den graͤfl. Bruͤhlischen Garten.


a) rechter Hand,

nach dem graͤflich Bruͤhlischen Garten zu,

ist das Palais der Prinzessinn Maria Durchl., und

die Wohnung des Oberzeugmeisters,

Hrn. Generalmajors, Joh. Gfrd. von Hoyer.


In diesem Hause sind die Hauptzeughaus=Artille=

riegerichte und die Hauptzeughausexpedition.


b) linker Hand.

Der vordere Fluͤgel des Hauptzeughauses, wo der Hauptein=

gang in dasselbe ist, hier befindet sich im Erdgeschoß die

Oberzeugwaͤrter=Expedition.


Neben dem Hauptzeughause ist der Eingang in den graͤflich

Bruͤhlischen Garten.


Im Gartenhause am Eingang wohnen:

Hr. Leischner, Kunstgaͤrtner, bey ihm sind junge Aca=

cienbaͤume zu haben.

Christian Friedrich August Reinhardt, Domherr

und Hof= und Justizienrath.


Im sogenannten Wasserhause:

Hr. Christian Gottlieb Mietzsch, Unterlehrer im Zeich=

nen bey der kurfuͤrstl. Kunstakademie allhier.


Zeughausplatz heißt seit 1840 der vorher namenlose Platz vor dem ehemaligen Zeughause. Von Kurfürst August in den Jahren 1559–1563 erbaut, diente dieses bis zu der 1875 erfolgten Fertigstellung des Arsenals in der Albertstadt als Aufbewahrungsort für Geschütze und Munition, wurde dann 1884–1887 zur Aufnahme der Skulpturensammlung und der Staatsarchive umgebaut und erhielt dem König Albert zu Ehren den Namen Albertinum.

Zeughausstraße, 1818 als Weg angelegt, der die Benennung Augustusallee erhielt, weil er, mit 2 Baumreihen geziert, an dem vom Kurfürsten August (geb. am 31. Juli 1526, gest. den 11. Februar 1586 in Dresden) 1553 errichteten Moritzmonument vorüberführte. Im Jahre 1871 zur Straße umgewandelt, gab man dieser ihren jetzigen Namen.

An der Zeughofmauer s. Salzgasse.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 161.

Zimmerhof

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

[Viertes Stadtviertel.]


S. 148.


Zimmerhof.

Zwischen der Salzgasse, und der Gegend am

Klepperstalle.


Von der Salzgasse fuͤhrt ein Thor in den Zimmerhof, welcher

linker Hand bis an die Gegend hinter der Frauenkirche und

am Klepperstalle geht, und rechter Hand durch ein Thor

in den Zeughof fuͤhrt.


S. 149.


a) linker Hand des Eingangs in den Zimmerhof

von der Salzgasse.

ist das Salzhaus; im Erdgeschoß desselben ist die Salzkas=

senexpedition, den uͤbrigen Theil des Hauses bewohnen:


Neben diesem Hause ist die Oberzeugschreiberey. In

demselben ist die Hauptzeughauskassenexpedi=

tion, daselbst wohnen:


In der Mitte des Zimmerhofes liegt das Gebaͤude, in wel=

chem die Roßmuͤhle ist, und der Hauptzeughausschlosser,

Hr. Wilhelm Abraham Lehmann, wohnt, dessen Werk=

statt in einem besonderen Seitengebaͤude ist.


Neben diesem steht das Gebaͤude, in welchem die Werkstatt

des Salzboͤttchers, des Hauptzeughausboͤttchers und Haupt=

zeughauswagner ist, und der Salzboͤttcher,

Hr. Karl Gottlob Thiele, wohnt.


Zwischen den Ausgaͤngen des Zimmerhofes nach der Frauen=

kirche und dem Klepperstalle zu liegt an der Pferdeschwem=

me das Gebaͤude, in welchem der Hauptzeughauswagner,

Hr. Christian Gottlieb Schneider, wohnt.


Ferner an der Ecke das Gebaͤude, in welchem die Salznieder=

lage ist.


Zwischen dem Ausgange des Zimmerhofes nach dem Klepper=

stalle zu, und dem Ausfalle liegt das Haus, in dem

Hr. Christian Glob. Unger, Hauptzeughausplattner

wohnt.


Neben dem Ausfalle nach dem Zeughause zu, in welchem die

Werkstatt des Hauptzeughausbuͤchsenmachers, Buͤchsen=

schaͤfters, Plattners und Schmidts sich befinden, und nach=

stehende Personen wohnen:


S. 150.


Neben diesem Gebaͤude ist die Stuͤckgießerey und die

Wohnung des Stuͤckgießers,

Hrn. Weinholds.


b) dem Eingange von der Salzgasse in den Zim=

merhog gegenuͤber

steht das Haus, in welchem die Werkstatt und Wohnung des

Hauptzeughaustischlers,

Hrn. Gottlob Friedrich Sattler, ist.


c) rechter Hand des Eingangs von der Salzgasse in

den Zimmerhof

ist die Wohnung des Thorwaͤrters im Zimmerhofe,

George Sparmanns.


Der hintere Fluͤgel des Hauptzeughauses, welcher an den

Zimmerhof stoͤßt.


Im zweyten Stocke dieses Fluͤgels ist die Garnisonkir=

che, zu welcher zwey Eingaͤnge sind. Der vordere Haupt=

eingang ist durch das große Portal, an welchem eine Artil=

leriepost steht, die große Treppe; der hintere Eingang, seit=

waͤrts der Tischlerwohnung, im Winkel, die Wendeltreppe

hinauf.

Die Gebäude der Brühlschen Terrasse

[Bearbeiten]

Die Gebäude des Neumarktareals

[Bearbeiten]

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

Gottlob Wolfgang Ferber, geh. Kanzlist (gr. Klostergasse 9 [Neustadt A-9], im 4ten Stock).

Stadplan mit Hausnummern um 1812

Grund-Riss der Chur-F. Saechs. Residenzstadt Dresden, Stadtplan von Dresden 1798, ca. 1:7500 von J. G. Wenzel sc.

