ist der Kern der Transformation. Das Integral läuft auf der rellen Achse von
bis
.
Es gibt auch eine
zweiseitige Laplace-Transformation, die von Föllinger als
(bzw. bei Wikipedia als
) bezeichnet wird. Der einzige Unterschied zur normalen (einseitigen) Laplace-Transformation besteht darin, dass dort bei
gestartet wird.
oder
- Mittels Korrespondenztabellen
- Mittels Residuensatz
- Mittels Inverser Laplace-Transformation
- etc.
Siehe z.B.
Korrespondenztabellen. Auch in Formelsammlungen (z.B. Bronstein) oder Büchern zu Integraltransformationen (z.B. Burg/Haf/Wille/Meister: Bd III, Preuß, Föllinger) sind umfangreiche Korrespondenztabellen enthalten. Bronson/Costa: Differential Equations; 5th ed., Mc Graw Hill, 2022 enthält ebenfalls eine Korrespondenzliste mit vielen Einträgen zur Laplace-Transformation.
Der Beweis oder die Herleitung ist einfach:
Die Linearität besteht also aus zwei Komponenten:
- Überlagerung oder Superposition:

- Verstärkung:

.
Siehe auch
Faltung (Mathematik).
Der Beweis für die Gültigkeit der obigen Korrespondenz findet sich z.B. in Föllinger: Laplace-, Fourier- und z-Transformation; VDE, 2021, Seite 58ff
Es gibt zwei Verschiebungssätze im Originalbereich. Von praktischer Bedeutung ist aber nur die Verschiebungsregel nach rechts. Diese soll nachfogend bereitgestellt werden.
Herleitung:
Subst.:
Es sei nun
für
. Dies gilt oft für reale Systeme. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, so wird die Verschiebungsregel komplizierter (siehe z.B. Föllinger).
Somit ist die vereinfachte Verschiebungsregel hergeleitet.
Übung:Versuchen Sie die allgemeine Formel (
für
) selbst herzuleiten. Als Resultat sollten Sie
für
erhalten.
Herleitung mit der Substitution
Gegeben sei eine Funktion
. Gesucht ist die Laplace-Transformierte für die Ableitung.
.
Partielle Integration:
oder
.
Allgemein gilt:
.
Übung: Versuchen Sie diese allgemeine Formel selbst herzuleiten. Gelingt das nicht, dann lohnt sich ein Blick z.B. in das entsprechende Buch von Otto Föllinger.
Man muss nun zwischen gewöhnlicher und verallgemeinerte Ableitung unterscheiden. Die bisher gezeigte Variante bezieht sich auf die gewöhnliche Ableitung. Bei technischen Systemen tritt aber die verallgemeinerte Ableitung (Derivierte) auf. Hier gilt dann
.
Dies macht nur einen Unterschied, wenn
an der Stelle 0 nicht stetig ist. Ist
an der Stelle
gleich 0, dann gilt sogar die sehr leicht zu merkende Form
usw.
Anfangswertsatz:
Endwertsatz:
Gegeben sei die Sprung- oder Heaviside-Funktion:
Gesucht ist die Laplace-Transformierte:
Dieses uneigentliche Integral lässt sich einfach mittels Substitution lösen.
oder einfacher
Gegeben sei die Rampenfunktion:
Gesucht ist die Laplace-Transformierte:
Die Lösung kann mittels partieller Integration und Anwendung der
Regel von de L'Hospital erfolgen. Versuchen Sie dies eigenständig durchzuführen (Übung)! Es sollte
herauskommen.
Substitution:
Nach einigen elementaren Rechenschritten (führen Sie diese explizit aus (Übung)) folgt die Korrespondenz
.
Den Sinus durch die e-Funktion ausdrücken:
Linearitätsregel:
Einsetzen der Laplace-Korrespondenz für die Exponentialfunktion:
Auf gemeinsamen Nenner bringen (diesen Zwischenschritt können Sie als Übung ausführen) und somit folgt unmittelbar:
Übung:: Leiten Sie die Laplace-Korrespondenz für
her. Die Lösung finden Sie in jeder tauglichen Formelsammlung bzw. in den einschlägigen Büchern zu den Integraltransformationen. Aber mit den Kenntnissen, die Sie bisher erlangt haben, sollten Sie das auch selbstständig zusammenbringen.
-
Paul Dirac (1902-1984) britischer Physiker
-
Dirac-Funktion
Symbolische Darstellung der Dirac-Funktion:
Darstellung nach Schark/Overhagen:
Laplace-Korrespondenz:
Herleitungsskizze:
Es gilt:
Somit folgt:
Herleitung siehe auch Föllinger: Regelungstechnik; 10.Aufl., Hüthig, Seite 598ff oder Föllinger: Laplace-, Fourier- und z-Transformation; 11. Aufl., VDE, Seite 22ff. Auch Schark/Overhagen behandeln diese Thematik in ihrem Buch Mathematik - Ein Lehr- und Übungsbuch, Band 4; 2. Aufl., Harri Deutsch auf den Seiten 334 bis 335.
Die Dirac-Funktion ist keine herkömmliche Funktion, sondern eine verallgemeinerte Funktion (die z.B. als Distribution darstellbar ist).
Gegeben sei ein
LTI-Glied mit
.
. Das Eingangssignal
sei der Einheitssprung
. Es werde der Anfangswert des Ausgangssignals berechnet.
Übung: Berechnen Sie den Endwert des Ausgangssignals für obiges Beispiel.
sei der Verstärkungsfaktor,
(oder
) die Dämpfung und
die Zeitkonstante.
ist die Eigenkreisfrequenz.
Siehe z.B. auch
PT2-Glied