Mensch, Natur und Kosmos/ Die 9 Typen des Enneagramms
Das Enneagramm
[Bearbeiten]Kommen wir dann zum Enneagramm... Hier eine Übersicht über die neun Typen der Persönlichkeit nach dem Enneagramm, in diesem Fall auch in einer meines Erachtens sehr guten Farbgebung, die wohl von Richard Rohr und Andreas Ebert stammt... Dort habe ich speziell diese Farbgebung das erste Mal gefunden, und sie hat auch mit Abstand die größte Verbreitung...
Wir haben es also mit neun Typen der Persönlichkeit zu tun, die man auch in drei Triaden ein- teilen kann, die Handlungs-Triade (Kopf-Triade), die Beziehungs-Triade (Bauch-Triade) und die Gefühls-Triade (herz- oder Brust-Triade)... Hier eben eine Übersicht, wobei ich hier die Benennungen von Riso wiedergebe, die ich für die integersten halte....
Die Handlungs-Triade (die Kopf-Triade):
- Der 5er: Der Denker
- Der 6er: Der Loyale
- Der 7er: Der Vielseitige
Die Beziehungs-Triade (die Bauch-Triade):
- Der 8er: Der Führer
- Der 9er: Der Friedliebende
- Der 1er: Der Reformer
Die Gefühls-Triade (die Herz- oder Brust-Triade):
- Der 2er: Der Helfer
- Der 3er: Der Macher
- Der 4er: Der Künstler
Die neue Typen des Enneagramms im Detail
[Bearbeiten]Typ 1 – Der Reformer: Der idealistische, ordnungsliebende, perfektionistische, intolerante Mensch
[Bearbeiten]Gesund:
Gesunde Einsen sind gewissenhaft, haben einen ausgeprägten Sinn für Recht und Unrecht und strenge moralische Wertvorstellungen. Sie sind logisch denkende, vernünftige, disziplinierte, maßhaltende Menschen mit hoher Moral: Wahrheit und Gerechtigkeit sind Grundwerte für sie. Aufgrund ihrer Integrität und Redlichkeit sind sie herausragende Sittenlehrer, Vorbilder und Zeugen der Wahrheit und andere Werte. Sie sind äußerst prinzipientreu, bemühen sich stets, unparteiisch, fair und objektiv zu sein, und sind willens, sich um höherer Werte willen zu läutern. Sie verkörpern das apollinische Ideal des tugendhaften Wandels und Strebens nach Vortrefflichkeit und Ausgewogenheit. Sehr gesund gelangen sie zu außerordentlicher Weisheit und Erkenntnis, besitzen ein hervorragendes Urteilsvermögen und scheinen zu wissen, was unter allen Umständen sittlich das Beste ist. In ihren Anschauungen setzen sie die richtigen Prioritäten und geben ihnen eine transzendentale Perspektive. Sie üben Toleranz gegen- über anderen: Die Wahrheit findet Gehör. Sie geben weisen Rat, besitzen visionäre Größe und haben lautere Absichten.
Durchschnittlich:
Bei durchschnittlichen Einsen herrscht das Gefühl vor, dass „Adel verpflichtet“ - dass es ihnen persönlich obliegt, alles besser zu machen. Sie werden Reformer, Kämpfer, Kritiker und Idealisten von hehrer Gesinnung. Sie setzen sich für eine Sache ein und arbeiten auf ein Ideal hin, damit sich die Dinge so entwickeln, wie sie „sollen“. Allmählich wächst die Angst bei ihnen, einen Fehler zu machen. Alles muss ihren Idealen entsprechen. Sie sind ordentlich, sauber, gehen methodisch vor, sind gut organisiert, denken logisch und sind genau, dabei aber auch starr, unpersönlich, nicht zu Späßen aufgelegt und emotional eingeengt; sie halten ihre Gefühle und Impulse unter Kontrolle, wodurch sie gewissermaßen antiseptisch und sexuell verklemmt wirken. Sie sind Puritaner, zwanghaft anal, peinlich genau, pünktlich und pedantisch. Sie denken hierarchisch und deduktiv und nehmen in allem eine Zweiteilung in Schwarz und Weiß, Gut und Bös, Recht und Unrecht vor. Zu allem haben sie eine eigene Meinung – sie korrigieren andere und setzen ihnen zu, das zu tun, was sie selbst für das Recht halten. Sie üben Kritik an sich und ihren Mitmenschen, haben Vorurteile, sind ungeduldig und nörgeln gerne. Als arbeitswütige, pingelige Perfektionisten sind sie mit sich und anderen erst zufrieden, wenn Vollkommenheit erreicht ist. Sie halten Moralpredigten, schelten andere und sind indigniert und verärgert auf alles und jeden, der ihrer Meinung nach unrecht tut, im Irrtum ist, schlampig arbeitet oder fehl am Platz ist.
Gestört:
Gestörte Einsen können selbstgerecht, intolerant, extrem dogmatisch und unflexibel sein. Nur sie kennen der Weisheit letzten Schluss und geben schonungslos engstirnige, gefährliche Äußerungen von sich, die sie für die absolute Wahrheit halten. Sie sind sehr hart in ihrem Urteil; damit sie recht behalten, muss anderen nachgewiesen werden, dass sie im Unrecht sind. Mit Spitzfindigkeiten und Logik behaupten sie ihre „vernünftige“ Position. Allmählich sind sie geradezu besessen von den Vergehen anderer, obwohl sie selbst womöglich das gleiche tun oder sogar Schlimmeres, denn sie machen scheinheilig genau das Gegenteil von dem, was sie predigen, führen jedoch für ihre widersprüchlichen Handlungen oder Ansichten vernünftige Gründe an. Wenn andere nicht tun, was sie sagen, werden sie unmenschlich grausam und sadistisch, verfluchen sie und sorgen dafür, das sie bestraft werden.
Desintegrationslinie:
Dadurch, dass sie ohne menschliche Empfindung und mitleidlos abstrakten Idealen nachjagen, tun Menschen vom Typ eins schließlich etwas so Gegensätzliches, das sie ihr Versagen bemerken und zutiefst bereuen. Im Laufe ihrer negativen Entwicklung zur Vier hin regredieren sie und geraten in schwere Depressionen, schämen sich, machen sich Vorwürfe und haben selbstzerstörerische Tendenzen bis hin zu Selbstmordgedanken. Zumindest ein Nervenzusammenbruch oder reine schwere (wenn auch relativ schnell vorübergehende) Depression sind die wahrscheinlichen Folgen.