Gebäude:

Anmerkungen

[Bearbeiten]
  1. Friedrich Schlegel zog zunächst zu seiner Schwester Charlotte Ernst in die Moritzstraße 748 und später zu einem Bekannten der Schwester und des Schwagers in derselben Straße.
  2. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, S. VI: Von hier [dem Brühlschen Garten] nahm sie der Vorsteher der Sammlung in Empfang und brachte sie in den eigens dazu bereiteten Saal unter der Bildergalerie, welcher am 24. August 1794 eröffnet wurde. Er hatte sich hierbei gleichsam eine Geschichte der idealisirten Menschengestalt gedacht, von ihrem ersten Entfalten (schlafender Genius Nr. 1) bis zu ihrer Vollendung (in der Venus, Juno, Agrippina, in den Heroen, Göttern) und in's höchste Alter (Zeno).
  3. Auch: Johann Gottlob Matthaey
  4. Die Tafeln dieses Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques en figures, bas-reliefs, tetes, mains, pies etc. que Son Altesse-Serenissime Electorale de Saxe, Frederic Auguste a achete de Roma von Johann Gottlob Matthaey (par Jean Gottlob Matthaei) sind abgedruckt in: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.): Die Sammlungen der Gipsabgüsse von Anton Raphael Meng in Dresden, München 2006, S. 124-167. = Moritz Kiderlen, Die Sammlung der Gipsabgüsse von Anton Raphael Mengs in Dresden. Katalog der Abgüsse, Rekonstruktionen, Nachbildungen und Modelle aus dem römischen Nachlass des Malers in der Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2006.
  5. Vgl. Zitate aus Martin Flashar: Wohl die größte Abgußsammlung der Welt..., in: Antike Welt, Jahrgang 1999, Nr. 6, S. 569-576, auf museanum.net, mit zwei Bildtafeln.
  6. Die Familie wohnte zunächst Pirnaische Vorstadt Neue Gasse 171 (Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 224), dann Neumarkt 571 (Adressbuch der Stadt Dresden, 1799).
  7. Sein damals sechzehnjähriger Sohn Karl Ludwig Matthäi, geboren am 21. März 1778 in Meißen, besuchte die Kunstakademie Dresden ab 1794, u. a. bei dem Architekten Gottlob August Hölzer, wurde Bildhauer, Baumeister und Schriftsteller und starb am 9. August 1848 in Dresden.
  8. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, Werkansicht in der SLUB, Titelkupfer, Titel, Vorwort, Freistehend an und zwischen den Säulen. Dem Haupteingange gegenüber, An der Wand zur Linken vom Haupteingange, Reliefs mit vorstehenden Figuren. Im ersten Fenster, Erster Fensterpfeiler. Altoreliefs im zweiten Fenster, Zweiter Fensterpfeiler. Altoreliefs im dritten Fenster, Dritter Fensterpfeiler, Hautreliefs im vierten Fenster, Vierter Fensterpfeiler, Hautreliefs im fünften Fenster, Am fünften Fensterpfeiler. Hautreliefs im sechsten Fensterpfeiler, Sechster Fensterpfeiler. Hautreliefs im siebenten Fenster, Siebenter Fensterpfeiler. Hautreliefs im achten Fenster, Achter Fensterpfeiler, Hautreliefs im neunten Fenster, Neunter Fensterpfeiler, Hautreliefs im zehnten Fenster, In der Ecke zwischen dem zehnten und eilften Fenster. Unter Glas, An der obern Thürwand, Im dreizehnten Fenster, Der erste Tisch. An der Wand. Der zweite Tisch, An der Wand, Auf dem dritten Tische, Auf dem vierten Tische, An der Wand. Auf dem fünften Tische, An der Wand. Im dreizehnten Fenster, Am Fensterpfeiler, Im vierzehnten Fenster. Am Fensterpfeiler, Am fünfzehnten Fenster, links, Am Fensterpfeiler, Im sechszehnten Fenster. Am Fensterpfeiler, Büsten auf dem sechsten Tische, An der Wand, Büsten des siebenten Tisches, An der Wand. Das siebenzehnte Fenster, An der Haupteingang-Wand. Vom obern Eingange zum Jüdenhofe herunter. Auf einer Stellage, Statuen und Köpfe auf Postamenten und Tragsteinen, Anzeige für Reisende, Verzeichniss der in Rom, Florenz und Neapel aufgestellten antiken Gruppen, Figuren und Brustbilder (in französischer Sprache).
  9. Orig.-Ausg.; 2. Aufl.. SLUB
  10. 3., aktualisierte Aufl. 2007, ISBN 978-3476021762; 2., überarb. und aktualisierte Aufl. 2003; 1. Aufl. 2001. SLUB
  11. Originalausgabe,
  12. SLUB (online 2011).
  13. SLUB
  14. Lothar Pikulik auf der Webseite des Beck-Verlages: geb. 1936 in Beuthen (Oberschlesien). Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Trier. Arbeitsschwerpunkte: Literatur und Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts, der Romantik und der Moderne; Formen und Theorie des Dramas. (Stand: Oktober 2001)
  15. SLUB.
  16. SLUB Original-Ausgabe, 3. Aufl.; Beck'sche Reihe Nr. 2053 bei C. H. Beck Wissen.
  17. SLUB.
  18. SLUB.
  19. SLUB.
  20. SLUB.
  21. SLUB.
  22. SLUB ISBN 3770148002; 9783770148004.
  23. SLUB.
  24. SLUB.
  25. DNB.
  26. DNB.
  27. * 15. Februar 1929 in Dresden; † 31. August 1994 in Berlin, Gründungsdirektor der Berlinischen Galerie
  28. SLUB.
  29. SLUB; Band 1; Band 2.
  30. SLUB.
  31. SLUB.
  32. SLUB; SLUB, Gesamtwerk (4 Bände und Ergänzungsband)
  33. SLUB.
  34. SLUB.
  35. Originalausgabe SLUB; SLUB, 2. Auflage.
  36. SLUB.
  37. SLUB.
  38. SLUB.
  39. SLUB.
  40. SLUB.
  41. Artikel von Gerhard Schulz in: Arbitrium 3 (1985) Walter de Gruyter GmbH, Berlin 1985 SLUB.
  42. SLUB.
  43. SLUB.
  44. SLUB.
  45. SLUB.
  46. SLUB.
  47. SLUB.
  48. SLUB.
  49. SLUB.
  50. SLUB.
  51. SLUB.
  52. SLUB Kraus Reprint, Nendeln 1967
  53. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein: Das verfluchte zweite Kissen, Zeichnung in Tischbeins Wohnung.
  54. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751–1829): Goethe am Fenster seines Apartements in Rom, 1787.
  55. Vgl. Charlotte Schreiter: Antike um jeden Preis. Gipsabgüsse und Kopien antiker Plastik am Ende des 18. Jahrhunderts Walter de Gruyter, Berlin 2014.
  56. Vgl. Beschreibung von 1848 bis 1851 in w:wikisource:de:Stahlstich-Sammlung der vorzüglichsten Gemälde der Dresdener Gallerie. Das „Neue Königliche Museum zu Dresden“ öffnete am 25. September 1855 in der „Sempergalerie“, wo sich die Gemäldegalerie noch immer befindet.
