Wir hatten die Transportgleichnung betrachtet und daraufhin die Eigenschaften der Laplace-Gleichung und der Poisson-Gleichung untersucht. Nach der Wärmeleitungsgleichung gehen wir nun zur Wellengleichung über, sie lautet
Sie heißt homogen für
, sonst inhomogen.
Im ersten Kapitel bewiesen wir die Darstellungsformel für die Lösung im Ganzraum
und ein Spiegelungsprinzip. Dann haben wir die Euler-Poisson-Darbaux-Gleichung und die Kirchhoffsche Regel, das ist der Ganzraumfall für Dimension n=3, gezeigt. Die Herleitung der Lösung für Dimension n=2 ist die Methode des Abstiegs unter Verwendung der Lösung für den Fall n=3.
Sei
eine Lösung von
Wir benutzen die Lösungsformel für n=2 und ignorieren darin einfach die dritte Variable! Das ist die Methode des Abstiegs.
Das ergibt das Problem
Mit dem vorangehenden Kapitel erhalten wir mit der Kirchhoffschen Formel sofort die Lösung zu
Nun benötigen wir Differentialgeometrie, genauer das Integral von parametrisierten Untermannigfaltigkeiten. Die Theorie dazu haben wir noch nicht fertiggestellt und sie fällt nun leider vom Himmel. Wir betrachten die Abbildung
Für
gilt
Mit der Integrationstheorie für Untermannigfaltigkeiten gilt
Wir benötigen nun die Ableitung davon und benutzen die Transformation
um die
-Abhängigkeit aus den Integralgrenzen in den Integranden zu bekommen. Damit können wir bequem ableiten und danach zurücktransformieren:
Mit
folgt die Poissonsche Formel für
zu
Satz
Seien
und
definiert durch die Poissonsche Formel
Dann gilt
Im Fall n=2 hängt die Lösung also von den Anfangsdaten
in der ganzen Kugel
ab!
Beweis
Der Beweis folgt direkt aus dem Fall n=3: wir haben die Lösungsformel nur umgerechnet.