Zum Inhalt springen

Gitarre: Formen-Systematik/ Bb-Form

Aus Wikibooks

Navigation:  GitarreFormen-Systematik
Formen: C-FormAm-FormG-FormEm-FormD-Form(E-) F-FormDm-FormBm7-Form(A-) Bb-FormGm7-Form
Skalen: C-AmA (Bb-Gm7)G-EmE (F-Dm)D-Bm7

Die A-Form

[Bearbeiten]

Akkorde der A-Form

[Bearbeiten]

Alles leitet sich vom A-Dur-Akkord ab.

Auch den A-Dur-Akkord kann man mit einem Capo quer übers Griffbrett verschieben. Es ist dann kein A-Akkord mehr, hat aber die Form.

Ganz genauso kann man den A-Akkord als Barré übers Griffbrett schieben.

A5 gibt es auch als Powerchord.

Soweit ist alles wie vorher.

Dur-Tonleitern bzw. Major-Pattern der A-Form

[Bearbeiten]

A ist der Grundakkord der A-Dur-Tonleiter.

A-Dur-Tonleiter

\version "2.14.2"

\markup
  \override #'(fret-diagram-details . ( (number-type . roman-upper)
  (finger-code . in-dot) (orientation . landscape))) {
%% s:3 = 3x so groß
%% f:1 zeigt Finger als Kreise 
%% f:2 zeigt Finger neben den Saiten 
%% 6-3-2 Saite-Bund-Finger
%% oder
%% 6-3-2 Saite-Bund-Intervall
%% 4-o zeigt 4. Saite offen

\fret-diagram #"s:3;f:1; 
1-0-6;1-2-7;1-4-1;
2-0-3;2-2-4;2-3-5;
3-1-7;3-2-1;3-4-2;
4-0-4;4-2-5;4-4-6;
5-0-1;5-2-2;5-4-3;
6-0-5;6-2-6;6-4-7;"
}
\paper{
     indent=0\mm
     line-width=180\mm
     oddFooterMarkup=##f
     oddHeaderMarkup=##f
     bookTitleMarkup = ##f
     scoreTitleMarkup = ##f}

Die von A-Dur abgeleitete Skala müsste folgendermaßen aussehen:

Diese Skala sieht ebenso wenig wie eine CAGED-Skala aus.

Diese Skala findet zwar auch ihre Anwendung, wirft aber das ganze Konzept der CAGED-Skalen mit den drei Fingersätzen und dem Lagewechsel durcheinander.

Suche mal alle Dur- und Moll-Akkorde, die du in der Skala finden kannst!

  • ... Denken An Ein Barré | Fähige Clevere Gitarristen ...
A-Dur/F#m: D A E Bm F#m C#m G#m7b5
  • weiß = keine Probleme der Zuordnung
  • grün = keine Probleme der Zuordnung, aber Abweichung vom 'reinen' CAGED-System
  • rot = unklare Zuordnung

D, A und E sind leicht.

Bbm7 weicht vom reinen CAGED-System ab, lässt sich aber halbwegs praktikabel einsetzen.

F#m = 244222 ist grifftechnisch kein großes Problem, aber bei F#m Form kommt wohl eher der Barré im 2. Bund in dem Sinn. Das wäre aber eine Em-Form. Em ist aber nicht die Mollparallele von A-Dur.

G#m7b5 = 4x443x ist als Akkord bei Jazzern ziemlich gebräuchlich, doch als Form nicht gerade intuitiv.

Die A-Dur-Tonleiter ist als Einstiegshilfe in die CAGED-Skalen nicht wirklich anfängerfreundlich. 3 Kreuze machen das Lernen nicht unbedingt leichter. Gelegentlich wird die A-Dur-Tonleiter bzw. -Pentatonik in den 11. Bund verlegt (Grundton im 12). Doch dieses setzt wiederum ein Vorverständnis in die Funktionsweise der Skalen voraus, welches wir uns eigentlich mit dem CAGED-System erst aneignen wollen.

Wie sieht es mit der A-Dur-Pentatonik aus?

