Propaganda/Einleitung
Nun...
Womit soll ich anfangen? Es gibt ja so viel... Hier in dieser Einleitung werden ein paar Gedanken ohne Zusammenhang dargestellt, die zum Thema Propaganda vielleicht doch irgendwie relevant sein könnten (auch wenn der Grund nicht unbedingt klar sein wird).
Ich werde allerdings nicht mit dem Thema anfangen, das mich in der letzten Zeit am stärksten verletzt hat (welches dies ist, wird weiter in diesem Text erwähnt). Als erstes also: Wie es sich in dieser Einleitung zeigen wird (und zwar gleich), stehe ich im Widerspruch zu mir selbst, wenn ich hier überhaupt etwas schreibe und zwar aus zumindest zwei Gründen:
- Vermuten wir, dass ich hier tatsächlich aus moralischen Gründen schreibe (sagen wir es so: „für das Gute und gegen das Böse“), nämlich weil ich vermute, dass Propaganda-Techniken heutzutage massiv benutzt werden (wodurch moralfreie Menschen sich durchsetzen) und weil ich mich entgegensetzen will. Dadurch entsteht aber schon der erste Widerspruch. Das „Gute“ kann nicht ohne das „Böse“ existieren (und umgekehrt, eine Idee aus dem Zen-Buddhismus und aus verschiedenen philosophischen Richtungen).
- Allein die Anwendung des Mittels „Internet“ ist aus ähnlichen Gründen ein Widerspruch (siehe weiter unten auch das Thema „Ressourcen“).
Der Anteil der (wenn auch teils) selbstversorgenden Menschen in Österreich (ich vermute auch in allen europäischen Ländern) ist in 60 Jahren extrem gesunken. Dies zeigt meines Erachtens u.A. eine Entfremdung von Naturprozessen und eine enorme Erhöhung der Abhängigkeit... In Indien z.B. bleibt dieser Anteil relativ hoch. Ein Versuch dort die Kontrolle des Agrarmarktes in den Händen von wenigen Unternehmen zu bringen (zumindest der Meinung eines Teils der Bevölkerung nach), ist auf enormen Widerstand gestoßen. Wovon wir hier in Europa nicht so viel in den "Leitmedien" erfahren, wird allerdings ein Kapitel dieses Buches sein, und diese Proteste gehören ja auch zu dieser Kategorie (Sachen, die nicht gerade unwichtig sind und in den europäischen bzw. deutschsprachigen Medien nicht besonders oder gar nicht erwähnt werden). Darunter gehören auch die ethnische Säuberung in Armenien (die irgendwie einen Zusammenhang mit den Krieg in Ukraine aufweist), Genozide (zumindest laut IGH in Sudan und in Palästina), Kolonia Dignidad, Mikroplastik im Blut (obwohl dies langsam etwas mehr erwähnt wird), Atommüll in Atlantik und in Mittelmeer, Probleme der sogenannten „nachhaltigen“ Energieerzeugung (besonders wenn sie zentral und entkoppelt vom Verbrauch ist), die u.A. auch mit den Problemen der auf ewiges Wachstum orientierten Wirtschaftssysteme zusammenhängen usw.
Was alles so heute für selbstverständlich gilt: Trinkwasser am Klo, eine etwa eine Tonne schwere Metallkiste benutzen, um sich von A zu B zu bewegen, auch wenn A und B weniger als 1 km entfernt sind (es gibt ja immer einen Grund)...
Na ja. Wir benutzen Erdöl, elektrische und elektronische Geräte, Nahrung und viel viel anderes und denken nie daran, was dahinter für kriminelle Vorgänge stecken, z.B. BP in Myanmar, Diktatur in Indonesien, Kriege in Kongo, Ausbeutung in Bolivien, Elfenbeinküste usw. usf.
Aus humanistischer Sicht kann ich nicht besonders optimistisch sein. Wenn wir schon wissen, dass 100% der Menschen (aufgerundet meinetwegen) unter geringem autoritärem Druck bereit sind, andere Menschen bis zum Tode zu foltern (siehe Milgram-Experiment), kann ich nur denken, dass in anderen (meines Wissens noch nicht untersuchten) Zusammenhänge die Ergebnisse noch "schlimmer" in moralischer Hinsicht wären (etwa wenn "ausländerfeindliche" Menschen oder "linken" die "Lehrer" im Experiment, und "Ausländer" bzw. "ausländerfeindliche" Menschen die "Schüler" wären). Da gäbe es (so meine Vermutung) nicht mal Gewissensbissen.