  57. Gemälde von seinem Hofmaler Louis de Silvestre aus dem Jahre 1736, postum, drei Jahre nach dem Tod August des Starken.
  58. 1886 verkaufte der Fürst von Piombino die weitläufige Villa Ludovisi an die Stadt Rom, die dort ein neues Wohngebiet anlegte.
  59. Du lebtest nie, hast nie dich aufgeschwungen/ Zum Göttersitz, bist niemals ihm entstiegen;/ Im Marmor ewig deine Lippen schwiegen,/ Aus Künstlers Phantasie bist du entsprungen./ Doch hast du eignes Wesen dir errungen,/ Das ruht in deinen stillen Götterzügen,/ Und keine Macht der Zeit kann es besiegen,/ Da tief es ist in Menschenbrust gedrungen./ So alle Ewigkeiten zu durchwalten,/ Dass in der Schattenmenge Traumgewirre/ Er nicht, ein Bruchstück nur des Haufens, irre/ Kann auch der Mensch zu Eignem sich gestalten./ Dem Erdenstoff ein Funken nur entsprühet,/ Die eigne Bahn er dann selbst leuchtend ziehet. + Wilhelm von Humboldt: Gesammelte Schriften. Hrsg. von der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften. 1. Abt.: Werke. Hrsg. von Albert Leitzmann. Bd. 9: Gedichte. Berlin.
  60. Du lässest uns die Blüte alles Schönen/ Und seines Werdens holdes Wunder sehen;/ Die Stirn ist streng, man siehts in ihr entstehen,/ Wo es noch ringen muss mit herben Tönen./ Die Wange will sich schon mit Anmut krönen,/ Doch darf sie noch im Lächeln nicht zergehen,/ Der Mund jedoch zerschmilzt in süßen Wehen,/ Dass Ernst und Milde sich im Reiz versöhnen./ Erst keusches Leben, wurzelhaft gebunden,/ Dann scheuer Vortraum von sich selbst, der leise/ Hinüberführt zur wirklichen Entfaltung;/ Und nun ist auch der Werdekampf verwunden,/ Man sieht nicht Anfang mehr, noch Schluss im Kreise,/ Und dieses ist der Gipfel der Gestaltung. + Friedrich Hebbel: Werke. Hrsg. von Gerhard Fricke, Werner Keller und Karl Pörnbacher. München: Carl Hanser 1965. Bd. 3, S. 114.
  61. Wie ein Gesang des Homer»? Und was denn sagte dies Antlitz/ Mir vom Zorn des Achill, von der Sirenen Gesang?/ Nein, kein dichtender Geist, kein irdischer Zauber beseelt dich:/ So unnahbar und kühl leuchtet der Äther allein. + Kunst und Künstler, 1877/78.
  62. Friedrich Hebbel: Werke. Hrsg. von Gerhard Fricke, Werner Keller und Karl Pörnbacher. München: Carl Hanser 1965. Bd. 3, S. 903.
  63. Kolossaler Frauenkopf, Höhe 1,14 m, Marmor aus Paros, gelangte 1622 in die Sammlung Ludovisi, Museo nazionale romano di palazzo Altemps in Ponte, dem V. Rione (Stadtteil) von Rom, Piazza di San Apollinare 44, in der Nähe der Piazza Navona.
  64. Jutta Assel, Georg Jäger: Goethes Italienische Reise, Rom. Goethes Juno Eine Dokumentation auf goethezeitportal.de.
  65. Brunhild Höhling: Goethe zu Gast im Gartenreich des Fürsten Franz. In: Anhaltische Goethe-Gesellschaft (Hrsg.): Ausgewählte Vorträge, Heft Nr. 1, 2013, S. 4-21, Auszug auf anhaltische-goethe-gesellschaft.de.
  66. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751–1829): Porträt Goethes in der Campagna, 1787, Städelsches Kunstinstitut Frankfurt am Main.
  67. Aquarell von Johann Gottlob Matthäi (1753–1832, Artikel im Stadtwiki Dresden), vgl. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, Titelkupfer: Innere Ansicht des königl. sächs. Mengsischen Museums
  68. Aus: Saxonia Museum für saechsische Vaterlandskunde. Band 1. 1835
  69. Meissner Porzellan von Johann Carl Schönheit (* Februar 1730 in Meißen; † 27. Mai 1805 ebenda).
  70. Meissner Porzellan von Christian Gottfried Jüchtzer.
  71. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss... S. VI: Von hier [dem Brühlschen Garten] nahm sie der Vorsteher der Sammlung in Empfang und brachte sie in den eigens dazu bereiteten Saal unter der Bildergalerie, welcher am 24. August 1794 eröffnet wurde. Er hatte sich hierbei gleichsam eine Geschichte der idealisirten Menschengestalt gedacht, von ihrem ersten Entfalten (schlafender Genius Nr. 1) bis zu ihrer Vollendung (in der Venus, Juno, Agrippina, in den Heroen, Göttern) und in's höchste Alter (Zeno).
  72. Auch: Johann Gottlob Matthaey
  73. Die Tafeln dieses Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques en figures, bas-reliefs, tetes, mains, pies etc. que Son Altesse-Serenissime Electorale de Saxe, Frederic Auguste a achete de Roma von Johann Gottlob Matthaey (par Jean Gottlob Matthaei) sind abgedruckt in: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.): Die Sammlungen der Gipsabgüsse von Anton Raphael Meng in Dresden, München 2006, S. 124-167. = Moritz Kiderlen, Die Sammlung der Gipsabgüsse von Anton Raphael Mengs in Dresden. Katalog der Abgüsse, Rekonstruktionen, Nachbildungen und Modelle aus dem römischen Nachlass des Malers in der Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2006.
  74. Vgl. Zitate aus Martin Flashar: Wohl die größte Abgußsammlung der Welt..., in: Antike Welt, Jahrgang 1999, Nr. 6, S. 569-576, auf museanum.net, mit zwei Bildtafeln.
  75. Die Familie wohnte zunächst Pirnaische Vorstadt Neue Gasse 171 (Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 224), dann ab 1798/1799 Neumarkt 571 (Adressbuch der Stadt Dresden, 1799).
  76. Sein damals sechzehnjähriger Sohn Karl Ludwig Matthäi, geboren am 21. März 1778 in Meißen, besuchte die Kunstakademie Dresden ab 1794, u. a. bei dem Architekten Gottlob August Hölzer, wurde Bildhauer, Baumeister und Schriftsteller und starb am 9. August 1848 in Dresden.
