Geldanlage: Anlagearten: CFD

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Zurück zur Übersicht

Ein Differenzkontrakt, meist abgekürzt CFD (engl. für Contract for Difference) ist ein spekulatives Wertpapier. Der Käufer geht eine Wette auf die zukünftige Kursentwicklung eins Wertes ein. Dabei kann es sich um einen realen Wert (z. B. Aktie), einen Index (DAX oder DOW JONES) oder auch Rohstoffwerte (Gold, Silber) handeln. Üblicherweise wird ein CFD gehebelt, womit sich die möglichen Gewinne (und Verluste) vervielfachen lassen.

Der Grund eines Kaufes eines CFDs ist die Spekulation. Mit CFDs kann man long (Erwartung eines steigenden Kurses) oder short (Erwartung von fallenden Kursen) gehen. CFDs sind einfacher zu verstehen und zu bewerten, als beispielsweise Optionsscheine oder andere Differenzzertifikate, weil bei einem CFD nur der Kurswert eine Rolle spielt. Einschränkungen wie Knock-Outs (hier verliert der Optionsschein seinen kompletten Wert) oder ähnliche Einschränkungen gibt es nicht.

Beispielsweise ein Grund für die Ausgabe eines CFDs kann, dass der Inhaber einer Aktie, zwar das Stimmrecht dieser Aktie und das Dividendenbezugsrecht (Gewinnertragsanteil für die Aktionäre am Jahresende) ausüben möchte, aber nicht am Kursgewinn oder Kursverlust partizipieren will. Dann überträgt der Aktieninhaber diesen spekulativen Anteil einer Aktie an jemand anderen. Das Papier, mit dem dies möglich wird ist das CFD. Das ist jetzt nur ein Beispiel, warum es überhaupt CFDs gibt.

CFDs werden üblicherweise über Margin (die Papiere werden nicht real übertragen, sondern der Kunde stellt für den Handel beim Broker eine Sicherheitsleistung, um die Handlung eingehen zu können) gehandelt, so dass ein Hebel (Vervielfachung von Gewinn UND Verlust) entsteht.

Beispiel[Bearbeiten]

Machen wir ein Rechenexempel: Ich kaufe 10 CFDs der Aktie DaimlerCrysler. Die Aktie hat einen derzeitigen Wert von 100,00 Euro Der Hebel beim Broker ist 1:20. (Das bedeutet, dass ich für eine Aktie, die 100 Euro wert ist nur 5 Euro (100/20) hinterlegen muss). In diesem Fall kann ich mit einem Kapitaleinsatz von 50 Euro 10 CFDs "kaufen": 100 (Euro pro Aktie) / 20 (Hebel) * 10 (Anzahl der Aktien) = 50 Euro

Jetzt stellt sich die Frage, warum ich denn jetzt einen CFD kaufe und nicht die Aktie? Die Antwort darauf ist, dass ich durch den größeren Hebel grössere Gewinne UND größere Verluste machen kann. Angenommen ich würde 10 Aktien von Daimler Crysler kaufen müsste ich 1000 Euro investieren. Bei den CFDs muss ich nur 50 Euro investieren.

Machen wir ein Rechenbeispiel für eine Kursschwankung bei der ich steigende Kurse erwarte: Angenommen die DaimlerCrysler Aktie steigt um 1% und ich bin long (steigende Kurserwartung) gegangen dann errechnet sich folgender Gewinn:

Bei der Aktie

  • Kapitaleinsatz: 1000 Euro
  • 1% Steigung: 10 Euro
  • 1000 + 10 = 1010 - das bedeutet ich habe 1% Gewinn gemacht.

Bei einem CFD:

  • Kapitaleinsatz 50 Euro
  • 1% Steigung: 10 Euro
  • 50 + 10 = 60 Das bedeutet ich habe 20% Gewinn gemacht !

Das gleiche gilt natürlich auch für Verluste: Angenommen die DaimlerCrysler Aktie sinkt um 1% und ich bin long (steigende Kurserwartung) gegangen dann errechnet sich folgender Verlust:

Bei der Aktie

  • Kapitaleinsatz: 1000 Euro
  • 1% Senkung: 10 Euro
  • 1000 - 10 = 990 - das bedeutet ich habe 1% Verlust gemacht.

Bei einem CFD:

  • Kapitaleinsatz 50 Euro
  • 1% Senkung: 10 Euro
  • 50 - 10 = 40 - Das bedeutet ich habe 20% Verlust gemacht !

Sie sehen mit einem CFD kann man in kürzerer Zeit größere Gewinne UND größere Verluste machen.

Machen wir ein Rechenbeispiel für eine Kursschwankung bei der ich sinkende Kurse erwarte: Angenommen die DaimlerCrysler Aktie sinkt um 1% und ich bin short (sinkende Kurserwartung) gegangen dann errechnet sich folgender Gewinn:

Bei einem CFD:

  • Kapitaleinsatz 50 Euro
  • 1% Senkung: 10 Euro
  • 50 + 10 = 60 - Das bedeutet ich habe 20% Gewinn gemacht !

Das gleiche gilt natürlich auch für Verluste: Angenommen die DaimlerCrysler Aktie steigt um 1% und ich bin short (sinkende Kurserwartung) gegangen dann errechnet sich folgender Verlust:

Bei einem CFD:

  • Kapitaleinsatz 50 Euro
  • 1% Steigung: 10 Euro
  • 50 - 10 = 40 - Das bedeutet ich habe 20% Verlust gemacht !

Sie sehen mit einem CFD kann man auch an fallenden Kursen Geld verdienen.

Anlagehorizont[Bearbeiten]

Ein CFD ist ein Wertpapier, welches sich für kurzfristige Geldanlagen und Spekulation eignet. Im Gegensatz zur Aktie, die eine langfristige Geldanlage ist bei der Sie darauf abziehlen, von langfristig steigenden Kursen zu profitieren, ihr Stimmrecht ausüben zu können und dividendenbezugsberechtigt zu sein.