Integrationslinie:
Wenn sich gesunde Einsen auf Typ sieben zubewegen, akzeptieren sie die Wirklichkeit in all ihrer zwangsläufigen Unvollkommenheit, sie werden entspannter und produktiver. Sie fühlen sich nicht länger genötigt, ständig danach zu streben, alles perfekt zu machen und haben auch nicht mehr das Empfinden, sie müssten die Welt im Alleingang retten. Dadurch ist das Leben weniger stressig und hart; sie können abwarten, dass sich die Dinge von selbst entwickeln, Sie werden fröhlicher und menschlicher.
Typ 2 – Der Helfer: Der besorgte, hilfsbereite, besitzergreifende, zur Manipulation neigende Mensch
[Bearbeiten]Gesund:
Gesunde Zweien sind einfühlsam, mitleidig und voller Mitgefühl für andere. Sie versetzen sich an die Stelle des anderen, nehmen Anteil und sind um die Bedürfnisse anderer besorgt. Sie sind aufrichtig, warmherzig, verständnisvoll und ermutigend, mütterlich und väterlich und sehen bei anderen stets das Gute, für das sie bei sich selbst nicht unbedingt einen Blick haben. Ihnen ist es wichtig, sich dienstbar zu machen; sie sind äußerst großzügig, geben gern und bieten immer ihre Hilfe an. Liebevoll und aufmerksam lassen sie anderen das zukommen, was sie dringend brauchen, selbst wenn sie dafür über ihren Schatten springen müssen. Sehr gesund zeichnen sie sich durch größte Uneigennützigkeit aus, sind selbstlos und altruistisch. Sie lieben bedingungslos, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Für sie ist es ein Privileg, anderen im Leben zur Seite zu stehen. Sie sind fast „heilig“, zutiefst charismatisch und bescheiden, kurz „barmherzige Samariter“.
Durchschnittlich:
durchschnittliche Zweien reden mehr von ihren Gefühlen, als praktisch zu helfen: „Liebe“ ist ihr höchstes Ideal, wovon sie dauernd reden, und in ihrem Gefühlsüberschwang wirken sie theatralisch, überströmend freundlich und in jeder Hinsicht „wohlmeinend“. Sie sind aufmerksam, anerkennend und schmeicheln gern. Sie verletzen leicht die Privatsphäre, sind über- eifrig und aufdringlich: sie müssen das Gefühl haben, gebraucht zu werden, treiben sich mit Vorliebe in der Nähe anderer herum, mischen sich ein und stören, alles unter dem Deckmantel, ein „guter Freund“ zu sein. Sie neigen zu aufopfernder Mütterlichkeit, meinen, nie genug für andere zu tun, schaffen Bedürfnisse, denen sie nachkommen können, und reiben sich für jedermann auf, sind dabei jedoch besitzergreifend und wachen eifersüchtig über die, in die sie „investieren“. Sie wollen die anderen von sich abhängig machen, über alles informiert wer- den, um Erlaubnis und Rat gefragt werden. In zunehmender Selbstüberhebung und Selbstgefälligkeit halten sie sich schließlich für unentbehrlich (während sie gleichzeitig das, was sie für andere tun, überbewerten) und meinen, andere seien ihnen etwas schuldig, für das, was sie Ihnen gegeben haben. Sei sind herablassend, anmaßend, gebieterisch und selbstherrlich. Sie erwarten, dass man ihnen dauernd dankt und sie wegen ihrer Güte ehrt. Unter Umständen können sie hypochondrisch werden oder den Märtyrer spielen, der aufgrund seiner Wohltaten für andere leiden muss.
Gestört:
Wenn sie sich abgelehnt fühlen, grollen gestörte Zweien und beklagen sich bitterlich. Sie verfallen schließlich auf extremen Selbstbetrug, was ihre Motive, ihre angebliche Aggressivität und ihren Egoismus betrifft, werden manipulativ und eigennützig, richten andere langsam zugrunde und kehren ihre Schuldgefühle und Schwächen heraus. Sie neigen dazu, herabsetzen - de, geringschätzige Bemerkungen zu machen, schließlich reißen sie die Zügel an sich, werden herrschsüchtig und fühlen sich dazu berechtigt, alles zu bekommen, was sie wollen: sie verlangen, dass Gefälligkeiten, die sie einmal erweisen haben, erwidert werden, wollen Geld als Zeichen der Dankbarkeit und erwarten besondere Vergünstigungen. Da sie für alles, was sie tun, eine vernünftige Erklärung und Entschuldigung haben, fühlen sie sich durch die Undankbarkeit andere ausgenutzt und missbraucht. Unterdrückte Wut äußert sich in psychosomatischen Problemen („Konversionsreaktioen“).
Desintegrationslinie:
Gestörte Zweien sind aufgebracht und wütend über die ungerechte Behandlung von Seiten anderer. Während ihrer Entwicklung zu Typ acht hin schlagen sie auf diejenigen los, die nicht so auf sie reagiert haben, wie sie es wollten. Gestörte Zweiten neigen unter Umständen zu körperlicher Gewalttätigkeit und sogar Mordlust gegenüber denen, die ihnen nahestehen, gerade den Leuten, für die sie nicht als die freundlichsten, zärtlichsten Gefühle zu haben glauben.
Integrationslinie:
Wenn sich gesunde Zweien zu Typ vier hin entwickeln, kommen sie mit ihren wahren Gefühlen in Berührung und werden sich ihrer selbst so, wie sie wirklich sind, bewusst. Sie werden emotional ehrlich und erkennen ihre Aggressivität und zweifelhaften Motive ebenso klar, wie sie ihr positives Selbstbild angenommen haben. Indem sie sich vorbehaltlos ihres wahren Wertes wegen lieben, geht ihnen auf, dass sie nicht rundum gut sein müssen, um geliebt zu werden. Sie können sich selbst getreu bleiben und dennoch mehr von sich offenbaren; da- durch werden ihre Beziehungen ehrlicher, menschlicher, wechselseitiger und befriedigender.
