Siehe auch
Periodische Funktion,
Fourierreihe.
Fourierreihe für eine
-periodische Funktion:
bzw. in komplexer Schreibweise
Ist f gerade oder ungerade, so vereinfachen sich die Formeln für die Fourierkoeffizienten:
-
gerade Funktion,

-
ungerade Funktion,

Wenn f gerade ist, so gilt:
Ist f ungerade, so gilt:
Für gerade/ungerade Funktionen gilt oben Gesagtes.
Für eine alternierende Funktion gilt
.
Zur Herleitung der Fourierkoeffizienten gibt es wie üblich mehrere Möglichkeiten. Wir lehnen uns hier an die Darstellungsweise in Burg, Haf, Wille, Meister: Höhere Mathematik für Ingenieure, Band 1; Vieweg+Teubner, 2011 an. Dazu ist es nötig die sogenannten Orthogonalitätsrelationen der trigonometrischen Funktionen einzuführen. Dies machen wir als ersten Schritt.
Diese Formeln kann man aus den Additionstheoremen von sin und cos und Substitution (siehe Burg, Haf, Wille, Meister; Seite 316f), oder aus Integraltafeln (z.B. Bronstein) gewinnen.
Wir gehen davon aus, dass die Approximation
möglich ist und ersetzen im Folgenden das Approximationszeichen durch das Gleichheitszeichen. Mathematiker würden nicht davon ausgehen, sondern diese Beziehung beweisen. Dies machen wir hier aber nicht.
Nun multiplizieren wir diese Gleichung mit
und integrieren von
bis
.
Auch hier gehen wir hemdsärmelig davon aus, dass
und
vertauschbar sind und das Integral aufgesplittet werden kann.
Setzen wir die Orthogonalitätsrelationen ein, so erhalten wir (es bleibt nur das Integral für
, alle anderen werden 0):
Und somit sind die
hergeleitet. Man muss nur noch durch
dividieren.
Nun multiplizieren wir die Approximation initial mit
, integrieren wieder und setzen die Orthogonalitätsrelationen ein. Dies sei hier aber nicht ausgeführt, sondern dem interessierten Leser zur Übung überlassen.
Im Endeffekt haben wir so die Fourierkoeffizienten hergeleitet. Genaueres zur Konvergenz der Fourierreihen siehe z.B. Burg, Haf, Wille, Meister: Seite 430ff.
Herleitung der P-periodischen Darstellungsweise
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Aus obiger Zeichnung ergibt sich
.
Somit ist
.
Die
-periodische Darstellungsweise ist somit (wir führen hier
ein):
Einsetzen der obigen Formel für t
Selbiges für die Fourierkoeffizienten
Wir benötigen noch die Umrechnung der Integrationsgrenzen:
Für
ist der Rechengang identisch und wird nicht nochmal vorgeführt.
Und somit gilt
Man sieht, das Ganze ist keine Hexerei, wurde aber trotzdem explizit gezeigt, damit das Prozedure ein für alle Mal geklärt ist.
Als ersten Schritt ersetzen wir die sin/cos-Schreibweise durch die e-Schreibweise:
Die Fourierreihe ist somit
Berechnung der Fourierkoeffizienten:
Gegeben sei die Funktion
Gesucht ist die Fourierreihenentwicklung.
Die Funktion
für
ist gerade. Es gelten somit die Beziehungen:
Für
:
Für
:
Somit:
Jäger/Mastel/Knaebel stellen im Buch Technische Schwingungslehre; 9.Aufl., Springer, 2016 auf Seite 15 folgende Aufgabe. Gegeben sei die Funktion
Gesucht: Diese Funktion ist durch eine Fourierreihe bis zur 3. Ordnung zu approximieren. Die Fourierkoeffizienten sind zu berechnen.
Diese Aufgabe sei nachfolgend gelöst.
Für
ergibt sich
Weiter geht es für
Diese Integrale kann man nun natürlich händisch mittels Substitution, partieller Integration oder Integraltafeln lösen. Diese Vorgehensweise ist aber mühsam und fehlerträchtig. Einfacher geht das mit einem Computer Algebra System (CAS). Dazu gibt es später in diesem Buch eigene Kapitel (z.B. Ing Mathematik: Computeralgebrasysteme am Beispiel von Maxima oder Ing Mathematik: Python). Nachfolgend sei die Prozedur mittels Maxima gezeigt.
Für
ergibt sich beispielsweise
2/T * (integrate(H*cos(2*%pi*3/T*t), t, 0, T/2) + integrate(2*H/T*(t-T/2)*cos(2*%pi*3/T*t), t, T/2, T));
Is T positive, negative or zero?
positive;
2 H
(%o9) ──────
2
9 %pi
Wenn man für k in obigem Code noch 1 oder 2 einsetzt, so erhält man die Fourierkoeffizienten
Gleiches für die
:
Und somit
Leiten Sie die Fourierreihen für folgende
-periodische Funktionen her