[Bearbeiten]
A-Dur-Pentatonik

\version "2.14.2"

\markup
  \override #'(fret-diagram-details . ( (number-type . roman-upper)
  (finger-code . in-dot) (orientation . landscape))) {
%% s:3 = 3x so groß
%% f:1 zeigt Finger als Kreise 
%% f:2 zeigt Finger neben den Saiten 
%% 6-3-2 Saite-Bund-Finger
%% oder
%% 6-3-2 Saite-Bund-Intervall
%% 4-o zeigt 4. Saite offen

\fret-diagram #"s:3;f:1; 
1-0-6;      1-4-1;
2-0-3;      2-3-5;
      3-2-1;3-4-2;
      4-2-5;4-4-6;
5-0-1;5-2-2;5-4-3;
6-0-5;6-2-6;      "
}
\paper{
     indent=0\mm
     line-width=180\mm
     oddFooterMarkup=##f
     oddHeaderMarkup=##f
     bookTitleMarkup = ##f
     scoreTitleMarkup = ##f}

Die Töne stimmen zwar, aber die Form dürfte dir wohl kaum bekannt vorkommen. Und es ist auch nicht damit getan, ein oder zwei Töne zu verschieben.

Das CAGED-System hinkt hier gewaltig.

Wie sieht die aktuell gesuchte Skala eigentlich aus?

[Bearbeiten]

\version "2.14.2"
\markup
  \override #'(fret-diagram-details . ( (number-type . roman-upper)
  (finger-code . in-dot) (orientation . landscape))) {
%% s:3 = 3x so groß
%% f:1 zeigt Finger als Kreise 
%% f:2 zeigt Finger neben den Saiten 
%% 6-3-2 Saite-Bund-Finger
%% oder
%% 6-3-2 Saite-Bund-Intervall
%% 4-o zeigt 4. Saite offen

\fret-diagram #"s:3;f:1; 
       1-13-5;1-15-6;
2-13-2;2-15-3;2-16-4;
3-12-6;3-14-7;3-15-1;
4-12-3;4-13-4;4-15-5;
5-12-7;5-13-1;5-15-2;
6-13-5;6-15-6;
"
}

\paper{
     indent=0\mm
     line-width=180\mm
     oddFooterMarkup=##f
     oddHeaderMarkup=##f
     bookTitleMarkup = ##f
     scoreTitleMarkup = ##f}

Das Prinzip des CAGED-System beruht eigentlich darauf, einen Akkord oder eine Skala an den Anfang des Griffbretts zu schieben und das Ergebnis mit den einfachen Akkorden und Skalen in der ersten Lage zu vergleichen.

Tun wir das mal.


\version "2.14.2"
\markup
  \override #'(fret-diagram-details . ( (number-type . roman-upper)
  (finger-code . in-dot) (orientation . landscape))) {
%% s:3 = 3x so groß
%% f:1 zeigt Finger als Kreise 
%% f:2 zeigt Finger neben den Saiten 
%% 6-3-2 Saite-Bund-Finger
%% oder
%% 6-3-2 Saite-Bund-Intervall
%% 4-o zeigt 4. Saite offen

\fret-diagram #"s:3;f:1; 
       1-1-5;1-3-6;
2-1-2;2-3-3;2-4-4;
3-0-6;3-2-7;3-3-1;
4-0-3;4-1-4;4-3-5;
5-0-7;5-1-1;5-3-2;
6-1-5;6-3-6;
"
}

\paper{
     indent=0\mm
     line-width=180\mm
     oddFooterMarkup=##f
     oddHeaderMarkup=##f
     bookTitleMarkup = ##f
     scoreTitleMarkup = ##f}

Das sieht eindeutig nicht wie die A-Dur-Tonleiter aus, sondern das ist die Bb-Dur-Tonleiter.

Die Bb-Form

[Bearbeiten]

Je eine Tonleiter-, Durskala-, Barré-Akkord-, Pentatonik-, Powerchord-, Grundtonform lassen sich der Bb-Form (engl. Bb shape) zuordnen.

Tonleiter Skalenform Pentatonikform Akkordform Powerchordform Grundtöne

Akkorde der Bb-Form

[Bearbeiten]

Alles leitet sich vom Bb-Akkord ab.

Auch den Bb-Akkord kann man mit einem Capo quer übers Griffbrett verschieben. Es ist dann kein B-Akkord mehr, hat aber die Form.

Ganz genauso kann man den Bb-Akkord als Barré übers Griffbrett schieben.

Bb5 gibt es auch als Powerchord.

Dur-Tonleitern bzw. Major-Pattern der Bb-Form

[Bearbeiten]

Bb ist der Grundakkord der Bb-Dur-Tonleiter.