Typ 3 – Der Macher: Der selbstsichere, ehrgeizige, narzisstische, psychopathische Mensch
[Bearbeiten]Gesund:
Gesunde Dreien sind selbstbewusst, fühlen sich begehrenswert und sind von hoher Selbstachtung erfüllt, da sie an sich und ihren Wert glauben. Sei sind anpassungsfähig, energisch, oft attraktiv, charmant und beliebt. Bestrebt, sich zu verbessern und so gut zu sein wie nur möglich, sind sie häufig auf irgendeine Weise überragend; sie sind von Grund auf liebens- wert, ein menschliches Vorbild und verkörpern allseits beliebte Qualitäten. Andere möchten wie sie sein und es ihnen leistungsmäßig gleichtun. Sei sind sehr kommunikativ, verstehen es, andere zu motivieren und sind gute Promoter, die wissen, wie man etwas auf ansprechende, bewundernswerte Weise präsentiert. Sehr gesund sind sie mit sich selbst zufrieden, selbstbestimmt, aufrichtig und glaubwürdig. Sie scheinen alles in sich zu vereinen. Sie kennen ihre Grenzen und leben danach, in ihrer eigenen „Mitte“.
Durchschnittlich:
Dreien neigen zu Konkurrenzdenken und beginne, sich über andere erheben zu wollen; sich auf dem Weg zum Erfolg, zu Ansehen und Prestige mit anderen zu messen. Als gesellschaftliche Aufsteiger sind ihnen Exklusivität, Karriere und „Siegertum“ wichtig. Sie sind pragmatisch, zielstrebig und effizient, aber auch berechnend und völlig ungerührt hinter einer kühlen, glatten Fassade. Imagebewusst, wie sie sind, liegt ihnen viel daran, bei anderen anzukommen; sie wollen glaubwürdig wirken und das rechte Bild abgeben, das Richtige sagen und Erwartungen erfüllen, indem sie sich entsprechend darbieten. Sie sind wie Chamäleons, bedienen sich der Sprach, die gerade „in“ ist und stellen Stil über Qualität. Probleme treten auf bei bindenden Verpflichtungen und menschlicher Nähe durch Unehrlichkeit und Heuchelei. Sie wollen andere mit ihrer haushohen Überlegenheit beeindrucken und sind daher ständig damit beschäftigt, sich in Szene zu setzen und besser zu wirken, als sie eigentlich sind. Sie sind narzisstisch und anmaßend und fühlen sich als etwas „Besonderes“, so überzeugt sind sie von sich in ihrer Aufgeblasenheit, und sie setzen die höchsten Erwartungen in sich und ihre Fähigkeiten. Aus Feindseligkeit und Verachtung gegenüber anderen werden sie arrogant und exhibitionistisch, als wollten sie sagen: „Seht mich doch an!“
Gestört:
Aus Angst, zu versagen und gedemütigt zu werden, können gestörte Dreien ausbeuterisch und opportunistisch sein, nur auf sich selbst bedacht und darauf aus, andere zu benutzen, um selbst oben zu bleiben. Unter Umständen sind sie gemeine, hinterlistige, notorische Lügner und suchen andere zu übervorteilen, wo immer sie können. Sie sind vollkommen unzuverlässig, agieren heimtückisch, betrügen die Leute, fallen Freunden und Kollegen in den Rücken und ruinieren den guten Ruf anderer sowie ihre Beziehungen aus reine Lust am Triumph. Unbewusst entwickeln sie ungerechtfertigte Eifersucht gegenüber anderen. Verschlagen und doppelzüngig bewahren sie sich ihr Image und passen auf, dass ihr Betrug nicht durchschaut wird. Schließlich werden sie rachsüchtig und auf teuflische Weise sadistisch und versuchen, andere zugrunde zu richten. Es bestehen gewaltige, psychopathologische Tendenzen, so dass sie vor Folter, Erniedrigung und letztlich sogar Mord nicht zurückschrecken.
Desintegrationslinie:
Gestörte Dreien entwickeln so viel Arglist, sind so sehr darauf aus, andere zu ruinieren, und werden so von ihrer Feindschaft verzehrt, dass sie durchaus auf andere losgehen. Wenn ihnen plötzlich klar wird dass sie zu weit gegangen sind, erwachen nicht etwa Angst- oder Schuldgefühle, sondern jegliches Gefühl, dass sie empfunden haben mögen, wird jäh “abgeschaltet“. Bei ihrer Entwicklung zur Neun hin trennen sich desintegrierte Dreien von ihren feindseligen Gefühlen, mit dem Ergebnis, dass sie überhaupt nichts mehr fühlen. Statt angesichts dessen, was sie getan haben mögen, reue zu empfinden, oder Angst zu bekommen, sind sie wie „aus- gebrannt“, entpersönlicht und katatonisch, wobei sich ihre innere Leere offenbart.
Integrationslinie:
Wenn sich gesunde Dreien zur Sechs hin entwickeln, kümmern sie sich mehr um andere und fühlen sich dadurch innerlich in ihrem Wert bestätigt. Ihre Nächstenliebe stärkt paradoxer Weise ihr Selbstwertgefühl. Dreien auf dem Weg zur Integration werden realistischer, auf- richtiger und menschlich reifer durch eine wechselseitige Beziehung. Dann sind sie nicht mehr Konkurrenten, sondern kooperativ, spielen nicht mehr unbegründeter Weise den Überlegenen, sondern sind gleichgestellt, beuten niemandem mehr aus, sondern fühlen sich anderen und ihrem Wohlergehen verpflichtet.
Typ 4 – Der Künstler: Der kreative, individualistische, introvertierte, depressive Mensch
[Bearbeiten]Gesund:
Gesunde Vieren sind in sich gekehrt, gehemmt, auf der „Suche nach sich selbst“ und mit ihren Gefühlen und inneren Impulsen in Berührung. Sie zeigen im Umgang mit sich selbst und an- deren Sensibilität und Intuition, sind leidenschaftlich, taktvoll, diskret und respektvoll gegen- über anderen. Außerdem sind sie starke Persönlichkeiten, die ihre Privatsphäre über alles lieben, und Individualisten. Sie sind gern allein und lassen ihren inneren Impulsen Zeit, ins Bewusstsein zu dringen. Sei verbergen nichts, sind emotional aufrichtig, wahrhaftig und sich selbst getreu. Das Leben und sich selbst betrachten sie mit einer gewissen Ironie. Sie können ernst und auch komisch sein, leicht gerührt und doch emotional stark. Sehr gesund sind sie überaus kreativ und bringen Allgemeines und Persönliches zum Ausdruck, möglicher Weise in einem begnadeten Kunstwerk. In ihrer Privatsphäre erholen und erneuern sie sich, denn sie besitzen die Fähigkeit, sich in aller Ruhe regenerieren zu können und all ihre Erfahrungen in etwas Wertvolles umzusetzen.