  77. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, Werkansicht in der SLUB, Titelkupfer, Titel, Vorwort, Freistehend an und zwischen den Säulen. Dem Haupteingange gegenüber, An der Wand zur Linken vom Haupteingange, Reliefs mit vorstehenden Figuren. Im ersten Fenster, Erster Fensterpfeiler. Altoreliefs im zweiten Fenster, Zweiter Fensterpfeiler. Altoreliefs im dritten Fenster, Dritter Fensterpfeiler, Hautreliefs im vierten Fenster, Vierter Fensterpfeiler, Hautreliefs im fünften Fenster, Am fünften Fensterpfeiler. Hautreliefs im sechsten Fensterpfeiler, Sechster Fensterpfeiler. Hautreliefs im siebenten Fenster, Siebenter Fensterpfeiler. Hautreliefs im achten Fenster, Achter Fensterpfeiler, Hautreliefs im neunten Fenster, Neunter Fensterpfeiler, Hautreliefs im zehnten Fenster, In der Ecke zwischen dem zehnten und eilften Fenster. Unter Glas, An der obern Thürwand, Im dreizehnten Fenster, Der erste Tisch. An der Wand. Der zweite Tisch, An der Wand, Auf dem dritten Tische, Auf dem vierten Tische, An der Wand. Auf dem fünften Tische, An der Wand. Im dreizehnten Fenster, Am Fensterpfeiler, Im vierzehnten Fenster. Am Fensterpfeiler, Am fünfzehnten Fenster, links, Am Fensterpfeiler, Im sechszehnten Fenster. Am Fensterpfeiler, Büsten auf dem sechsten Tische, An der Wand, Büsten des siebenten Tisches, An der Wand. Das siebenzehnte Fenster, An der Haupteingang-Wand. Vom obern Eingange zum Jüdenhofe herunter. Auf einer Stellage, Statuen und Köpfe auf Postamenten und Tragsteinen, Anzeige für Reisende, Verzeichniss der in Rom, Florenz und Neapel aufgestellten antiken Gruppen, Figuren und Brustbilder (in französischer Sprache).
  78. * 31. Mai 1773 in Berlin.
  79. * 13. Juli 1773 in Berlin. Vergleiche auch Wilhelm Heinrich Wackenroder im Projekt Gutenberg mit einem weiteren Portrait und Digitalisaten seiner Werke.
  80. Karl Philipp Moritz im Projekt Gutenberg.
  81. Karl Franz Jacob Heinrich Schumann (1767-1827): Porträt des Karl Phillip Moritz (1756-1793) im Jahre 1791; heute im Gleimhaus Halberstadt.
  82. Hans Wahl, Anton Kippenberg: Goethe und seine Welt, Insel-Verlag, Leipzig 1932, S. 106.
  83. Goethe notierte im Dezember 1786 in Rom: „Moritz ist hier, der uns durch ‚Anton Reiser‘ und die ‚Wanderungen durch England‘ merkwürdig geworden. Es ist ein reiner trefflicher Mann, an dem wir viel Freude haben.“ Er könne nicht ablassen „über die Innerlichkeiten des Menschen, seine Anlagen und Entwicklungen fortwährend zu sinnen und zu spinnen [...] Moritz ist wie ein jüngerer Bruder von mir, von derselben Art, nur da vom Schicksal verwahrlost und beschädigt, wo ich begünstigt und vorgezogen bin."
  84. Vgl. Goethes Zeitschrift Propyläen, Juli 1798 bis Ende 1800; hier insbesondere der 1798 im ersten Band veröffentlichte Aufsatz Über Laokoon.
  85. "Über die bildende Nachahmung des Schönen. von Karl Philipp Moritz. Braunschweig 1788. Unter diesem Titel ward ein Heft von kaum vier Bogen gedruckt, wozu Moritz das Manuskript nach Deutschland geschickt hatte, um seinen Verleger über den Vorschuß einer Reisebeschreibung nach Italien einigermaßen zu beschwichtigen. Freilich war eine solche nicht so leicht als die einer abenteuerlichen Fußwanderung durch England niederzuschreiben. Gedachtes Heft aber darf ich nicht unerwähnt lassen; es war aus unsern Unterhaltungen hervorgegangen, welche Moritz nach seiner Art benutzt und ausgebildet. Wie es nun damit auch sei, so kann es geschichtlich einiges Interesse haben, um daraus zu ersehen, was für Gedanken sich in jener Zeit vor uns auftaten, welche, späterhin entwickelt, geprüft, angewendet und verbreitet, mit der Denkweise des Jahrhunderts glücklich genug zusammentrafen. Einige Blätter aus der Mitte des Vortrags mögen hier eingeschaltet stehen; vielleicht nimmt man hievon Veranlassung, das Ganze wieder abzudrucken. "Der Horizont der tätigen Kraft aber muß bei dem bildenden Genie so weit wie die Natur selber sein, das heißt, die Organisation muß so fein gewebt sein und so unendlich viele Berührungspunkte der allumströmenden Natur darbieten, daß gleichsam die äußersten Enden von allen Verhältnissen der Natur im großen, hier im kleinen sich nebeneinander stellend, Raum genug haben, um sich einander nicht verdrängen zu dürfen. Wenn nun eine Organisation von diesem feinern Gewebe bei ihrer völligen Entwicklung auf einmal in der dunklen Ahnung ihrer tätigen Kraft ein Ganzes faßt, das weder in ihr Auge noch in ihr Ohr, weder in ihre Einbildungskraft noch in ihre Gedanken kam, so muß notwendig eine Unruhe, ein Mißverhältnis zwischen den sich wägenden Kräften so lange entstehen, bis sie wieder in ihr Gleichgewicht kommen. Bei einer Seele, deren bloß tätige Kraft schon das edle, große Ganze der Natur in dunkler Ahnung faßt, kann die deutlich erkennende Denkkraft, die noch lebhafter darstellende Einbildungskraft und der am hellsten spiegelnde äußre Sinn mit der Betrachtung des einzelnen im Zusammenhange der Natur sich nicht mehr begnügen. Alle die in der tätigen Kraft bloß dunkel geahneten Verhältnisse jenes großen Ganzen müssen notwendig auf irgend eine Weise entweder sichtbar, hörbar, oder doch der Einbildungskraft faßbar werden; und um dies zu werden, muß die Tatkraft, worin sie schlummern, sie nach sich selber, aus sich selber bilden. — Sie muß alle jene Verhältnisse des großen Ganzen und in ihnen das höchste Schöne, wie an den Spitzen seiner Strahlen, in einen Brennpunkt fassen. — Aus diesem Brennpunkte muß sich, nach des Auges gemessener Weite, ein zartes und doch getreues Bild des höchsten Schönen runden, das die vollkommensten Verhältnisse des großen Ganzen der Natur, ebenso wahr und richtig wie sie selbst, in seinen kleinen Umfang faßt. Weil nun aber dieser Abdruck des höchsten Schönen notwendig an etwas haften muß, so wählt die bildende Kraft, durch ihre Individualität bestimmt, irgend einen sichtbaren, hörbaren oder doch der Einbildungskraft faßbaren Gegenstand, auf den sie den Abglanz des höchsten Schönen im verjüngenden Maßstabe überträgt. — Und weil dieser Gegenstand wiederum, wenn er wirklich, was er darstellt, wäre, mit dem Zusammenhange der Natur, die außer sich selber kein wirklich eigenmächtiges Ganze duldet, nicht ferner bestehen könnte, so führet uns dies auf den Punkt, wo wir schon einmal waren: daß jedesmal das innere Wesen erst in die Erscheinung sich verwandeln müsse, ehe es, durch die Kunst, zu einem für sich bestehenden Ganzen gebildet werden und ungehindert die Verhältnisse des großen Ganzen der Natur in ihrem völligen Umfange spiegeln