Elektronische Bauelemente/ Passiv/ Aderendhülse

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Grund-Information[Bearbeiten]

Aderendhülsen (also Hülsen für die Enden von Leitungen) sind Hüllen für die abisolierten Teile einer Litze, um sie für eine Klemmverbindung vorzubereiten, wie beim Anschließen einer Deckenlampe. Sie bestehen im Allgemeinen aus 0,15 mm starkem Kupfer. Sie können verzinnt, in Sonderfällen auch versilbert oder vergoldet sein. Der Schutzkragen, falls vorhanden, besteht aus PA6.6 oder PP. Es ist je nach Leiterquerschnitt die entsprechende Hülse zu wählen. Der Innendurchmesser der Hülse sollte möglichst klein sein, die Litze/ Leiter sollte sich aber leicht in die Hülse schieben lassen, ohne dass es zum aufspleißen der Litze kommt. Die Litzen sollten nicht verdrillt werden, da mit dem händischen verdrillen der Querschnitt geändert wird und die Crimpung der Aderendhülse an Zuverlässigkeit verliert. Nachdem die richtige Hülse für die Ader gewählt und aufgeschoben worden ist, wird mit einer speziellen Presszange (Aderendhülsenzange) der vordere Teil der Hülse (Metallleiter) zusammengepresst (gecrimpt).

Zum Anschließen zweier Leiter an eine Klemme gibt es spezielle Duo-Aderendhülsen, diese bieten mehr Platz für beide Metalllitzen und den Isolationsmantel.

Für was sind sie gut?[Bearbeiten]

  • Bündelung der einzelnen Adern bei flexiblen Leitungen und Litzen
  • Verbesserung der Kontaktfähigkeit
  • Schutz der Einzelader beim Festklemmen in der Verschraubung
  • Knickschutz

Was gab es vor der Hülse?[Bearbeiten]

Bevor man die Aderendhülse einführte, wurden Litzenenden häufig verlötet. Dies ist heute nicht mehr zulässig, da Lötzinn nicht sehr druckfest ist. Über die Zeit verformt sich das verlötete Litzenende unter der ständig herrschenden Anpresskraft der Schraubverbindung so stark, dass kein hinreichender Kontakt mehr zwischen klemme und Litze besteht. Die Verformung wird auch „Fließen“ genannt. Außerdem bilden sich Oxidschichten durch die Lötverbindung, welche den Übergangswiderstand stark ansteigen lassen. Dadurch wurde die Verbindung mit der Zeit schwächer und kann so zu gefährlichen Fehlersituationen führen. Bei einem direkt verpressten Kontakt, der weniger zur Verformung neigt wird Oxidschichten besser entgegengewirkt.

Zusätzlich verteilen sich durch Klemmen von Kontakten Kräfte bei Knicken der Leitungen nahe der Kontaktstelle besser, sodass auch ein Kabelbruch weniger wahrscheinlich ist.

Die dünne galvanische Verzinnung der Aderendhülse hat diese negativen Effekte nicht. Sie wirkt hierbei nur als Schutzschicht gegen die Oxidation des Kupfers.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Aderendhülse