Durchschnittlich:
Statt die Selbstverwirklichung zu wagen, entwickeln durchschnittliche Vieren eine gekünstelte, ästhetische, romantische Einstellung zum Leben und bringen die eigenen Gefühle nur indirekte durch etwas Schönes zum Ausdruck. Sie intensivieren die Wirklichkeit durch Phantasie und Imagination und durch starke leidenschaftliche Gefühle. Unter Umständen sind ihre Emotionen zu viel für sie. Um sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen, ziehen sie sich zu- rück, werden in sich gekehrt, gehemmt und scheu. Sie beginnen, fortwährend na sich selbst zu zweifeln und nehmen alles persönlich, werden überempfindlich und fühlen sich „anders“, als „Außenseiter“. Sie sind Stimmungsschwankungen unterworfen, leicht verletzt und emotional verwundbar. Sei sehnen sich danach, von ihrer Gehemmtheit und der schmerzlichen Melancholie loszukommen, die diese mit sich bringt. Ihr Gefühl, anders zu sein, wächst und darum entfernen sie sich von einem Leben, wie andere es führen. Selbstmitleid führt dazu, dass sie sich auf verschiedenste Weise gehenlassen – dekadenten Sinnesfreuden nachgehen und in eine Welt der Träume, Illusionen und unrealistischen Erwartungen absinken. Dennoch sind sie erstaunlich eigenwillig, voller Verachtung, kraftlos, unpraktisch und unproduktiv.
Gestört:
Wenn ihre Träume (Phantasien und Erwartungen)unerfüllt bleiben, werden gestörte Vieren wütend auf sich und bekommen schwere Depressionen, sie schämen sich ihrer selbst und entfremden sich anderen durch ihre Gehemmtheit und emotionale Gelähmtheit. Zutiefst er- schöpft, geistig verwirrt, emotional „blockiert“ und unfähig, zu arbeiten oder in Gang zu bleiben, haben sie schließlich das Gefühl, alles sei vergeblich und sinnlos. Da sie in ihrer Einbildung vor Selbstverachtung, Selbsthass, Selbstvorwürfen, morbiden Gedanken geplagt und von Versagensängsten gepeinigt sind, wird alles zum Anlass für vernichtende Selbstbeschuldigungen. In dem Gefühl der Wert- und Hoffnungslosigkeit verzweifeln sie und werden selbstzerstörerisch, indem sie unter Umständen in Alkohol- oder Drogenmissbrauch flüchten, um ihrem erdrückend negativen Selbsthass zu entgehen. Im Extremfall ist ein emotionaler Zusammenbruch oder Selbstmord zu erwarten.
Desintegrationslinie:
Gestörte Vieren verzweifeln daran, sich je selbst verwirklichen zu können; wenn sie sich zur Zwei hin entwickeln, dann womöglich infolge eines Nervenzusammenbruchs. Da sie sozusagen „außer Betrieb“ sind, nötigen sie jemand anders, sich um sie zu kümmern. Das wirft je- doch ernste Probleme auf, da in Desintegration begriffene Vieren sich selbst hassen und wahrscheinlich sogar die Beziehungen zerstören, auf die sie angewiesen sind. Sie leben bei ihren Eltern oder bei einem Freund, oder sie werden in ein Anstalt eingewiesen, wo sie entweder rechtzeitig die nötige fachkundige Hilfe erhalten oder dem Wahnsinn verfallen und schließ- lich vielleicht Selbstmord begehen.
Integrationslinie:
Wenn sich gesunde Vieren auf die Eins zubewegen, indem sie über ihre Gehemmtheit und Introvertiertheit hinauswachsen, werden sie nicht länger von ständig wechselnden Gefühlen beherrscht. Dann handeln sie eher nach objektiven Grundsätzen und nicht aus einer subjektiven Laune heraus; statt sich zügellos gehen zu lassen, entwickeln sie Selbstdisziplin. Sie betrachten sich nicht mehr als anders und haben nicht mehr das Gefühl, nicht arbeiten zu müssen; auf diese Weise schaffen sie sich einen Platz in der wirklc8iehne Welt. Indem sie sich in Selbstbeherrschung üben, versetzen sie sich in die Lage, anderen öfter etwas von ihrem emotionalen Reichtum abzugeben mit einer Kreativität, auf die sie sich verlassen können.
Typ 5 - Der Denker: Der scharfsinnige, analytische, exzentrische, paranoide Mensch
[Bearbeiten]Gesund:
"Gesunde Fünfen sind dazu fähig, alles mit außergewöhnlicher Wahrnehmungsfähigkeit und Einsicht zu beobachten. Sie sind geistig rege, wissbegierig und von Forschungsdrang erfüllt: Sie stellen aufgrund ihrer außergewöhnlich freien Wahrnehmung die richtigen Fragen. Sie können sich gut konzentrieren, gehen ganz in dem auf, was ihre Aufmerksamkeit erregt, und können voraussehen und voraussagen, wie eine Kette von Ereignissen wahrscheinlich aus- gehen wird. Sie lernen gern, sind begeistert davon, Kenntnisse zu besitzen, und werden oft Experten auf einem bestimmten Gebiet. als unabhängige Denker mit Innovations- und Erfindungsgeist kommen sie auf äußerst nützliche, originelle Ideen. Sehr gesund sind sie wahre Entdecker, die die Welt tiefschürfend ergründen und weitgehend zu verstehen suchen. Sie sind aufgeschlossene Visionäre und sehen die Dinge in ihrer Ganzheit, stellen den richtigen Zusammenhang her und sehen alles so, wie es tatsächlich ist. Unter Umständen leisten sie Pionierarbeit und entdecken etwas vollkommen Neues. Sie sind oft brillante Denker und manch- mal Genies von historischem Rang.