kann. Da nun aber jene großen Verhältnisse, in deren völligem Umfange eben das Schöne liegt, nicht mehr unter das Gebiet der Denkkraft fallen, so kann auch der lebendige Begriff von der bildenden Nachahmung des Schönen nur im Gefühl der tätigen Kraft, die es hervorbringt, im ersten Augenblick der Entstehung stattfinden, wo das Werk, als schon vollendet, durch alle Grade seines allmählichen Werdens, in dunkler Ahnung, auf einmal vor die Seele tritt und in diesem Moment der ersten Erzeugung gleichsam vor seinem wirklichen Dasein da ist; wodurch alsdann auch jener unnennbare Reiz entsteht, welcher das schaffende Genie zur immerwährenden Bildung treibt. Durch unser Nachdenken über die bildende Nachahmung des Schönen, mit dem reinen Genuß der schönen Kunstwerke selbst vereint, kann zwar etwas jenem lebendigen Begriff näher Kommendes in uns entstehen, das den Genuß der schönen Kunstwerke in uns erhöht. Allein da unser höchster Genuß des Schönen dennoch sein Werden aus unsrer eignen Kraft unmöglich mit in sich fassen kann, so bleibt der einzige höchste Genuß desselben immer dem schaffenden Genie, das es hervorbringt, selber, und das Schöne hat daher seinen höchsten Zweck in seiner Entstehung, in seinem Werden schon erreicht; unser Nachgenuß desselben ist nur eine Folge seines Daseins und das bildende Genie ist daher im großen Plane der Natur zuerst um sein selbst und dann erst um unsertwillen da; weil es nun einmal außer ihm noch Wesen gibt, die selbst nicht schaffen und bilden, aber doch das Gebildete, wenn es einmal hervorgebracht ist, mit ihrer Einbildungskraft umfassen können. Die Natur des Schönen besteht ja eben darin, daß sein innres Wesen außer den Grenzen der Denkkraft, in seiner Entstehung, in seinem eignen Werden liegt. Eben darum, weil die Denkkraft beim Schönen nicht mehr fragen kann, warum es schön sei, ist es schön. Denn es mangelt ja der Denkkraft völlig an einem Vergleichungspunkte, wornach sie das Schöne beurteilen und betrachten könnte. Was gibt es noch für einen Vergleichungspunkt für das echte Schöne, als mit dem Inbegriff aller harmonischen Verhältnisse des großen Ganzen der Natur, die keine Denkkraft umfassen kann? Alles einzelne, hin und her in der Natur zerstreute Schöne ist ja nur insofern schön, als sich dieser Inbegriff aller Verhältnisse jenes großen Ganzen mehr oder weniger darin offenbart. Es kann also nie zum Vergleichungspunkte für das Schöne der bildenden Künste, ebensowenig als der wahren Nachahmung des Schönen zum Vorbilde dienen; weil das höchste Schöne im einzelnen der Natur immer noch nicht schön genug für die stolze Nachahmung der großen und majestätischen Verhältnisse des allumfassenden Ganzen der Natur ist. Das Schöne kann daher nicht erkannt, es muß hervorgebracht oder empfunden werden. Denn weil in gänzlicher Ermanglung eines Vergleichungspunktes einmal das Schöne kein Gegenstand der Denkkraft ist, so würden wir, insofern wir es nicht selbst hervorbringen können, auch seines Genusses ganz entbehren müssen, indem wir uns nie an etwas halten könnten, dem das Schöne näher käme als das Minderschöne — wenn nicht etwas die Stelle der hervorbringenden Kraft in uns ersetzte, das ihr so nahe wie möglich kömmt, ohne doch sie selbst zu sein: — dies ist nun, was wir Geschmack oder Empfindungsfähigkeit für das Schöne nennen, die, wenn sie in ihren Grenzen bleibt, den Mangel des höhern Genusses bei der Hervorbringung des Schönen durch die ungestörte Ruhe der stillen Betrachtung ersetzen kann. Wenn nämlich das Organ nicht fein genug gewebt ist, um dem einströmenden Ganzen der Natur so viele Berührungspunkte darzubieten, als nötig sind, um alle ihre großen Verhältnisse vollständig im kleinen abzuspiegeln, und uns noch ein Punkt zum völligen Schluß des Zirkels fehlt, so können wir statt der Bildungskraft nur Empfindungsfähigkeit für das Schöne haben: jeder Versuch, es außer uns wieder darzustellen, würde uns mißlingen und uns desto unzufriedener mit uns selber machen, je näher unser Empfindungsvermögen für das Schöne an das uns mangelnde Bildungsvermögen grenzt. Weil nämlich das Wesen des Schönen eben in seiner Vollendung in sich selbst besteht, so schadet ihm der letzte fehlende Punkt so viel als tausend; denn er verrückt alle übrigen Punkte aus der Stelle, in welche sie gehören. Und ist dieser Vollendungspunkt einmal verfehlt, so verlohnt ein Werk der Kunst der Mühe des Anfangs und der Zeit seines Werdens nicht; es fällt unter das Schlechte bis zum Unnützen herab, und sein Dasein muß notwendig durch die Vergessenheit, worin es sinkt, sich wieder aufheben. Ebenso schadet auch dem in das feinere Gewebe der Organisation gepflanzten Bildungsvermögen der letzte zu seiner Vollständigkeit fehlende Punkt so viel als tausend. Der höchste Wert, den es als Empfindungsvermögen haben könnte, kömmt bei ihm, als Biidungskraft, ebensowenig wie der geringste in Betrachtung. Auf dem Punkte, wo das Empfindungsvermögen seine Grenzen überschreitet, muß es notwendig unter sich selber sinken, sich aufheben und vernichten. Je vollkommner das Empfindungsvermögen für eine gewisse Gattung des Schönen ist, um desto mehr ist es in Gefahr, sich zu täuschen, sich selbst für Bildungskraft zu nehmen und auf die Weise durch tausend mißlungene Versuche seinen Frieden mit sich selbst zu stören. Es blickt z. B. beim Genuß des Schönen in irgend einem Werke der Kunst zugleich durch das Werden desselben in die bildende Kraft, die es schuf, hindurch und ahnet dunkel den höhern Grad des Genusses eben dieses Schönen, im Gefühl dieser Kraft, die mächtig genug war, es aus sich selbst hervorzubringen. Um sich nun diesen höhern Grad des Genusses, welchen sie an einem Werke, das einmal schon da ist, unmöglich haben kann, auch zu verschaffen, strebt die einmal zu lebhaft gerührte Empfindung vergebens, etwas Ähnliches aus sich selbst hervorzubringen, haßt ihr eignes Werk, verwirft es und