Suche mal alle Dur- und Moll-Akkorde, die du in der Skala finden kannst!

  • (Barré) | Fähige Clevere Gitarristen Denken An Ein
Bb-Dur/Dm: Eb Bb F Cm Gm7 Dm Am7b5
  • weiß = keine Probleme der Zuordnung
  • grün = keine Probleme der Zuordnung, aber Abweichung vom 'reinen' CAGED-System
  • rot = unklare Zuordnung

Dm ist leicht.

F und Bb sind Barré-Akkorde. Aber nicht wirklich schwer, zumindest sobald man die Barrés kann.

Gm7 = 3x333x ist eher was für die, die in Jazz hineingeschnuppert haben. Gm7 C7 F(j7) ist eine gängige II-V-I-Verbindung.

Eb = xx1343 sieht wie die D-Form aus. Der Name Eb-Form ist nicht gerade intuitiv.

Cm = x31010 ist nicht allzu schwer zu greifen, doch in höheren Lagen fast unspielbar.

Cm7 = x31313 = x3134x sind gängigere Varianten, die wir schon als Bm7-Form kennengelernt haben.

Am7b5 = x0101x ist leicht zu greifen. Jedoch hat man vermutlich eher den Bm7b5 aus der C-Dur-Tonleiter im Sinn. Wie dem auch sei, du kannst die ganze Bb-Dur-Tonleiter wie einen Barré quer über das Griffbrett schieben.

Weder die A-Form noch die Bb-Form ist von der Bezeichnung wirklich schlüssig. Das CAGED-System hinkt, und die Probleme lassen sich selbst mit der doppelten Namensgebung (Bb-, F-, Gm7- und Bm7-Form) nicht vollständig auflösen. So ist es wohl das Beste, man wählt immer die Bezeichnung, die für die gerade geforderte Lektion am günstigsten ist.

Hier muss man sowohl wohl die A-Form mit den Akkordformen A, D, E und Bm7 als auch die Bb-Form mit Bb, Gm7, F und Dm vor Auge haben, was sich jedoch komplizierter anhört, als es in der Praxis ist.

Bb-Dur-Pentatonikform

[Bearbeiten]

Der Akkord Bb kommt aber auch in anderen Tonarten vor. Sicherer ist man da mit der Bb-Dur-Pentatonik.

Du kannst die ganze Bb-Dur-Pentatonik wie einen Barré quer über das Griffbrett schieben.

Grundtöne der Bb-Formen

[Bearbeiten]

Die Lage der Grundtöne ist allen Skalen und Akkorden der Bb-Form gleich.

Der erste Grundton (von rechts nach links) ist auf der A-Saite, und 2 Bünde weiter ist der nächste Grundton auf der G-Saite.

Da wo die 1 bzw. der Grundton bei den Akkorden der Bb-Form ist, da ist auch der Grundton der gleichnamigen Pentaonik oder Skala. Und die heißen dann genau wie der entsprechende Grundton.


  <<
    \cadenzaOn
    
    \new Staff  {
      \clef "treble_8"
      \time 7/4
      \once \override Staff.TimeSignature #'stencil = ##f
      \omit Stem
 <a, a> <bes, bes> <b, b> <c c'>
 <d d'> <e e'> 
 <f f'> <g g'>
 <a a'> <b b'> <bes bes'>
 <c' c''> \bar "|"
    }\addlyrics { A Bb B C D E F G A Bb B C }

    \new TabStaff {
      \override Stem #'transparent = ##t
      \override Beam #'transparent = ##t 
      {
	<a,\5 a\3> 
    <bes,\5 bes\3>
    <b,\5 b\3>
    <c\5 c'\3>
    <d\5 d'\3> 
    <e\5 e'\3> 
    <f\5 f'\3> 
    <g\5 g'\3>
    <a\5 a'\3> 
    <b\5 b'\3>
    <bes\5 bes'\3>
    <c'\5 c''\3>
\bar "|"
    }
  }

>>


Spiele rein zu Übungszwecken einen Takt folgenden Akkord in der Bb-Form, und anschließend die Pentaonik in der Am-Form genau an der gleichen Position.

Oder du hast jemanden, der den Barré in der Am-Form spielt, und du improvisierst genau in der gleichen Lage mit der Am-Pentatonik. Danach wechselt ihr die Rollen.

Später hast du dann den Barré-Akkord im Hinterkopf, und umspielst mit der Pentaonik die Akkordtöne.