Durchschnittlich:
Durchschnittliche Fünfen spezialisieren sich, sie analysieren und sezieren die Dinge dauernd und machen eine Wissenschaft aus allem: Sie sind Forscher und Gelehrte, wenden wissenschaftliche Methoden an, sammeln empirische Daten, entwickeln Theorien. Wenn sie über höchst komplizierte, abstrakte Ideen nachsinnen, heben sie leicht ab und gehen lieber etwaigen Deutungen und Möglichkeiten nach als den tatsächlichen Daten und Fakten. Sie vertiefen sich in Details, in esoterische, abstruse Themen und komplizierte Theorien und sehen dabei bald vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, weil sie den eigentlichen großen Zusammenhang aus den Augen verlieren. Allmählich entwickeln sie sich zu "Geist ohne Kör- per", sind allerdings reizbar und sehr aggressiv, um sich davor zu schützen, emotional gefordert und fortgerissen zu werden. Sie vertreten ihre Ideen mit aller Bestimmtheit, weil das et- was ist, an dem sie sich festhalten können: Sie kommen zu voreiligen Schlussfolgerungen, le- gen Fakten ihren Theorien entsprechend aus, ziehen ständig Rückschlüsse, beugen Tatsachen nach ihren Vorstellungen. Bei Meinungsverschiedenheiten werden sie streitbar, schroff und zynisch - anderes sind eben zu dumm, um sie zu verstehen. Eifersüchtig wachen sie über ihre "Entdeckungen". Ihre provozierenden, bilderstürmerischen Interpretationen zeugen manch- mal von guten Einsichten, aber auch von weit hergeholten Halbwahrheiten.
Gestört:
Indem sie alle sozialen Bindungen von sich weisen und abbrechen, ziehen gestörte Fünfen sich zurück und isolieren sich von ihren Mitmenschen und der Wirklichkeit; sie werden immer verschwiegener, sonderbarer, exzentrischer und labiler. Antagonisten und Spötter sind sie, die jedoch selbst Angst vor den Aggressionen anderer haben und zunehmend argwöhnisch werden bis hin zur geistigen Erschöpfung. Sie sind von ihren eigenen Ideen besessen, die sie zugleich fürchten, weil sie ihnen als bedrohlich erscheinen, und so werden sie paranoid, sehen alles nur noch im Zerrspiegel, entwickeln Phobien und Wahnvorstellungen. Schließlich verlieren sie allen Bezug zur Wirklichkeit und enden möglicherweise im Irrsinn mit schizophrenen Tendenzen.
Desintegrationslinie:
Gestörte Fünfen haben sich nach und nach vollkommen isoliert und sind unfähig, effektiv mit ihrer Umgebung klarzukommen; wenn sie sich zur Sieben hin entwickeln, werden sie impulsiv, und handeln unberechenbar und hysterisch. Ihre Kopflastigkeit hat sie in viele Schwierigkeiten gebracht, deshalb denken sie nun nicht mehr, sondern handeln blindlinks, Gestörte Fünfen sind labil und rücksichtslos, sie stützen sich auf jede scheinbare Lösung ihrer Probleme, wobei sie sich häufig mehr schaden als nützen. Integrationslinie:
Wenn sich gesunde Fünfen auf Typ acht zubewegen, handeln sie aus dem Wissen um ihre eigene Meisterschaft heraus; sie haben genug gelernt, um danach zu handeln und voller Ver- trauen andre zu leiten. (Ihnen ist auch klar, dass sie zwar nicht alles wissen, aber wohl doch mehr als andere.) Sie identifizieren sich nicht mehr mit ihrer Theorie, sondern mit realen Projekten; infolgedessen führen sie sich jetzt sicherer als vorher bei ihrer theoretischen Beschäftigung mit der Welt oder ihrer Abkehr davon." (Don Richard Riso: Das Enneagramm-Hand- buch, S. 80.82)
Typ 6 - Der Loyale: Der sympathische, treue, abhängige, masochistische Mensch
[Bearbeiten]Gesund:
"Gesunde Sechsen sind in der Lage, starke emotionale Reaktionen bei anderen auszulösen: Sie sind mitreißend, attraktiv, gewinnend, liebenswert, freundlich, ausgelassen und verstehen es, sich einzumischen. Vertrauen ist ebenso wichtig für sie wie die Bindung an andere und das Eingehen dauerhafter Beziehungen. Andere haben ein herzliches Verhältnis zu ihnen und wollen ihnen helfen und sie beschützen. Sie sind pflichtbewusst und loyal denen gegenüber, mit denen sie sich identifizieren: Familie und Freunde sind ihnen genauso wichtig wie das Gefühl, irgendwo hin zu gehören. Im Umgang mit anderen sind sie kooperativ, verlässlich, verantwortungsbewusst, vertrauenswürdig, arbeitsam und zuverlässig. Sehr gesund sind sie selbstbewusst, haben Selbstvertrauen und sind unabhängig, obwohl sie symbiotische Wechselbeziehungen auf der Basis der Gleichwertigkeit unterhalten. Der Glaube an sich selbst führt bei ihnen zu einer positiven Grundhaltung und äußert sich in Mut, Führungsfähigkeiten, viel- seitiger Kreativität und im Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.
Durchschnittlich:
Durchschnittliche Sechsen haben Angst davor, Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Sie identifizieren sich mit einer Autoritätsfigur (oder einer Gruppe), der sie Gefolgschaft leisten. Als Traditionalisten, Angehörige eines Teams oder Mitglieder einer Organisation tun sie pflichtbewusst, was ihnen aufgetragen wird. Allmählich entwickeln sie Ambivalenz und lehnen sich gegen die Autorität auf, indem sie ein indirektes aggressives Verhalten an den Tag legen und widersprüchliche, gemischte Zeigen setzen. Ihre Ambivalenz macht Sechsen wankelmütig und unberechenbar: Sie zögern, sind unentschlossen, vorsichtig und ausweichend bei alle. Bei wachsendem Druck werden sie verdrießliche, negativistische Querdenker. Um ihre Zweifel und inneren Spannungen zu überwinden, geben sie sich nassforsch, werden reaktionär und nehmen eine harte, rebellische Haltung an, womit sie ihre wachsende Unsicherheit überkompensieren. Sie werden streitlustig und regieren aggressiv, wenn sie sich in ihrer Sicherheit bedroht fühlen. Sie nehmen schnell Partei und verteidigen die "eigene" Gruppe (vertreten aber bei Fremdgruppen die Auffassung, "sie sind gegen uns" und greifen an); sie neigen zu Gemeinheit und Intoleranz, stempeln andere zum Sünden- bock und schlagen auf jeden ein, der ihnen bedrohlich erscheint, um damit ihre Angst und Unsicherheit zu dämpfen.