verleidet sich zugleich den Genuß alle des Schönen, das außer ihr schon da ist und woran sie nun eben deswegen, weil es ohne ihr Zutun da ist, keine Freude findet. Ihr einziger Wunsch und Streben ist, des ihr versagten höhern Genusses, den sie nur dunkel ahnet, teilhaftig zu werden: in einem schönen Werke, das ihr sein Dasein dankt, mit dem Bewußtsein von eigner Bildungskraft sich selbst zu spiegeln. Allein sie wird ihres Wunsches ewig nicht gewährt, weil Eigennutz ihn erzeugte und das Schöne sich nur um sein selbst willen von der Hand des Künstlers greifen und willig und folgsam von ihm sich bilden läßt. Wo sich nun in den schaffenwollenden Bildungstrieb sogleich die Vorstellung vom Genuß des Schönen mischt, den es, wenn es vollendet ist, gewähren soll, und wo diese Vorstellung der erste und stärkste Antrieb unsrer Tatkraft wird, die sich zu dem, was sie beginnt, nicht in und durch sich selbst gedrungen fühlt, da ist der Bildungstrieb gewiß nicht rein: der Brennpunkt oder Vollendungspunkt des Schönen fällt in die Wirkung über das Werk hinaus; die Strahlen gehen auseinander; das Werk kann sich nicht in sich selber runden. Dem höchsten Genuß des aus sich selbst hervorgebrachten Schönen sich so nah zu dünken, und doch darauf Verzicht zu tun, scheint freilich ein harter Kampf — der dennoch äußerst leicht wird, wenn wir aus diesem Bildungstriebe, den wir uns einmal zu besitzen schmeicheln, um doch sein Wesen zu veredeln, jede Spur des Eigennutzes, die wir noch finden, tilgen und jede Vorstellung des Genusses, den uns das Schöne, das wir hervorbringen wollen, wenn es nun da sein wird, durch das Gefühl von unsrer eignen Kraft gewähren soll, soviel wie möglich zu verbannen suchen, so daß, wenn wir auch mit dem letzten Atemzuge es erst vollenden könnten, es dennoch zu vollenden strebten. Behält alsdann das Schöne, das wir ahnen, bloß an und für sich selbst, in seiner Hervorbringung, noch Reiz genug, unsre Tatkraft zu bewegen, so dürfen wir getrost unserm Bildungstriebe folgen, weil er echt und rein ist. Verliert sich aber mit der gänzlichen Hinwegdenkung des Genusses und der Wirkung auch der Reiz, so bedarf es ja keines Kampfes weiter: der Frieden in uns ist hergestellt, und das nun wieder in seine Rechte getretene Empfindungsvermögen eröffnet sich zum Lohne für sein bescheidnes Zurücktreten in seine Grenzen dem reinsten Genuß des Schönen, der mit der Natur seines Wesens bestehen kann. Freilich kann nun der Punkt, wo Bildungs- und Empfindungskraft sich schneidet, so äußerst leicht verfehlt und überschritten werden, daß es gar nicht zu verwundern ist, wenn immer tausend falsche, angemaßte Abdrücke des höchsten Schönen, gegen einen echten, durch den falschen Bildungstrieb in den Werken der Kunst entstehen. Denn da die echte Bildungskraft sogleich bei der ersten Entstehung ihres Werks auch schon den ersten, höchsten Genuß desselben als ihren sichern Lohn in sich selber trägt und sich nur dadurch von dem falschen Bildungstriebe unterscheidet, daß sie den allerersten Moment ihres Anstoßes durch sich selber und nicht durch die Ahnung des Genusses von ihrem Werke erhält, und weil in diesem Moment der Leidenschaft die Denkkraft selbst kein richtiges Urteil fällen kann, so ist es fast unmöglich, ohne eine Anzahl mißlungener Versuche dieser Selbsttäuschung zu entkommen. Und selbst auch diese mißlungenen Versuche sind noch nicht immer ein Beweis von Mangel an Bildungskraft, weil diese selbst da, wo sie echt ist, oft eine ganz falsche Richtung nimmt, indem sie vor ihre Einbildungskraft stellen will, was vor ihr Auge, oder vor ihr Auge, was vor ihr Ohr gehört. Eben weil die Natur die inwohnende Bildungskraft nicht immer zur völligen Reife und Entwicklung kommen oder sie einen falschen Weg einschlagen läßt, auf dem sie sich nie entwickeln kann, so bleibt das echte Schöne selten. Und weil sie auch aus dem angemaßten Bildungstriebe das Gemeine und Schlechte ungehindert entstehen läßt, so unterscheidet sich eben dadurch das echte Schöne und Edle, durch seinen seltenen Wert, vom Schlechten und Gemeinen. In dem Empfindungsvermögen bleibt also stets die Lücke, welche nur durch das Resultat der Bildungskraft sich ausfüllt. — Bildungskraft und Empfindungsfähigkeit verhalten sich zueinander wie Mann und Weib. Denn auch die Bildungskraft ist bei der ersten Entstehung ihres Werks, im Moment des höchsten Genusses, zugleich Empfindungsfähigkeit und erzeugt, wie die Natur, den Abdruck ihres Wesens aus sich selber. Empfindungsvermögen sowohl als Bildungskraft sind also in dem feinern Gewebe der Organisation gegründet, insofern dieselbe in allen ihren Berührungspunkten von den Verhältnissen des großen Ganzen der Natur ein vollständiger oder doch fast vollständiger Abdruck ist. Empfindungskraft sowohl als Bildungskraft umfassen mehr als Denkkraft, und die tätige Kraft, worin sich beide gründen, faßt zugleich auch alles, was die Denkkraft faßt, weil sie von allen Begriffen, die wir je haben können, die ersten Anlässe, stets sie aus sich herausspinnend, in sich trägt. Insofern nun diese tätige Kraft alles, was nicht unter das Gebiet der Denkkraft fällt, hervordringend in sich faßt, heißt sie Bildungskraft; und insofern sie das, was außer den Grenzen der Denkkraft liegt, der Hervorbringung sich entgegen neigend, in sich begreift, heißt sie Empfindungskraft. Bildungskraft kann nicht ohne Empfindung und tätige Kraft, die bloß tätige Kraft hingegen kann ohne eigentliche Empfindungs- und Bildungskraft, wovon sie nur die Grundlage ist, für sich allein stattfinden. Insofern nun diese bloß tätige Kraft ebenfalls in dem feinem Gewebe der Organisation sich gründet, darf das Organ nur überhaupt in alle seinen Berührungspunkten ein Abdruck der Verhältnisse des großen Ganzen sein, ohne daß eben der Grad der Vollständigkeit erfordert würde, welche die Empfindungs- und Bildungskraft voraussetzt. Von den Verhältnissen