Was soll das Ziel des ganzen Projektes hier? Keine Ahnung... Eines soll klar sein: Diese Seite wird nicht die Welt retten. Was soll letztendlich dieser Ausdruck, denn wir so oft hören, bedeuten? Die Welt gab es unserem Wissen nach schon vor und wird vermutlich auch nach uns Menschen und unserer so überheblichen Selbstwahrnehmung geben. Mein Anliegen ist letztendlich eher moralisch. Mein Wunsch ist, so glücklich zu leben wie möglich, ohne andere Menschen oder die Natur auszubeuten. Dies scheint allerdings heutzutage unmöglich zu sein. Das Problem heißt nicht Kapitalismus, es heißt Ausbeutung, der Menschen voneinander und der Natur. Und das diese Ausbeutung als Interesse, als etwas positives, gesehen wird. Was für eine abgefahrene Idee: Uns gehört die Natur! Und wir können die Natur zu unserem "Nutzen" ausbeuten. Das Problem heißt auch ewiges Wachstum, egal in welchem wirtschaftlichen System (Kapitalismus, Kommunismus, was auch immer -ismus).[1] Ewiges Wachstum bei begrenzten Ressourcen (auch und insbesondere Energie: die Grenze der Energie → Leistung E=P*t) kann schlicht und einfach nicht ewig sein und führt zu Hunger, Kriege, Selbstmord. Nicht dass der Tod allerdings das "Schlimme" oder das "Böse" ist. Im Gegensatz, ist der Tod das einzige Unvermeidbare. Und wer das ewige Leben verlangt, wird nie die Grundfrage des Lebens beantworten: Was ist der Tod? Daher ist die Haltung dem Tod gegenüber auch ein Grundproblem.
Extrem problematisch ist auch die Tatsache, dass Gespräche immer weniger auf der Sachebene geführt werden, was den Dialog fast (oder ganz) unmöglich macht.
Probleme im Dialog entstehen allein auch durch die Sprache. Wir können aber doch über die Sprache auf der Sachebene sprechen. Ein Beispiel ist der Ausdruck „du hast Recht“.[2] Wir betonen dadurch die Konkurrenz. In diesem Ausdruck geht es darum, wer Recht hat und nicht darum, was richtig ist. Der Dialog allerdings sollte ein Kampf sein, zusammen mit den anderen herauszufinden, was richtig ist. Daher wäre die Aussage „das stimmt“ oder „ich stimme zu“ viel geeigneter. Ähnlich ist es mit dem Wort „Interesse“. Wir sagen oft, dass bestimmte Gruppen um ihre Interessen kämpfen, z.B. reiche Menschen (durch ihre Unternehmen), die Lobbyismus antreiben. Allein die Anwendung des Wortes „Interesse“ in diesem Zusammenhang bedeutet die Akzeptanz des Unterdrückungs- und Ausbeutungssystems. Allein zu denken und zu sagen, dass das Interesse eines Menschen die Ausbeutung von anderen und der Natur ist, ist eine Verdrehung der Bedeutung des Wortes „Interesse“.
Obwohl hier noch einige Themen anstehen (siehe Quelltext), schreibe hier auch das Thema, das mich vor allem verletzt hat: Reinhard Döring (und Kolonia Dignidad). Wenn diese Person im Jahr 2021 freigelassen wird, ist es naheliegend zu denken, dass der Schrecken weitergeht. Auch wenn es nicht ausreichende Beweise gibt, sind die Hinweise ausreichend aussagend... Noch dazu: Es gibt ein Land, wo eine von sieben Frauen angeben, vergewaltigt worden zu sein (i.d.R. in frühem Alter). Dieses Land ist nämlich nicht Indien oder etwa Argentinien (die oft in den Medien aus ähnlichen Gründen auftauchen), sondern Österreich (und Deutschland?). Das Thema wird für seinen Ausmaß wenig angesprochen (angeblich zum Schutz der Opfer...).
- ↑ Es gibt dazu einen bitteren Spruch: „Kapitalismus ist die Ausbeutung eines Menschen von einem anderen; Kommunismus ist genau das Gegenteil.“ Dieser Spruch allerdings spricht die Ausbeutung der Natur nicht an, was ein Grundsätzliches Problem in beiden (und anderen) Systemen ist, wenn man so ein bisschen die Geschichte schaut.
- ↑ siehe Hauptbibliographie: Metaphors we live by