Lehren, Lernen und Bildung metaphorisch verstehen/ Vorstellungen/ Lehren und Lernen ist wie ein Haus zu bauen

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Überblick[Bearbeiten]

Lehren und Lernen Haus zu bauen.png
Metapher Bedeutung
Haus Wissensschatz eines Einzelnen
Bauleiter Lehrender
Bauherr / Maurer Lernender (Doppelrolle)
Fundament Grundlagen
Bausteine Wissensbausteine
Bauordnung / Bauplan Schulordnung / Lehrplan
Zement Verknüpfungen von Wissensbausteinen
Zimmer verschiedene Wissensgebiete, Themen, Fächer
Renovieren / Sanieren Wissen auffrischen / lebenslanges Lernen

Erläuterungen[Bearbeiten]

Lehren und Lernen ist für uns wie ein Haus zu bauen. Wir betrachteten hierbei einen idealisierten Ist-Zustand. Dabei repräsentiert das Haus den Wissenschatz eines Einzelnen. Dieser Lernende hat eine Doppelrolle: einerseits ist er der Bauherr des Hauses. Das bedeutet, dass er das Haus besitzt und sein Vermögen dem Bauleiter zur Verfügung stellt. Andererseits ist er der Bauarbeiter, der die einzelnen Bausteine zusammenfügt. Hierbei steht das Vermögen für die Fähigkeiten des Lernenden. Die Bausteine stellen einzelne Wissenseinheiten dar. Zusätzlich sei erwähnt, dass es sich um einen universellen Bauarbeiter handelt, wir also nicht zwischen Maurern, Elektroinstallateuren und weiteren Fachkräften unterscheiden. Dementsprechend stehen die Bausteine auch für alle benötigten Materialien.

Diese Bausteine werden vom Bauleiter zur Verfügung gestellt. Der Bauleiter entspricht dabei dem Lehrenden. Der Bauleiter hat einen Bauplan. Dieser steht für den Lehrplan, welcher Lehrinhalte festlegt, aber auch Raum zur individuellen Schwerpunktsetzung lässt. Der Bauplan unterliegt einer vorgegebenen Bauordnung, welche die Rahmenbedingungen repräsentiert.

Beim Bau des Hauses wird zuerst ein Fundament gelegt. Dieses entspricht der Wissensgrundlage jedes Einzelnen, also Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen und weiteren individuellen Fertigkeiten. Diese Grundlagen sind notwendige Voraussetzung für den weiteren Wissenserwerb. Auf diesem Fundament werden jetzt die Mauern hochgezogen. Dabei kann das Haus nur so stabil sein wie das Fundament. Der Maurer erhält vom Bauleiter die Bausteine und muss sie selber einbauen. Er verbindet die Bausteine mit Zement. Das steht für die Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Wissensbausteinen. Diese Verbindung ist notwendig, damit das Haus langfristig Bestand hat und nicht wieder zusammenstürzt. Der Maurer bekommt Anweisungen, wie und wo die Bausteine am besten eingebaut werden, aber letztendlich bleibt es ihm überlassen, wie sorgfältig er arbeitet.

Der Bauleiter überprüft regelmäßig, ob die Mauern die notwendige Festigkeit besitzen und ob der Mauerer ordentlich gearbeitet hat. Diese Kontrolle steht für die Prüfungen, die jeder zu absolvieren hat. Die Endabnahme des Hauses erfolgt jedoch durch das Bauamt, was einer zentralen staatlichen Abschlussprüfung entspricht.

Das Haus besteht aus einzelnen Zimmern. Diese stehen für die verschiedenen Themengebiete bzw. Fächer. Einige Zimmer, wie Küche, Bad, Schlaf- und Wohnzimmer, sind in jedem Haus enthalten. Diese entsprechen den sogenannten Hauptfächern in der Schule wie Mathematik, Deutsch, Englisch, in denen jeder eine Grundausbildung erhält. Andere Zimmer kann jeder nach eigenen Interessen und Fähigkeiten einbauen. Sobald das Grundgerüst steht, kann man die Zimmer gestalten und einrichten. Die Einrichtung und Gestaltung der Zimmer hängt ganz von den individuellen Präferenzen des Bauherrn ab. Beispielsweise steht ein Zimmer für Chemie. Bei einem Lernenden, der kein Interesse an diesem Fach hat, steht dieses Zimmer so gut wie leer, während bei einem Chemieliebhaber dieses Zimmer mit Regalen, Bildern, Büchern, Schreibtischen, Kerzen, Teppichen, Vorhängen und weiteren Gegenständen gefüllt ist.

Auch wenn ein Haus fertig scheint, kann man es immer noch weiter ausbauen. Andererseits ist eine regelmäßige Sanierung notwendig, damit das Haus nicht wieder verfällt. Ähnlich ist auch ein lernender Mensch niemals fertig. Er muss sein Wissen immer auffrischen und sich weiterbilden und somit lebenslang lernen.

Natürlich hat diese Metapher auch Grenzen. Beispielsweise wurden keine externen Einflüsse wie Eltern, andere Schüler oder die Klassenatmosphäre, berücksichtigt. Auch legt das Bild nahe, dass der Bauleiter vom Bauherrn ausgesucht und eingestellt wird. Das entspricht dem Wunschzustand des Lernens, der aber in der Realität nicht erfüllt ist.