des großen Ganzen, das uns umgibt, treffen nämlich immer so viele in allen Berührungspunkten unsres Organs zusammen, daß wir dies große Ganze dunkel in uns fühlen, ohne es doch selbst zu sein. Die in unser Wesen hineingesponnenen Verhältnisse jenes Ganzen streben, sich nach allen Seiten wieder auszudehnen; das Organ wünscht, sich nach allen Seiten bis ins Unendliche fortzusetzen. Es will das umgebende Ganze nicht nur in sich spiegeln, sondern, soweit es kann, selbst dies umgebende Ganze sein. Daher ergreift jede höhere Organisation ihrer Natur nach die ihr untergeordnete und trägt sie in ihr Wesen über: die Pflanze den unorganisierten Stoff durch bloßes Werden und Wachsen; das Tier die Pflanzen durch Werden, Wachsen und Genuß; der Mensch verwandelt nicht nur Tier und Pflanze durch Werden, Wachsen und Genuß in sein innres Wesen, sondern faßt zugleich alles, was seiner Organisation sich unterordnet, durch die unter allen am hellsten geschliffene spiegelnde Oberfläche seines Wesens in den Umfang seines Daseins auf und stellt es, wenn sein Organ sich bildend in sich selbst vollendet, verschönert außer sich wieder dar. Wo nicht, so muß er das, was um ihn her ist, durch Zerstörung in den Umfang seines wirklichen Daseins ziehn und verheerend um sich greifen, soweit er kann, da einmal die reine unschuldige Beschauung seinen Durst nach ausgedehntem wirklichen Dasein nicht ersetzen kann." Johann Wolfgang von Goethe: Italienische Reise. In: Ludwig Geiger, Eduard von der Hellen: Goethes sämtliche Werke: Jubiläums-Ausgabe in 40 Bänden. Band 26, Teil 2. Cotta, Stuttgart u. a. 1907, S. 562ff. - Im Jahr 1900 wechselte Eduard von der Hellen nach Stuttgart. Dort war er bis 1923 literarischer Berater des Cotta-Verlages. Von der Hellen war der Hauptherausgeber der vierzigbändigen Jubiläumsausgabe von Goethes Werken, die in den Jahren 1902 bis 1912 erschien, sowie der sechzehnbändigen Säkularausgabe von Schillers Werken in den Jahren 1904 und 1905.
  86. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein: Moritz, von Goethe und Tischbein gepflegt.
  87. Carl Philipp Moritz (1757-1793). Kolorierter Stich von H. Sintzenich, 1793.
  88. Friedrich Rehberg (1758–1835): Porträt des Karl Philipp Moritz, etwa 1790.
  89. Peter Lebrecht, eine Geschichte ohne Abenteuerlichkeiten (1795, zwei Bände), William Lovell (1795–1796, drei Bände) und Abdallah (1795).
  90. Vgl. Beschreibung von 1848 bis 1851 in Wikisource: Stahlstich-Sammlung der vorzüglichsten Gemälde der Dresdener Gallerie.
  91. Gemälde von seinem Hofmaler Louis de Silvestre aus dem Jahre 1736, postum, drei Jahre nach dem Tod August des Starken.
  92. Aquarell von Johann Gottlob Matthäi (1753–1832, Artikel im Stadtwiki Dresden), vgl. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, Titelkupfer: Innere Ansicht des königl. sächs. Mengsischen Museums
  93. Aus: Saxonia Museum für saechsische Vaterlandskunde. Band 1. 1835
  94. Meissner Porzellan von Johann Carl Schönheit (* Februar 1730 in Meißen; † 27. Mai 1805 ebenda).
  95. Meissner Porzellan von Christian Gottfried Jüchtzer.
  96. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss... S. VI: Von hier [dem Brühlschen Garten] nahm sie der Vorsteher der Sammlung in Empfang und brachte sie in den eigens dazu bereiteten Saal unter der Bildergalerie, welcher am 24. August 1794 eröffnet wurde. Er hatte sich hierbei gleichsam eine Geschichte der idealisirten Menschengestalt gedacht, von ihrem ersten Entfalten (schlafender Genius Nr. 1) bis zu ihrer Vollendung (in der Venus, Juno, Agrippina, in den Heroen, Göttern) und in's höchste Alter (Zeno).
  97. Die Tafeln dieses Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques en figures, bas-reliefs, tetes, mains, pies etc. que Son Altesse-Serenissime Electorale de Saxe, Frederic Auguste a achete de Roma von Johann Gottlob Matthaey (par Jean Gottlob Matthaei) sind abgedruckt in: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.): Die Sammlungen der Gipsabgüsse von Anton Raphael Meng in Dresden, München 2006, S. 124-167. = Moritz Kiderlen, Die Sammlung der Gipsabgüsse von Anton Raphael Mengs in Dresden. Katalog der Abgüsse, Rekonstruktionen, Nachbildungen und Modelle aus dem römischen Nachlass des Malers in der Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2006?
  98. Vgl. Zitate aus Martin Flashar: Wohl die größte Abgußsammlung der Welt..., in: Antike Welt, Jahrgang 1999, Nr. 6, S. 569-576, auf museanum.net, mit zwei Bildtafeln.
  99. Vgl. Artikel Johann Gottlob Matthäi im Stadtwiki Dresden.
  100. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner. 1799: Matthäi, Joh. Gottlob, Inspektor der Gipsantikengallerie, Neumarkt 571.
  101. SLUB.
  102. SLUB.
  103. DNB.
  104. DNB.
  105. DNB.
  106. SLUB, Die Entdeckung der Landschaft. Dresdner Maler um 1800 in böhmischer Nachbarschaft SLUB.
  107. SLUB, Gesamtwerk; SLUB, Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit. Band 2, Quellenband, ISBN 978-3942411912; 3942411911; SLUB, Sächsisch-Böhmische Beziehungen im Wandel der Zeit. Band 3, Geschichtsdidaktische Konzeptionen (von Christian Herm und Antje Scheicher), ISBN 9783942411929; 394241192X.
  108. Verlag; SLUB, Buch; SLUB, Artikel.
  109. Dresden um 1500, Lange-Diercke – Sächsischer Schulatlas, Ausgabe für Dresden, Georg Westermann (Braunschweig) und Carl Adlers Buchhandlung (Dresden), um 1930.
  110. "Dresden um das Jahr 1500 nach einem Holzmodell (im Grünen Gewölbe) gezeichnet." In: Robert Bruck (1863–1942): "Dresdens alte Rathäuser : Festschrift des Vereins für Geschichte Dresdens zur Einweihung des neuen Rathauses am 1. Oktober 1910." Baensch, Dresden 1910. - Das Holzmodell stammte aus dem Jahr 1519.
  111. "Dresden, eine erweiterte Festung", In: Bruno Krause: "Die geschichtliche Entwickelung der Residenzstadt Dresden", 1893, Teil 2, S. 36.