Gestört:
Aus Angst davor, von einer Autoritätsfigur verurteilt und abgelehnt zu werden, wenn sie zu weit gegangen sind oder ihre Abwehrmechanismen gegen die Angst versagt haben, fühlen sich gestörte Sechsen äußerst verunsichert, sind abhängig bis zur Aufdringlichkeit, verachten sich selbst und haben starke Minderwertigkeitsgefühle. Sie haben ein schwaches Selbstbild, neigen zu Depressionen, empfinden sich als feige, unnütz, inkompetent und werden von Ängsten gequält. Auf alles reagieren sie im Übermaß und machen aus Mücken Elefanten: ihre irrationalen Handlungen bringen ihnen schließlich das ein, was sie fürchten. Sie sind über- ängstlich und fühlen sich ständig von anderen verfolgt und angegriffen, weil sie sich einbilden, man wäre "hinter ihnen her". Um ihrer Angst, ihrem Gefühl des Preisgegebenseins und den Folgen ihres Handelns zu entgehen, verhalten sie sich oft wider alle Vernunft und erniedrigen und demütigen sich sogar vor der Autoritätsfigur, nur um erlöst zu werden. Sie flüchten sich in pathologische Selbstbestrafung und masochistische Verhaltensweisen.
Desintegrationslinie:
Gestörte Sechsen sind zutiefst verängstigt und werden masochistisch, erfüllt von Gefühlen der Minderwertigkeit und Wertlosigkeit. Wenn sie sich zur Drei hin entwickeln, gehen sie brutal auf andere los, um ihre Minderwertigkeitsgefühle zu überwinden und die zu verletzten, die ihnen Wunden zugefügt haben. Ihre Aggressionen (die sich zuvor in autoritärer Selbstgerechtigkeit und Boshaftigkeit äußerten) kommen jetzt viel gefährlicher in psychopathischen, sadistischen Gewalttätigkeiten zum Ausdruck.
Integrationslinie:
Wenn sich gesunde Sechsen auf Typ neun zubewegen, ist sowohl ihre Ambivalenz gegenüber anderen wie auch ihre Neigung zur Überreaktion auf etwas Beängstigendes bereits überwunden. Sie sind jetzt emotional stabiler und auch aufgeschlossener und vertrauensvoller gegen- über anderen. Sie leisten Unterstützung, wirken beruhigend und sind ein Muster an Stabilität und Reife. Ihre Angstprobleme sind weitgehend gelöst, und infolgedessen sind sie friedvoller, sicherer, großzügiger und entspannter als je." (Don Richard Riso: Das Enneagramm-Hand- buch, S.86-88)
Typ 7 - Der Vielseitige: Der tüchtige, extravertierte, ausschweifende, manische Mensch
[Bearbeiten]Gesund:
Mit ihrer Aufgeschlossenheit für alles, ihrer Begeisterungsfähigkeit und ihrem Enthusiasmus über ihre Erlebnisse sind gesunde Siebenen klassische Extravertierte, die sich an der realen Welt des Greifbaren und Sinnlichen orientieren, Sie sind spontan und machen ihrer Erfahrungen mit erfrischender Lebhaftigkeit. Auf jeden Reiz folgt unmittelbar eine Reaktion, und sie finden alles spannend und aufregend. Sie sind glückliche, muntere, anregende Leute voller Spannkraft und Lebendigkeit. Als Erfolgsmenschen und Tausendsassas machen sie ihre Sache meist sehr gut: Sie sind vielseitig begabt, mit virtuosen Talenten und großartigen Fähigkeiten ausgestattete Renaissancemenschen, praktisch veranlagt, sehr produktiv, vielseitig und wirken auf vielen Interessensgebieten befruchtend. Sehr gesund verarbeiten sie Erfahrungen tiefgreifend, sind achtungsvoll und dankbar und stehen fasziniert und voller Ehrfurcht vor den Wundern des Lebens. Sie sind lebensbejahende, schwärmerische Frohnaturen. Irgendwann kommen ihnen Gedanken an ein Leben jenseits des Körperlichen, an eine spirituellen Wirklichkeit, entwickeln sie einen tiefen Sinn für die Güte des Lebens.
Durchschnittlich:
Mit zunehmendem Appetit wollen sich durchschnittliche Siebenen amüsieren, was materielle Dinge und eine größere Bandbreite von Erfahrungen angeht; sie werden begierige Konsumenten, gewinnorientierte Materialisten, Playboys, gehören zu den oberen Zehntausend, sind weltkundige Intellektuelle, Kenner und sensationslüsterne "Trendsetter". Es ist ihnen wichtig, Geld zu haben, ums ich neue Vergnügungen leisten zu können. Ihre Nachsicht gegen sich selbst nimmt solche Formen an, dass sie sich schließlich nichts mehr versagen können. Sie werden hyperaktiv, stürzen sich unablässig in irgendwelche Aktivitäten und tun und sagen, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Aus Angst vor Langeweile versuchen sie es mit immer stärkeren Reizen und Anregungen, sind fortwährend in Bewegung und gehen unentwegt Zerstreuungen nach, die Spaß machen und neu sind; dabei tun sie zu viel des Guten und erden zu oberflächlichen Schaumschlägern, deren Leben so dahinplätschert. Sie sind hemmungslos, flatterhaft und extravagant, großspurig, laut, ungeniert und unverfroren. Sie müssen unablässig reden, Witze reißen, herumalbern und ihre Show abziehen, um bei Laune zu bleiben. In dem Gefühl, nie genug zu bekommen, werden sie schließlich ausschweifend und zügellos,
verfallen sichtlich dem übermäßigen Konsum und gieren dennoch nach mehr: sie werden selbstsüchtig, eigennützig, anmaßend und ungeduldig. Trägheit und Exzesse laugen sie aus, und doch bleiben sie unbefriedigt. Ohne Feingefühl für andere, können sie sehr rüde sein und ein schlechtes Benehmen an den Tag legen. Sie neigen zu Suchtverhalten, speziell bei Alkohol und Drogen.
Gestört:
Gestörte Siebenen sind sehr leicht und schnell frustriert und fordern in beleidigender, ausfallender Art das ein, was sie brauchen, um betriebsam und abgelenkt zu bleiben. Sie entwickeln infantiles Fluchtverhalten, sind impulsiv und verletzend, neigen zu Wutanfällen und Kollern, kurz: Sie haben ernstliche Probleme, sich zu beherrschen. Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie andere Ausschweifungen fordern ihren Tribut, je zügelloser, ausschweifender, hemmungsloser und verdorbener sie werden. Sie geben ihren Impulsen nach, statt sich mit ihrer Angst auseinanderzusetzen, verlieren die Beherrschung, fallen höchst sprunghaften, flüchtigen Stimmungsschwankungen anheim und handeln zwanghaft („manisch-depressive“ Abwehrmechanismen). Sie geben sich ausschweifenden Vergnügungen aller Art hin, so bombastisch und wahrhaft unrealistisch, als seien dem keine Grenzen gesetzt. Sie sind auf der Flucht vor sich selbst und plötzlichen Panikanfällen unterworfen, wenn ihre Abwehrmechanismen versagen.
