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Das Neumarktareal und die Brühlsche Terrasse in Frühromantik und Hochromantik/ Am Klepperstalle

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Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner (1797)

Gottlob Wolfgang Ferber: Dresden zur zweckmaͤßigen Kenntniß seiner Haͤuser und deren Bewohner, Dresden 1797.

Gottlob Wolfgang Ferber, geh. Kanzlist (gr. Klostergasse 9 [Neustadt A-9], im 4ten Stock).

Stadplan mit Hausnummern um 1812

Grund-Riss der Chur-F. Saechs. Residenzstadt Dresden, Stadtplan von Dresden 1798, ca. 1:7500 von J. G. Wenzel sc.


S. 135

Am Klepperstalle.

Von dem freyen Platze vor der Elbbruͤcke nach dem

Zimmerhofe zu,
a) rechter Hand.
Nr. 607.

Hr. Johann Jakob Marr, Büchsenmachermeister

[Hr.] Johann Gotthelf Muͤller, Goldschlaͤger

Fr. Anne Marie verw. Schenderlein, Besitzer. d. H.

[Fr.] Margarethe Elis. Wagner, Stadtgrabebitterinn.

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/6474/145


Nr. 608.

[= westliche Ecke zur Kleinen Fischergasse]

Hr. Johann Gottlieb Berge, Hofschmidt.

S. 136

Nr. 609.

[= östliche Ecke zur Kleinen Fischergasse]

Hr. Joh. Cstph. Raack, Huf= u. Waffenschmidtmeister,

Besitzer dieses Hauses.

[Hr.] Abraham Samuel, Handelsjude.

[Hr.] Glieb. Ernst Schwan, vormaliger Kammerdiener.

Nr. 610.

Hr. Johann Gottfried Henschel, Besitzer dieses Haus.

Nr. 611.
Nr. 612.
Nr. 613.
Nr. 614.
Nr. 615.

[westliche Ecke zur Großen Fischergasse]

S. 137

[östliche Ecke zur Großen Fischergasse]

Nr. 616.


Hr. Gottlieb Traugott Gaͤbler, Paruckenmacher.

Fr. Dorothee verw. Gaͤbler Besitzerinn dieses Haus.

Hr. Johann Gottlob Schultze, Schneidermeister.


Das Hintergebaͤude des Vorderhauses Nr. 632. hinter

der Frauenkirche, in demselben wohnen:

Hr. Heinrich Christian Koͤsel, Tischlermeister.

[Hr.] Andreas Schuͤller, Tischlermeister.

[Hr.] Gabriel Wallerstein, Handelsjude.

(Dieses Haus hat einen Durchgang, Hr. Vicekanzler, Frhr.

von Gaͤrtner, besitzt dasselbe.)

Das Hinterhaus des kurfuͤrstliche[n] Muͤnzgebaͤudes, in

demselben wohnt:

Hr. Cstn. Joseph Kruͤger, d. j., zweyter Muͤnzgraveur.

b) linker Hand.

Das graͤfl. Bruͤhlische Bibliotheksgebaͤude. In die=

sem ist die kurfuͤrstl. Kammerkreditkasse; der Ein=
gang in dasselbe ist in der kleinen Fischergasse gegenüber, in
diesem Gebaͤude wohnt:

Hr. Simon, Kammerkreditkassenaufwaͤrter

Weiterhin fuͤhrt die Appareille zu eben diesem Gebaͤude,
und zum Klepperstalle. Im zweyten Stocke dieses Ge=
baͤudes ist die kurfuͤrstl. Kunstakademie, wo die in der=
selben angestellten Lehrer Vorlesungen halten, und Unter=
richt ertheilen, und jaͤhrlich im Monat Maͤrz Gemaͤlde
und Kunstsachen oͤffentlich ausgestellt werden. Im untern Stocke wohnt:

Hr, Rudolph Aug. Brand, Aufwaͤrter b. d. Akademie.

Unter der Appareille wohnt:

Hr. Karl Friedrich Saͤuberlich, Schlossermeister.

Neben der Appareille.
A. Nr 19.

Hr. Joh. Gfrd. Steinmann, Feilenhauermeister

arbeitet fuͤr das Hauptzeughaus.
Neben diesem Hause sind die Stockfischbuden.

Terrassengasse, hinter der Brühl'schen Terrasse, hieß seit dem 18. Jahrhundert Am Klepperstall, von 1848 an An den Klepperställen, nach dem an ihrem Ostende 1588 errichteten Stallgebäude, in dem die zur Hofhaltung gehörigen Pferde und Wagen untergebracht waren und das 1850 abgebrochen wurde. Darauf erhielt die Gasse 1853 ihre jetzige Benennung. Für die Zwecke des Ständehaus-Neubaues wurde der zwischen dem Schloßplatze und der Brühlschen Gasse gelegene Teil der Terrassengasse 1897 von der Stadt an den Staat abgetreten und 1900 dem Verkehre entzogen.

  • Adolf Hantzsch: "Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens", Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Verlagshandung Wilhelm Baensch, Dresden 1905, S. 143.