  112. Friedrich Martin Reibisch (1782-nach 1850) nach Andreas Vogel (1588 - 1638): " Perspektivische Stadtansicht Dresdens um 1634", Lithographie, 1827.
  113. "Roquelaure (Roquelor, Rockelor), ein vorn bis unten zugeknöpfter Reiserock oder Regenmantel, nach einem Herzog von R. genannt." »Kleineres Konversationslexikon für den Handgebrauch« Verlag F.A. Brockhaus, fünfte, völlig neubearbeitete Auflage, Leipzig 1911.
  114. "Roquelaure (Rockkelohr ausgespr.) Regenmantel, Regenrock, Reiserock". In: Karl Philipp Moritz: "Grammatisches Wörterbuch der deutschen Sprache", Berlin, bei Ernst Felisch, 1797, Band 3, S. 356.
  115. Roquelaure wurde im Juni 1652 zum Herzogtum und zur Pairie erhoben. Mit Antoine-Gaston de Roquelaure, dem 2. Herzog, starb die Linie im Mannesstamm aus, der Herzogstitel ging an den Enkel Louis Marie Bretagne de Rohan-Chabot († 28. November 1791 im Exil in Nizza).
  116. redingote (Französisch) im deutschen Wiktionary: historisches Kleidungsstück, eine speziell Männerbekleidung: Gehrock, Schoßrock. Redingote ist eine seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Frankreich bezeugte Entlehnung aus dem englischen riding-coat „Reitrock“.
  117. "Der zwischen Altmarkt und Weiße Gasse liegende Teil trug im 18. Jahrhundert die Bezeichnung An der Badstube nach dem seit dem Ende des 15. Jahrhunderts bis 1863 dort befindlichen städtischen Badehause, der „Rathsbaderei“; der hintere, bei der Kleinen Frohngasse als Sackgasse endende Teil hieß auch damals noch das Loch, während der von hier abgehende ganz kurze Verbindungsweg nach der Moritzstraße den Namen Rokelorgäßchen (roquelaure hieß ein vom Herzog von Roquelaure 1715 eingeführter Regenrock) geführt haben soll." Artikel "†Badergasse". In: Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens" = Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Wilhelm Baensch, Verlagshandung, Dresden 1905.
  118. "ROQUELAURE, hist. - Halb taillierter Herrenmantel, vorn bis zu den Knien zugeknöpft, der unter Ludwig XIV. in Mode kam - was die Kleidung zum Anziehen bei schlechtem Wetter betrifft, so waren weiterhin am Ende des 18. Jahrhunderts wie zuvor, entweder der Roquelaure, glockenförmig, sehr eng an den Schultern anliegend, oder der Balandran üblich - Etymol. vom Herzog von Roquelaure [1656 - 1738], der dieses Kleidungsstück in Mode brachte - Roquelaure wurde wahrscheinlich früher verwendet, als die Zeugnisse angeben. - In der 2. Hälfte des XVIII Jh. weicht die Mode der Roquelaure jener der Redingote." Stichwort "Roquelaure" im "Nouveau dictionnaire encyclopédique universel illustré - Librairie illustrée, 1885".
  119. Moritzstrasse Dresden. Blick auf den belebten Boulevard. Dresden, Begersche Buch- u. Kunsthandlung, Schloss Gasse N°. 332. 1820er-Jahre.
  120. Otto Richter (Hrsg.): Dresden sonst und jetzt. 16. Die Moritzstraße. Links das Hotel de Saxe (1888 durch einen Neubau ersetzt). Rechts Stadt Rom. Im Hintergrund das Poncetsche Haus (1885 bei Verlängerung der Moritzstraße bis zur Maximilianstraße abgebrochen). erschienen 1905.
  121. Palais Vitzthum-Schönburg, Moritzstraße Dresden, vor dem Abbruch 1885. In: Stefan Hertzig: "Das Dresdner Bürgerhaus des Spätbarock" (1738-1790). Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e. V., Dresden 2007, ISBN 3-9807739-4-9, S. 149.
  122. "Mestmacher, von Joh. russisch kaiserl. wirklicher Staatsrath und außerordentlicher Gesandte am kursächs. Hofe Dresden Morizstraße 763." In: Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 180.
  123. "Mestmacher, von Joh. Staatsrath russ. Kaiserl. Morizstraße 763." Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, Zweyter Theil, 1799.
  124. "Ausländische Ministres und Chargés d'Affaires an dem Churfürstl. Sächsischen Hofe" in "Churfürstlicher Sächsischer Hof - und Staats - Kalender auf das Jahr 1797 mit Anhang: Jetztlebendes Europa", in der Weidemannischen Buchhandlung, Leipzig 1797.
  125. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 5.
  126. Dresdner Adress=Kalender von 1837, S. 289.
  127. Dresdner Adress=Kalender von 1839, S. 296
  128. Matthäus Seuttetre (1678–1757): Stadtplan von Dresden, gedruckt um 1755.
  129. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797,S. 179f.
  130. Dresdner Adress=Kalender von 1837, S. 289.
  131. Dresdner Adress=Kalender von 1839, S. 296
  132. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 106.
  133. Dresdner Adress=Kalender von 1837, S. 285.
  134. Dresdner Adress=Kalender von 1838, S. 282
  135. Dresdner Adress=Kalender von 1839, S. 292.
  136. Dresdner Adress=Kalender von 1840, S. 295.
  137. Stadtplan von Dresden, um 1833.
  138. Matthäus Seuttetre (1678–1757): Stadtplan von Dresden, gedruckt um 1755.
  139. Dresdner Adress=Kalender von 1837, S. 289.
  140. Dresdner Adress=Kalender von 1837, S. 289.
  141. Dresdner Adress=Kalender von 1839, S. 296
  142. Dresdner Adress=Kalender von 1840, S. 295.
  143. "Jährliches genealogisches Handbuch: In welchem der gegenwärtige Zustand von allen Häusern jetztregierender Europäischer Kayser und Könige ... Aus denen neuesten Nachrichten zu finden", in Johann Friedrich Gleditschens Handlung, Leipzig 1800, S. 228. (abgerufen am 3. Februar 2023).
  144. "Königlich-Sächsischer Hof- und Staats-Kalender auf das Jahr 1810", in der Weidmannischen Buchhandlung, Leipzig 1810, S. 104 (abgerufen am 3. Februar 2023).
  145. 12614 Nachlass Familie von Schönberg im Hauptstaatsarchiv Dresden, Caspar Friedrich Rudolf (+1772; Nr. 501) Purschenstein, Reichstädt und Sayda.
  146. Stammbäume Meißnischer Kreis, Bd. 2/3, Sächsisches Staatsarchiv, 10015 Landtag, Nr. 0724, 5. Landtagsverwaltung - 5.3 Ahnenproben, Nr. 231: Schönberg, Caspar Friedrich Rudolph, auf Purschenstein.
  147. Appellationsrechtfertigung in Sachen der frohnpflichtigen Untertanen zu Seyten gegen Carl Gottlob Bäßler und Caspar Friedrich Rudolph von Schönberg, sächsisches Staatsarchiv, 12614 Nachlass Familie von Schönberg, Nr. 268.