Philosophie auf Karteikarten/ Buchstabe S
Kleines Wörterbuch der Philosophie - Buchstabe S
[Bearbeiten]Satzarten:
Es werden ganz allgemein die folgenden Satzarten unterschieden:
- Aussagesatz (Deskriptivsatz)
- Fragesatz (Interrogativsatz)
- Ausrufesatz (Expressivsatz)
- Aufforderungssatz (Evokativsatz)
Satz vom zureichenden Grund:
Variante A: Es gibt immer einen zureichenden Grund, warum a) etwas ist (Seinsgrund), warum b) etwas geschieht (Geschehensgrund) und warum c) eine Aussage wahr ist (Wahrheitsgrund).
Variante B: Es gibt immer einen zureichenden Grund, warum a) etwas geworden oder gemacht worden ist (Seinsgrund), warum b) etwas wird oder gemacht wird (Geschehensgrund) und warum c) eine Aussage wahr ist (Wahrheitsgrund).
Variante C: Es gibt immer einen zureichenden Grund, warum a) etwas wird oder geworden ist (Kausalursache), warum b) etwas gemacht wird oder gemacht worden ist (Handlungsgrund) und warum c) eine Aussage wahr ist (Wahrheitsgrund).
Schön ist, was gefällt.
Mehr lässt sich über das Schöne nicht sagen. Das Schöne ist rein subjektiv. Diese Vorstellung geht bis auf Plotin zurück.
Seele
ist das Bindeglied zwischen Körper und Geist. Man spricht auch von Vitalseele, weil hier alle vitalen Funktionen ablaufen. Nach antiker Auffassung ist die Seele des Menschen dreigliederig. Sie gliedert sich in die Lebensseele, die der Mensch mit den Pflanzen und den Tieren gemeinsam hat, in die Empfindungsseele, die der Mensch nur mit den Tieren gemeinsam hat, und in die „Geistseele“ (Platon). Die Seele gilt den Gläubigen als unsterblich. Es gibt eine Auferstehung der unsterblichen Seele im Heiligen Geist (Platon, Augustinus).
Sein
meint 1. das Beharrende, Bleibende, in allem Identische und 2. das Dass-Sein oder In-der-Welt-Sein. (Kein Dass-Sein ohne ein Sosein und kein Sosein ohne ein Dass-Sein.) Sein ist – anders als Aristoteles und Kant dachten - eine Kategorie des Denkens, und darum ist Metaphysik als echte Wissenschaft auch in Teilen möglich.
Sinn
hat zweierlei Bedeutung, zum meint Sinn den „Bedeutung“ (Sinn und Bedeutung) und zum anderen „Zweck“ (Sinn und Zweck). Den ersten Fall untersucht die Bedeutungstheorie, den zweiten die Handlungstheorie.
Sozialethik:
Gut ist, was dem Wohl aller dient. Handle so, dass Du immer das größtmögliche Wohl für alle Menschen im Auge hast. Diesen Standpunkt nennt man eine Salutarismus.
Sozialphilosophie
ist ein Teilbereich der Philosophie.
Spiel
ist jede Handlung oder Tätigkeit, die die bloß existentiellen Seins- und Handlungsvollzüge in redundanter Weise transzendiert.
Sprache
bezeichnet eine besondere Form der Verständigung, und zwar typischerweise mittels Sprachen, d.h. Systemen bedeutungsvoller Zeichen. Sprache ist Vermittlung.
Sprachphilosophie
ist die Philosophie von der Sprache. Die Sprachphilosophie ist ein Teilbereich der Philosophie.
Sprechakttheorie
ist eine Teildisziplin der Philosophie, die die Sprechakte als Handlungen versteht. Die Sprechakttheorie fragt nach der Funktion von Sätzen, a) grammatikalisch, und b) beim Hörer (Was will der Sprecher beim Hörer erreichen?) Letzteres nennt man den illokutionären Akt. Des Weiteren wird noch der perlokutionäre Akt unterschieden, also das, was bei Hörer ankommt.
Staat ist ein politisches System der Machtausübung, das das Zusammenleben einer Gemeinschaft von Menschen innerhalb eines festgelegten Gebietes dauerhaft regelt und ermöglicht.
Staatsphilosophie
ist die Philosophie vom Staat, seinem Entstehen, seinem Wesen und seinen Möglichkeiten und Grenzen. Die Staatsphilosophie ist eine Teildisziplin der Philosophie.
Subjekt
nennt man in er Erkenntnistheorie das Erkennende im Gegensatz zum Objekt, dem Erkannten.
subjektiv heißt auf das Subjekt bezogen.
Substanz
ist bei Aristoteles ein spezieller Fachausdruck, der den „Begriff“ meint, egal ob Individualbegriff, Artbegriff oder Gattungsbegriff. Und so unterscheidet Aristoteles in der Metaphysik zwischen 1. Substanz, 2. Substanz und 3. Substanz.
Synergie
bezeichnet das Zusammenwirken von Lebewesen, Stoffen oder Kräften im Sinne von „sich gegenseitig fördern“ bzw. einen daraus resultierenden gemeinsamen Nutzen. Eine Umschreibung von Synergie findet sich in dem Ausspruch von Aristoteles „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“, auch als Holismus bezeichnet.
Synonymität
meint, dass zwei ein und dasselbe Wort unterschiedliche Bedeutungen hat (a ≠ a). Der Begriff geht auf Aristoteles zurück (Kategorienschrift)
synthetisch:
Ein Satz ist synthetisch, wenn seine Wahrheit oder Falschheit davon abhängt, was in der Welt der Fall ist. Synthetische Sätze wie z.B. ‚Diese Rose ist rot’ müssen wir wohl stets empirisch überprüfen. Eins Satz ist analytisch, wenn seine Wahrheit oder Falschheit durch die Bedeutungen der in ihm enthaltenen Ausdrücke festgelegt ist. Um den Wahrheitswert eines analytischen Satzes wie z.B. ‚Alle Junggesellen sind unverheiratet’ einzusehen, genügt es, ihn zu verstehen. Die Unterscheidung zwischen analytischen Sätzen und synthetischen Sätzen geht auf Leibniz zurück und wurde von Kant übernommen.