Desintegrationslinie:
Gestörte Siebenen haben sich und ihre Handlungen nicht in der Gewalt (manisches Verhalten). Bei ihrer Entwicklung in Richtung Typ eins versuchen sie, eine künstliche Ordnung aufzubauen, und verhalten sich anderen gegenüber zwanghaft, strafend und rachsüchtig. Sie sind oft übermäßig auf jemanden oder etwas fixiert, von dem sie die Lösung für ihre un- glückliche Lage erhoffen.
Integrationslinie:
Wenn sich gesunde Siebenen auf Typ fünf zubewegen, lassen sie sich auf tiefgreifende Erfahrungen ein und geben ihrer Umgebung etwas, statt sie nur zu konsumieren. Siebenen auf dm Weg zu Integration haben keine Angst mehr, ihres Glücks beraubt zu werden, wenn sie nicht dauernd selber zugreifen. Sie gehen ihren Erfahrungen auf den Grund und stoßen zum Kern der Dinge vor, so dass sie mehr verstehen und sich infolgedessen auch auf einer tiefergreifenden Ebene an der Wirklichkeit freuen können.
Typ 8 – Der Führer: Der machtvolle, expansive, diktatorische, de- struktive Mensch
[Bearbeiten]Gesund:
Die anmaßenden, selbstbewussten und starken Achten haben gelernt, sich für das einzusetzen, was sie brauchen und ersehnen. Sie sind aktiv, haben die Einstellung von „Machern“ und be- sitzen inneren Antrieb. Sie lieben die Herausforderung und sind erfinderische Aufsteiger aus eigenen Kräften, die selbst die Initiative ergreifen und dafür sorgen, dass sich etwas bewegt. Sie sind geborene Führungsnaturen und genießen die Hochachtung anderer, die bei ihnen Rat und Hilfe suchen, so entscheidungsstark, gebieterisch und tonangebend sind sie. Sie verdienen den Respekt, denn sie sind rechtschaffen und nutzen ihre Macht konstruktiv, indem sie für andere eintreten, ihnen Schutz bieten und sich bei lohnenden Anlässen und für gut befundenen Unternehmungen als Gönner, Förderer und Sponsoren betätigen. Sehr gesund üben sie Selbstbeherrschung und Großmut, lassen Gnade vor Recht ergehen, sind Herr über sich selbst, tragen andere mit und erfüllen aus ihrer Kraft heraus die Bedürfnisse anderer. Wagemutig setzen sie sich Gefahren aus, um einen größeren Horizont zu gewinnen; unter Umständen gelangen sie zu heroischer geschichtlicher Größe.
Durchschnittlich:
Durchschnittliche Achten sind vorwiegend am eigenen Wohl interessiert, sie benutzen ihre Macht und Stärke aus Eigeninteresse, Finanzielle Unabhängigkeit ist ihnen wichtig. Sie entwickeln „Draufgängertum“, eigenwilliges Geschäftsgebaren und leichtsinniges Unternehmertum. Sie sind verwegen, abenteuerlustig und riskieren etwas, um sich zu erproben und zu beweisen. Schließlich möchten sie ihre Umgebung (einschließlich ihrer Mitmenschen) am liebsten vollkommen beherrschen, sie werden herrisch, aggressiv und immer expansiver: Menschen auf dem Weg zu Weltrang, deren Wort Gesetz ist. Sie sind stolz, egoistisch, drängen allem ihren Willen und ihre Ansichten auf, kommandieren andere herum wie Leibeigene, weil sie weder ihre Mitmenschen als ebenbürtig betrachten noch deren Bedürfnisse respektieren, und schaffen so Herr-und-Sklave-Verhältnisse (nicht zu vergessen, dass sie dazu neigen, Sex und Aggressivität brutal und vulgär mit Sexismus und Prahlerei zu vereinigen). Ihrem Empfinden nach müssen sie sich durchsetzen, und so gehen sie auf Konfrontationskurs, werden streitlustig, schikanieren andere und sind herausfordern, wodurch sie wichtige Beziehungen schaffen, die ihnen Freude zu machen scheinen. Sie machen aus allem eine Willensprobe und weichen keinen Zentimeter zurück. Drohung und Einschüchterung benutzen sie als Druckmittel, um andere gefügig zu machen, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen und ihnen ein Ge- fühl der Ohnmacht einzuflößen. Andere fühlen sich durch sie verunsichert und unterdrückt: Ungerechte Behandlung bringt andere dazu herumkommandierende Achten abzulehnen und zu hassen oder sich gegen sie zu verbünden.
Gestört:
Gestörte Achten wollen ihre Macht bewahren und um jeden Preis die Oberhand behalten: Sie sind schließlich vollkommen rücksichtslos, gewalttätig, verhalten sich unsittlich, sind hartherzig und kümmern sich nicht um menschliche Empfindungen wie etwas Schuldgefühle und Angst. Sie sind Diktatoren und Tyrannen mit der totalitären Philosophie des „Gewalt geht vor Recht“ oder des „Dschungelgesetzes“. Allmählich entwickeln sie Wahnvorstellungen über sich selbst (Größenwahn), halten sich für allmächtig, unschlagbar und unverwundbar; sie sind in zunehmendem Maße rücksichtslos und überschätzen sich und ihre Möglichkeiten. Zuletzt zerstören sie unter Umständen bei Gefahr blindwütig und brutal alles, was sich nicht ihrem Willen beugt. Ihr Verhalten ist soziopathisch, barbarisch und mörderisch.
Desintegrationslinie:
Gestörte Achten dominieren ihre Umgebung so stark, dass jeder im Umkreis sie hasst. Im Laufe ihrer Entwicklung zu Typ fünf hin machen sie sich paranoide Gedanken darüber, wie sie noch weiter überleben können, während sich ihre vielen Feinde womöglich gemeinsam ge- gen sie verschworen haben. Schließlich wird ihnen klar, wie unsicher und bedroht sie sind. Ihre Furchtlosigkeit wandelt sich in Angst vor jedermann.
Integrationslinie:
Gesunde Achten, die sich in Richtung Typ zwei bewegen, setzen ihre Macht uns Stärke lieber für als gegen andere ein. Sie sind fürsorglich, großherzig und persönlich am Wohlergehen an- derer interessiert, statt sich nur von Eigennutz leiten zu lassen. Sie begreifen die Macht der Liebe, ohne der Liebe zur Macht zu erliegen, und stellen sich (in gewissem Sinne) lieber in den Dienst anderer, statt den Herrn und Meister herauszukehren.
Typ 9 – Der Friedliebende: Der friedliche, beschwichtigende, passive, unterdrückte Mensch
[Bearbeiten]Gesund:
Gesunde Neunen sind äußerst empfänglich, aufgeschlossen, selbstlos, emotional stabil und gelassen. Sie akzeptieren und vertrauen sich selbst und anderen, sind unbekümmert und im Frieden mit sich und ihrem Leben. Geduldig, sanftmütig und anspruchslos, strahlen sie Unschuld und Sicherheit aus uns sind richtig nette Menschen. Aufgrund ihrer optimistischen, verlässlichen, freundlichen, mitfühlenden Art fühlen sich andere wohl in ihrer Nähe; sie haben einen beruhigenden, heilenden Einfluss, sorgen in Gruppen für Harmonie und bringen Leute an einen Tisch. Sie sind gute Vermittler und Tröster und geben anderen festen Halte. Da sie ihr Menschsein dankbar annehmen, sind sie äußerst würdevoll, von einer tiefgreifen - den heiteren Gelassenheit und wahrhaft friedvoll. Sehr gesund besitzen sie Selbstbeherrschung, großen Gleichmut und sind rundum zufrieden. Sie haben ein Gefühl er Eigenständigkeit und Erfüllung und sind paradoxer Weise vollkommen selbstgenügsam und trotzdem in der Lage, tiefgründige Beziehungen einzugehen, eben weil sie mit sich selbst eins sind. Sie sind lebhaft, aufgeweckt und haben stets ein wachsames Auge für die eigenen Bedürfnisse und die Belange anderer.
Durchschnittlich:
Durchschnittliche Neunen sind zurückhaltender, sie richten sich nach anderen und passen sich zu sehr an. Sie sind unterwürfig, zu liebenswürdig und versöhnlich und entsprechen arglos und ohne Zögern konventionellen Rollen und Erwartungen – ordnen sich dem anderen unter, idealisieren ihn und leben nur durch ihn. Als konservative Menschen fürchten sie Veränderungen, Störungen oder Druck jeglicher Art. Sie werden immer passiver und phlegmatischer, sind schließlich in ihrer Selbstgenügsamkeit nicht mehr ansprechbar, gehen Konflikten aus dem Weg und kehren Probleme unter den Teppich. Faul, emotional träge und unwillens, sich zur Geltung zu bringen (und dadurch im Brennpunkt zu bleiben), stellen sie Gleichgültigkeit und schleppende Trägheit zur Schau und warten ab, bis Probleme von selbst verschwinden. Irgendwann blenden sie die Wirklichkeit aus und verschließen die Augen vor allem, was sie nicht sehen wollen. Sie sind teilnahmslos, unaufmerksam und unüberlegt: Ihr Denken wird nebelhaft, unkonzentriert und grüblerisch und kreist meist um Idealvorstellungen davon, wie harmonisch und „schön“ alles sein könnte. Wenn sich schwerwiegende Probleme nicht von selbst lösen, fangen Neunen an, sie zu beschönigen, um andere zu beruhigen und zu beschwichtigen, um die „Sache hinter sich zu bringen“ und um jeden Preis ihren Frieden zu wahren. Sie legen stoische Ruhe, Fatalismus und Resignation an den Tag, als wäre nichts mehr zu ändern. Neunen sind entscheidungsschwach und neigen deshalb zu Unterlassungssünden und Wunschdenken; sie warten auf magische Patentlösungen, durch die Probleme ohne eine Anstrengung oder Reaktion ihrerseits beseitigt werden.
Gestört:
Gestörte Neunen sind schließlich so gehemmt, dass in der Folge ihre persönliche Entwicklung darunter Leidet: Sie werden hilflos und taugen zu nichts mehr, so dass schließlich andere einschreiten müssen, um sie vor sich selbst zu schützen. Halsstarrig und hartnäckig leugnen sie ab, dass es Problem oder Konflikte gibt oder dass überhaupt etwas faul ist. Sie werden verantwortungslos, verwahrlosen und sind eine Gefahr für jeden, der auf sie angewiesen ist. Wenn sich die Probleme verschärfen, halten sie sich von allem Bedrohlichen fern, bis sie völlig desorientiert, entpersönlicht, katatonisch und wie gelähmt sind. Am Schluss der Entwicklung steht der emotionale Zusammenbruch und die Spaltung der Persönlichkeit, möglicher- weise in eine Vielzahl von Teilpersönlichkeiten.
Desintegrationslinie:
Gestörte Neunen sind so wirklichkeitsfremd, dass sie keine normalen Funktionen mehr aus- üben können. Wenn sie sich auf Typ sechs zubewegen, werden sie von Angst überwältigt, die in ihr Bewusstsein dringt. Sie reagieren im Übermaß, werden irrational und masochistisch, gehen auf andere los, während sie gleichzeitig mehr denn je darauf angewiesen sind, dass sich jemand um sie kümmert und ihre Probleme löst. Im Absteigen begriffene Neunen neigen zum Masochismus, so dass andere sie vor sich selbst schützen müssen, damit doch noch irgendeine Art von Beziehung zustande kommt.
Integrationslinie:
Bei gesunden Neunen, die sich zu Typ drei hin entwickeln, erwacht ein Interesse daran, sich und ihre Möglichkeiten weiterzubilden und auszuschöpfen. Sei nehmen ihr Leben selbst in die Hand, statt sich selbstgefällig zurückzulehnen. Sowie sich ihr Selbstwertgefühl ausprägt, wer- den Neunen selbstsicher, selbstbewusster und unabhängig; auch ihre Selbstachtung wächst. Sie sind aufmerksam und ergeben sich lieber in der wirklichen Welt als in Idealvorstellungen. Außerdem merken sie, dass sie ganz sie selbst sein können, und hören auf, ihr Leben durch jemand anderes zu begründen.